Was nur tun?

Hallo!

Ich habe folgendes Problem:

Meine beste Freundin lebt seit zig Jahren in einer Beziehung (gibt auch 2 Kinder), in der sehr unglücklich ist.
Ohne nun viel zu erzählen- uferlos wäre es- ist sie von diesem Mann total abhängig…klammert sich an ihn…sieht ihren ganzen Lebenssinn bei diesem Mann…-- und gibt sich dabei total auf…

Aufgrund dessen, daß mir das irgendwann als Belastung zuviel wurde- habe ich den Kontakt dann reduziert…und somit war das letzte halbe Jahr dann kaum noch Kontakt…

Vor einigen Wochen war dann hier eine Feier, zu der sie auch eingeladen war-- ihr Freund kam mit- und ich sprach dann ihn mal unter vier Augen an…letztlich nur um klarzumachen, daß er weiss, ich bin da, wenn es brennt…er kann sich bei mir immer melden…-- um ihr zu helfen!..wir hatten sonst gar keinen Kontakt zueinander, auch wenn ich ihn natürlich kannte!

Eine kurze Mail, die ich ihm dann hinterherschickte…wurde dann von der Freundin gelesen (sie spioniert schon seit langem die Mails nach und mir war klar, daß das so geschehen kann)…worauf sie dann die Tage nun anrief…komplett aufgelöst…was mir einfiele, mit dem Freund zu fusionieren, ne Freundschaft anzubieten- ich sei ihre Freundin…sie fühle sich total hintergangen usw…

Mir war klar, daß sie das nicht gutheissen wird…ich hätte sie also vorher nie davon in Kenntnis setzen können…- und ich habe versucht ihr zu sagen, daß es nur um SIE geht…daß ihr Freund weiss, es gibt jemanden, der sich kümmern würde, wenn sie ganz abstürzt…- ob sie es verstanden hat…ich weiss es nicht…

Sie lebt in einem anderen Land…hat dort zu niemandem einen engeren Bezug…Freunde von älteren Zeiten-- da gibt es nur mich…und mit den Eltern auch ein schlechtes Verhältnis…- sie ist also wirklich ganz alleine!

Das Problem dabei…sie gehört- für mein Empfinden- dringendst in intensive psychische Betreuung…-- die Rede davon, daß ihr Freund die Kinder auch adoptieren kann ( sind nicht verheiratet) kam auch schon… „die Kinder brauchen keine Mutter“…ein vorgefallener tätiger Angriff auf den Freund, weil sie total ausgeklinkt ist…- diese totale Selbstaufgabe…-- ich glaube wirklich, daß diese soweit gehen wird, daß sie sich das Leben nehmen wird, wenn es akut wird…

Ich habe mit ihr schon unzählige Male über Therapie geredet…über WEge, die sie gehen kann…- gesagt, daß das Problem nicht ihr Freund ist sondern sie selber…-- sie sagt dann wohl „ja“- aber die Angst sich sich selber zu stellen scheint so übermächtig zu sein, daß sie jede Energie nur verwendet um die Bühne „Freund“ aufzutun…selbst, wenn sie dabei wirklich vor die Hunde geht…

Weil ich mit ihr nochmal telefonieren wollte…sie nicht da war…hatte ich dann ihren Freund doch am Telefon…und er erzählte, daß er es nun endgültig beenden will…

Nun stehe ich da…und weiss nicht mehr weiter…

Fakt ist…es ist für mich ein Energiefresser, der unglaublich ist…und ich bin selber gerade nicht in der Verfassung damit auch nur annähernd gut umgehen zu können!
Ich weiss, ich bin der noch einzige Mensch, der ihr nah ist…nur ist mir das gerade absolut zuviel!
Unabhängig davon, daß ich gerade nicht weiss, inwieweit ihr Vertrauen durch den Kontakt zu ihrem Freund nun gelitten hat…

Meine eigentliche Frage nun ist- ob ich ihre Eltern anrufen sollte…es ihnen sagen???

