Was sagen TV-Quoten aus?

Hallo,

ich hab mal gelesen, dass die TV-Quoten anhand von Quotenboxen, die in 5000 Haushalten verteilt in Deutschland stehen, ermittelt werden.
Was sagen diese Quoten eigentlich aus? Meiner Meinung nach nicht viel, außer dass gerade 1300 Leute das eine Programm und 895 das andere Programm sehen. Aber nicht dass 7,13 Mill bzw. 3,24 Mill Leute das sehen. Das einfach so mit der Einwohnerzahl im Sendegebiet zu multiplizieren, funktioniert meiner Meinung nach nicht. Die Leute könnten doch auch gerade was anderes bzw. gar nichts schauen. Noch dazu soll man immer, wenn eine Person den Raum betritt, irgendwo auf die Quotenbox drücken. Wer macht denn das?

Vielleicht gibt es ja hier Leute, die so eine Quotenbox haben, und mal berichten können, wie es bei ihnen läuft.

Gruß
Tilo

Hallo,

Was sagen diese Quoten eigentlich aus? Meiner Meinung nach
nicht viel, außer dass gerade 1300 Leute das eine Programm und
895 das andere Programm sehen. Aber nicht dass 7,13 Mill bzw.
3,24 Mill Leute das sehen. Das einfach so mit der
Einwohnerzahl im Sendegebiet zu multiplizieren, funktioniert
meiner Meinung nach nicht.

Zur Quotenberechnung im Speziellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einschaltquoten

Zum Allgemeinen: es gibt da eine Wissenschaft, die heißt Statistik. Da beschäftigt man sich u.a. damit, wie viele und welche Testpersonen man benötigt, um Ergebnisse zu erhalten, die sich auf die Gesamtbevölkerung umlegen lassen. Und wenn das dem Laien auch komisch erscheinen mag, es ist tatsächlich so.

Gruß,

Myriam

Hallo,

Zur Quotenberechnung im Speziellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einschaltquoten

Zum Allgemeinen: es gibt da eine Wissenschaft, die heißt
Statistik. Da beschäftigt man sich u.a. damit, wie viele und
welche Testpersonen man benötigt, um Ergebnisse zu erhalten,
die sich auf die Gesamtbevölkerung umlegen lassen. Und wenn
das dem Laien auch komisch erscheinen mag, es ist tatsächlich
so.

Ich weiß, was statistische Berechnungen sind. Bei Wikipedia steht:

Die Haushalte werden zur Erhebung der Einschaltquote nach dem :Zufallsprinzip ausgewählt, telefonisch kontaktiert und bekommen zur :Erhebung der Daten eine sogenannte „Quotenbox“, offiziell GfK-Meter, :zugesendet.

Das Zufallsprinzip erscheint mir doch etwas dürftig für ein Umlegen auf die Gesamtbevölkerung.
Außerdem wüsste ich wirklich gern, was die Quotenbox-Inhaber dazu sagen. Ich z.B. würde mich bestimmt nicht ständig jedesmal zur Toilette etc. abmelden.

Gruß
Tilo

Hi,

vielleicht findest du hier mehr:
http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=17254

Das Zufallsprinzip erscheint mir doch etwas dürftig für ein
Umlegen auf die Gesamtbevölkerung.

Dir, aber lass das mal die Statistiker entscheiden :wink:

Außerdem wüsste ich wirklich gern, was die Quotenbox-Inhaber
dazu sagen. Ich z.B. würde mich bestimmt nicht ständig
jedesmal zur Toilette etc. abmelden.

Soweit ich weiß, bekommen sie Geld dafür. Also sollen sie es auch vernünftig machen. Wenn du dich nicht ab und zu abmeldest, wirst du bestimmt irgendwann gestrichen.

Gruß,

Steffie

Hi,

danke für Deine Antwort.

Soweit ich weiß, bekommen sie Geld dafür. Also sollen sie es
auch vernünftig machen. Wenn du dich nicht ab und zu
abmeldest, wirst du bestimmt irgendwann gestrichen.

Aber trotzdem weiß man nicht, was die mit der Box so alles machen. Einmal daran rumgespielt und gleich sind ca. 14000 Zuschauer (hochgerechnet, soweit ich das überschlagen habe) mehr oder weniger erfasst.

Weiß jemand wieviel Geld sie in etwa dafür bekommen?

Gruß
Tilo

hi Tilo

die tv-quoten sind die basis für die preisberechung der werbeblöcke und damit sowohl für den sender als auch für die werbetreibenden extrem interessant. wären die quoten nicht annähernd aussagekräftig, würde es bereits was anderes geben. schließlich geht es hier um wirklich viel geld.

das statistikwesen gehorcht eigenen regeln, die für otto-normalverbraucher nicht immer sofort nachvollziehbar sind. das besondere an der statistik ist es ja, dass sie es schaffen, den zufall in regeln zu pressen. aus eintrittswahrscheinlichkeiten wird bei ausreichend grosser stichprobenzahl ein klar definierter wert. ganze heerscharen von statistik-wissenschaftern haben das schon ausgeknobelt. es zu bezweifeln, ist zwar dein gutes recht, ändert aber nichts an der tatsache, dass es allgemein als HINREICHEND GENAU akzeptiert wird.

natürlich kann es sein, dass ein zuseher falsche eingaben in seiner box macht (egal ob absichtlich oder unabsichtlich). de facto wird aber bei ausreichend grosser stichprobenzahl dieser fehler durch entsprechende fehler in die andere richtung ausgeglichen. im grossen und ganzen haben diese fehler also keine auswirkung auf das gesammtergebnis.

lg
erwin

Hi,

hab noch was gefunden:
http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=5285

Wer an dieser Quotenmessung beteiligt ist, bekommt eine einmalige Pauschale von 250 Euro und monatlich 10 Euro Stromkostenpauschale.

