grüss dich michael,
eine therapie kann nur das bringen, was man selbst zulässt.
des weiteren hängt genau das ja von der lebensphase ab.
und wenn dein thema in der therapie hauptsächlich die trennung war - das gelingen der trennung und der umgang damit zb - wirst du wohl andere themen deines lebens nicht bearbeitet haben -
damit ists aber natürlich, dass vieles nicht nicht verändern konnte,
du dich in vielen bereichen nicht verändern konntest und sich so
das eine nur verlagert, das andere sich ggfs. sogar intensiviert hat.
(was du sicher weisst, aber irgendwie habe ich das bedürfnis dennoch darauf hinzuweisen:smile:
erkenntnisse die du in einer therapie gewinnen kannst über dich selbst und in folge dann neue wege zu beschreiten bedeutet meiner erfahrung aber eben nicht, das diese neuen wege auf alles übertragbar sind.
wäre dem so, müsste man nur eines neu lernen und könnte „es“ auf alles im leben übertragen. aber genau so gehts nicht, weil man sich hier selbst im wege steht…
allein deine überschrift - was muss man aushalten -
zeigt mir etwas auf - dass du dich nach wie vor fremdbestimmt und ferngesteuert fühlt. macht- und entscheidungslos sozusagen…
und gleichzeitig enttäuscht von den anderen - jenen die dich auf welche weise auch immer für deinen geschmack über gebühr in anspruch nehmen.
nun wieder einer meiner lieblingssätze - leicht abgewandelt - wer seine umwelt anders erleben will, muss sich selbst verändern - das ist u.a. ein versteckter aufruf zu mehr eigenverantwortung. doch leicht gesagt, denn wenn man genau das nie gelernt hat, weiss man nicht wie viele gesichter diese weise hat, geschweige denn, wie man im einzelfall passend zur eigenen persönlichkeit umsetzen soll, was anderen scheinbar so leicht und selbstverständlich scheint für ihr eigenes leben…
was du beschreibst klingt für mich wie eine aneinanderreihung obigem.
welchen sekundären gewinn du dabei hast, auch das wäre sicher ein thema in einer therapie - denn diesen gewinn muss man ersetzen können, sonst kann man die eigenen verhaltensweisen nicht unterbrechen.
jedenfalls - man kann von einer therapie nicht pauschal erwarten, das sie etwas mit einem macht was allumfassend ist. sie ist ein weg diese therapie, den man selbst allein weitergehen kann im besten fall -
aber eben nur, wenn die themen während der therapiezeit auch dem entsprechend umfassend waren und angegangen wurden.
das kann aber nicht immer so sein - und so sehe ich kein versagen oder sonstwas und würde eine neue therapie angehen. ehrlicher weise muss ich aber hier sagen, ich würde nicht zum gleichen gehen wie einst.
denn man hat einen bestimmten umgang entwickelt und der kann u.U.
wenig förderlich sein für den neuen weg. - aber das ist einstellungssache und stellt meine pers. meinung dar (und die von einigen freunden die selbst profis sind).
eine einzeltherapie, bei der es wirklich um dich geht, nur um dich und dein leben, deine gefühle, deine wünsche, deine sehnsüchte und eben
deine veränderungen etc - das würde ich wohl machen, denn dabei kommt
„mehr herum“ als in einer gruppe - aber auch das wird „geschmackssache“
sein und hängt sicher von der eigenen erwartungshaltung ab.
auch die nebeneffekte finde ich sehr schön - eine person - ein profi - der sich nur auf dich konzentiert und so ganz nebenbei bekommst du in einer langzeittherapie zumindest noch vieles anderes… dinge, wie verständnis, mitgefühl, engagement, zuwendung z.b - das füllt ein den leeren krug unbemerkt auf und hat auch eine positive wirkung wie ich finde.
ansonsten kann ich nur sagen - man lebt nicht um dinge auszuhalten - aushalten heisst für mich immer - über die eigenen grenzen hinweg…
und mir scheint, es ist eher an der zeit dass du alles das lernst zu sehen und damit anders umzugehen als bisher - um nicht mehr aushalten „zu müssen“ aus mangel an alternativen.
such dir den oder die passende thera - so, dass du dich gut aufgehoben und wohl fühlst - sorge an der stelle mal gut für dich, das ist der erste schritt.-)
LG
nina