Was läuft da bei Astra Zeneca 2

Naja, bis Ende letzten Jahres wollte Deutschland noch in einer Liga mit USA und Großbritannien spielen, wirtschaftlich, gesundheitspolitisch und auf vielen anderen Gebieten. Wenn jetzt Lateinamerika der Maßstab ist, dann lohnt vielleicht ein Blick nach Chile:

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Wir werden hoffentlich auch noch hören von dem Gedanken „heterologer boost“, der mit 2 verschiedenen Vakzinen arbeitet.
Es gibt da schon Studien- n finde ich sehr klein- immerhin aber im lancet, Sommer 20:
https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(20)31866-3.pdf

Es gab dann eine größere Studie vom National Institute for Health Research, UK mit AZ und Biontech.
n immerhin 800, Start Februar 21 (?).

Gibt es da schon weitere Informationen? Ich finde nichts. Man wird wahrscheinlich noch ein wenig warten müssen, weil jetzt erst die Zweitimpfung ansteht.
Jedenfalls sehr interessant.

Vorteil, wenn es funktioniert, was plausibel wäre:
Erfassung von B1351 (Südafrika) und Zweitimpfung möglich für Frauen unter 55 ohne AZ.

Hier

wird die erste Studie aus Russland etwas einfacher erklärt und auch beschrieben, warum Sputnik konzeptionell AZ überlegen ist.

Der Unterschied ist halt, dass UK und USA die eigenen Interessen knallhart über alle anderen gestellt hat. Während die EU Millionen Impfdosen nach UK (9,1 M.), Kanada (3,9 M.), Mexiko (3,1 M.), Japan (2,7 M.) usw. exportiert hat, kam aus diesen beiden Ländern genau gar nichts. Die EU hat gezeigt, dass man in einer globalen Krise auf sie zählen kann. UK und USA haben gezeigt, dass ihnen die restliche Welt am A… vorbei geht.

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Auch wieder wahr, alles.
Relativiert aber nicht die restlichen impfbezogenen Versäumnisse in D.

Hallo,
warum nicht - schließlich wird ja auch mit Chile verglichen oder mit Israel oder mit - die Liste lässt sich verlängern. Und immer enden diese Vergleiche unterschwellig in der Aussage - in Deutschland wird in Sachen Corona nur Murks gemacht.
Da habe ich auch mal einen Vergleich - https://www.welt.de/vermischtes/article228707945/Finnland-auch-in-Corona-Zeiten-gluecklichstes-Land-der-Erde.html
komisch, oder - landete Deutschland im Gesamtzeitraum 2017-2019 der analysierten Länder
noch auf Platz 17 - war im Zeitraum von 2018-2020 schon Platz 13 und seit Corona, also 2020 alleine hat Deutschland Platz 7 inne.
Natürlich kann auch eine solche Rangliste hinterfragt werden, was sicher auch geschehen wird, bestimmt auch hier - trotzdem gibt auch solche „Ranglisten“.
Gruss
Czauderna

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OK.
Mit dem „Weltglücksbericht“ kann natürlich ich nicht mithalten und niemand, der die Versäumnisse Deutschlands in der Pandemie kritisiert. ( Davon gibt es eine große Menge auch durchaus recht kluger und differenziert argumentierender Leute.)

Es gibt jede Menge Ranglisten.Nur was bedeutet das?

Hallo,
ja, was soll das bedeuten - ich meine, man sollte
schon bewerten, ob solche Vergleiche der negativen Art tatsächlich die Realität widerspiegeln, weil sie öfters als Grundlage einer Argumentation dienen und wesentlich mehr Raum in der öffentlichen Berichterstattung finden als „Ranglisten“ der positiven Art. Ich jedenfalls versuche es zumindest, klappt nicht immer aber in Zeiten von Corona immer öfter.
Und was die Beurteilung angeht ob ein Diskussionsteilnehmer/in im Internet klug ist, das ist auch so eine Sache. Für manche sind solche Leute schon klug, wenn sie sich überhaupt zu irgendwelchen Themen äußern, für andere müssen da schon Beiträge geliefert werden, die auch in einem Fachbuch stehen könnten.
Gruss
Czauderna

Eigentlich auch mein Reden, ich kann da mit gehen.

Meine wütende Kritik bezieht sich an dieser Stelle ausschliesslich auf die Pandemiepolitik in D.
Ich empfinde sie, als Naturwissenschaftlerin, als eklatant und desaströs gescheitert.
Damit ist auch schon angedeutet, wen ich mit klugen Leuten meine, ganz sicherlich nicht

sondern gerne durchweg Personen des öffentlichen wissenschaftlichen, journalistischen und politischen Lebens. Ich muss sie nicht aufzählen, man kann sie genügend oft hören.

Was ich aber eigentlich oben noch einfügen wollte, war leider zu spät:
Woran wollen wir messen?
D an Brasilien, UK , Australien, Island- oder doch lieber an sich selbst und seinen Potentialen?
Ich halte nichts von kompetitiven Rankings, und viel davon, sich an den eigenen Möglichkeiten messen lassen zu müssen.
Und sich zu orientieren immer am Besseren, nie am Schlechteren, wenn man schon nach Aussen schielt.Um zu lernen.
Gerade das Lernen in der Pandemie aber erscheint mir in D dieser Monate gar nicht mehr zu funktionieren.

Hallo,
ja, Chile ist schon etwas anderes als Brasilien, aber richtig Gold ist das offenbar auch nicht, was da glänzt - https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_89701148/chile-immer-mehr-corona-faelle-trotz-rascher-impfung.html
Denen ihr „AZ“ stammt auch China, aber besser wie nix.
Gruss
Czauderna

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Oida…

Und so sieht es aus, wenn jemand durch die englische Presse informiert eine Meinung gefunden hat. (Teil einer mail von einem Freund aus England, der englischer nicht sein könnte):

"It seems it’s really looking bad all over Europe. What with Mutti Merkel , mad Macron and Brussels running around like headless chickens because they can’t get enough vaccines, they have plenty it’s just people won’t take them especially the Astra one. Well 30 million people over here mostly with Astra and nobody has died, hospital admissions down, deaths were down to just seven the other day and now we’re banned from flying to Europe till at least the end of June. "

Ich überlege, ob ich diskutieren oder ignorieren soll. :smiling_imp:

Bei dem Grad an Polemik würde ich das eher ignorieren. :man_shrugging:

Es ist höchste Zeit, jeglichen Impfstoffexport nach GB zu unterbinden und ich stehe ehrlich gesagt kurz davor, dass mir eine Verstaatlichung als sinnvolle Maßnahme erscheint…

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Man spielt ja immer noch nach den bewährten Regeln, ignorant der Tatsache, dass wir nicht im Normalzustand sind und es noch ganz erheblich viel schlimmer werden kann, wenn wir uns rigide an die Regeln für Nichtkrisenzustände halten und so tun, als ob im Großen und Ganzen alles normal wäre.
Halte ich übrigens auf vielen Ebenen für den Kardinalfehler. Sich an „Normalität“ zu orientieren.
Nix ist normal.

Zu Punkt 1) meine ich, dass es an der Vereinbarung liegt, den vertraglichen Lieferbedingungen. Solche Verträge werden normalerweise mit einem Zeitplan abgeschlossen, wo Liefermengen zu einem jeweiligen Datum vereinbart sind. Was ich bisher über den EU Bestellvorgang gehört habe ist, dass die gesamte Liefermenge bis zu einem festgesetzten Zeitpunkt vereinbart ist, z.B. Ende April. Dann kann der Produzent alles am letzten Tag anliefern. Die Briten haben das entweder intelligenter vereinbart oder früher bestellt.
Udo Becker

Selbst wenn das stimmen würde, ginge das komplett an der Thematik vorbei. AZ hätte der EU laut Vertrag bis Ende März 80 Millionen Dosen liefern müssen. Laut Konzernangaben werden es aber nur an die 30 Millionen werden. Bis Ende Juni hätten es dann 220 Millionen sein sollen, tatsächlich werden es nur 100 Millionen sein.
Aus GB sind mir keine Verzögerungen in diesem Ausmaß bekannt.

Die Briten haben dieselbe vertragliche Formulierung („best effort“) wie die EU und haben ihren Vertrag mit AZ einen Tag (28. August) nach der EU unterzeichnet. Der Unterschied ist halt, dass AZ nur ein Werk in der EU und dafür drei in GB (und eines in Indien) hat…

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Hallo,
wenn es nicht so ernst wäre, man könnte direkt darüber belustigt sein, aber es ist ernst.
Zuerst war AZ der Impfstoff schlechthin, war er doch mit einer sehr hohen Wirkung ausgestattet und musste nicht bei minus 70 Grad gelagert werden, was ihn flexibler einsetzbar machte.
Dann kam aber die erste Einschränkung - nur unter 65jährige sollten damit geimpft werden, was nach der Impfreihenfolge dann noch (noch) verhältnismäßig wenige Menschen waren.
Dann gab es die Liefer-Engpässe.
Danach war dann so, dass jetzt auch die über 65jährigen mit AZ geimpft werden konnten, was dann auch geschah, aber, nachdem es Todesfälle gab, wurde die Impfung mit AZ. ausgesetzt, die dann wieder aufgenommen wurden.
Dann wurde die Impfung wieder ausgesetzt für unter 65jährige, weil es erneut einen Todesfall, ausgelöst durch AZ
gegeben hatte und aktuell hat Herr Söder gesagt, es soll der- oder diejenige damit geimpft werden, der oder die es haben möchte.
Unabhängig davon, dass es mir nach wie vor egal ist, was von den zugelassenen Mitteln in meiner Spritze sein wird, aber mit dieser Geschichte wird AZ. eventuell zum Ladenhüter, wenn nicht ganz, ganz schnell für „Sicherheit“ gesorgt wird, d.h. die Risikogruppen für AZ klar bestimmen und dafür sorgen, dass diese nicht mit AZ geimpft werden oder , wenn das nicht geht, die Zulassung entziehen, was natürlich zur Folge hätte, dass das mit dem Impfangebot bis September/Oktober für alle Erwachsenen vom Tisch wäre.
Eine ernste Sache.

PS: Interessant ist auch das hier - https://www.n-tv.de/panorama/Astrazeneca-benennt-Impfstoff-heimlich-um-article22462349.html
Gruss
Czauderna

Gestern hab ich auf Twitter von Lauterbach gelesen, dass er dafür wäre, die Dosis von AZ zu halbieren. Laut Zulassungsstudie wirke der Impfstoff dann sogar besser, es gäbe weniger Nebenwirkungen und man hätte die doppelten Menge an Dosen. Falls das stimmt, frage ich mich schon, wieso das nicht von Anfang an gemacht wurde…

Verstehe ich nicht.
Es gibt doch noch Biontech, Moderna und bald weitere, hoffentlich auch ganz flott Sputnik.
Man kann doch AZ bedenkenlos an Ü60 verimpfen, zumindest auf der Grundlage, dass dort keine Ereignisse der heiklen Art vorzukommen scheinen?

Ich erinnere daran, dass ich schon als alle Impfstoffe noch in den Studien waren Astra als schlechte Lösung eingestuft habe. Das Konzept deutet auf schnellschnell hin.

Wenn ich jetzt von Lauterbach hier lese und was der sagt, dann klingt das inzwischen wirklich nach einer Notlösung in der schlechten Lösung.

Das sagt der Gesundheitsökonom Lauterbach.
Dass dessen Ziel ist, Deutschland schnell und fix durchzuimpfen und er gerechnet hat und für dieses Ziel auch Kollateralschäden in Kauf nimmt und sich vielleicht sogar die Hände reibt, wenn sich die Dosen nun verdoppeln, das ist zumindest nicht auszuschliessen.