Was raten, was tun?

Vorhin rief mich eine Bekannte an, die Mitte dreißig und in der 8. Woche schwanger ist, was sie gestern erfuhr. Sie ist berufstätig, ihr Freund nicht (ALG II Empfänger mit wenig beruflicher Perspektive). Er kann sich die Vater-Rolle nur schwer vorstellen, sagt aber auch nicht gänzlich nein zum Kind. Sie will nicht unbedingt als Alleinerziehende enden, eine Abtreibung kommt wohl nicht in Frage.
Ich war sprachlos, konnte ihr irgendwie keinen Tipp geben…
wo kann sie sich beraten lassen? Was könnte sie tun?

Hi Tobybs,

weia, weia, das klingt nicht gut… Und ohne die Situation zu kennen, strome ich einfach mal brain, okay?

  1. Varianten ohne Baby
  • So könnte Deine Bekannte beispielsweise das Baby abtreiben lassen.
  • Oder sie könnte es in ne Pflegefamilie bzw. zur Adoption geben.
  1. Varianten mit Baby
  • Ihr Partner findet einen Job und sie arbeitet gar nicht/kaum und kümmert sich um ihr Kind.
  • Ihr Partner findet keinen Job und beide bleiben daheim und sie kümmert sich um das Kind.
  • Sie arbeitet weiter und der Partner kann oder will sich nicht um das Kind kümmern. Dann bleiben Lösungen wie Hort, Tagesmutter, Grosseltern etc.

Sodele, soweit zu den theoretisch möglichen Alternativen :wink: Was nun für Deine Bekannte in Frage kommt, kann sie letzten Endes nur selbst wissen und entscheiden. Hilfreich sind üblicherweise Gespräche mit dem Partner, Freunden, Eltern, Bekannten, die mal in ähnlicher Situation waren, und natürlich Organisationen wie ProFamilia etc. Auch hier kann nur Deine Bekannte entscheiden, worauf sie zurückgreifen möchte.

Sie will nicht unbedingt als Alleinerziehende enden,
eine Abtreibung kommt wohl nicht in Frage.

Okay, ersteres kann man wohl gar nie ausschliessen und zweiteres ist doch schonmal ne ziemlich klare Aussage. Insbesondere eine Aussage, die ihr Zeit verschafft. Sprich, wenn eine Abtreibung eine Alternative wäre, dann gibt es einen Zeitpunkt x bis zu dem das möglich ist, danach geht’s nimmer. Aber so hat sie noch ein gutes halbes Jahr Zeit, sich zu überlegen wie sie das alles organisieren möchte. Egal welchen Weg Deine Bekannte geht, ich wünsch ihr alles Gute und die richtige Entscheidung.

*wink*

Petzi

Pro-Familia-link
Hallo Tobybs!

Pro-Familia hilft sicher weiter und berät in alle möglichen Richtungen.
Nur sollte Deine Bekannte dort schnellstmöglich einen Termin machen, damit - falls sie sich für einen Abbruch entscheiden sollte - dieser innerhalb der gesetzlichen Frist stattfinden könnte.

Angelika

http://www.profamilia.de/topic/home

Hi,

ich würde die neue Situation erst einmal ein paar Tage sacken lassen. Gerade wenn es icht geplant war braucht es vielleicht ein paar Tage um alles einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

viele Grüsse
Me

Hi,

neben dem guten Rat, sich professionelle Beratung einzuholen, kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass sie sich unbedingt darüber im klaren sein muss, dass sie für das Kind immer die alleinige Verantwortung tragen wird, ob sich ihr Partner nun beteiligt an der damit verbundenen Arbeit oder nicht, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Sie ist die Mutter, ihr Leben wird nachhaltig verändert werden. Deshalb sollte sie ihre Entscheidung auch nur von sich selber und ihrer Bereitschaft abhängig machen, allen gutgemeinten Ratschlägen zum Trotz.

Viele Grüße
Jana

P.S. Warum kommt eigentlich niemand auf die selbstverständlichste aller Lösungen: dass nämlich der Mann (sowieso daheim) die Pflege des Babies übernimmt?! So kann die Mutter weiter arbeiten gehen.

weil…

P.S. Warum kommt eigentlich niemand auf die
selbstverständlichste aller Lösungen: dass nämlich der Mann
(sowieso daheim) die Pflege des Babies übernimmt?! So kann die
Mutter weiter arbeiten gehen.

…die Ausgangsposterin nämlich schreibt: „Er kann sich die Vater-Rolle nur schwer vorstellen, […]“

*wink*

Petzi

Hallo Jana

P.S. Warum kommt eigentlich niemand auf die
selbstverständlichste aller Lösungen: dass nämlich der Mann
(sowieso daheim) die Pflege des Babies übernimmt?! So kann die
Mutter weiter arbeiten gehen.

Wahrscheinlich, weil er selbst es sich, soviel man hier erfährt, nicht richtig vorstellen kann. Von dem, was man hier erfährt, würde ich erwarten, dass er es - wenn überhaupt - auch nicht unbedingt gerne und besonders gut machen würde.

Ich würde davon ausgehen, dass sie damit rechnen muss, letzten Endes alleinerziehend zu sein, oder möglichweise sogar direkt 2 Kinder zu haben, davon ein erwachsenes.

