Was passiert bei einer Verhaltenstherapie?

Mich würde einmal interessieren wie eine Verhaltenstherapie für jemanden mit Burnout-Syndrom und beginnender Depression aussehen würde (unter der Voraussetzung dass die Probleme nach eigener Einschätzung zu etwa 90% aus der beruflichen Situation resultieren).

Gibt es grundsätzlich Unterschiede in der Verhaltenstherapie oder wird alles von Anfang an „aufgedröselt“?

Die Sorge die hinter der Frage steckt ist, dass das eigentliche Problem evtl. nicht erkannt wird und ein neues Problem „konstruiert“ werden könnte welches so eigentlich gar nicht besteht.

Außerdem würde ich gerne wissen ob die Krankenkasse eine solche Therapie übernimmt.

LG Susi

Hallo Susi,

m. W. übernehmen Krankenkassen die kosten einer Therapie bei entsprechenden Medizinern oder gar Einrichtungen (Kliniken), wenn sie medizinisch indiziert sind. Deshalb solltest Du im ersten Schritt offen mit Deinem Hhausarzt sprechen und der überweist Dich dann entsprechend . . .

Die Art der Therapie wird dann m. W. von einem Fachmann /-frau vorgeschlagen.

Wenn die Therapie einen Verlauf nimmt, der Dir nicht gefällt, kannst und solltest Du das unbedingt sagen - denn was sollte einen „falsche“ Therapie bewirken? In der Therapie wirst Du nicht entmündigt, vielmehr ist das Ziel, Dich wieder mit Dir ins Lot zu bringen . . .

Nicht ganz richtig
Hallo,

es stimmt, dass Krankenkassen die Kosten einer Therapie übernehmen. Sie muss dazu genehmigt werden. Und: Verhaltenstherapie gehört zu den Verfahren, die übernommen werden.

Zum Vorgehen empfiehlt es sich FAQ:237 zu lesen.

(Natürlich geht es auch, sich vom Hausarzt zum Psychiater überweisen zu lassen und mit dem Indikation und Therapierichtung zu besprechen. Es ist aber nicht zwingend notwendig.)

Zur eigentlichen Fragestellung kann ich leider nichts beitragen, aber da kommen sicher noch Antworten von Kundigen.

Viele Grüße!

Jule

Moin

Mich würde einmal interessieren wie eine Verhaltenstherapie
für jemanden mit Burnout-Syndrom und beginnender Depression
aussehen würde (unter der Voraussetzung dass die Probleme nach
eigener Einschätzung zu etwa 90% aus der beruflichen Situation
resultieren)

Verhaltenstherapie ist eine der drei Therapeformen, die die Kr’kassen üenemen und die man bei dieser Diagnose anwenden kann.

Gibt es grundsätzlich Unterschiede in der Verhaltenstherapie
oder wird alles von Anfang an „aufgedröselt“?

Die VT „dröselt“ wenier „von Anfang an“ auf als z.B. die tiefenpsych. fundierte Therapie oder die Psychoanalyse. Das kann Vor- und Nachteile haben.

Die Sorge die hinter der Frage steckt ist, dass das
eigentliche Problem evtl. nicht erkannt wird und ein neues
Problem „konstruiert“ werden könnte welches so eigentlich gar
nicht besteht.

Das ist eher eine Laien-Vorstellung und Laien-Angst, die weitgehend unbegründet ist.

Außerdem würde ich gerne wissen ob die Krankenkasse eine
solche Therapie übernimmt.

Wiegesagt: ja.
Gruß,
Branden

Hallo Susi,

Gibt es grundsätzlich Unterschiede in der Verhaltenstherapie

ja, die gibt es. Denn es gibt nicht die Verhaltenstherapie. Verhaltenstherapie - das ist heutzutage ein Oberbegriff für eine Vielzahl von mehr oder weniger unterschiedlichen Therapiearten, die sich aus verschiedenen Bausteinen mit unterschiedlichem theoretischen Hintergrund zusammensetzen. Etwas mehr dazu hier:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychotherapie/…

Auch für die Depressionsbehandlung sind unterschiedliche Therapien entwickelt worden, die heute unter den Begriff „Verhaltenstherapie“ fallen. Zwei dieser Therapien sind hier kurz vorgestellt:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychotherapie/…

oder wird alles von Anfang an „aufgedröselt“?

Die Antwort hängt davon ab, was Du unter „von Anfang an aufdröseln“ verstehst. Sicherlich spielt auch bei verhaltenstherapeutischen Therapien die Entwicklung der Problematik eine Rolle. Es ist heutzutage falsch, wenn behauptet wird, Verhaltenstherapie würde sich nur mit der Gegenwart beschäftigen.

Die Sorge die hinter der Frage steckt ist, dass das
eigentliche Problem evtl. nicht erkannt wird und ein neues
Problem „konstruiert“ werden könnte welches so eigentlich gar
nicht besteht.

Das wäre eine mögliche Konsequenz, wenn die Therapie darauf verzichten würde, Ursachen und Bedingungen der Problematik in den Blick zu nehmen.

Außerdem würde ich gerne wissen ob die Krankenkasse eine
solche Therapie übernimmt.

Im Prinzip ja.

Beste Grüße

hi,

man muss sagen, dass das, was in einer prsychotherapie zum inhalt gemacht wird, vom patienten bestimmt wird. dabei ist es egal, on verhaltenstherapie oder tiefenpsychologie läuft! wer was wann zum problem macht, ist abhängig vom patienten.

wie eine psychotherapie strukturell gestaltet wird, also WIE gearbeitet wird, steuert der therapeut, dabei tut er das aber in hoch geschärfter wahrnehmung des patienten.

man kann durchaus mit einem verhaltenstherapeuten 25 stunden über familie und vergangenheit sprechen und mit einem tiefenpsychologen dringend erwünschte lösungen für aktuelle probleme erörtern, wenn das das wichtigste ist, was man selbst wünscht.

wenn man merkt, dass das nicht so möglich ist, sollte man das sagen und seine wünsche und ziele mit der therapie verdeutlichen.

d’accord, alpha
So sehe ich das auch.

Vielen Dank für alle Eure Antworten. Ich denke ich habe jetzt größtenteils verstanden worum es bei einer Verhaltenstherapie geht und wie sowas ablaufen könnte.

Ich kann jetzt etwas unbefangener an die Sache rangehen, da meine Sorge dass man vom Therapeuten ggf. auf eine falsche Fährte gebracht werden kann, ja unbegründet zu sein scheint.

Vielen Dank noch mal und

LG

Susi