Was kann man tun ? Co-Abhängigkeit einer Freundin

Hallo !

Angenommen : Die Mutter einer Freundin ( 25 ) ist erkrankt. Sie hat multiple körperliche Leiden ( Magen weg, Asthma - raucht und trinkt aber weiterhin Cola). Die Tochter hält alles am laufen, kümmert sich um das Haus ( mit allem - saubermachen, rasen mähen etc. ) …die Mutter hängt nur noch ab und hat sich von allen isoliert - kümmert sich um nichts mehr …depressiv. Es kam zum Zusammenbruch der Mutter, weil sie nichts mehr gegessen hat.

Die Mutter wurde stationär aufgenommen und physisch stabilisiert. Die Tochter hat rotiert, damit anschliessend eine Kur gegen die Depression erfolgen kann.

Angenommen : Die Mutter sagt, sie will was gegen Ihre Depression machen, aber immer, wenn Sie in einer Klinik angekommen ist, will Sie wieder nach Hause, „weil Ihr die Klinik nicht gefällt oder die Leute so komisch sind“ .

Sie ruft dann die Tochter an, daß man Sie sofort abholen möge, sonst nimmt Sie sich ein Taxi…

Ich möchte der Tochter helfen…die hat natürlich Angst davor, mal nach Hause zu kommen ( wohnt woanders) …und Ihre Mutter tot daliegend zu finden ( überterieben dargestellt ) …sie hat Angst, vor dem Gefühl, Ihre Mutter im Stich gelassen zu haben …

Die Tochter geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch - die Mutter schiebt Ihr die ganze Verantwortung für Ihr Leben zu.

Was kann man machen ?

( Danke für Euro Antworten )

Hallo leodade,
das ist keine schöne Situation und es zeugt von deiner Freundschaft, dass du dir Gedanken machst und helfen möchtest.
Leider wirst du nicht sehr viel machen können. Solange deine Freundin nicht selbst sieht, dass ihre Mutter sie (zum Teil) benutzt und es ihr Part sein muss sich dem zu entziehen wird sie kaum Hilfe suchen, bzw. annehmen.
Du kannst versuchen ihr vorsichtig deine Sicht zu schildern - vielleicht erst fragen ob sie deine Meinung überhaupt hören will und sie auch fragen, ob sie mit der Situation denn zufrieden ist. Wenn sie das nicht ist kannst du ihr vielleicht in einem Gespräch aufzeigen, dass es auch andere Umgangsformen gibt und dass sie selbst Einfluss auf die Situation haben kann.
Sollte sie im Prinzip mit der Situation zufrieden sein, bzw. ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug und ihr Pflichtgefühl oder schlechtes Gewissen überwiegt (noch) - bleibt dir keine andere Wahl, als zuzusehen. Ihr vielleicht ab und an den Rücken stärken, wenn sie versucht sich durchzusetzen.
Erfolg damit…lux

Moin,

Angenommen : Die Mutter sagt, sie will was gegen Ihre
Depression machen, aber immer, wenn Sie in einer Klinik
angekommen ist, will Sie wieder nach Hause, „weil Ihr die
Klinik nicht gefällt oder die Leute so komisch sind“ .

Wahrscheinlich gefällt es ihr dort halt wirklich nicht. Da kann man nichts machen.
Um sich bei Depressionen behandeln zu lssen, muß sie aber auch nicht unbedingt in einer Klinik sein.
Mit Verlaub ist dein Titel von der Co-Abhängigkeit schon eine ziemlich laienhafte Übertreibung. Oder beziehst du dich auf die Cola-Sucht? :wink:

fragt sich derM
edizinmann

Hallo,

solche Mütter gibt es (leider). Die lassen ihre Töchter im Stich, aber die Töchter glauben, sie würden genau dies tun… verrückte Welt!

Die Tochter wird wohl durchhalten müssen, bis die Mutter gestorben sein wird? Das kann anscheinend nicht mehr lange dauern, weil die Mutter schon ziemlich angegriffen ist?

