Hallo Tilo,
Ich weiß, was statistische Berechnungen sind. Bei Wikipedia steht:
Wikipedia ist eine miserable Quelle. Sehen wir doch einmal nach, was die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung dazu schreibt:
»Das Panel stellt ein verkleinertes Abbild aller Privathaushalte mit mindestens einem Fernsehgerät in Deutschland dar […] und erfüllt daher die Anforderungen an eine repräsentative Stichprobe.«
(Quelle: http://www.agf-online.de/fsforschung/methoden/fernse…)
Dadurch wird klar, was derjenige, der in der Wikipedia die Formulierung »nach dem Zufallsprinzip« eingefügt hat, wahrscheinlich gemeint hat, nämlich: Man kann sich für das Panel nicht bewerben, sondern wird nach gewissen Vorgaben ausgewählt.
Außerdem wüsste ich wirklich gern, was die Quotenbox-Inhaber dazu sagen. Ich z.B.
würde mich bestimmt nicht ständig jedesmal zur Toilette etc. abmelden.
Dann fliegst du wahrscheinlich früher oder später aus dem Panel.
Die Repräsentativität, Reliabilität (Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit) der erhobenen bzw. hochgerechneten Daten laufend nachzuweisen, ist das Fundament der Fernsehforschung. Wenn diese »Währung« der Werbetreibenden und Fernsehschaffenden ihre Legitimation verliert, wird früher oder später die AGF/GfK den Auftrag verlieren, die Fernsehreichweiten zu messen.
Damit das nicht passiert, werden sogenannte Interne und Externe Coincidental Checks durchgeführt:
Interne Coincidental Checks: Unter falschem Vorwand (angebliche technische Probleme bei der Übermittlung der Daten des GfK-Meters) werden einige Teilnehmer des Panels zu unterschiedlichen Zeiten angerufen und befragt, wer im Haushalt desjenigen, der abhebt, gerade auf welchem Gerät welchen Sender ansieht und von welchen Tätigkeiten (Essen, Putzen, Plaudern usw.) die Nutzung begleitet wird. Diese Daten werden abgeglichen mit denen, die durch das GfK-Meter, das Messgerät am Fernseher, erhoben wurden. In den Checks der vergangenen Jahre hat sich ergeben, dass die Daten von gleichbleibender Qualität sind und die Panelteilnehmer ein korrektes Anmeldeverhalten zeigen.
Externe Coincidental Checks: In einem eng gefassten Zeitfenster am Vorabend und Abend werden unter dem Gesichtspunkt der Repräsentativität ausgewählte Personen, die nicht Mitglieder des Fernsehpanels sind, angerufen und zu ihrem Fernsehverhalten in den letzten fünf Minuten befragt. Die abgefragten Daten sind dieselben wie beim Internen CC: Wer im angerufenen Haushalt schaut an welchem Gerät was und führt dabei eventuell welche Nebentätigkeit aus? Die Checks der vergangenen Jahre haben auch hier zu dem Ergebnis geführt, dass sich die externen Daten mit denen des Panels decken, sodass die im Fernsehpanel gemessenen TV-Quoten zu Recht als gültig akzeptiert werden.
(Quelle u. a.: http://www.agf.de/fsforschung/qualitaet/validitaet)
Da die persönlichen Daten der Teilnehmer nur der GfK bekannt sind, kann es als unwahrscheinlich gelten, dass ein Sender einen oder mehrere Haushalte erfolgreich, dauerhaft und diskret besticht, laufende Nutzung seiner Programme an die GfK zu melden. Welchen Sinn es ergeben soll, als Privatmann seine ganze Familie zu indoktrinieren, den ganzen Tag arte oder RTL II laufen zu lassen, ist mir eher unklar.
Gruß
Christopher