ich führe aktuell eine Diskussion:
Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?
Gruß Thilo
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Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?
Gruß Thilo
Hallo Thilo,
wie in so vielen Fällen (beispielsweise bei der Intelligenz) sind auch hier Anlage UND Umwelt beteiligt.
Was davon in welchem Ausmaß, darüber streiten die Experten und gibt ansatzweise die Zwillingsforschung Auskunft.
Hanna
ich führe aktuell eine Diskussion:
Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales
Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?Gruß Thilo
Hallo erstmal,
ich denke / weiß, dass es drei Ursachen für die Entwicklung einen Menschen (und damit auch für die psychische Entwicklung --> Wesen) gibt:
Gruß
Tato
Hi Tato,
lt. Deiner ViKa hast Du ja beruflich mit der Entwicklung der Menschen zu tun. Insofern will (und werde) ich Deine Sachkompetenz nicht in Frage stellen (dies nur vorweg, um den hier sehr häufig auftauchenden Mißverständnissen vorzubeugen). Ich liege wohl auch richtig mit meiner Vermutung, daß Dein Statement nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern daß es wissenschaftlich fundiert ist.
ich denke / weiß, dass es drei Ursachen für die Entwicklung
einen Menschen (und damit auch für die psychische Entwicklung
–> Wesen) gibt:
- Endogene Faktoren (Anlage, Gene)
- Exogene Faktoren (Umfeld, Freunde, Erziehung…)
- Autogene Faktoren (sind Kräfte mit denen das Individuum alle
Entwicklungsprozesse herbeiführt / von sich selbst heraus),
wobei dies anscheinend etwas umstritten ist…
Mit den Autogenen Faktoren habe ich Schwierigkeiten. Was ist denn mit diesen Kräften gemeint? Sicher nichts esoterisches. Geht wohl in Richtung Lebensenergie, Antriebskraft, oder verstehe ich das falsch?
Wenn dem so ist, woher soll denn dann diese Kraft kommen? Oder anders gefragt, in wie fern ist dies etwas Besonderes/aus dem Rahmen Fallendes, daß es als eigener Faktor definiert wird? Ist es nicht viel mehr (wie z.B. auch ein best. Handlungsmuster) ein Produkt aus endogenen und exogenen Faktoren?
Wenn ich mit meinen Interpretationen richtig liege, kann es sein, daß Ihr als Pädagogen/Erzieher diesen Faktor definiert habt um andere Dinge/Modelle zu erklären (oder prktikabel zu machen)?
Wenn ich weiterhin richtig liege, geht Deine Antwort in diesem Punkt an der Frage vorbei. Bzw. müßtest Du bedeutend weiter ausholen, da man so mit der Antwort nicht viel anfangen kann und sie aufgrund der ominösen inneren Kräfte leicht ins esoterische abschiebt.
Mich würde (sofern es hier erklärbar ist und keine längeren Studien erfordert) aber schon mal interessieren, was genau hinter den autogenen Faktoren steckt.
Gruß Stefan
hallo Thilo,
für einige schwere seelische Erkrankungen sind die Erblichkeitsrisiken klar definiert ( Schizophrenie, Manie, Depression i.e.Sinne), da ist klar, daß für die Betroffenen der erbliche Faktor die wesentliche Rolle spielt. - Vor ein paar Jahren erschien aber auch eine Untersuchung darüber, daß sich in Familien schwerere Neurosen häufen können - und zwar auch dann, wenn deren Kinder in anderer familiärer Umgebung herangewachsen waren, so daß man in dieser Studie auf auch eine gewisse Erblichkeit betr. Neurosen schloß. Ob sich inzwischen diese Ergebnisse bestätigt haben oder ob sie widerlegt wurden, weiß ich nicht. Einen wichtigen Fingerzeig schien mir immer auch die uralte Untersuchung zu geben: in Kriegs- und Notzeiten, also erschwerten Umweltbedingungen, ändert sich die Zahl der schwer seelisch Kranken nicht - aber die der Neurosekranken nimmt ab ( weil das Überlebenwollen die Kräfte konzentriert und bündelt).
Vielleicht hilft Dir das ein bißchen weiter in diesem bis heute umstrittenen Gebiet.
Gruß, I.
Hi Thilo,
Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales
Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?
da antworte ich mit deutlicher Überzeugung
Sowohl als auch!
Ettliche Faktoren werden mit den Genen in den Topf geworfen, aber die Erziehung und andere äußere Faktoren können an diesem ‚Material‘ sicher umfangreicht herumkneten.
Ein begabtes Kind dürfte bei mangelnder Aufmerksamkeit ziemlich sicher verkümmern, wie ein unbegabtes Kind (für eine spezielle Aufgabe, icht allgemein!!!) auch bei intensivstem Training keine Hächstleistungen erbringen wird. Ich für meinen Teil wäre selbst bei intensiven Training nienimmernicht ein guter Turner geworden.
Gandalf
Hallo Stefan,
lt. Deiner ViKa hast Du ja beruflich mit der Entwicklung der
Menschen zu tun.
Ja, das stimmt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich deine Fragen noch nicht ausreichend (für dich nicht und für mich nicht) beantworten kann. Mir fehlt diesbezüglich noch das Wissen. Ich gebe das ganz offen zu, da ich nix falsches erzählen möchte.
Auch ich bin etwas irritiert bei dieser Thematik, weil ich in Ausbildung und Studium etwas unterschiedliches gelernt habe…
In der Ausbildung lernte ich dieses Modell mit den drei Faktoren (endogen, exogen und autogen).
Im Studium wurden in der Vorlesung nur zwei beandelt. Auf Nachfrage erfuhr ich dann, dass der autogene Faktor anscheinend eine Art Mischform bzw. Folge aus dem endogenen und exogenen ist. Das autogene würde so wohl nicht betrachtet werden.
Das additive Modell beschränkt sich nur auf das Zusammenwirken von
Anlage- und Umwelteinflüssen, was deine Theorie stützen würde.
Das multiplikative Modell geht etwas weiter und fragt sich, auf welche Weise die Anlage und die Umwelt bei der Entwicklung zusammenwirken?
Hierbei trifft man - geht man in einer Situation davon aus, dass das Kind aktiv ist, die Umwelt hingegen nicht aktiv ist - auf die Selbstgestaltungstheorien.
Leider habe ich nach der entsprechenden Vorlesung nicht weiter nachgeforscht, denn auch mich interessiert die Antwort („die“ korrekte wird es wahrscheinlich eh nicht geben).
Natürlich sind dies keine magischen Kräfte.
Geht wohl in Richtung Lebensenergie, Antriebskraft, oder
verstehe ich das falsch?
Das geht in die Richtung, ja.
Ist es nicht viel mehr (wie z.B. auch ein best. Handlungsmuster) ein
rodukt aus endogenen und exogenen Faktoren?
Ja nach dem, welches Modell man betrachtet ja. Wissenschaftlich mag dies der aktuelle Stand zu sein. Leider kann ich meine erste Theorie aus der Ausbildung nicht belegen. Ich finde im Moment nur unseriöse Internetquellen und hab keine passende Fachliteratur zur Hand.
Aus diesem Grunde habe ich auch hinter den autogenen Faktoren den Hinweis vermerkt, das dies umstritten ist.
Meine erste Antwort ist deshalb so kurz ausgefallen, da die Frage auch nicht viel länger war.
Gruß
Tato
Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales
Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?
Die Gene legen die Grenzen für ein Merkmal fest, die Umwelt bestimmt die Ausformung.
Gruß
dataf0x
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Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales
Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?Gruß Thilo
Was genau verstehst denn Du unter dem Wesen eines Menschen? Ob er freundlich ist oder kauzig? Oder wird es philosophischer?
Gruß Maid
ich führe aktuell eine Diskussion:
Sind die Gene (Erbanlagen) oder die Erziehung (soziales
Umfeld) die Erklärung für das Wesen eines Menschen?
Thilo,
Meiner Ansicht nach ist, der entscheidende Faktor für die exponierte Stellung des Menschen unter den (anderen) Tieren folgender:
Obwohl der aufrechte Gang für den Geburtsvorgang des Menschen ungünstig ist (das Kind drückt senkrecht auf den Muttermund), wurde im weiteren Verlauf der Evolution das Gehirn immer größer anstatt kleiner (logischer wäre es umgekehrt gewesen, da die Überlebenschance eines kleinköpfigen Kindes und dessen Mutter beim Geburtsvorgang viel größer ist).
Der Ausweg war, dass der Geburtszeitpunkt immer weiter nach vorn rückte. Der Mensch ist also eine extreme Frühgeburt (vergleichbar allenfalls mit einem anderen Zweibeiner, dem Känguru).
Konsequenz: Das Gehirn ist im Gegensatz zu allen anderen Tieren bei der Geburt noch nicht ausgewachsen, sondern hat nur 1/3 des Gewichts eines Erwachsenengehirns.
Der Rest des Gehirn entwickelt sich erst nach der Geburt, also UNTER SOZIALER KONTROLLE.
Meine Antwort auf die Frage ist also : Was den Mensch zum Menschen macht ist, dass er sich als einziges Lebewesen sein Gehirn selbst baut. Gesteuert wird dieser Vorgang vom Stammhirn in Abhängigkeit vom emotionalen Feed-Back von außen, also „angenehm“ oder „unangenehm“ (Mama ist einverstanden/ nicht einverstanden) und so den Aufbau schrittweise steuert.
Das Gehirn ist also kein Computer mit der Erziehung als „Software“, sondern es ist genau umgekehrt, dass die „Hardware“ von der „Software“ konstruiert wird.
Nur dadurch ist es möglich, dass der Anteil der erworbenen gegenüber den angeborenen Eigenschaften so hoch ist. Ein Nebeneffekt ist, dass kulturelle Traditionen sich fortpflanzen und in die Hirnstruktur des Erwachsenene eingehen, nicht über Gene, sondern über Traditionen.
Die Frage, ob bestimmte Eigenschaften von der angeborenen Struktur des Gehirns oder von dem Input nach der Geburt abhängen ist also unvollständig: Vieles hängt von der erworbenen anatomischen Struktur des Gehirns ab.
mfg
Klaus