Moin, Michael!
Ich hab die Frage schon aufgeworfen, weil es mich tatsächlich interessiert hat. Daher hier nun also meine Antwort, die Du ja offensichtlich schon vermißt hast *g*
versuch doch mal folgendes:
Nimm Dir eine Gehaltsabrechnung von 1998 und vergleiche sie
mit einer heutigen Gehaltsabrechnung.
Hmm, hab ich getan. Mein Gehalt von 1998 läßt sich schwerlich mit meinem Gehalt von heute vergleichen. Das hängt aber wohl eher mit beruflichen Veränderungen, sprich also mit anderen Verantwortungen und den daraus resultierenden veränderten Zahlungen zusammen. Witzig ist lediglich, das sich die Quote der Abzüge deutlich stärker verändert hat als die Quote der Bruttosteigerungen.
Unterm Strich heißt das, das trotz etwa 30% mehr Brutto lediglich 15% mehr netto rüberkommen. Meintest Du das? Wohl eher nicht, oder?
Und vergleiche die
Kindergeldzahlungen von 1998 ebenfalls mit der aktuellen.Das wär zumindest doch mal was Konkretes.
Mag sein. Nun hatte ich 1998 noch keine Kinder. Ich kann dies also schwer nachvollziehen.
Ich weiß natürlich, das Du auf die Erhöhungen des Kindergeldes anspielst.
Ich weiß nicht, wieviel war das? Ich glaub, von 270 DM auf 300 DM oder so, richtig?
Wären 60 Mark oder halt heute 30,68€ im Monat bei zwei Kindern. Nun ja, wenn ich dagegen rechne, was ich heute an Mehrausgaben allein Dank der Ökosteuer habe, bleibt davon wohl nicht mehr viel über. Allein durch die daraus resultierende Anhebung des Benzinpreises habe ich einen monatlichen Mehraufwand von Schätzungsweise 30€ im Monat. Das ist allerdings nur der beruflich bedingte Anteil, rechne ich noch den Privat veranlassten Spritverbrauch dazu, komme ich auf etwa 40€ monatlich.
Wenn ich jetzt noch die Dank der Ökosteuer gestiegenen Strompreise berücksichtige, wird die Rechnung noch krasser. Da natürlich das Transportgewerbe die Sprit- und Strompreiserhöhungen auf seine Preise umlegt, sind dadurch auch diverse Güter des täglichen Bedarfs teurer geworden. Diesen Effekt berücksichtige ich erst gar nicht.
Gut, jetzt könnte man ja argumentieren, das im Gegenzug der Rentenbeitrag gesenkt wurde. Okay, das macht bei mir eine durchschnittliche Ersparnis von 190€ im Jahr aus. Aber allein durch die Erhöhungen der Krankenversicherungsbeiträge wird diese Ersparnis mehr als vernichtet.
Aufs Jahr betrachtet heißt das also, das mir jährlich über die Kindergelderhöhung etwa 368 € mehr zur Verfügung gestellt werden. Außerdem spare ich ja über die gesenkten Rentenbeiträge etwa 190 €. Insgesamt hat mich also diese Regierung um sage und schreibe etwa 558 € entlastet. Klingt ja erstmal toll.
Rechnen wir doch mal dagegen, das ich Dank Ökosteuer einen jährlichen Mehraufwand allein für Benzin von ungefähr 480€ habe. Damit bliebe mir also noch eine scheinbare Entlastung um Jährlich 78€. Immer noch besser als nix. Aber bisher habe ich noch nicht auf die Strompreise bezug genommen. Meine jährliche Stromrechnung liegt in etwa immer im selben Bereich. Allein der auf die Stromsteuer entfallende Anteil lag im letzten Jahr glaube ich (genau weiß ich es jetzt nicht, sorry) bei etwa 140€. Der Fairneß halber setze ich hier mal nur 100€ an, weil ich wie gesagt den genauen Wert grad nicht kenne (und ich will´s ja nicht schlechter rechnen, als es ist). Mit diesen 100€ bin ich unterm Strich schon im Negativsaldo, meine Entlastung bedeutet jetzt also, das ich im Jahr 22€ drauf lege.
Und dann sind da noch die gestiegenen Krankenkassenbeiträge. Allein mein Anteil hat sich gegenüber 1998 um etwa 250€ erhöht. Sind wir schon bei einer „Entlastung“ von 272 € Mehraufwand für mich im Jahr.
Jetzt könnte ich noch penibel werden und die durchschnittlichen Preissteigerungen, die sich durch Ökosteuer und Euroeinführung ergeben haben, gegenrechnen. Ich spare mir das mal. Genau, wie ich jetzt die gestiegenen Abwasserpreise, die höhere Versicherungs- und Tabaksteuer und diverse andere Punkte weglasse. Genauso kann ich die vermeintlich großzügige Senkung der Einkommensteuer weglassen. Für mich macht die Senkung der Steuer im Jahr nicht mal 150€ aus, davon abgesehen, das ich 1998 wesentlich weniger verdient hab.
Unter Berücksichtigung aller für mich wesentlichen Faktoren komme ich aber nur zu einem Schluß:
Die als Entlastung gemeinte Kindergelderhöhung sowie die großzügige Senkung des Rentenbeitrages hätte sich diese Regierung von mir aus gern sparen können.
Wenn stattdessen auf die Einführung von Ökosteuer und sämtlicher anderer Bonbons verzichtet worden wäre, hätte ich unterm Strich in meiner privaten Jahresbilanz wesentlich mehr in der Tasche.
Ich traue mich jetzt gar nicht mehr, diese Rechnung für das nächste Jahr aufzustellen. Schließlich ist die Ökosteuer, die Stromsteuer und auch der Rentenbeitrag sowie der Krankenkassenbeitrag dann noch höher.
Und nun, lieber Michael, nochmal meine (immer noch ernstgemeinte) Frage:
An welcher Stelle ist für mich eine Spürbare Entlastung zu erkennen?
Gruß vom
Dicken MD.