Viel ist das also nicht.

Interessant ist auch:

Viele Zuschauer stellen sich die berechtigte Frage, ob nicht einige Sender die Zuschauer, bei deren Haushalte die „Quotenbox“ steht, finanziell entlohnen, um den Fernseher, an dem die Box angeschlossen ist, lange Zeit auf dem eigenen Programm laufen zu lassen. Konkret: Ein Sender würde Zuschauer zum Zusehen bestechen. Bisher wurde jedoch kein derartiger Fall öffentlich bekannt.

Gruß,

Steffie

Hallo Tilo,

Ich weiß, was statistische Berechnungen sind. Bei Wikipedia steht:

Wikipedia ist eine miserable Quelle. Sehen wir doch einmal nach, was die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung dazu schreibt:

»Das Panel stellt ein verkleinertes Abbild aller Privathaushalte mit mindestens einem Fernsehgerät in Deutschland dar […] und erfüllt daher die Anforderungen an eine repräsentative Stichprobe.«
(Quelle: http://www.agf-online.de/fsforschung/methoden/fernse…)

Dadurch wird klar, was derjenige, der in der Wikipedia die Formulierung »nach dem Zufallsprinzip« eingefügt hat, wahrscheinlich gemeint hat, nämlich: Man kann sich für das Panel nicht bewerben, sondern wird nach gewissen Vorgaben ausgewählt.

Außerdem wüsste ich wirklich gern, was die Quotenbox-Inhaber dazu sagen. Ich z.B.
würde mich bestimmt nicht ständig jedesmal zur Toilette etc. abmelden.

Dann fliegst du wahrscheinlich früher oder später aus dem Panel.

Die Repräsentativität, Reliabilität (Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit) der erhobenen bzw. hochgerechneten Daten laufend nachzuweisen, ist das Fundament der Fernsehforschung. Wenn diese »Währung« der Werbetreibenden und Fernsehschaffenden ihre Legitimation verliert, wird früher oder später die AGF/GfK den Auftrag verlieren, die Fernsehreichweiten zu messen.

Damit das nicht passiert, werden sogenannte Interne und Externe Coincidental Checks durchgeführt:

Interne Coincidental Checks: Unter falschem Vorwand (angebliche technische Probleme bei der Übermittlung der Daten des GfK-Meters) werden einige Teilnehmer des Panels zu unterschiedlichen Zeiten angerufen und befragt, wer im Haushalt desjenigen, der abhebt, gerade auf welchem Gerät welchen Sender ansieht und von welchen Tätigkeiten (Essen, Putzen, Plaudern usw.) die Nutzung begleitet wird. Diese Daten werden abgeglichen mit denen, die durch das GfK-Meter, das Messgerät am Fernseher, erhoben wurden. In den Checks der vergangenen Jahre hat sich ergeben, dass die Daten von gleichbleibender Qualität sind und die Panelteilnehmer ein korrektes Anmeldeverhalten zeigen.

Externe Coincidental Checks: In einem eng gefassten Zeitfenster am Vorabend und Abend werden unter dem Gesichtspunkt der Repräsentativität ausgewählte Personen, die nicht Mitglieder des Fernsehpanels sind, angerufen und zu ihrem Fernsehverhalten in den letzten fünf Minuten befragt. Die abgefragten Daten sind dieselben wie beim Internen CC: Wer im angerufenen Haushalt schaut an welchem Gerät was und führt dabei eventuell welche Nebentätigkeit aus? Die Checks der vergangenen Jahre haben auch hier zu dem Ergebnis geführt, dass sich die externen Daten mit denen des Panels decken, sodass die im Fernsehpanel gemessenen TV-Quoten zu Recht als gültig akzeptiert werden.

(Quelle u. a.: http://www.agf.de/fsforschung/qualitaet/validitaet)

Da die persönlichen Daten der Teilnehmer nur der GfK bekannt sind, kann es als unwahrscheinlich gelten, dass ein Sender einen oder mehrere Haushalte erfolgreich, dauerhaft und diskret besticht, laufende Nutzung seiner Programme an die GfK zu melden. Welchen Sinn es ergeben soll, als Privatmann seine ganze Familie zu indoktrinieren, den ganzen Tag arte oder RTL II laufen zu lassen, ist mir eher unklar.

Gruß
Christopher

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OFF-TOPIC: Großes Lob
Über Sinn oder Unsinn von Quoten-Hörigkeit und Quoten-Messung habe ich schon unzähligen Foren sehr emotional geführte und meiner Meinung nach überflüssige Debatten gelesen. Ich finde es toll, wie sachlich und gut hier über dieses Thema diskutiert wird. Toll! :smile: