Was machte Ratzinger zur Zeit des 3. Reichs?

Hi!

Mich interessiert dabei besonders, ob bzw. wie und wann er politische Stellungnahmen zu seiner Vergangenheit gegeben hat.
Da er jetzt 78 ist, müsste er ja in einem Alter gewesen sein, wo die HJ für ihn interessant gewesen wäre…

Gruß, David

Hi!

Mich interessiert dabei besonders, ob bzw. wie und wann er
politische Stellungnahmen zu seiner Vergangenheit gegeben hat.
Da er jetzt 78 ist, müsste er ja in einem Alter gewesen sein,
wo die HJ für ihn interessant gewesen wäre…

Ja und? Die HJ war für ziemlich jeden interessant.

Hi!

Mich interessiert dabei besonders, ob bzw. wie und wann er
politische Stellungnahmen zu seiner Vergangenheit gegeben hat.
Da er jetzt 78 ist, müsste er ja in einem Alter gewesen sein,
wo die HJ für ihn interessant gewesen wäre…

„Lippautz Ratzinger (longzotterter) wurde im oberbayerischen Marktl am Inn (Sprengel im niederbayerischen Bistum Passau, Bayern) als Sohn eines Gendarmeriemeisters geboren. Seine Geschwister sind Maria und Georg Ratzinger. Mit 14 Jahren wurde er - wie damals gängig - während seines Aufenthaltes im erzbischöflichen Internat in Traunstein in die Hitlerjugend übernommen. 1943, im Alter von 16 Jahren, wurde er Flakhelfer und für den Schutz einer BMW-Fabrik außerhalb Münchens eingesetzt. Er wurde 1944 zur Grundausbildung eingezogen und nach Ungarn zum Reichsarbeitsdienst versetzt, wo er half Panzersperren zu errichten. 1945 kam er in amerikanische Kriegsgefangenschaft.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XVI._%28Papst%29

Hi David,

fragen wir mal andersherum:
Wer war damals nicht in der Hitlerjugend, bzw. als Flakhelfer eingesetzt.
Diejenigen, die sich weigerten als Flaghelfer zu arbeiten, wurden wegen Befehlsverweigerung angeklagt und nicht selten standrechtlich erschossen.

So wenig ich für Herrn Ratzinger übrighab, aber Deine Frage ist recht naiv.

Ratzinger kommt übrigens aus einem erzkatholischen Elternhaus und sehr viele Katholiken hatten wenig bis gar nichts für Hitler übrig, auch wenn sie meist in der Öffentlichkeit die Klappe hielten.

Gandalf
Kein Katholik

Hallo David!

Mich interessiert dabei :besonders, ob bzw. wie und :wann er politische :Stellungnahmen zu seiner :Vergangenheit gegeben hat.
Da er jetzt 78 ist, müsste er :ja in einem Alter gewesen :sein, wo die HJ für ihn :interessant gewesen wäre…

Herr Ratzinger ist Jahrgang 27, war zu Beginn des tausendjährigen Reiches 6 Lenze jung, bei Kriegsbeginn 12, trug kurze Hosen und war gerade aufs Gymnasium gekommen. Bei Kriegsende war Josef gerade 18 und noch 3 Jahre von der Volljährigkeit entfernt. Ob klein Josef Mitglied der HJ war, weiß ich nicht, ist aber auch herzlich unwichtig. Die HJ war für die damalige Jugend eine allgegenwärtige Einrichtung, der sich nur wenige entziehen wollten und konnten. Die HJ war ein staatliches Instrument der Einflußnahme auf alle Bereiches des Lebens, aber nicht nur das. Damit wurde auch vermieden, daß Jugendliche auf der Straße vergammeln. Natürlich war es auch ein Mittel zur Indoktrination, aber das war in genau gleicher Weise auch jede Schule.

Gruß
Wolfgang

Hi,
die Frage scheint ja nicht nur dich zu interessieren… http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OI…

Gruß
Cornel

1944 Reichsarbeitsdienst Zurndorf, Burgenland
http://oesterreich.orf.at/oesterreich.orf?
read=detail&channel=2&id=376965

http://burgenland.orf.at/

Grüße
J.

Ich habe mich einfach nur gefragt, was die Kardinäle bewogen hat, einen Deutschen zu wählen.
Mir ist schon klar dass damals bei der HJ fast jeder war. Aber trotzdem hat die Generation meiner Großeltern (Auch Razingers Generation) wohl noch mit einem schlechten Ruf zu kämpfen.

Um so mehr kann man sich „freuen“, dass Ratzinger zum neuen Papst gewählt wurde.
Auch wenn ich mich nur unter dem Aspekt freuen kann, dass die Mehrheit aller Kardinäle sich für einen Deutschen entschieden hat und somit vielleicht verschiedene Vorurteile abgebaut worden sind!!

Gruß David

Auch wenn ich mich nur unter dem Aspekt freuen kann, dass die
Mehrheit aller Kardinäle sich für einen Deutschen entschieden
hat und somit vielleicht verschiedene Vorurteile abgebaut
worden sind!!

Hallo, David,
vielleicht muss ich da doch ein wenig Wasser in den Wein deines Nationalstolzes gießen. Ich glaube das Kollegium hat sich weniger für den Deutschen als eher für den langjährigen Mann der Kurie entschieden. Dass dieser zufällig in Deutschland geboren ist, dürfte bei der Entscheidung die geringste Rolle gespielt haben.
Gruß
Eckard

4 „Gefällt mir“

Mir ist schon bewusst dass Ratzinger nicht gewählt wurde, weil er ein Deutscher ist, sondern dass er gewählt wurde weil er sehr viel Erfahrung in sein Amt mitbringt.
Außerdem bin ich nicht stolz darauf, einen Deutschen an der Spitze der Kirche zu sehen. Ich hätte lieber einen Südamerikaner oder Afrikaner als Leitfigur gesehen aber naja…

Hallo,

die Frage scheint ja nicht nur dich zu interessieren…
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OI…

Wenn die im Link zitierte Zeitung „Zaman“ daran erinnert, "dass … mit dem Namen Benedikt … Hilfe ans Osmanische Reich in Istanbul … " verbunden ist, sollte man vielleicht mal überlegen, aus welchen Motiven heraus das geschehen sein könnte. Vielleicht, weil man damals sehr froh war, dass die ungeliebten Orthodoxen von den Türken geschlagen wurden? Bemerkenswert ist jedenfalls, dass Rom für die damaligen Konstantinopeler keinen Finger krumm machte, um ihnen im Kampf gegen die Türken zu helfen.
Na ja, etwas off topic.

Gruß, Stucki

Zusatzfrage: Was sagt Ratzinger über Faulhaber?
Hallo,

zur HJ und wie Ratzinger damit verknüpft war oder auch nicht, ist genung gesagt worden, seine Mitgliedschaft ist da wohl normal und für Angriffe untauglich.

Mich regt das aber zu einer Zusatzfrage an: Hat der neue Papst sich mal über seinen „Landsmann“ Kardinal Faulhaber geäußert? Der hatte während des 3. Reiches ja eine nicht ganz so rühmliche Rolle gespielt.

Gruß, Stucki

Hi,

natürlich gab es viele Menschen aller Bevölkerungsschichten und Weltanschauungen, die nicht mit den Nazis sympathisiert haben, wenn auch leider nicht genug, aber als soziale Gruppe betrachtet waren es die Katholiken, die dem System am entferntesten gegenüber standen. Dies kann man u.a. sehr gut an den Wahlergebnissen der Reichstagswahlen ablesen. Hier bleibt der Anteil der Zentrumspartei (Katholikenpartei) bzw. der Bayrischen Volkspartei (sozusagen der bayrische Ableger) fast konstant, während die SPD und die liberalen Parteien der Mitte massiv an die NSDAP abgeben mussten.