Was machen Physiker in der Wirtschaft?

hallo,

ich bin physikstudent und würde gerne mal mit einem physiker, der in der industrie tätig ist plaudern. mich interessieren z.b wie ein alltag eines physikers ist. wie die arbeit eines physikers an der uni aussieht weiß ich bereits.

danke

Auch hallo.

ich bin physikstudent und würde gerne mal mit einem physiker,
der in der industrie tätig ist, plaudern.

Mit dieser Bedingung kann der Autor dieser Zeilen zwar (noch) nicht dienen, aber…

mich interessieren
z.b wie ein alltag eines physikers ist.

…es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für Physiker: Finanzwesen (immerhin gehorchen finanzielle Prozesse physikalischen Grundlagen), IT-Bereich (wg. der strukturierten Denkweise z.B. in der Programmierung), Unternehmensberatungen, F&E-Bereich,…
Siehe auch den Bericht unter http://www.pro-physik.de/Phy/leadArticle.do?mid=0&la…
Zumal sich Physiker relativ schnell in verschiedenste andere Wissensgebiete einarbeiten können (sollten).

HTH
mfg M.L.

servus,

danke für die antwort, aber dies ist mir schon alles bekannt. physikern steht nach dem abschluss ein weites feld offen, auch in der finanzwelt. wobei ich mich für die finanzwelt nicht so sehr interessiere, denn da steht man ja nicht klassisch im labor.

mich würde ja eher interessieren, wie die bedingungen für physiker im unternehmen sind, die eigene forschungslabore besitzen.

vorallem, wie sich die arbeitsweise von derjenigen an der uni unterscheidet.

habe mal vom dpg aus beim programm „physiker in der industrie“ mitgemacht. leider hatten wir bei vw keinen einzigen physiker zu gesicht bekommen, statt dessen, den produktionsablauf des golf 5 (auch interessant, jedoch nicht zu diesem thema beitragend)

ciao

Hi,

vorallem, wie sich die arbeitsweise von derjenigen an der uni
unterscheidet.

ich bin zwar ‚nur‘ Chemiker, aber da wird es wohl keinen sooo großen Unterschied geben.
Als irgendwie geartet Diplomierter (oder gar promovierter) wirst Du meist relativ schnell aus dem Labor ins Büro wechseln.
Daß Du nach sagen wir mal fünf Jahren noch einen Kittel trägst, wird eher die Ausnahme sein, egal ob Chemiker oder Physiker.

Gandalf

Hallo b_matlab,

viel Erfolg für´s Studium.

Ich bin Dipl.-Phys. und habe 15 Jahre in der Industrie gearbeitet. Mittelständischer Betrieb mit kleiner F&E-Abteilung. ich war der einzige Physiker.

Aufgaben waren:

  • Berechnung von Kontaktlinsen, also geforderte Dioptrie, daraus die notwendigen Radien und alle Daten für die übrige Linse, da diese ja irgend einen Rand haben muss

  • die gewünschten Daten wurden dann in ein Programm eingegeben, das ich auch entwickelt habe und es wurden die Steuerungsdaten für die Maschinen erzeugt

  • Bau von Funktionsmodelle für Messgeräte, Herstellungsmaschinen, die dann u.U. von der Konstruktionsabteilung in „echte“ Maschinen umgesetzt wurde

  • Lieferung von Algorithmen für die Informatiker

  • Beurteilung von Messgeräten

  • Mitarbeit bei den Optikern, wenn Anpaßversuche durchgeführt wurden

  • Kontakte zu Partnerfirmen, Betreuung von Besuchern

  • Literatur/Patente lesen übersetzen, einschätzen

So, ich denke mal, das waren die wichtigsten Punkte, alles sehr abwechslungsreich und interessant bis ein großer US-Konzern die Fa. aufkaufte und ich dann entlassen wurde, da die Amis ja besser und billiger forschen als wir in D.

Gruß Volker

z.B. Chemie-Konzern
Hallo b_

ich hab mal als Laborant in einem Chemiekonzern gearbeitet. Dort gab es viele kleine Prüflabore, deren Leiter je nach Aufgabe Chemiker oder Physiker war. Aufgabe:

  • Das Labor mit 1 bis 10 Laboranten / 1/2 Ingenieuren am laufen halten
  • Messungen und Messverfahren theoretisch begleiten (Ist das was gemessen wird auch dass, was der Auftraggeber will)
  • neue Messverfahren probieren / Gerätepark pflegen (also z.B. die Anschaffung neuer Geräte abwägen, die bisherigen auf Plausibilität überwachen lassen)

So wie die Forschung an der Uni von Doktoranten gemacht wird, wurde die eigentliche Arbeit dort von Laboranten/Ingenieuren gemacht. Allerdings gibt es auch immer wieder auch für den Leiter interessante Aufgabenstellungen, die dann „Chefsache“ sind.

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