Liebe Alle,
ich bin mir nicht sicher ob ich in diesem Forum richtig bin aber ich möchte mein Glück trotzdem versuchen, da ich einfach nicht mehr weiss wo ich suchen soll!
Meine beste Freundin hat mir vor ein paar Tagen erzählt, dass sie einige belastende Verhaltensweisen hat, die ihr teilweise einen normalen Tagesablauf nicht mehr möglich machen.
Konkret:
Sie ist 28 Jahre alt und leidet unter ziemlich intensiven Stimmunsschwankungen. Wegen Borderline war sie vor 10 Jahren auch schon ein paar Monate in der Psychatrie. Doch ihr Hauptproblem ist damals nicht angegangen worden. Es ist schwierig zu beschreiben, ich sag mal, sie verbingt am Tag sehr viel Zeit damit sich Dinge und Szenarien auszudenken. Dann wirkt sie manchmal wie weggetreten oder sehr unkonzentriert. Meistens geschieht dies allerdings wenn sie allein zuhause oder unterwegs ist. Teilweise geht das wohl auch stunden- oder auch mal tagelang so. Ihre Gedanken und Szenarien gehen hauptsächlich in die Richtung, dass sie eine sehr überlegene Stellung einnimmt und Menschen (die sie im wahren Leben wenig oder nicht beachten) von ihr beeindruckt sind.
Zusätzlich kommt hinzu, dass es Tage gibt an denen sie sich nicht aus dem Haus traut, da sie sich so elend und unnützt fühlt, dass sie niemanden sehen will/kann. Auch sehr gute Freunde nicht. Oft verbringt die den Tag dann mit übermässigen Essen und eben diesen Gedankenkonstrukten!
Mann, das klingt jetzt alles ziemlich konfus aber genau das ist ja das Problem. Ich möchte mit ihr zusammen Hilfe suchen aber ich weiss garnicht in welcher Richtung ich schauen soll!
Ist das eine Persönlichkeitsstörung? Oder Schizophrenie? Ich kenne mich leider garnicht aus und würde gerne etwas über diese Krankheit(?) in Erfahrung bringen.
Es muss bei ihr wohl schon sehr früh begonnen haben. Etwas mit 5 Jahren. Und so langsam kollidiert das mit ihrem Arbeitsleben, da sie manchmal einfach keine Zeit zum „normal funktionieren“ hat weil sie ständig in ihrer Gedankenwelt gefangen ist.
Ich bitte euch daher eindringlich, hat jemand einen Tipp in welcher Richtung ich mich umhören müsste um Näheres zu erfahren?
Welche Krankheitsbezeichnung kommt meiner Beschreibung am nächsten?
Ich danke euch wirklich vielmals für die Antworten!
ich rate dir dringenst davon ab Selbstdiagnosen zu konstruieren.
Du sagst, dass deine Freundin wegen Borderline behandelt wurde, es liegt also eine Diagnose vor, die eventuell damals falsch diagnostiziert oder behandelt wurde.
Da ihr Alltag gefährdet ist, ist dringend angeraten das sie sich an einen Psychiater wendet. Ein Psychiater ist etwas anders als ein Psychologe, darauf sei zu achten.
Wenn du ihr helfen möchtest, begleite sie doch zum ersten Termin. Einen Psychiatertermin bekommt man durch einfaches anrufen. Oft bei verschiedenen Praxen, da die Wartezeiten lang sein können - im Zweifelsfall sagen das es sich um einen Notfall handelt.
Liebe Kitty,
Du hast sicher recht mit Deinem Rat mit dem Psychiater. Das wird auch ohnehin passieren. Ich habe mich nur gefragt in welche Richtung so ein Krankheitsbild prinzipiell geht.
Und akut körperlich gefährdet ist sie nicht. Sie kann ja ohne das jemand etwas mitbekommt ihren Alltag bewältigen. Habe nur das Gefühl, dass es mit den Jahren schwieriger wird.
Und ich denke, wenn man bevor der Arzttermin ist man eine grobe Ahnung hat in welche Richtung das Ganze geht dann ist man beruhigter.
Weisst Du was ich meine?
genau das sehe ich anders. Wenn ich dir jetzt sage (rein hypothetisch) das klingt nach Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörung etc, ist es nur wahrscheinlicher das deine Bekannte sich A) in diese völlig hypothetische Diagnose hineinsteigert (und eventuell ausschmückt) oder B) verzweifelt.
Da du schriebst das bei der Behandlung ihrer Borderlinediagnose nicht am Kern der Sache angesetzt wurde (was sicher auch relativ gesehen werden kann), vermute ich das deine Freundin sich nicht artikuliert hat/konnte um zu erklären wo der Schuh wirklich drückt - daher sind solche Ferndiagnosen gefährlich, sie bringen Menschen dazu in Umstände hinein zu interpretieren, anstatt tatsächlich Symptome wertungsfrei dem Arzt darzulegen.
Deswegen bleibe ich dabei, keine Selbstdiagnosen.
Sie muss zum Psychiater, der wird sie anhören, vermutlich mehrere Male um sicher zu sein und dann eine Diagnose stellen, die man verwantwortungsvoll vertreten kann.
Tut mir leid das ich dir nicht anders helfen kann.
ich kann absolut nachvollziehen, dass sogenannte Internetdiagnosen sehr unspezifisch und gefährlich sein könnten. Es gibt sicher Menschen, die damit nicht adäquat umgehen können.
Aber in diesem speziellen Fall ist dies die falsche Entscheidung.
Denn zu einem Psychiater wird sie nur gehen wenn sihergestellt ist, dass sie, ich sach jetzt mal vereinfacht „krank ist / eine Krankheit hat“. Solange sie ihre vermeintlichen Symptome nicht mal ansatzweise(!) einem bekannten Krankeitsbild zugeordnen kann wird sie niemals zum Psychiater gehen.
Ich habe Verständis für die Entscheidung keine Pseudodiagnose zu treffen.
Aber leider ist diese Entscheidung hier die falsche Entscheidung.
Liebe Julia,
ich habe wirklich keine Ahnung, was das für eine „Entgleisung“ ist und woher das kommt.Ich drücke die Daumen, das Du für Deine Freundin einen Kompetenten findest und dass sie dann „normal“ leben und arbeiten kann.
Alles Gute!
Marik
ich glaube nicht, dass es sich bei deiner Freundin um Schizophrenie oder eine Psychose handelt. Solange es noch einen Realitätsabgleich gibt (d.h. solange sie selbst irgendwo noch „weiß“, dass es sich um Fantasien und nicht um die Realität handelt).
Ich denke, die Diagnose einer (Borderline-)Persönlichkeitsstörung, die deine Freundin vor zehn Jahren erhalten hat, ist nicht allzu falsch. starke Stimmungsschwankungen, evtl. eine hohe Neigung zu Dissoziationen (Wegtreten, ausgeprägte Tagträumereien etc.), Fressanfälle und depressiver Rückzug weisen meiner Ansicht nach eher in Richtung einer Persönlichkeitsstörung als in Richtung Schizophrenie.
Muss nicht Borderline sein, kann auch eine andere Persönlichkeitsstörung sein. Meistens verbirgt sich hinter einer sogenannten „Persönlichkeitsstörung“ (ich mag dieses Wort nicht besonders) ohnehin eine komplexe oder frühe Traumatisierung. Eine dissoziative Störung wäre auch möglich.
Deine Freundin sollte sich auf jeden Fall in Behandlung begeben. Muss nicht stationär sein, solange sie nicht selbstgefährdend ist. Aber sie sollte möglichst eine ambulante Psychotherapie machen und sich evtl. zusätzlich mit Medikamenten behandeln lassen (Psychiater).
Und die Fachleute können dann auch besser eine Diagnose stellen. Das übers Internet zu tun, ohne dass man jemanden kennt, möchte ich mir jetzt nicht wirklich anmaßen … ist immer so eine Sache, vor allem mit psychiatrischen Diagnosen.
Viele Grüße und alles Gute für dich und deine Freundin,
Annette
Hallo Julia
Ich glaube das es sehr wichtig ist die richtige Diagnose zu haben. Die Symtome liegen oft zu nah und überschneiden sich bei vielen Krankheiten, so das eine Selbstbeurteilung zu einen Holzweg führt.
Sicherlich kann vorkomen das man mit dem erstbesten Arzt, oder seiner Arbeit nicht einverstanden ist, nicht entmutigen lassen und hilfe bei nächsten suchen.
Viel Glück und Erfolg
vielen vielen Dank für Deine Antwort!
Du bist die Einzige die sich nicht auf dieses „Ferndiagnosen stellen ist gefährlich“-Argument berufen hat!
Du hast mir sehr weitergeholfen!
ich könnte vielleicht etwas darüber Auskunft geben , denn mir ging es lange
ziemlich ähnlich . Ich mag keinen Medizinischen Fachausdruck suchen , mein
Interesse liegt im heilen helfen . Mein erster Gedanke ist dass diese
ueberlegene Stellung von einer Ahnung aus vergangenen Leben stammen könnte .
Also besucht doch mal ne Schwitzhütte ! Fragt dort bei den Andern nach
einer guten Schamanin , macht mal einen Termin und lasst diese eine Reise
für Deine Freundin machen .
Wenn dem so ist , wie ich fühle , könnte es sein dass sie einen Kanal
geöffnet hält zur ASW (aussersinnlicher Wahrnehmung) und somit bliebe
Deiner Freundin nicht erspart sich dort Hilfe zu suchen wo sie gegeben
werden kann und zu lernen wie man damit umgehen kann ohne darunter
übermässig leiden zu müssen . Es kann so aus Schwäche
in eine Stärke umgewandelt werden !
So waren jedenfalls meine Erfahrungen .
Ich habe gesprochen . MfG Matthias
die Diagnose hat sie ja schon. Dieses extreme Erleben gehört zu einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Und die Gedankenkonstrukte sind eben ihre Art der Kompensation eben ein Versuch mit dem extremen inneren Erleben umzugehen. Und im Grunde ist eine Diagnose auch nicht so wichtig. Es geht eher um eine Behandlung. Und wahrscheinlich ist eine psychiatrische Behandlung (medikamentöse, da wohl auch die arbeitsfähigkeit schon bedroht zu sein scheint) und parallel dazu auch eine psychotherapeutische Behandlung notwendig. Das geht aber nur, wenn Deine Freundin auch bereit dazu ist.
Drücke Deiner Freundin die Daumen, dass sie gute Therapeuten findet.
Viele Grüße
Petra