Allerdings kann es natürlich auch sein, dass der Vater sich und seine Einstellung noch sehr ändert, wenn das Kind erst mal da ist.

Viele Grüße
Thea

Hi,

Ich würde davon ausgehen, dass sie damit rechnen muss, letzten
Endes alleinerziehend zu sein, oder möglichweise sogar direkt
2 Kinder zu haben, davon ein erwachsenes.

ich bin verheiratet, mein Mann ist - inzwischen - gerne Vater und findet es toll, mit seiner Tochter zu spielen, wir wünschen uns gerade ein zweites. Trotzdem habe ich auch jetzt schon zwei Kinder, davon ein erwachsenes. Ich denke, damit muss man immer rechnen bzw. es von vornherein einplanen. Wenns anders kommt, kann man sich immer noch drüber freuen.

Gruß, Miriam

Offtopic

oder möglichweise sogar direkt
2 Kinder zu haben, davon ein erwachsenes.

Ich dachte, das wäre immer so?
Gibts das auch anders?
:wink:
Norah

Bei meiner Freundin hat der Freund die Erziehung der Beiden Kinder (beide sind allerdings von einem anderen Mann) übernommen und den Haushalt. So konnte meine Freundin ganztags arbeiten gehen. Da der kleinste 3 Monate alt war(meine Freundin hat von Anfang an nicht gestillt; Raucherin), musste man das der Erziehungsgeldstelle bescheidgeben das der Freund erzieht. Dann wird berechnet wieviel Erziehungsgeld noch zusteht, wenn die Frau dann arbeiten geht.

Manchmal kommt das „Vater sein“ später mit der Geburt oder kurz darauf.Deine Freundin kann es ja ähnlich machen, ihr Freund ist ja arbeitslos.

Ansonsten kann man ja bei Pro Familia nachfragen und sich beraten lassen.

Vielleicht hat sie ja eine bestimmte Stillzeit(am besten halbes Jahr) für Ihr Baby eingeplant, und anschließend arbeiten und der Freund passt auf.

Csilla73

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Vorhin rief mich eine Bekannte an, die Mitte dreißig und in
der 8. Woche schwanger ist, was sie gestern erfuhr. Sie ist
berufstätig, ihr Freund nicht (ALG II Empfänger mit wenig
beruflicher Perspektive).

Mitte dreißig ist ja nicht die schlechteste Zeit schwanger zu werden, oder? Oder besser…wann wenn nicht jetzt? Wie sieht es denn mit dem grundsätzlichen Kinderwunsch Deiner Freundin aus?

Er kann sich die Vater-Rolle nur
schwer vorstellen, sagt aber auch nicht gänzlich nein zum
Kind.

LOL…auch das hört sich doch gar nicht sooo schlecht an…ich denke viele Männer brauchen da erst mal was greifbares.

Sie will nicht unbedingt als Alleinerziehende enden,
eine Abtreibung kommt wohl nicht in Frage.

Erstens…als Alleinerzihende können auch Frauen ‚enden‘ die verheiratet sind und wo sich der Mann unbändig auf die Kinder gefreut hat und außerdem einen Haufen Kohle hat. Und das Ende ist das ganz sicher nicht, ich habe viele Frauen im Bekanntenkreis, die durch unterschiedlchste Gründe nicht mit dem Vater der Kinder zusammenleben. Davon ist nicht eine am Ende.

Ich war sprachlos,

Weil jemand mit 30 schwanger wird, der offenbar nicht enthaltsam lebt??? Ich dachte heutzutage wüsste man, das Kinder nicht vom Klapperstorch gebracht werden.

konnte ihr irgendwie keinen Tipp geben…
wo kann sie sich beraten lassen? Was könnte sie tun?

Wenn Abtreibung nicht in Frage kommt (und sorry…hier sehe ich keine Notlage, dann wird sie das Kind wohl erst mal bekommen müssen. Und wenn sie nicht alleine erzeihen will, muss sie entweder dem Vater Beine machen, oder sich einen anderen suchen.

Ansonsten ist der Tipp mit ProFamilia oder einer ähnlichen Organisation natürlich richtig, die können über die Möglichkeiten Unterstützung zu erhalten informieren. Es gibt in jedem Fall finazielle Zuwendungen, wenn der Vater des Kindes nicht für den Unterhalt aufkommen kann.
Dann natürlich mit den Arbeitgeber reden…der Arbeitsplatz ist ja geschützt, d.h. Deine Freundin legt sich fest, wie lange sie mit dem Kind zu Hause bleibt, danach kann sie wieder an die alte Arbeitsstele zurück…wenn sie will, kann sie dann auch verkürzt arbeiten, weil sich das mit einem Kleinstkind natürlich besser macht, finanziell natürlich nachteilig. Dann sollte sie sich langfristig um die örtlichen Möglichkeiten in Bezug auf Tagesmutter/ Kinderkrippe kümmern, denn eine abgesicherte Betreeunung sind Grundlage, um nach dem Kind wieder arbeiten gehen zu können.

Tja, sonst viel Glück für Mutter und Kind.

Gruß Maid :smile: