Hallo!
Kann mir bitte einer sagen, was eine gute Immobiliensoftware
kostet
Was soll die Software leisten? Was genau willst Du damit machen?
Ich trage mich mit dem Gedanken, als Immobilienmakler
selbständig zu machen. Ein Maklerbüro, das mich gern als
„freien Mitarbeiter“ engagieren möchte, sagte, die Software
kostet bei ihm 49,-Euro plus die Lizens 100,-Euro / Monat und
dann noch für die Installation auf mein Notebook ebenfalls
100,- Euro (einmalig).
Grundsätzliches: Sofern man das Geld hat und die Ausgabe sinnvoll erscheint, sind einmalige Kosten unkritisch - bezahlt und erledigt. Dagegen sollte man regelmäßig wiederkehrende Kosten sehr kritisch prüfen und wenn möglich, sollte man solche Dauerverpflichtungen vermeiden. Einen Job anfangen und als erste Tat eine finanzielle Dauerverpflichtung eingehen - Nein!
Wenn man eine Software-Lizenz erwirbt, zahlt man einmalig oder regelmäßig eine Lizenzgebühr. Ob die 100 € für die Lizenz angemessen sind, kann ich ohne Kenntnis der Software nicht beurteilen. Du kannst diesen Punkt auch nicht beurteilen. Wenn man etwas nicht beurteilen kann, lässt man die Finger davon. Nicht wirklich vertrauenerweckend erscheint der Umstand, dass neben der Lizenzgebühr noch ein Einmalbetrag (49 €) gefordert wird. Etwa für die nackige CD? Ist nicht einzusehen.
100 € Installationskosten können schon mal gerechtfertigt sein, wenn der Benutzer blutiger Laie ist und es sich um eine anspruchsvolle Software mit vielerlei anspruchsvollen Einstellungen handelt, die besondere Kenntnisse erfordern. Ich sag’s mal absichtlich bissig: Bei einem Immobilienmakler gibt es keine besonders anspruchsvollen Sachverhalte. Jedes gewöhnliche MS-Office-Paket leistet das Gewünschte und noch viel mehr. Im üblichen Maklerbüro gibt es auch keine Leute, die irgend welche besonderen Kenntnisse bräuchten. Immobilienmakelei ist Vermittlung. Dafür braucht man keinerlei besondere Qualifikation. Oder anders: Was qualifiziert Dich zum Immo-Makler? Vermutlich gar nichts. Den Betreibern des Immo-Büros geht es genau so: Sie haben keine Qualifikation. Und wenn sie von Dir Geld für was auch immer haben wollen, sollst Du über den Tisch gezogen und abgezockt werden. Ganz nach Makler-Manier.
Außerdem soll die Mitarbeit ohne jeglichen Vertag/Vereinbarung
stattfinden, versprach aber eine gute Einarbeitung und hohe
Provision.
Und während dieser Einarbeitung darfst Du den Affen machen und von einem Wohnungsbesichtigungstermin zum nächsten fahren. Natürlich auf eigene Kosten. Ob und was dabei für Dich abfällt, weißt Du nicht.
Das Ganze erscheint mir unseriös…
Ist es auch. Aber Du bist bei Maklern - was erwartest Du?
…oder ist so eine „mündliche Vereinbarung“(ich hatte ein
Vorstellungsgespäch)üblich in der Branche?
Branchenüblich ist die Suche nach uninformierten Dummen, ob nun als Lakaien zum Helfen oder als Kunden.
Wenn Du als Immo-Makler tätig sein möchtest, dann mach’ es, aber mach’ es allein. Um erste Einblicke in die Branche zu erhalten, heuerst Du für ein paar Wochen (das sagst Du natürlich nicht) bei irgend einem Makler an. Ob Du Geld verdienst oder nicht, ist dabei nebensächlich. Natürlich gehst Du keinerlei Verpflichtungen ein, kein Auto-Leasing, keine Software, wirklich nichts. Und nach 4 Wochen machst Du zu Hause Dein eigenes Büro auf.
Wenn Du zur Ausnahmeerscheinung in der Branche werden willst, arbeitest Du seriös, bemühst Dich um unabhängige Vermittlung zwischen Anbieter und Nachfrager und verstehst womöglich etwas von Immobilien und verfügst über belastbare kaufmännische Kenntnisse, so dass Du sowohl für Leute mit Renditeerwartung als auch für kostenbewusste Nachfrager der geeignete Ansprechpartner bist. Aber wirklich erforderlich ist nichts davon, schließlich besteht die Branche überwiegend aus weitgehend ahnungslosen Leuten, die zum Hemd den passenden Schlips auswählen können und darauf achten, dass der 3er BMW immer frisch gewaschen aussieht.
Gruß
Wolfgang