Kann es zum Beispiel sein, dass diese Konten automatisch
gelöscht werden, wenn sie eine bestimmte Zeit nicht benutzt
werden? Gibt es da einheitliche Bestimmungen?
Ich denke, dass das automatisch erledigt wird. Jedenfalls bei den Mail-Anbietern wie Yahoo, Hotmail etc., die nicht gleichzeitig Provider sind. Dort besteht ja auch die Möglichkeit, dass sich jemand mehrere Mailaccounts einrichtet.
Die Mailaccounts, die ein Provider zusammen mit einem Internetzugang einrichtet, werden nicht einfach so entfernt. Da wird wohl auch kontrolliert, ob der Zugang noch genutzt wird und ggf. dann zunächst beim User nachgefragt.
Vermutlich gibt es da (noch) keine einheitlichen Bestimmungen, da das zum einen rechtlich wahrscheinlich noch nicht erfasst wurde, zum anderen jeder Anbieter andere Nutzungsbedingungen einsetzen kann. Hotmail kann also z.B. sagen, dass inaktive Accounts alle 6 Monate gelöscht werden, während Yahoo z.B. alle 12 Monate das macht.
Die Idee hinter der Frage ist eigentlich, dass ich der Meinung
bin, dass diese Provider grundsätzlich irrsinnig große
Festplatten brauchen um all diese Millionen von Daten der
Accounts speichern zu können, oder? Wenn man da die nicht mehr
benötigten Dinge rasch und effizient löschen könnte, würde man
sich vermutlich einiges an Kosten für den Kauf der Speicher
ersparen können.
Nun, Du hast auf jeden Fall recht. Provider müssen auf jeden Fall erheblichen Plattenplatz haben. Ich habe mal an einer Internet-Hotline gearbeitet und hatte da die Gelegenheit, bei zwei Schweizer Providern mal ein wenig hinter die Kulissen zu schauen. In beiden Fällen war die gesamte Hardware, von den Einwahl-Multiplexern (womit sich Dein Modem verbindet) bis zu den Mailservern recht eindrücklich. Viele Systeme sind redundant, sprich es sind mehrere Rechner vorhanden, die sich gegenseitig ergänzen. Wenn einer ausfällt, kann der andere einspringen. Ueber die Kapazität der eingebauten Festplatten konnte ich zwar nichts eruieren, doch sind da sicher immer sehr grosse Platten im Einsatz, die bei Bedarf erweitert bzw. durch grössere ersetzt werden. Da auf solchen Systemen wie Mailservern entsprechende OS wie z.B. Sun Solaris zum Einsatz kommen, lässt sich sowas relativ leicht bewerkstelligen.
Bei dem Provider, mit dem ich im Moment online bin, ist es sogar so, dass der Mailserver auf mehrere Rechner parallel verteilt ist. Ich weiss daher nie vorher, mit welchem Rechner genau ich verbunden werde.
Da ein Provider grundsätzlich nie zuviel Kapazität hat, würde es selten sehr viel nützen, hier Abstriche zu machen. Im Zweifelsfall ist es mir lieber, der Provider hat zuviel Kapazität, als zuwenig. Und selbst wenn SCSI-Disks zum Einsatz kommen, die in der Anschaffung erheblich teurer sind, als IDE-Platten, so finde ich das den falschen Ort für Sparmassnahmen. Mir ist es wichtiger, dass die Systeme meines Providers möglichst ausfallsicher sind.
Ausserdem stellt sich die Frage, was ‚rasch und effizient‘ genau bedeuten soll. Denn der Provider kann sich auch nicht erlauben, einen Mailaccount zu löschen, den jemand nur vorübergehend nicht genutzt hat. Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden.
CU
Peter