Was macht ein Haus zur Moschee, Synagoge, Kirche?

BS"D

Hallo Malte.

Im übrigen - „jüdisches Recht“, was ist das?

Alle Rechtsnormen, Gesetze etc. welche sich aus der Torah (schriftliche wie mündliche Lehre) ergeben. Der hebräische Begriff hierfür ist Halacha, welcher erst vor kurzem auch im Naher-Osten0-Forum auftauchte:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

In welcher Beziehung steht „jüdisches Recht“ zu „israelischem Recht“

Beides hat erst einmal nichts mit einander zu tun. Da aber in Israel viele Menschen leben, welche nach dem jüdischen Recht gehen, beeinflusst dieses natürlich auch das israelische Recht. Genauso wie es sich z. B. mit christlichem Recht und deutschem Recht verhält.

und in welcher Beziehung steht es zum Staate Israel und seinen
Bürgern?

Es gibt dort Bürger welche nach jüdischem Recht gehen. Aber diese gibt es auch in Deutschland, nur dass sie dort einen wesentlich höheren Anteil an der Bevölkerung ausmachen.

Kol tuw,
Eli

BS"D

Hallo Malte.

Ist da nicht die erste Möglichkeit die ehrenvollere?

Ich habe keine Ahnung welchen Begriff von Ehre du hier dauernd anlegst. Kann es sein, dass du hier mit christlichen Begriffen an ein jüdischen Recht herantrittst? Ich zumindest verstehe dein Problem überhaupt nicht, bzw. weiß nicht von welcher Ehre du hier schreibst.

Scholem,
Eli

Ist da nicht die erste Möglichkeit die ehrenvollere?

Ich habe keine Ahnung welchen Begriff von Ehre du hier dauernd
anlegst.

Hallo, Elimelech,
mag sein, dass in der abendländischen Denkweise „Respekt“ und „Ehre“ zu nahe beieinander liegen.

Da mich aber die Frage auch interessiert möchte ich sie umformulieren:

Im Blick auf die Zerstörung einiger Synagogen in den aufgelassenen Siedlungen der Gaza-Zone durch Palästinenser stellt sich natürlich die Frage, warum dieser Abbruch nicht - wie in den anderen Siedlungen auch - durch israelische Kräfte geschehen ist. Das hätte die Gewähr geboten, dass der Abbruch in der - von dir vorgetragenen - respektvollen Weise geschehen wäre.

Die Zurücklassung einzelner Synagogen, wo man ja unschwer, ja doch wohl sicher voraussagen konnte, welches Schicksal ihnen bevorstand, kann man doch wohl kaum als „respektvoll“ bezeichnen.

Um es zuzuspitzen: Könnte vermutet werden, dass man dies absichtlich so getan hat um ein „Beispiel barbarischen Handelns“ zu erhalten?

Nun ist mir klar, dass du persönlich weder dafür verantwortlich, noch in die Gedankengänge der israelischen Führung eingeweiht bist, aber deine persönliche Einschätzung wäre schon interessant.

Grüße
Eckard

Hab mal erfahren
dass eigentlich nur 3 Leute anwesend sein müssen und schon wird aus einem Gebet ein Gebetsraum und damit eine Moschee.
Das hat mir ein türkischer Bekannter erzählt, als ich ihn fragte ob er immer durch die halbe Stadt zu „der“ Moschee müsse (die ich immer von der Berufsschule aus sah und einen HAlbmond auf dem Dach hat) oder ob es in unserem Stadtteil auch welche gibt.
Das mit den „Ungläubigen“ die im Haus Handanlegen kann ich nicht so ganz glauben, denn seine Moschee ist in einem HAus untergebracht in dem auch ein Mädchentreff ist und da sind auch eine Menge Ungläubige dabei und legen ordentlich HAnd an (Fensterschmuck, Graffiti, etc.).
Aber es gibt ja verschieden Islamische Richtungen, daher kann es sein, dass andere es anders sehen. Eine andere Moschee hier im Stadtteil (in einem Gemüseladen) scheint da etwas strikter zu sein, da werden die Geschäfte meist ausserhalb geregelt (so wegen ehrlichem Geld vielleicht?) und angeblich sollen auch Gewinne aus dem Laden für die MAschee sein. Da das aber eher fundametalistische sind, hab ich einen anderen Gemüseladen…
Susanne

Servus Susanne,

„wo nur drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“ - kennst Du das?