Wenn die Tochter diesen Moment, der für sie auch sicher wieder ganz schrecklich sein wird, nicht erst erleben will, ohne vorher ehrlich den Mund aufzumachen, Klartext zu reden und der Mutter mitteilt, was in Zukunft genau (Punkt 1 bis X) wie laufen wird, so wird es leider wahrscheinlich so sein, dass die Tochter anschließend erst richtige Schuldgefühle haben wird.

Also entweder nutzt die Tochter die Chance, solange die Mutter noch lebt… oder sie spielt weiterhin das gebeutelte Aschenputtel… das ist allein ihre Entscheidung; aber vielleicht kannst Du ihr dabei helfen, sich etwas von der Mutter abzunabeln und mitfahren, wenn sie zur Mutter fährt? Und dann würde ich ihr raten, mal drüber nachzudenken, ob die kranke Frau überhaupt noch in der Wohnung allein zurecht kommt? Sie wird sich solange nicht dort wegbewegen, wie die Tochter alles brav intakt hält… was würde Mama machen, wenn Kind nicht mehr kommt?

Gruß
Istiden

Die Tochter hält alles
am laufen, kümmert sich um das Haus ( mit allem -
saubermachen, rasen mähen etc. ) …die Mutter hängt nur noch
ab und hat sich von allen isoliert - kümmert sich um nichts
mehr …depressiv. Es kam zum Zusammenbruch der Mutter, weil
sie nichts mehr gegessen hat.

Die Mutter wurde stationär aufgenommen und physisch
stabilisiert. Die Tochter hat rotiert, damit anschliessend
eine Kur gegen die Depression erfolgen kann.

Angenommen : Die Mutter sagt, sie will was gegen Ihre
Depression machen, aber immer, wenn Sie in einer Klinik
angekommen ist, will Sie wieder nach Hause, „weil Ihr die
Klinik nicht gefällt oder die Leute so komisch sind“ .

Sie ruft dann die Tochter an, daß man Sie sofort abholen möge,
sonst nimmt Sie sich ein Taxi…

Ich möchte der Tochter helfen…die hat natürlich Angst davor,
mal nach Hause zu kommen ( wohnt woanders) …und Ihre Mutter
tot daliegend zu finden ( überterieben dargestellt ) …sie
hat Angst, vor dem Gefühl, Ihre Mutter im Stich gelassen zu
haben …

Die Tochter geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch - die Mutter
schiebt Ihr die ganze Verantwortung für Ihr Leben zu.

Was kann man machen ?

( Danke für Euro Antworten )

Puh, da fällt mir nur eine knallharte Lösung ein: Fortziehen, möglichst ans andere Ende der Welt! Und keine Adresse oder Telefonnummer hinterlassen.

Süchtige - und das ist das ja hier eindeutig - rappeln sich erst auf, wenn sie so tief gefallen sind, wie es tiefer nicht geht. Solange die Tochter immer wieder nachgibt, hat die Mutter ja auch gar keinen Grund, sich um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Die Tochter ist ja da … organisiert alles … hat die Mama trotzdem lieb …

Süchtige - und das ist das ja hier eindeutig -

Ist es das? Sach an.

rappeln sich
erst auf, wenn sie so tief gefallen sind, wie es tiefer nicht
geht.

Das Szenario kenne ich gar nicht von Nikotinsüchtigen…

Angenommen : Die Mutter einer Freundin ( 25 ) ist erkrankt.
Sie hat multiple körperliche Leiden ( Magen weg, Asthma -
raucht und trinkt aber weiterhin Cola).

Das ist sicher nicht vernünftig. Oft sind es aber solche Genussmittel, die zumindest vorübergehend durchaus einen sinnvollen Stellenwert haben, bis schwerwiegendere Probleme bearbeitet sind.

Die Tochter hält alles
am laufen, kümmert sich um das Haus ( mit allem -
saubermachen, rasen mähen etc. )

Das klingt fast schon so, als ob diese Tätigkeiten grundsätzlich für eine 25-Jährige eine Überforderung darstellen.

So ein ganzes Haus macht Arbeit…

…die Mutter hängt nur noch

ab und hat sich von allen isoliert - kümmert sich um nichts
mehr …depressiv

… mit der eine depressive Patientin überfordert ist! Ich empfehle zur grundsätzlichen Beurteilung der Situation, sich einmal mit dem Krankheitsbild der Depression auseinanderzusetzen! Es handelt sich nicht um eine Krankheit, bei der der Betroffene einfach keinen Bock hat, den Staubwedel zu schwingen und die dadurch erledigt ist, dass er / sie einfach nur mal den Arsch hoch bekommen muss.

Der Teil mit dem Haus muss vorübergehend geklärt werden unter der Prämisse, dass Mutter das bis auf weiteres nicht können können wird. Das heißt, Tochter sollte sich mit Mutter zusammensetzen, wie man das bewerkstelligt, wenn Tochter es nicht mehr schafft.

Die Mutter wurde stationär aufgenommen und physisch
stabilisiert. Die Tochter hat rotiert, damit anschliessend
eine Kur gegen die Depression erfolgen kann.

Es geht nicht um eine Kur, sondern um stationäre Rehabilitation. Kuren gibt es in dem Sinne nicht mehr, das hat auch noch die Assoziation einer pillepalle Urlaubsveranstaltung auf Rezept. Stationäre Reha ist Arbeit. Fraglich ist, ob die überhaupt jetzt zu dieser Phase sinnvoll ist. Das sollte ein Therapeut entscheiden, bei dem die Mutter in Behandlung ist?

Angenommen : Die Mutter sagt, sie will was gegen Ihre
Depression machen, aber immer, wenn Sie in einer Klinik
angekommen ist, will Sie wieder nach Hause, „weil Ihr die
Klinik nicht gefällt oder die Leute so komisch sind“ .

Wie oft ist denn dieses „immer“ passiert?

So eine Einrichtung muss im Übrigen passen. Wenn sie nicht passt, ist es grundsätzlich besser, wenn abgebrochen wird. Einen Riegel vor Hopplaho-Abbrüchen schiebt die Krankenkasse aber schon von ganz alleine vor.

Ich möchte der Tochter helfen…die hat natürlich Angst davor,
mal nach Hause zu kommen ( wohnt woanders) …und Ihre Mutter
tot daliegend zu finden ( überterieben dargestellt ) …sie
hat Angst, vor dem Gefühl, Ihre Mutter im Stich gelassen zu
haben …

Diese Ängste - sind das Ängste, bei denen du meinst, dass die Tochter sie hat oder hat sie sich derart schon geäußert? Kannst du beurteilen, ob die Ängste begründet sind oder nicht?

Wenn du der Tochter helfen willst, solltest du erst einmal akzeptieren, dass die Mutter krank ist. Wenn die Tochter der Mutter helfen will, weil sie ein Verantwortungsgefühl empfindet, dann ist das die Angelegenheit der Tochter und grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden! Im Gegenteil! Dabei spielt eine recht geringe Rolle, wie du das persönlich siehst.

Du kannst der Tochter den Rücken stärken und du kannst ihr, wenn du dich engagieren willst, Optionen öffnen, was sie noch machen könnte. Du könntest auch ein Auge darauf haben, dass sich die Tochter wirklich nicht völlig verausgabt. So wie du die Situation bisher schilderst, klingt das allerdings weniger danach, dass eine völlige Selbstaufgabe droht, sondern nur deine persönliche Ansicht im Weg steht, auf der Basis, dass du die Mutter auf ganzer Linie negativ abgestempelt hast.

Die Tochter geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch - die Mutter
schiebt Ihr die ganze Verantwortung für Ihr Leben zu.

Tut sie das? Davon war bisher eigentlich nichts zu lesen. Wie äußert sich das denn konkret?

Mit Verlaub ist dein Titel von der Co-Abhängigkeit schon eine
ziemlich laienhafte Übertreibung.

Da hast Du natürlich grundsätzlich recht. Da in der Schilderung keine wirkliche keine Abhängigkeit vorliegt, ist es streng genommen auch keine Co-Abhängigkeit. Allerdings findet man mE im Umfeld psychischer Erkrankungen häufig Verhaltensmuster, die der Co-Abgängigkeit ähnlich sind. Im Studium haben wir das das deshlab durchaus unter diesem Begriff subsumiert, auch wenn es streng genommen nicht richtig ist.

In dem beschriebenen Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sehe ich durchaus vergleichbare Muster. Ich stelle mir aber auch die Frage, wie tief der Freund, der der Tochter helfen will, die der Mutter hilft, in diesem Sumpf bereits mit drinsteckt - sozusagen las Co-Co-Abhängiger. :smile:

Gruß,
Max

In dem beschriebenen Verhältnis zwischen Mutter und Tochter
sehe ich durchaus vergleichbare Muster. Ich stelle mir aber
auch die Frage, wie tief der Freund, der der Tochter helfen
will, die der Mutter hilft, in diesem Sumpf bereits mit
drinsteckt - sozusagen las Co-Co-Abhängiger. :smile:

Kann man das anhand der Zeilen wirklich so schon sagen?

Nicht jeder, der einem psychisch kranken Familienangehörigen hilft, ist - auch im übertragenen Sinn verwendet - co-abhängig! Dass ein psychisch Kranker, zumal bei schwerer Depression, eine Zeitlang nicht in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, gehört zum Krankheitsbild. Dass eine 25-jährige und damit erwachsene Tochter, sich eine Zeitlang um die kranke Mutter kümmert, ist nicht ungewöhnlich und ich zumindest empfinde das grundsätzlich auch als selbstverständlich.

Natürlich bringen einige psychische Erkrankungen mit sich, dass Angehörige in den Sog gezogen werden, genauso wie es einige psychisch Kranke gibt, die recht bewusst auch in diesen Sog ziehen. Nur finde ich für diese Annahme noch nicht ausreichend Anhaltspunkte. Nur weil jemand Cola trinkt ohne Magen? Oder raucht mit Asthma? Wenn jeder, der mit Asthma oder gar COPD und raucht automatisch in allen Lebenslagen Hilfe verspielt hätte… Oder die Angabe mit der Klinik. Wenn eine Situation derart geschildert wird, ist naheliegender, dass ein Einzelfall, ein einmaliges Abholenlassen, zur Allgemeingültigkeit erhoben wird, zumal das heutzutage kein Kostenträger mit, dass Patienten mehrmals eine Reha so abbrechen.

Ich will überhaupt nicht ausschließen, dass ich mit meiner Einschätzung völlig daneben liege. Aber so klingt das für mich eher nach jemandem, der selber kaum Erfahrung im Umgang mit psychisch Kranken hat, eher negativ eingestellt ist, was das angeht und dadurch bedingt auch nur bestimmte Bedürfnisse der Tochter im Blick hat. Dass die nämlich möglicherweise ihrer Mutter helfen will, nicht aus Abhängigkeit, sondern aus Verantwortungsgefühl und Liebe und dass das alles positiv sein könnte und man Wege finden könnte, das zu realisieren, davon les’ ich auch zwischen den Zeilen nichts.

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Suchtverhalten hat nicht immer was mit Drogen zu tun. Auch der Wunsch, ständig umsorgt, betreut und geliebt zu werden, kann solche Züge annehmen. Je kränker die Mama, je lieber die Tochter. Also bloß nicht gesund werden!

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Suchtverhalten hat nicht immer was mit Drogen zu tun. Auch der
Wunsch, ständig umsorgt, betreut und geliebt zu werden, kann
solche Züge annehmen.

Ah ja?

Je kränker die Mama, je lieber die
Tochter. Also bloß nicht gesund werden!

'Türlich, selbstverfreilich. Und diese kühne „Diagnose“ inklusive Handlungsanleitung stellst du aufgrund des UP? Wirklich beeindruckend!