Hallo Kathinka!
Bin gerade dabei, mich als Freiberuflerin selbstständig zu
machen. Auf Empfehlung meines Steuerberaters habe ich dafür
ein eigenes Girokonto eröffnet, um private und geschäftliche
Angelegenheiten sauber zu trennen.
Ja, sehr gut!
Meine Hausbank hat mir mitgeteilt, dass ich in diesem Fall als
Freiberuflerin einfach ein zweites Privatkonto eröffnen kann.
Wäre vielleicht nicht falsch gewesen…
Da meine Hausbank aber ganz allgemein ziemlich schlechte
Bedingungen hat,
…zumindest bis zum Jahresende.
habe ich das neue Konto bei einer anderen
Bank eröffnet. Diese Bank weist nun in ihren Bedingungen
darauf hin, dass sie eine reine Privatbank ist und
Geschäftskonten nicht geführt werden dürfen.
Dann ist dem so! Nach deren Geschäftsplan führen sie dann wohl nur Konten für Privat (der Geschäftsplan wird, akribisch, vom Aufsichtsamt für das Kreditwesen/Berlin geprüft…). Zum Beispiel sind die Sparda-Banken Privatbanken, und ich meine auch die Citi-Bank und Bayerische Vereinsbank sind Privatbanken.[1] Dem gegenüber sind Dresdner, die Deutsche, Volks- und Raiffeisenbanken „normale“ Geschäftsbanken (IMHO).
Ich bin nun ziemlich verwirrt. Klar ist mein neues Konto „fürs
Geschäft“ da, aber die Kontobewegungen werden überschaubar
bleiben und ich brauche das Konto ja nur zur besseren
Übersicht.
Das ist für die Bank ja unwesentlich, ob Du das Konto „nur zur besseren Übersicht“ dort eröffnet hast.
Ist mein neues Konto aber dadurch schon ein
„Geschäftskonto“?
Ja, ganz automatisch: weil ja nur „Einnahmen aus Gewerbebetrieb“ (oder wie man bei Freelancern eben sagt…) auf das Konto gehen - und im Gegenzug betriebl. Ausgaben von diesem Konto bezahlt werden, und…
Wie grenzen sich Privat- und Geschäftskonto
gegeneinander ab? Was sind die Kriterien?
…genau das war schon die Abgrenzung dafür.
Was darf ich, und
was darf ich nicht?
Vielen Dank für Tipps und Hinweise! Kathinka
Nun, Du kannst Dir ja immer noch überlegen, ob Du quasi die beiden Konten für ihre Zwecke (Privat ./. Geschäft) einfach tauschst. (Ich gehe x davon aus, dass Deine Hausbank _keine_ Privatkundenbank ist…)
Vorteil ist ja, dass Du bei Deiner Hausbank bereits bekannt bist; das ist für die Banker meist eine gute Vertrauensgrundlage.
Warum Deine Hausbank „schlechtere“ Konditionen hat, könnte eben daran liegen, dass dort nicht nur die Konten von Gehaltsempfängern geführt werden. „Es“ hat eben auch etwas mit dem Geschäftsrisiko der Bank zu tun: das ist bei Selbständigen der Natur nach einfach höher.
Wenn Dein Geschäft im Laufen ist oder gar „erst einmal brummt“, und damit das Konto mehr oder weniger gut in Deckung ist, ausreichend bis gute Umsätze drüber laufen, solltest Du die Konditionen nachverhandeln!
Und wichtig bleibt: immer einen guten Kontakt zu seinen Ansprechpartnern bei der Bank zu halten: informieren, was kommt, was man vor hat, auch und vielleicht gerade dann, wenn es einmal nicht so positiv aussieht.
CU DannyFox64
[1] Man möge mich korrigieren, wenn dem nicht so ist.