Aber zur Sache: Kann es sein, dass Du von einer alevitischen Gemeinde sprichst?

Schöne Grüße

MM

„wo nur drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten
unter ihnen“ - kennst Du das?

Hallo, Martin,
schön aus dem Gedächtnis zitiert.
Aber bei Matth 18,20 heißt es „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ :smile:
Gruß
Eck(orinthe)ard

Hallo,

Das stimmt so nicht. Es ist aber so, dass zB. nach der hanefitischen Rechtsschule (derer gehören die meisten Muslime in Deutschland an, da die Menschen in der Türkei hauptsächlich dieser Rechtsschule (Vorsicht: dies ist keine Glaubensrichtung, sondern lediglich eine Rechtsschule, die verschiede Ansichten im islamischen Recht, aber nicht im Glaubensgründsätzen hat)) die Anwesenheit von 3 Muslimen das Freitagsgebet, welches ein Gemeinschaftsgebet ist, zur Gültigkeit verhilft. Es bedarf also mehr als 2 Personen hierzu, daher kann man das Freitagsgebet nicht zuhause oder alleine Beten, sondern fährt in die nächstgelegene Moschee. Dies hat nichts mit dem Status des Gebäudes zu tun.
Also zurück zum Thema: Jedes Haus und jeder Raum kann als Gebetshaus (Masjid) benutzt oder so benannt werden.

BS"D

Hallo Eckard.

Im Blick auf die Zerstörung einiger Synagogen in den
aufgelassenen Siedlungen der Gaza-Zone durch Palästinenser
stellt sich natürlich die Frage, warum dieser Abbruch nicht -
wie in den anderen Siedlungen auch - durch israelische Kräfte
geschehen ist.

Hierzu müssten wir die Argumente deren kennen, welche letztlich sich mit ihrer Sicht durchsetzten. Ich kenne diese nicht, sondern nur die Halacha, dass Juden es nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist, ein Gebäude welches einmal als Synagoge diente, zu zerstören. Diese gilt eben auch für die israelischen Kräfte und die welche die Befehlsgewalt hier ausüben.

Das diese dann von den Palästinensern zerstört wurden, stellt hingegen ein nicht so grosses Problem dar und wurde ja auch angenommen. Somit verstehe ich immer noch nicht, warum dieses hier als Problem gesehen wird.

„The united halakhic front presented by all the streams of Judaism - which preferred that the Palestinians burn the synagogues, just as long as Jews didn’t […]“ (ha’aretz 13.9.).

Um es zuzuspitzen: Könnte vermutet werden, dass man dies
absichtlich so getan hat um ein „Beispiel barbarischen
Handelns“ zu erhalten?

Sicher kann es sein, dass Einzelne dieses als hier Motiv hatten, aber allgemein würde ich das nicht annehmen.

Kol tuw,
Jidel

Hallo Ramis

Das stimmt so nicht. Es ist aber so, dass zB. nach der
hanefitischen Rechtsschule (derer gehören die meisten Muslime
in Deutschland an, da die Menschen in der Türkei hauptsächlich
dieser Rechtsschule (Vorsicht: dies ist keine
Glaubensrichtung, sondern lediglich eine Rechtsschule, die
verschiede Ansichten im islamischen Recht, aber nicht im
Glaubensgründsätzen hat)) die Anwesenheit von 3 Muslimen das
Freitagsgebet, welches ein Gemeinschaftsgebet ist, zur
Gültigkeit verhilft. Es bedarf also mehr als 2 Personen
hierzu

Na, was denn nun? Wo ist denn der Widerspruch? Sowohl Susanne als auch Du, ihr seid Euch einig, dass mehr als 2, also 3 Leute (Ostfriesen-Mathematik) ausreichen, um eine gleichsam religiöse Sitzung stattfinden zulassen.
Gruß,
Branden

Hallo,

ich bin zu unklar in meinem Schreiben gewesen. Ich bezog den Widerspruch auf die Moschee und habe dann einfach ohne klare Grenzen zu ziehen das Thema des Gemeinschaftsgebetes angehängt.
Was ich sagen wollte, ist, dass ein Gemeinschaftsgebet überall stattfinden kann, sei es draussen auf öffentlichen Wiesen, im eigenen Heim, im Zug oder wo auch immer. Dieses Thema sollte lediglich seperat vom Thema „Wann wird ein Gebäude eine Moschee“ behandelt werden.
Beim nächsten mal versuche ich die Grenzen deutlicher zu ziehen. Verzeiht!

Na, was denn nun? Wo ist denn der Widerspruch? Sowohl Susanne
als auch Du, ihr seid Euch einig, dass mehr als 2, also 3
Leute (Ostfriesen-Mathematik) ausreichen, um eine gleichsam
religiöse Sitzung stattfinden zulassen.
Gruß,
Branden

Im übrigen - „jüdisches Recht“, was ist das?

entspricht (ca.) der scharia im islam oder dem kirchenrecht im katholizismus.

In welcher
Beziehung steht „jüdisches Recht“ zu „israelischem Recht“

in gar keiner insofern, da es sich nicht davon ableiten läßt. jüdisches recht ist von israelischem gänzlich unbeeindruckt. israelisches recht beruft sich allerdings in bestimmten punkten ausdrücklich auf jüdisches recht (zb. bei der definition von „jude“ im einwanderungsgesetz).

und
in welcher Beziehung steht es zum Staate Israel und seinen
Bürgern?

in gar keiner juristischen (sonst wäre israel ein gottesstaat). natürlich spiegelt israelisches recht jüdische normen und moralische werte wider, weil - so banal das klingt - die mehrheit der israelis eben juden sind. (so wie deutsches recht christliche werte widerspiegelt - wie eli schon gesagt hat).

gruß
dataf0x

Das ist aber unlogisch, da der Respekt hier ja von den
Betreffenden gegenüber G’tt gezeigt werden soll. Ob andere
dieses Respekt auch zeigen, ist davon doch gar nicht berührt.

Somit hat der Herrgott halt Pech gehabt, ist ein bissi ausgetrickst worden, der Ärmste.

Gruß

Pavel

Wichtig

Friedensgruß Ramis,

ganz wichtig ist, dass das Gebäude / die Räumlichkeiten mit der aufrichtigen Hauptabsicht eröffnet / gebaut wurden, es zu einer Niederwerfungsstätte zu machen. Danach reicht eine öffentliche Deklaration oder freies Weitersagen, dass es sich um eine Moschee handelt.

Viele Grüße,

Mohamed.

Was macht ein Gebäude für eine Religion zum
heiligen/geheiligten Ort?

Christliche Kirchen: soweit ich weiß, muß da eine Person der
höheren Chargen ein Ritual durchführen und damit das Haus zur
Kirche weihen - wer darf das, wie geht das und reicht das?
Oder ist eine katholische Kirche (z.B.) nur dann eine Kirche,
wenn auch ein Altar mit Reliquie drinsteht?
Und, soweit ich weiß, kann man eine Kirche auch wieder
ent-weihen, so daß sie nun wieder ein Haus ist?!?

Im Protestantismus gibt es keine sakralen Räume an sich. Das heißt, eine Kirche oder ein anderer Gottesdienstraum kann zwar „eingeweiht“ werden, bekommt aber dadurch selbst keinen besonderen, heiligen Charakter. Das Heilige sind die Gläubigen (in deren Versammlung ja gemäß dem Neuen Testament auch Jesus anwesend ist). Die Räumlichkeit und ihre Ausstattung sind dabei egal. Man braucht eine protestantische Kirche darum nicht erst wieder „zum Haus machen“, da sie von ihrem geistlichen Charakter nie etwas anderes war.