Angenommen : Die Mutter einer Freundin ( 25 ) ist erkrankt.
Sie hat multiple körperliche Leiden ( Magen weg, Asthma -
raucht und trinkt aber weiterhin Cola).
Das ist sicher nicht vernünftig. Oft sind es aber solche Genussmittel, die zumindest vorübergehend durchaus einen sinnvollen Stellenwert haben, bis schwerwiegendere Probleme bearbeitet sind.
Die Tochter hält alles
am laufen, kümmert sich um das Haus ( mit allem -
saubermachen, rasen mähen etc. )
Das klingt fast schon so, als ob diese Tätigkeiten grundsätzlich für eine 25-Jährige eine Überforderung darstellen.
So ein ganzes Haus macht Arbeit…
…die Mutter hängt nur noch
ab und hat sich von allen isoliert - kümmert sich um nichts
mehr …depressiv
… mit der eine depressive Patientin überfordert ist! Ich empfehle zur grundsätzlichen Beurteilung der Situation, sich einmal mit dem Krankheitsbild der Depression auseinanderzusetzen! Es handelt sich nicht um eine Krankheit, bei der der Betroffene einfach keinen Bock hat, den Staubwedel zu schwingen und die dadurch erledigt ist, dass er / sie einfach nur mal den Arsch hoch bekommen muss.
Der Teil mit dem Haus muss vorübergehend geklärt werden unter der Prämisse, dass Mutter das bis auf weiteres nicht können können wird. Das heißt, Tochter sollte sich mit Mutter zusammensetzen, wie man das bewerkstelligt, wenn Tochter es nicht mehr schafft.
Die Mutter wurde stationär aufgenommen und physisch
stabilisiert. Die Tochter hat rotiert, damit anschliessend
eine Kur gegen die Depression erfolgen kann.
Es geht nicht um eine Kur, sondern um stationäre Rehabilitation. Kuren gibt es in dem Sinne nicht mehr, das hat auch noch die Assoziation einer pillepalle Urlaubsveranstaltung auf Rezept. Stationäre Reha ist Arbeit. Fraglich ist, ob die überhaupt jetzt zu dieser Phase sinnvoll ist. Das sollte ein Therapeut entscheiden, bei dem die Mutter in Behandlung ist?
Angenommen : Die Mutter sagt, sie will was gegen Ihre
Depression machen, aber immer, wenn Sie in einer Klinik
angekommen ist, will Sie wieder nach Hause, „weil Ihr die
Klinik nicht gefällt oder die Leute so komisch sind“ .
Wie oft ist denn dieses „immer“ passiert?
So eine Einrichtung muss im Übrigen passen. Wenn sie nicht passt, ist es grundsätzlich besser, wenn abgebrochen wird. Einen Riegel vor Hopplaho-Abbrüchen schiebt die Krankenkasse aber schon von ganz alleine vor.
Ich möchte der Tochter helfen…die hat natürlich Angst davor,
mal nach Hause zu kommen ( wohnt woanders) …und Ihre Mutter
tot daliegend zu finden ( überterieben dargestellt ) …sie
hat Angst, vor dem Gefühl, Ihre Mutter im Stich gelassen zu
haben …
Diese Ängste - sind das Ängste, bei denen du meinst, dass die Tochter sie hat oder hat sie sich derart schon geäußert? Kannst du beurteilen, ob die Ängste begründet sind oder nicht?
Wenn du der Tochter helfen willst, solltest du erst einmal akzeptieren, dass die Mutter krank ist. Wenn die Tochter der Mutter helfen will, weil sie ein Verantwortungsgefühl empfindet, dann ist das die Angelegenheit der Tochter und grundsätzlich ist auch nichts dagegen einzuwenden! Im Gegenteil! Dabei spielt eine recht geringe Rolle, wie du das persönlich siehst.
Du kannst der Tochter den Rücken stärken und du kannst ihr, wenn du dich engagieren willst, Optionen öffnen, was sie noch machen könnte. Du könntest auch ein Auge darauf haben, dass sich die Tochter wirklich nicht völlig verausgabt. So wie du die Situation bisher schilderst, klingt das allerdings weniger danach, dass eine völlige Selbstaufgabe droht, sondern nur deine persönliche Ansicht im Weg steht, auf der Basis, dass du die Mutter auf ganzer Linie negativ abgestempelt hast.
Die Tochter geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch - die Mutter
schiebt Ihr die ganze Verantwortung für Ihr Leben zu.
Tut sie das? Davon war bisher eigentlich nichts zu lesen. Wie äußert sich das denn konkret?