Der Vater ist sehr nett- die Mutter absolut hysterisch in der Art…und es ist schwer vorstellbar, daß sie meiner Freundin wirklch helfen könnten…

Meine Freundin will absolut nicht, daß die Eltern was erfahren…eben weil sie ihr noch mehr Druck machen würden…- also würde sie es- selbst wenn ich es ihr ankündige- als weiteren Vertrauensmissbrauch sehen!

Nur…was soll ich tun??

Sollte sich meine Freundin dann wirklch was antun…was würden die Eltern sagen, wenn sie erführen, daß ich vieles wusste??
Haben Eltern- auch wenn das Kind 40 ist- nicht das Recht alles zu wissen??
Könnten sie nicht vielleicht doch helfen??..weiss man, wie Menschen reagieren, wenn es wirklich hart auf hart geht??

Alles was ich nun tue kann falsch sein…mit den Eltern reden oder schweigen…-- ich bin damit absolut überfordert…und kann mich doch genausowenig nun umdrehen und meine Freundin alleine lassen!!!

Ich weiss nicht mehr weiter…

vielleicht könnt ihr mir ja mal was dazu sagen…

recht verzweifelte Grüsse
Kitty

Hallo kitty,

also ich raff das irgendwie nicht. Du hast eine Freundin, um die du dir Sorgen machst.

Aus Gründen der Energievampirismusvermeidung, absolut d´accord und völlig normal erstmal hälst du dich von ihr fern. Würde ich genauso tun.

Und du laberst bei der erstenbesten Gelegenheit ihren Freund an, der ja, wie du schon wußtest, das allervorrangigste Problem darstellt eigentlich?

Der, wahrscheinlich hocherfreut im festen Glauben, eine Verbündete im Zwist seiner schon was schwierigen Gefährtin gefunden zu haben, erzählt dir auch sofort, hach, logisch, er käme auch nicht mit der klar.

Zu welchem Zweck, qui bono, wem nützte dies? Was meintest du bewirken zu können/wollen?

So naiv zu denken, du hülftestes damit deiner zugegebenermaßen höchst anstrengenden Freundin, kannst du nicht sein.

Weißt du, was ich glaube? Du hast dir einfach den pflegeleichteren Part gegriffen. Menschlich nachvollziehbar.

Aber kein Wunder, dass dies nicht unbedingt uneigennützig und selbstlos rüberkommt.

Versuch mal in anderen Schuhen zu laufen. Dein Gefährte, dein ein und alles. Mörderische Verlustängste natürlich aufgrund massivster Minderwerigkeitsgefühle. Und deine allerallerbeste Freundin nimmt eben in dieser Krise deinen Männe beiseite.

Toll. Da brauch ich jetzt persönlich mal keine Feinde, sorry.

Der Gefährte deiner „besten“ Freundin teilt dir, seiner neuen Kumpanin nun seine Trennungsabsichten mit.

Spätestens da würd ich meine „beste“ Freundin mal ne Runde kielholen schicken.

Und diese meine Freundin ist dann, ohhweia, was überfordert und erwägt ernsthaft, noch meine Eltern anzurufen und die vollzuplärren. Warum? Weissichnich. Irgendwen anrufen, Hauptsache wer was anderes kümmert sich. Warum nicht gleich Zwangseinweisung? Okee, Zynismustag vergessen…

Bitte lass doch die ganze Sache einfach mal sausen, ohne dich zwanghaft nochmal bescheuerterweise einmischen zu müssen. Ganz furchtbar, das.

Du hast wahrhaftig schon genug Bockmist gebaut. Mach es nicht noch schlimmer. Dies ein gut gemeiner Rat von mir, wohlmeinenderweise.

Gruß

Annie

Hi Kitty,

ich kann mich Annie nur anschließen. Was für ein Vertrauensbruch! Erst den Freund ansprechen und dann noch darüber nachzudenken, auch die Eltern einzubinden!

Und: Du nimmst Dich verdammt wichtig in dieser Angelegenheit: zu wichtig nach meinem Empfinden.

Wenn es Dir zu viel wird, ziehe Dich von dieser Freundin zurück. Wenn Du ihr helfen willst: signalisiere ihr das aber unter der Bedingung, dass sie selbst (!) auch bereit ist, Hilfe anzunehmen und etwas zu verändern. Mehr kannst Du nicht tun.

Gruß,

Anja

Hallo!

Vielleicht mal zur genaueren ERklärung:

Diese Beziehung läuft seit Jahren so, daß keiner der beiden glücklich ist…Trennung steht seit Jahren im Raum aber weder sie noch er kann es durchziehen-- nur mit dem Unterschied, daß meine Freundin leidet wie Hund und sich eben total selber aufgibt!

Daß der Freund sich trennen will ist seit Jahren klar…genau das ist ihr Problem…denn sie kann das nicht annehmen…

Mit dem Freund reden- hatte als einzigen Grund, daß er weiss, daß er mich anrufen kann, wenn es ihr total schlecht geht- ich dann komme und sie hole!
Es hat NICHT mit Solidarisieren zu tun…-- ich stehe da hinter der Freundin!

Daß sie das nicht gut findet- ist klar…sie ist aber auch so neben der Spur, daß sie sowieso keinen wirklich normalen Gedanken mehr fassen kann…-- wie geht man denn mit jemandem um, der sich total aufgibt und jeden Blick für sich verloren hat???

Zwangseinweisen…was von Dir so ironisch gemeint war…-- ich finde, sie ist wirklich an einem Punkt, an dem sie in eine Klinik gehen sollte!
Sie IST suizidgefährdet…aber ich weiss eben auch, daß man nichts weiter tun kann als danebenzustehen…-- solange nichts offensichtlich passiert, kann man nichts tun!

Ich weiss- ich kann für sie nichts weiter tun…wir haben zig mal geredet- sie lehnt jede Hilfe ab, die zu ihr führen kann…- ich bin mittlerweile an einem Punkt an dem ich denke, ich kann halt nicht helfen- das kann man nur selber tun!

Was die Eltern angeht…-- so möchte ich mal sagen, daß für den Fall X…wenn sie sich umbringen würde-- und diese von nichts wissen…- wie wird denn dann das sein??

Du stellt mich hin als jemanden, der sich einmischt!
Super!
Ich BIN da mittendrin…ob ich will oder nicht!
Ich kann weder sagen „ist mir alles egal“…noch bin ich in der Lage noch irgendwas zu tun!

Aber die Eltern in Kenntnis setzen…ihnen die Möglichkeit geben zu erfahren, was mit ihrem Kind ist…-- ist doch vielleicht ein richtiger Weg!!

Ich habe eine ARbeitskollegin- deren Sohn hat sich vor Jahren umgebracht!
Seit der Zeit- quält sich diese Frau zutiefst mit dem Gedanken, was sie falsch gemacht hat…ob sie hätte helfen können…etc…

Ich kann nicht beurteilen, ob diese Eltern nun helfen KÖNNEN…aber ich weiss auch nicht, ob man damit leben kann, daß die Eltern nichts erfahren haben…und wer weiss, vielleicht können sie ihrem Kind ja doch helfen???

Es ist wirklich einfach gesagt „halt dich raus“…denn zusehen, wie sich jemand zu zugrunde richtet ist alles andere als einfach…

Mag sein, ich möchte Verantwortung abgeben…aber bitteschön- soll ich zu der Freundin gehen und sagen- jetzt- wo der Freund wirklich beenden will „ich kann nicht mehr“???..

ganz im Ernst…ich finde so einen verbalen Angriff gerade wenig hilfreich…-- denn ich fühle mich mit allem angegriffen und hilflos genug- statt nun noch zu hören, wie „daneben“ ich mich doch verhalte…

kitty

Fortgeschrittene Obtrusion
nenn ich das. Sorry, kitty.

Trennung steht seit Jahren im Raum aber
weder sie noch er kann es durchziehen

Und dann kommst du und regelst das. Feinchen.

Daß der Freund sich trennen will ist seit Jahren klar…

Supi. Klasse. Toll. Und seit Jahren sind die immer noch zusammen. Gottstehmirbei, ein gutes Stück Arbeit für eine lupenreine Paartherapeutin, nich wahr? Gute Arbeit, hey.

Mit dem Freund reden- hatte als einzigen Grund, daß er weiss,
daß er mich anrufen kann, wenn es ihr total schlecht geht- ich
dann komme und sie hole!

Logisch, denn wer sonst als die strahlende, vollkommen unfehlbare Freundin wird kommen und sie retten.

wie geht man denn mit
jemandem um, der sich total aufgibt und jeden Blick für sich
verloren hat???

wollen wir doch mal dahingestellt sein lassen, wer hier den Blick für sich verloren hat. Ich seh da nur einen im Raum…

Zwangseinweisen…was von Dir so ironisch gemeint war…–
ich finde, sie ist wirklich an einem Punkt, an dem sie in eine
Klinik gehen sollte!

Prima. Dann isse weg und alle haben ihre Ruhe, nicht?

Ich weiss- ich kann für sie nichts weiter tun

Die ist anstrengend, nicht?

Was die Eltern angeht…-- so möchte ich mal sagen, daß für
den Fall X…wenn sie sich umbringen würde-- und diese von
nichts wissen…- wie wird denn dann das sein??

Jo, dann bist du schuld, alles klar >Ironiemodus

8 „Gefällt mir“

auswandern? menschwerdung erneut versuchen?
was besseres fällt mir nicht ein. denn _ diese _ freundschaft hast du ja gründlich zerstört. boah!

Uff. Wer Freunde wie Dich hat, braucht keine Feinde mehr.

Gruß S

hmmm
hallo

ist wirklich ein schweres thema wie es scheint
ich gehe jetz einfach mal davon aus das du wirklich deiner freundin helfen möchtes

selbst wenn deine freundin sich irgendwann mal umbringen möchte kannst du es nicht verhindern in dem du ihr in den rückenfällst und das hast du ja mehr oder weniger getan in dem du dich mit dem „feind“ also ihren freund verbübdet hast. du musst das aud den augen deiner freundin sehn und sie denkt ja nicht das du ihr helfen möchtes.

stell dir mal vor du sagst jetz auch noch ihren eltern bescheid. du sagst ja selbst das das die sache für sie nur schlimmer macht weil sie dann mehr druck hat. meinst du nicht das garde soetwas für sie ein grund wäre sich umzubringen?

so schwer das manchmal auch ist aber man kann nur menschen helfen die sich helfen lassen wollen.
an deiner stelle würde ich ihr die situation so erklären wie du es hier getan hast. ihr sagen das sie dir viel bedeutet und das du nicht weisst wie du ihr helfen sollt. du kannst ihr dann auch sagen das du angst hast das sie sich was antut und das sie an ihre kinder denken muss. Ausserdem würde ich ihr dann anbieten das du jederzeit für sie da bist aber das sie sich melden musst . ansonsten kannst du dann nur noch warten

du kannst niemanden zwingen die dinge so zu machen wie du es möchtes. als jemand der selbst nicht beteiligt ist ist es für dich wesentlich einfacher die sache zu überblicken.

abwarten und tee trinken mit allem anderen machst du es nur schlimmer

Die Eltern bleiben immer die Eltern, auch wenn die Kinder 40 oder älter sind. Sie haben aber keinerlei „Recht“, „alles“ zu erfahren. Vor allem gibt es keine Verpflichtung Dritter, sie über aktuelle Probleme ihrer Kinder auf dem Laufenden zu halten. Du schreibst ja selbst in Deiner Anfrage, dass Du nicht siehst, dass die Eltern Deiner Freundin jetzt etwas für sie tun könnten.

Was Du tun könntest, ist wohl nicht viel. Du könntest Deiner Freundin und ihrem Freund (vielleicht wirklich beiden zusammen) noch einmal schildern, wie Du ihre Situation siehst und welche Hilfe Du ihnen anbieten kannst. Dazu wäre es notwendig, dass Du Dir noch einmal genau überlegst, wie Du Deine Rolle siehst und was Du meinst, für Deine Freundin (und ihren Freund) tun zu können. Wenn Du Dich damit überfordert fühlst, dann solltest Du das auch ganz klar aussprechen.

Gruß
Arbeyterson

[Mod] Vorläufig abgeschlossen
Hallo!

Bis entschieden ist, was mit dieser Antwort zu tun ist, bleibt sie (und alle Folgenden) erst einmal abgeschlossen.

Tatsache ist, dass beide Threads gegen die Brettbeschreibung verstoßen.

(„Von den Antwortern auf solche persönlichen Anliegen wird ein besonderes Maß an Sensibilität und Respekt erwartet. Manche psychischen Probleme bringen eine besondere Weise der Verletzlichkeit mit sich, mit der ein Laie nicht rechnen kann.“)

Relativ unverständlich ist mir, wie man - nachdem jemand bereits angekündigt hat, dass das entsprechende Posting verletzend sei - da noch einmal nachsetzen muss.

Lieben Gruß
Patrick

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Hallo,

Ich habe folgendes Problem

du schreibst es! „ich habe folgendes Problem“…
Sieht so aus, als ob du mehr Probleme mit der Situation hast wie deine Freundin.

Vielleicht solltest du dich einer Therapie unterziehen? Wäre jedenfalls produktiver als der Freundin in den Rücken zu fallen.

meine 2cents
M.

Naja, eine sehr gute Freundin warst du wirklich nicht. Was war es was deinen Neid zündete?

Hallo Kitty,

ein schmaler Grat, auf dem ich jetzt wandere - da ich als Moderator bereits in den Diskussionsverlauf eingegriffen habe. Ich habe lange überlegt, ob ich es mir dennoch leisten kann, auch meine persönliche Meinung zu äußern. Ich will dies aber auch tun.

Was mir ob des Diskussionsverlaufes gänzlich unverständlich ist, ist dass vor wenigen Tagen hier im Brett noch darüber gesprochen worden ist, was bei der Kenntnis von Notständen zu tun ist. Wir haben von Bystandereffekten und Zivilcourage gelesen.

Im ersten konkreten Fall hier im Forum regnet es jetzt für Zivilcourage massenweise Tadel und Du wirst zum Weggucken angehalten. Wie Paradox!

Ich schildere die Situation noch einmal wie ich sie verstanden habe und möchte Dir dann ein paar Hinweise dazu geben.

Die Situation ist folgende:

  • Deine Freundin lebt isoliert im Ausland.
  • Deine Freundin hat ihre eigene Identität größtenteils aufgegeben und identifiziert sich über ihre Beziehung. Von dem Partner ist sie absolut abhängig.
  • Der Partner ist durch die psychische Belastung nicht mehr bereit, die Beziehung weiter aufrecht zu erhalten.
  • Deine Freundin hatte - konfrontiert mit der möglichen Trennung - bereits einen Kontrollverlust zu verzeichnen der in einem tätlichen Angriff auf den Freund geendet hat.
  • Deine Freundin hat ihren Suizid angekündigt für den Fall, dass die Beziehung endet.

Du machst Dir nun Sorgen und hast dem Freund mitgeteilt, dass falls er sich den Belastungen entzieht und die Situation weiter eskaliert Du für Deine Freundin da sein willst und er Dich informieren soll. Deine Freundin hat dies mitbekommen und fühlt sich nun hintergangen.

Ferndiagnosen sind eigentlich nicht möglich - da wir hier auch nicht wissen, in wie weit diese Schilderungen der Realität entsprechen. Aber wenn der Kontrollverlust sowie die Suizidale Ankündigung Realität sein sollten ist die Wahrscheinlichkeit für das vorliegen einer psychischen Störung sehr groß.

Nun zu meiner Einschätzung: Die Aufrechterhaltung von Beziehungen zu psychisch gestörten Menschen ist oft mit gewissen Schwierigkeiten behaftet. Du wirst damit rechnen müssen, dass die Freundschaft unter Umständen die momentane Lebenskriese nicht unbedingt übersteht. Da kannst Du aber nichts dafür.

Ich habe das schon oft erlebt, dass suizidale Personen auf die „geschützte Station“ gekommen sind durch die Anzeige eines Bekannten oder Freundes. Natürlich war die suizidale Person nie gut auf denjenigen zu sprechen - auch wenn er ihr in so manchem Fall das Leben gerettet hatte. Dieses Phänomen ist ganz normal und als Retter - um auf den Hinweis der Bystandersituation noch einmal einzugehen - darf man keine Dankbarkeit erwarten.

Ich denke, Du solltest Dir dessen bewusst sein. Auf der anderen Seite hast Du aber meiner Meinung nach alles richtig gemacht: Du hast Dich dazu entschlossen, die psychische Störung Deiner Freundin nicht weiter mitzutragen, Dich aber auch nicht zu entziehen obwohl Dir das niemand danken wird.

Du wirst eben damit rechnen müssen, dass diese Freundschaft eine Freundschaft nicht mehr sein wird - aber das ist nicht durch Dich so entstanden. In der Diskussion mit Deiner Freundin solltest Du jetzt nicht unbedingt einen Rückzieher machen, indem Du signalisierst, Dir tut Dein Verhalten leid nur weil Du um die Bezihung zu ihr fürchtest. Vielmehr kannst Du ihr klar machen, dass es ihr Verhalten gewesen ist, welches provoziert hatte, dass hinter ihrem Rücken über sie geredet wird.

Du kannst versuchen, ihr klarzumachen dass wenn sich jemand wie ein kleines Kind verhält die Welt unter Umständen mit bevormundung reagiert. Und dass sich die Welt nicht Deiner Freundin anpassen wird sondern sie sich der Welt anpassen muss - denn das gehört zum erwachsenweden dazu.

Sie sollte natürlich eine Therapie machen. Vielleicht kannst Du sie dorthin bringen, indem Du die Vorteile einer solchen Therapie mit ihr besprichst.

Wie gesagt, eine schwierige Situation. Die Eltern zu kontaktieren würde ich nur als allerletzten Ausweg empfehlen, da die Mutter scheinbar ein erhebliches Konfliktpotential aufweist und auf der anderen Seite gilt ja auch: von nichts kommt nichts!

Lieben Gruß
Patrick

Hallo Patrick!

Danke für Deine Worte- ich denke, DU hast verstanden, worum es mir ging!

Nämlich nicht darum, mich bei einer Freundin in die Beziehung oder Trennung einzumischen-- sondern einer Freundin zu helfen, die sich so geäussert hat, daß es nach Suizid aussieht!

Sich raushalten…wie kann man das, wenn jemand nicht mehr in der Lage scheint noch zu erkennen, daß es Wege aus dieser Sinnlosigkeit gibt??

und ich möchte mal weitererzählen:

Die Freundin rief nun inzwischen an- absolut aufgelöst…der Freund hat diese Beziehung nun beendet!
Sie hat mir damit gezeigt, daß sie noch das Vertrauen zu mir hat…und vielleicht ja doch verstanden, daß ich für sie DA bin!!

Das alles war für sie eine furchtbare Situation- und ich- weit entfernt- konnte da auch nicht merh machen als zuhören…ihr anbieten, notfalls einen Arzt zu holen…-- und sie hat dann die erste Nacht doch ganz gut überstanden- alleine!

Am darauffolgenden TAg hat sie am Telefon dann was besser gewirkt-- aber ich habe dann gesagt, daß es zwar MEIN Problem nun ist-- aber ICH mir sehr viele Sorgen um sie mache und ihrem Vater davon berichten!

Meine Freundin war erst zögerlich- hat mir dann aber sogar die Telefonnummer gegeben…und ich habe den Vater dann angerufen!

2h später…kam dann ein Anruf von der Freundin-- daß sie nun den nächsten Flieger nehmen wird…und zu ihrem Vater gehen (glücklicherweise ist die Mutter gerade ein paar Tage in Urlaub weg!).

Nun ist sie also dort…und ich „lasse“ sie nun…
Sie kann sich melden, wenn sie es möchte…-- ich konnte nun nicht mehr für sie tun…selber helfen war seit langem nicht mehr möglich…-- ich hoffe einfach,daß sie den Weg findet wieder glücklich zu sein im Leben!

ICH konnte jedenfalls nun nicht sagen " ich halt mich raus"…weil es einfach um was ganz anderes ging als um eine normale Trennung…sondern um einen Zustand, in dem meine Freundin doch selber nur noch mit Tunnelblick rumläuft und nicht mehr weiter wusste…

kitty

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