Was sagt das Schulgesetz dazu?

Hall Eilricht,

Noch ein Wort zur DDR: Ich hab unter diesen Verhältnissen zwar
die wichtigsten Phasen der Schullaufbahn erlebt, doch die
meine Oberstufenzeit war 1999-2002.

Hähm: Meines Wissens war 1990 Ende mit DDR. Wie lange bist
denn Du insgesamt zur Schule gegangen, dass Du Dir noch
Kompetenz bzgl. Unterricht in der DDR zutraust?

Stimmt, ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen, entweder sein Profil stimmt und somit wäre es ca. 1990 eingeschult worden und somit nach Mauerfall und Wiedervereinigung oder er hat sein Alter hier falsch angegeben und ist 10 Jahre älter.

Würd mich interessieren wie er das erklärt…

Gruss
Andrea

Hola.

Da gibt es Menschen, die sich damit zufrieden geben, von
„Eigenverantwortung in einem gewissen Alter“ zu sprechen oder
mit Selbstregulierung argumentieren, obwohl es sich zeigt, daß
dies eben nichts bringt.

Handhabt man aber alles restriktiv (bis zum 18.), schmeißt man
die jungen Erwachsenen unvorbereitet ins kalte Wasser der
Selbstverantwortung. Das funktioniert auch nicht …

Nein, nein. Ich spreche zu keiner Zeit von einem in jeder Facette geregelten Alltag. Ich spreche aus der Kybernetik heraus: Welche Prinzipien lege ich einem System für sein Funktionieren zugrunde?

Und hier besteht in Deutschland durch die Bank weg Änderungsbedarf - ich sprach es bereits bei den wenigen Pflichten an, die dem Kind vollständig abverlangt werden (abgesehen davon, daß ein Kind sowieso natürlicherweise mehr Pflichten als Rechte hat, denn es ist kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft).

Legt man dann einmal ein wohlüberlegtes Bündel an Prinzipien fest, ergeben sich rein von der Logik her zwingende Schlüsse. Das hat nichts mit ständiger, übertriebener Restriktion zu tun, sondern einfach mit dem Setzen von einigen strikten Grenzen oder zu erfüllenden Erwartungen.

Außerdem weise ich auf folgendes Paradoxon hin: Unterhalte Dich einmal mit einer Vielzahl von Mitbürgern aus den Neuen Ländern, die in etwa mein Alter sind. Die werden Dir durch die Bank bestätigen, daß sie durch die auf das Kollektiv ausgerichtete Erziehung wesentlich selbständiger sind, als Personen gleichen Alters aus den Alten Ländern. Ist ja auch einsichtig: Wenn bereits im Kindergarten Dinge anerzogen werden, die helfen, den Tagesablauf eigenverantwortlich [im Sinne der Gesellschaft] zu organisieren, schlägt sich das freilich auf das ganze spätere Leben nieder.
Dieses Phänomen beobachte ich auch, nur spreche ich es selten an, weil es natürlich kein zwingendes Argument ist.

Zweitens konnte der Lehrer überprüfen, ob vermehrte
Krankmeldungen überhaupt plausibel sein konnten.

Ob er das tatsächlich kann / konnte, sehen wir weiter unten.

Nein, das sehen wir nicht weiter unten, das ist nämlich eine Feststellung.
Wie gesagt, die Lehrer - vor allem die Unterstufenlehrerin - konnte sich der elterlichen Unterstützung, was das Lernklima angeht, sicher sein. Vermutlich wäre niemand überhaupt erst ernsthaft auf die Idee gekommen, daß die Eltern ein Schwänzen dulden könnten. DAS ist einer der großen Unterschiede zu heute.

das und das „niemanden etwas angeht“, weil
ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich das so will.

Nein, sondern weil das eine Grundregel ist, die in diesem
unserem komischen Lande - höchstrichterlich abgesegnet - gilt:
Selbstbestimmung des Einzelnen, welche Daten er preisgibt.

In dem Zusammenhang, in dem Du hier argumentieren möchtest, fungiert das als Ausrede. Selbstverständlich ist dieser Aspekt des Individualismus gesetzlich verankert. Nun das ABER: Unsere Gesellschaft krankt doch heute mehr als jemals zuvor an der Entartung dieses Lebensprinzips. Statt immer mit einem Schuß Vernunft abzuwägen, wo die Selbstbestimmung des Einzelnen tatsächlich angebracht ist, POCHT jeder darauf. Manche schimpfen dies Ellenbogenmentalität.
Mir ist das auch nicht geheuer, weil ich in einer sozialen Gesellschaft groß geworden bin. Es klingt zwar ausgeleiert, weil schon so oft von vielen Menschen genannt, doch der Zusammenhalt, der Umgang zwischen den Leuten, war über alles gesehen wesentlich besser.

Zudem kommt eine weitere Ironie hinzu - im Klassenzimmer wird von Datenschutz gesprochen und mit solchen Bagatellen wie bspw. Zensuren etc. umgegangen, als wären es Staatsgeheimnisse. Gleichzeitig führen private Firmen Serverfarmen, in denen Abertausende Informationen über Menschen ohne deren Kenntnis gespeichert und sogar verkauft werden.

Hier paßt wieder die gesellschaftliche Realität nicht mit den Grundprinzipien des Systems zusammen. Folgerichtig müßte am System etwas verändert werden - für das Beispiel oben: Stärkung des Datenschutzprinzips. Aber wir wollen hier in keine Grundsatzdebatte über die eklatanten Mängel des Grundgesetzes abschwenken.

Noch ein Wort zur DDR: Ich hab unter diesen Verhältnissen zwar
die wichtigsten Phasen der Schullaufbahn erlebt, doch die
meine Oberstufenzeit war 1999-2002.

Hähm: Meines Wissens war 1990 Ende mit DDR. Wie lange bist
denn Du insgesamt zur Schule gegangen, dass Du Dir noch
Kompetenz bzgl. Unterricht in der DDR zutraust?

Eingeschult 1989. Die gesamte erste Klasse war also noch echte DDR.

Was viele jedoch nicht wissen: Die Schulsysteme in den Neuen Ländern wurden NICHT schlagartig 1990 reformiert. In Sachsen trat das neue Schulgesetz erst 1992/93 in Kraft, und es dauerte vielerorts ein Jahr, bis die Umstellungen in der Realität angekommen waren.

Im Vorfeld gab es zwar ein paar „Angleichungen“ (peu à peu geänderte Zeugnisvordrucke, formales Auflösen der Einheitsschule zur Vorbereitung auf das weit weniger leistungsfähige mehrgliedrige Westsystem, sukzessives Abschaffen des Sonnabendunterrichts, …), doch der Unterrichtsstil, der Stoff, das Lernklima, der Umgang Lehrer-Schüler sowie Lehrer-Eltern – das alles blieb in weiten Teilen erhalten.

Die Zensur ‚6‘ tauchte im Maßstab bei mir das erste Mal im Halbjahr der Klasse 5 (!) auf. Doch selbst nach der Spaltung der ehemaligen Polytechnischen Oberschule in Grundschule und Mittelschule/Gymnasium rührte sich wenig am Unterricht. Der polytechnische Unterricht der POS floß an der Realschule in die Profilrichtung Technik, so daß auch dort die früheren DDR-Lehrer kontinuierlich weiterführen konnte.

Selbst die Prüfungsgepflogenheiten zum Realschulabschluß blieben in Sachsen fast eins zu eins wie damals:

* Deutsch, Mathe, eine Naturwissenschaft schriftlich;
* 1. Fremdsprache wahlpflicht (wählbar ob schriftlich oder mündlich);
* weitere zwei bis fünf mündliche Prüfungen, die für jeden Schüler von der Lehrerkonferenz festgelegt wurden.

Deswegen traue ich mir diese Kopetenz bezüglich des DDR-Unterrichts nicht zu, sondern ich habe sie einfach.
Für die wenigen Details, die ich nicht mehr unter der „echten DDR“ miterlebt habe, brauche ich ansonsten nur meine älteren Geschwister fragen, oder ich setze mich mit meinen ehemaligen Lehrern mal wieder zum Kaffee hin.

Zugegeben, wir waren der letzte Jahrgang, bei dem das in der Form abging - heute stelle ich erhebliche Unterschiede fest, denn inzwischen legen die ersten Schüler ihre Realschulprüfung ab, die bereits nach der Wende geboren wurden und nur mit dem stark individualistischen, vielgliedrigen, betreuungsarmen System groß geworden sind.

MfG

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Hallo Andrea,

Würd mich interessieren wie er das erklärt…

So:

Deswegen traue ich mir diese Kopetenz bezüglich des DDR-Unterrichts nicht zu, sondern ich habe sie einfach.

Nimmst du ihn etwa noch ernst?

Gruß
Elke

Ahua.

So ich mich hier kurz einklinken darf … (wenn nichzt, mache ichs trotzdem, so, bäh).

Nimmst du ihn etwa noch ernst?

Nun, zum einen ist es ja nicht gerade so, dass er auf Anhieb als inkompetenter, sprachunfähiger Dreivierteltrottel daherkäme (das würde zugegebenermaßen manches vereinfachen). Zum anderen ist auch mancherlei Wahres in seinen Statements (und wenn er, wie in diesem Fred, mal nicht wie Jupiter von seinem Throne herabdonnert, sondern zu argumentieren geruht, kann man das sogar erkennen).

Aber ob man ich nun ernst nehme oder erwin, spielt keine Geige, meine ich. Die Teile, die ich nicht stehen lassen kann, werde ich weiterhin angehen, und empfehle das auch anderen. Für den unbedarften Spätermalirgendwannleser kommt sonst leicht der Eindruck zustande, Candys Meinung sei die vorherrschende in diesem Brett bzw. Forum … und das will mir schon aus Gründen der Meinungsvielfalt nicht so recht einleuchten.

Ganz am Rande aus gegebenem Anlass eine kleine Kritik an dem Zitat, das Du gebracht hast: er hat doch nachvollziehbar begründet, worauf er seine Meinung über das DDR-Schulsystem stützt; man muss ja nicht verlangen, dass jeder, der mal mitschnabeln will, so intellektuell gestrickt ist, dass er jede Klasse doppelt gemacht hat unter Honi :wink:

Von daher hast Du für meinen Geschmack ein bisschen zu viel aus seinem Statement gekürzt. Ein beliebtes Stilmitttel, nicht nur, aber signifikant hier im Forum - von Dir bin ich allerdings Besseres gewöhnt.

Gruß Eillicht zu Vensre

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Ahoi.

Ich spreche aus der Kybernetik heraus: Welche Prinzipien lege ich
einem System für sein Funktionieren zugrunde?

Am Rande sei angemerkt - eines meiner Lieblingsthemen - dass das völlig mit Hackfleisch gefüllter Darm ist, so lange jeder Kleinfürst seine eigenen Schrauben dreht; welche Purzelbäume der Föderalismushurra hier schlägt, brauche ich wohl nicht aufzudröseln.

(abgesehen davon, daß ein Kind sowieso natürlicherweise mehr
Pflichten als Rechte hat, denn es ist kein vollwertiges
Mitglied der Gesellschaft).

Das sind so Äußerungen, die einen den ganzen Wahlkampf hindurch verfolgen können, weißt Du :wink: Ich nehme es mal so hin und zu Deinen Gunsten an, dass es nicht ganz so gemeint ist.

Setzen von einigen strikten Grenzen oder zu erfüllenden Erwartungen.

Beides leisten nicht mehr genügend Elternhäuser, da gehen wir vermutlich chloroform. Und ein pluralistischer Staat - was der Papierlage nach Deutschland ja ist - ist mit der Definition des Obigen schlicht überfordert, zumal … [B-Seite der Kirchturmpolitikplatte von oben].

Außerdem weise ich auf folgendes Paradoxon hin: Unterhalte
Dich einmal mit einer Vielzahl von Mitbürgern aus den Neuen
Ländern, die in etwa mein Alter sind. Die werden Dir durch die
Bank bestätigen, daß sie durch die auf das Kollektiv
ausgerichtete Erziehung wesentlich selbständiger sind, als
Personen gleichen Alters aus den Alten Ländern.

Mit einigen dieser Personen hatte bzw. habe ich Kontakt. Die Aussage käme sicherlich so oder ähnlich, aber als Pauschalsatz lasse ich das nicht stehen. Die Bildungsoberschicht, also Leute, die eine intensivere Schulbidung genossen (sic!) haben, kann das sicher in großen Teilen für sich in Anspruch nehmen - aus meiner Erfahrung mit Auswahlverfahren für Azubis und BA-Studenten ist es zu bestätigen. Zumindest legt der überwiegende Teil dieser Leute eine grundsätzlich andere Arbeitshaltung an den Tag als Gleichaltrige aus den gebrauchten Ländern. Was die Haupt- und Realschulabsolventen angeht, war aber genauso Matthäi am Letzten wie bei den Wessis - und die Zustände, die in weiten Teilen des Ostens herrschen, kann man dementsprechend auch kriegen, wenn man hinguckt. Demzufolge ist alles, was so gut funktioniert hat, die Förderung der Bildungselite … immerhin.

Nein, das sehen wir nicht weiter unten, das ist nämlich eine
Feststellung.

Ich bezog mich auf Deine explizite Erwähnung der Menstruationsbeschwerden bei Schülerinnen (und ihr Auftauchen mehrmals im Monat). Durchaus nichts Ungewöhnliches bei jungen Damen in der Pubertät und kurz danach - das meinte ich.

Wie gesagt, die Lehrer - vor allem die Unterstufenlehrerin -
konnte sich der elterlichen Unterstützung, was das Lernklima
angeht, sicher sein.

Und spätestens hier wage ich mich doch zu fragen, was denn passiert wäre, so Eltern tatsächlich ein Fass aufgemacht hätten - ob da nicht doch das System kurz mal gezuckt hätte?

daß die Eltern ein Schwänzen dulden könnten.

Das Phänomen der Siebentagsabsentisten, muss ich gestehen, kann ich weder begründen, noch nachvollziehen, warum es in dieser Form entstanden ist. Massenweises Schwänzen kenne ich weder aus eigener Anschauung, noch sind mir entsprechende Kandidaten bekannt. Das mag auch daran liegen, dass kaum etwas sicherer zum Fallen durch den ersten Rost der betrieblichen Auswahl führt, als unentschuldigte Fehlzeiten … von daher kein Beitrag von mir.

Nun das ABER: Unsere Gesellschaft krankt doch heute mehr als jemals
zuvor an der Entartung dieses Lebensprinzips. Statt immer mit einem
Schuß Vernunft abzuwägen, wo die Selbstbestimmung des Einzelnen
tatsächlich angebracht ist, POCHT jeder darauf. Manche
schimpfen dies Ellenbogenmentalität.

Schwierig, hier zu widersprechen, solange es allgemein bleibt. Im Zusammenhang mit Behörden - auch, aber nicht nur, Schulen - jedoch ist vieles, was im kleinen Maßstab durchaus lächerlich wirken kann, aus den Erfahrungen mit dem unmündigen Staatsbürger von Anno Tobak geboren. Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht bereit bin, von dieser Haltung abzuweichen, wenn es nur um die Befriedigung eines Kontrollanspruchs geht, der genauso gut ohne diese Details funktionieren könnte. Nochmals: Warum muss ein Lehrer wissen (wenn es keine Auswirkungen auf den Unterricht hat), ob Klein Erna wegen Aua am Kopf oder an der Mutz gefehlt hat? Was bringt das zusätzliche Wissen, und vor allem: wem?

der Zusammenhalt, der Umgang zwischen den Leuten, war über alles
gesehen wesentlich besser.

Der Preis für so allerlei Geschehnisse zwischen dem Ende der Siebziger und heute („geistig-moralische Wende“ hieß das, als Birne seinerzeit loslegte). Die gesellschaftlichen Mechanismen funktionierten aus meiner Sicht auch in den gebrauchten Ländern vor ≈ 20 Jahren wesentlich besser. Das betrifft z.B. Vereinsleben, ehrenamtliche Tätigkeit und ganz allgemein soziale Interaktion. Mit dem Wegfall des konkurrierenden Wirtschaftssystems sind da gleich ganze Güterwagen voll Kohle auf dem zugehörigen Rost gelandet …

Gleichzeitig führen private Firmen
Serverfarmen, in denen Abertausende Informationen über
Menschen ohne deren Kenntnis gespeichert und sogar verkauft
werden.

Was kriminell ist und bleibt. Nur besteht kein politisches Interesse daran, hiergegen vorzugehen.

Aber wir wollen hier in keine Grundsatzdebatte über die eklatanten
Mängel des Grundgesetzes abschwenken.

Die mindestens an dieser Stelle auch gar nicht nötig täte. Die entsprechenden Gesetze existieren, werden aber aus politischen Erwägungen heraus nicht umgesetzt (was u.a. unser Chopperfahrer im Innenministerium alles gerne hätte, lasse ich mal außen vor).

Abschließend muss ich mich nochmals wiederholen: Solange die Bildungspolitik im wesentlichen Sache der Länder (nein, eigentlich Sache der jeweils dort regierenden Clique) bleibt, solange also Schüler, Lehrer, Eltern und wer nicht noch Geiseln überkandidelter Dorfschulzen sind, kann sich nichts wirklich Entscheidendes in diesem unserem komischen Lande tun. Dass auch noch irgendein rotgewandeter Tattergreis mit Bumsverbot in die Familien- bzw. Schulpolitik reinsabbelt, dabei im Sprachgebrauch zwischen 1939 und 1451 schwankt - und dazu noch ernst genommen wird, siehe Walter WMixa - fördert das Chaos, ganz im Sinne der deutschen Gründlichkeit. Bis alles in Scherben fällt.

Gruß Eillicht zu Vensre

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Hallo,

Die Teile, die ich nicht stehen lassen kann,
werde ich weiterhin angehen, und empfehle das auch anderen.

Aber es ist sehr mühsam, weil er sehr schnell persönlich wird und in Diskussionen selten eine andere Meinung wenigstens mal überdenkt und auch eine rechte Giftspritze ist. Diskussionen mit ihm sind nie abzuschließen, er will immer das letzte Wort behalten, so dass man es ihm schließlich entnervt lässt.

Für den unbedarften Spätermalirgendwannleser kommt sonst
leicht der Eindruck zustande, Candys Meinung sei die
vorherrschende in diesem Brett bzw. Forum … und das will mir
schon aus Gründen der Meinungsvielfalt nicht so recht
einleuchten.

Deshalb versuche ich es gelegentlich, aber ehrlich gesagt, habe ich immer seltener Lust dazu.

Ganz am Rande aus gegebenem Anlass eine kleine Kritik an dem
Zitat, das Du gebracht hast: er hat doch nachvollziehbar
begründet, worauf er seine Meinung über das DDR-Schulsystem
stützt;

1990 oder 1991 eingeschult und das macht ihn zum DDR-Experten?
In diesem Fall meine Hochachtung vor dem frühreifen ABC-Schützen.

von Dir bin ich
allerdings Besseres gewöhnt.

Nehm ich mal als Kompliment - allerdings ist dieses Posting gewachsen aus meiner Frustration mit diesem User und daraus, dass ich mich erinern kann, dass auch Andrea nicht das erste Mal versucht gegen ihn anzugehen.

Gruß
Elke

Huhüle.

1990 oder 1991 eingeschult und das macht ihn zum DDR-Experten?
In diesem Fall meine Hochachtung vor dem frühreifen
ABC-Schützen.

Er erwühn seine älteren Geschwister sowie seine damaligen Lehrer; außerdem nehme ich ihm ab, dass am 3. Oktober 1990 nicht einfach ein Schalter umgelogen wurde. Aber das sind Details am Rande des Teiches. Was seinen Umgangston angeht, so hat er wenigstens in diesem Fred noch nicht so sehr danebengehauen. Vielleicht ist er lernfähig; vielleicht hat er auch mal 'n Elfmeter getreten bekommen … wer weiß?

Grüße in den Odenwald
Eillicht zu Vensre

Hola.

Und wieder wird Deine Leseunfähigkeit offenbar, um einmal wieder vom Throne herunterzudonnern.
(Für diese Formulierung gabs von mir sogar einen Stern für Eillicht. :smile: )

1990 oder 1991 eingeschult

Falsch.

und das macht ihn zum DDR-Experten?

Richtig. Vor allem im Vgl. zu Personen wie Dir.
Man sollte auch bitte nicht die Jahre zuvor vergessen bezüglich der frühkindlichen Bildung, was bereits ebenfalls Teil des Bildungssystems gewesen war.

Hinzu kommt die ausführliche Beschätigung mit dem Thema über die Jahre.

meiner Frustration mit diesem User und daraus,
dass ich mich erinnern kann, dass auch Andrea nicht das erste
Mal versucht gegen ihn anzugehen.

Diese Frustration ist selbstgemachter Ärger, Vgl. „finsteres Mittelalter“ und ähnliche rhetorischen Gurken in anderen Debatten.
Wer es auf diese Weise probiert, hat freilich sofort verloren.
Daß Du mit den arroganten, doch stets kalkulierten Spitzen nicht kannst, interessiert mich wie ein umgefallener Reissack in China.
Was ich von mir gebe, ist immer in einem größen Blickwinkel durchdacht und fundiert. Wenn Du mit Deinem „modernen Weltbild“ bei entsprechenden Standpunkten nicht zurechtkommst, hebt mich ebenfalls in keinster Weise an. Ich produziere jedenfalls keine reißerischen Kommentare, nur weil jemand etwaige Aspekte meines Weltbildes kritisiert. Damit verbleibt mirgegenüber höchstens der Vorwurf von Arroganz, eitlen Spitzen et cetera.
Doch solange ich es mir dicke leisten kann, im Gros der Fälle recht habe … dann betrachte ich „Meinungsäußerungen“ wie die Deine mit dem Interesse der letzten Wasserstandsmeldung vom Nil.

Ahoi

Hallo.

Ich mußte mir in der Tat zweimal die Augen reiben, als ich Deine Worte las.

Welche Prinzipien lege ich
einem System für sein Funktionieren zugrunde?

Am Rande sei angemerkt - eines meiner Lieblingsthemen - dass
das völlig mit Hackfleisch gefüllter Darm ist, so lange jeder
Kleinfürst seine eigenen Schrauben dreht; welche Purzelbäume
der Föderalismushurra hier schlägt, brauche ich wohl nicht
aufzudröseln.

Jein. Wenn man formuliert, daß ein dringend benötigtes Grundprinzip bspw. die zentralstaatliche Organisation der Bildung sein müßte (im ersten Schritt Bildungshoheit beim Bund) ist es nicht mehr „mit Hackfleisch gefüllter Darm“. :wink:
Dann hat man nämlich bereits einen erheblichen Mangel des deutschen Systems bei den Testikeln.

(abgesehen davon, daß ein Kind sowieso natürlicherweise mehr
Pflichten als Rechte hat, denn es ist kein vollwertiges
Mitglied der Gesellschaft).

Das sind so Äußerungen, die einen den ganzen Wahlkampf
hindurch verfolgen können, weißt Du :wink: Ich nehme es mal so
hin und zu Deinen Gunsten an, dass es nicht ganz so gemeint
ist.

Natürlich ist das so gemeint.

Ein Kind steht zweifelsohne hierarchisch nicht auf einer Stufe mit einem Erwachsenen. Warum? Es kann nicht selbständig in der Gesellschaft existieren, befindet sich in der Kindheit in jeder Hinsicht in seiner bedeutungsvollsten Lernphase, hat immer mehr Pflichten als Rechte („Lehrjahre sind keine Herrenjahre“) und erlangt den Status eines vollwertigen Mitgliedes der Gesellscht mit dem Erwachsensein - sprich bei uns mit dem 21. Lebensjahr (wobei der 18. Geburtstag und die sogenannte vermeintliche „Volljährigkeit“ sicherlich der bedeutungsvollere Zwischenschritt ist).

Meine Feststellung hat also nichts mit dem Wert des Daseins eines Kindes zu tun, sondern mit seiner in der Hierarchie niedrigeren Position (die auch aus jedem Blickwinkel so sein muß).

Setzen von einigen strikten Grenzen oder zu erfüllenden Erwartungen.

Beides leisten nicht mehr genügend Elternhäuser, da gehen wir
vermutlich chloroform. Und ein pluralistischer Staat - was der
Papierlage nach Deutschland ja ist - ist mit der Definition
des Obigen schlicht überfordert, zumal … [B-Seite der Kirchturmpolitikplatte von oben].

Auch ein pluralistischer Staat kann sehr wohl ausreichend autoritär sein, sofern er als idealistisch angehauchter Prinzipienstaat aufgebaut ist. Dies wäre zu leisten, um Deutschland entsprechend nach vorne zu bringen.

Mit einigen dieser Personen hatte bzw. habe ich Kontakt. Die
Aussage käme sicherlich so oder ähnlich, aber als Pauschalsatz
lasse ich das nicht stehen. Die Bildungsoberschicht, also
Leute, die eine intensivere Schulbidung genossen (sic!) haben,
kann das sicher in großen Teilen für sich in Anspruch nehmen -
aus meiner Erfahrung mit Auswahlverfahren für Azubis und
BA-Studenten ist es zu bestätigen. Zumindest legt der
überwiegende Teil dieser Leute eine grundsätzlich andere
Arbeitshaltung an den Tag als Gleichaltrige aus den
gebrauchten Ländern.

Zugegeben. Ich hätte die nötige Relativierung bringen müssen.
Klingt im Endeffekt wirklich zu pauschal.

Ich bezog mich auf Deine explizite Erwähnung der
Menstruationsbeschwerden bei Schülerinnen (und ihr Auftauchen
mehrmals im Monat). Durchaus nichts Ungewöhnliches bei jungen
Damen in der Pubertät und kurz danach - das meinte ich.

Du weißt doch genau, was ich meinte :wink:
Na gut, die Spitzfindigkeit sei Dir gestattet. :stuck_out_tongue:

Wie gesagt, die Lehrer - vor allem die Unterstufenlehrerin -
konnte sich der elterlichen Unterstützung, was das Lernklima
angeht, sicher sein.

Und spätestens hier wage ich mich doch zu fragen, was denn
passiert wäre, so Eltern tatsächlich ein Fass aufgemacht
hätten - ob da nicht doch das System kurz mal gezuckt hätte?

Zumindest ist es aber keineswegs in der Art und Weise angesprungen, wie es andere Personen in diesem Forum oft behaupten.

Nun das ABER: Unsere Gesellschaft krankt doch heute mehr als jemals
zuvor an der Entartung dieses Lebensprinzips. Statt immer mit einem
Schuß Vernunft abzuwägen, wo die Selbstbestimmung des Einzelnen
tatsächlich angebracht ist, POCHT jeder darauf. Manche
schimpfen dies Ellenbogenmentalität.

Schwierig, hier zu widersprechen, solange es allgemein bleibt.
Im Zusammenhang mit Behörden - auch, aber nicht nur, Schulen -
jedoch ist vieles, was im kleinen Maßstab durchaus lächerlich
wirken kann, aus den Erfahrungen mit dem unmündigen
Staatsbürger von Anno Tobak geboren. Und ich muss ehrlich
gestehen, dass ich nicht bereit bin, von dieser Haltung
abzuweichen, wenn es nur um die Befriedigung eines
Kontrollanspruchs geht, der genauso gut ohne diese Details
funktionieren könnte. Nochmals: Warum muss ein Lehrer wissen
(wenn es keine Auswirkungen auf den Unterricht hat), ob Klein
Erna wegen Aua am Kopf oder an der Mutz gefehlt hat? Was
bringt das zusätzliche Wissen, und vor allem: wem?

Schwierig hier mehr als wenig faßbare Begriffe wie Respekt, Lernklima und Werte wie wohlwollende Ehrlichkeit zu bringen.
Doch mir reichen diese Dinge schon.

der Zusammenhalt, der Umgang zwischen den Leuten, war über alles
gesehen wesentlich besser.

Der Preis für so allerlei Geschehnisse zwischen dem Ende der
Siebziger und heute („geistig-moralische Wende“ hieß das, als
Birne seinerzeit loslegte). Die gesellschaftlichen Mechanismen
funktionierten aus meiner Sicht auch in den gebrauchten
Ländern vor ≈ 20 Jahren wesentlich besser.
Das betrifft z.B. Vereinsleben, ehrenamtliche Tätigkeit
und ganz allgemein soziale Interaktion.

Höre ich desöfteren von den Mitbürgern dort. Wird wohl sicherlich etwas dran sein.

Gleichzeitig führen private Firmen
Serverfarmen, in denen Abertausende Informationen über
Menschen ohne deren Kenntnis gespeichert und sogar verkauft
werden.

Was kriminell ist und bleibt. Nur besteht kein politisches
Interesse daran, hiergegen vorzugehen.

Eben nicht. Bisher haben sämtliche Datenschützer auf Granit gebissen, wenn es darum ging, gegen diese waren „großen Brüder“ vorzugehen.

Die mindestens an dieser Stelle auch gar nicht nötig täte. Die
entsprechenden Gesetze existieren, werden aber aus politischen
Erwägungen heraus nicht umgesetzt (was u.a. unser
Chopperfahrer im Innenministerium alles gerne hätte, lasse ich
mal außen vor).

Wenn Du ihn schonmal erwähnst, fällt mir eine kleine Bösartigkeit von damals ein: „Die Mehrheit der Bundesbürger sind laut einer Umfrage der Meinung, Wolgang Schäuble sollte auf Grund seiner Verwicklung in den aktuellen CDU-Skandal NICHT ins Gefängnis. Grund? Schäuble sitzt doch schon…“. :smiley:

Doch zurück zum Thema. Gedankenanstoß: Was ist von einem politischen System zu halten, dessen Juristerei maßgeblich durch eine - genau genommen geduldete - Clique beeinflußbar ist?

fördert das Chaos, ganz im Sinne der deutschen
Gründlichkeit. Bis alles in Scherben fällt.

Nicht doch, nicht doch. Jeder der den logisch zwingenden Schluß ausspricht, daß Deutschland in den kommenden Jahrzehnten an die Wand fährt, wenn nicht möglichst schnell eine Generalreform des Staates durchgeführt wird, wird doch gleich mit dem Prädikat „Schwarzmaler“ abgestempelt, sowie zu einem Monat Endlosschleife des Filmbeitrages „Du bist Deutschland“ verdonnert.

Grüße :smile:

Immer noch nicht Hola sondern Hallo :wink: ,

So so, deswegen wurde mein Vater auch aus der DDR ausgewiesen,
weil er zu viele kritische Fragen stellte und selbständig
dachte!
Es galt sehr wohl für das Bildungssystem, nur hast du das als
Kind nicht begriffen. Du kanntest es ja nicht anders.

Das ist nicht richtig. In der Mehrzahl der Fälle gab es keine
wirklich ernsthaften Restriktionen gegen Schüler - ich
erinnere an Frau Merkel.
Pastorentocher, Doktor der Physik.
Natürlich gab es Vorfälle, doch ist die Darstellung, ständig
und überall sei massivst mit Druck vorgegangen worden, oder
seien Leute durch die Blume mit aggressiven Maßnahmen im
Lebenswandel behindert worden, schlichtweg historisch falsch.
Es wird sicherlich noch ein Jahrzehnt bedürfen, bis auch nur
im Ansatz ein wirklich sachliche Auseinandersetzung mit der
deutsch-deutschen Geschichte im Ansatz (!) stattfinden kann.
Man blicke nur auf den Nationalsozialismus, in welcher Form
dort auch nach 70 Jahren immer noch herumgerührt wird.

Aha, also bist du auch gegen Pauschalaussagen, denn ich habe diese absichtlich pauschal gehalten. Und im übrigen mein Siefvater war 15 als er ausgewiesen wurde. Von seiner Großmutter die ihn erzog zu den seinen Eltern die noch in einem Flüchtlingslager untergebracht waren.
Er wollte nicht gehen, musste aber. Und seine Großmutter hat er nie wiedergesehen. Nicht mal zu Beerdigung durfte er einreisen, seine Eltern schon!
Was ich aber im Grunde wollte dich von diesen pauschalen Aussagen mal weg zu holen. So wie du argumentierst hört es sich so an als wenn im Westen kein einziges Elternteil sich für sein Kind interessiert, und das ist nicht korrekt.

Es war vielmehr so, daß die Eltern weitestgehend mitgezogen
haben. Anders gesagt, war schon vom Elternhaus „zu meiner
Zeit“ überhaupt kein Verständnis vorhanden, wenn es um
Schwänzen oder „Abwesenheit mit Beigeschmack“ ging. Um eine
Spruchweise zu zitieren, die heutzutage unter die Räder
gekommen ist: Es geht nicht immer nur nach Lust im Leben.

Sorry, wenn die Eltern da nicht mitgezogen haben galten sie
sehr schnell als „Feind des Systems“,

Siehe das Beispiel meines Stiefvaters, seine Großmutter hat ihn zu einem weltoffenen, durchaus kritischen Menschen erzogen. In der Folge musste sie im übrigen das Haus verlassen das sie bewohnte und in eine kleine Wohnung umziehen. Von oben angeordnet…
Und nur weil du es aus deinem persönlichem Umfeld nicht berichtet bekommen hast heißt das nicht das es nicht existiert hat. Manche Wahrheiten werde gerne verschwiegen, weil sie einem unangenehm sind. Die extremsten Beispiele hierfür fand man nach der NS-Zeit, oder wie will man sonst erklären das ein großteil eines Volkes angeblich nichts von Deportationen und Vergasungen gewußt hat.
Najaj aber das gehört nicht hierher und dient nur als Beispiel. Wir sind halt nicht so gut und schnell in der Aufarbeitung unserer Vergangenheit.

Polemisch und maßlos übertrieben. Natürlich fiel man auf, wenn
man „gegen etablierte Haltungen“ handelte, doch ist es erneut
historisch absolut falsch, den Eindruck zu erwecken, eine
brutale Maschinerie sei plötzlich aufgeschreckt und mit
todbringenden Mitteln gegen jedes noch so kleine „Zahnrad“ im
Getriebe vorgegangen.
Auch das ist mit Blick auf den real geschehenen Bildungsalltag
der DDR ein Märchen.

Nun das ist eine Frage des Blickwinkels.

Und ich spreche hier zusätzlich sogar noch aus eigener,
familiärer Erfahrung.

Du spricht also mit und von Wissen aus dritter Hand, ob Familie oder nicht ist dabei eigentlich egal.

Auch für Dich Andrea zum ungezählten Male: Die DDR war kein
totalitärer Staat im Sinne des Dritten Reiches. Schon hier ist
diese Assoziation, die nämlich häufig auftritt, einfach
falsch.

Nun im Sinne des Dritten Reiches mit den unzähligen auf Staatsgeheiß Ermordeten nicht. Im Sinne von Überwachung und Restriction war dieser Statt aber sehr ähnlch.Bezüglich der Restrictionen bringe ich das mal auf einzelne Aussagen: Jedes Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist ein Verbrechen zuviel. Jede Unterdrückung ist eine Unterdrückung zu viel. Genauso wie jedes Kind das geschlagen oder misshandelt wird ein Kind zu viel ist.
In Dingen dieser Art neige ich zum Absolutismus, wir sind alle zivilisiert genug um anders mit einem Problem umzugehen. Und dies sollte auch jeder Staat sein, egal ob totalitär oder sonst was.

Ich erinnere mich einst an ein Streitgespräch hier, als ich
auf Anfrage eines interessierten Mitbürgers aus den Alten
Ländern, den typischen DDR-Schulalltag erstens aus meiner
Sicht erzählen sollte, und zweitens aus der Sicht, die ich
durch die jahrelange Beschäftigung mit dem Thema als
distanzierte Sichtweise dagegensetzen würde.
Daraufhin mischte sich jemand ein, der zu denen gehörte (samt
Familie), die unter dem System gelitten hätten. Problem war:
Sie stellte ihre Einzelerlebnisse als uneingeschränkt gültig
und normal dar, erzählte an vielen Stellen faktischen Unsinn
et cetera.

Nun, ich würde das nicht so unbedingt von der Hand weisen, wenn man eine Erfahrung gemacht hat wird man entsprechend sensibiliesiert. Und dies führt in der Folge dazu das einem diese Dinge viel öfter im Alltag begegnen. Man nimmt sie nach einer solchen Erfahrung erst richtig wahr. Das ist wie mit Schwangeren oder jenen die schwanger werden möchten, die sehen plötzlich überall auch Schwangere :wink:
Sob wenig wie du bzw. besser wohl deine Familie diese Dinge wahrgnommen hast, genausowenig hat sie die Dinge wahrgenommen die Deine Familie erlebt hat. Es ist eine Frage der Focussierung, somit sind beide Aussagen richtig.
Was uns wiederrum zurück zum Thema bringt…

Keine Frage - Repressionen gab es, doch ist es unzulässig, aus
solchen Einzelschicksalen einen weitausholenden Hammerschlag
zu konstruieren, der auch noch impliziert, man hätte permanent
ein Terrorregime im Nacken gespürt.

Nun bist du aber polemisch und effekthaischerisch. Hier hat niemand die DDR mit einem Terrorstaat verglichen. Das willst du nur herrauslesen. Und Terror ist nicht gleich Terror.

und somit waren die
Eltern auch unter Druck und konnten gar nicht anders wenn sie
nicht irgendwelche Repressalien fürchten wollten.

Wie gesagt: falsch. In der Mehrzahl der Fälle zuckte „das
System“ gar nicht, oder die Reaktion war eine rein verbale, in
diesem zum Lachen anmutenden „sozialistischen Deutsch“.

Eine verbale die allerings eine Drohung enthielt, und bei ganz uneinsichtigen auch durchaus noch viel weiter führte. Und nochmal auch wenn es nur einmal vorgekommen wäre es wäre einmal zu viel.

Zu meiner Zeit gab es Hausbesuche der Klassenlehrerin, wo in
Abwesenheit des Kindes über allemöglichen Aspekte des
Schulalltags geredet wurde. Neudeutsch würde man vermutlich
heuer „Transparenz“ schimpfen, oder „Lehrer-Eltern-feedback“,
oder „Schule-Elternschaft-Kooperation“ - solche lachhaften
Worthülsen für trivialste Selbstverständlichkeiten des
Schulalltags [für DDR-Verhältnisse].
Oder was ebenso genau in diese Kerbe der wohlwollenden
Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern fiel, waren die offenen
Elternabende. Sprich, Zensuren, Namen, Vorkommnisse - alles
Mögliche eben - wurden unverblühmt vor allen Anwesenden
erörtert. Heute halten es mehr und mehr Eltern nichtmal mehr
für nötig, zu den Elternabenden zu erscheinen, und wenn
endlich informiert werden soll, geht das Getue um den
vermeintlichen „Datenschutz“ los; Zensuren, Leistungsstände,
Benehmen, Verhalten et cetera also nicht mehr „im Kollektiv“
besprochen werden dürften. Was für ein Unfug.

Hausbesuche, naja die gab es nicht mal zu meiner Zeit eher zu der Zeit wo meine Eltern zur Schule gegangen sind. Und vor allem sind diese nicht mehr leistbar von den Lehrern da die Mittel fehlen hierfür noch Lehrkräfte einzustellen. Was im eigentlichen des Pudels Kern ist, nämlich die finanzielle Mittellosigkeit des Bildungssystems und die damit verbundenen strukturellen Schwächen.
Zudem ein mit dem Industriezeitalter eingezogener Werteverfall der viele Dinge in unserem Lebensalltag beeinflusst. Es gibt keinen Generalschuldigen, sondern viele zu berücksichtigen Umstände. Insofern greife ich mal deinen Ausspruch mit „Ich bin Deutschland“ auf, diese Aktion ist ein Wassertropfen der diesem Verfall entgegenwirken soll. Schließlich wurde uns über Jahrzehnte eingetrichtert das es nicht korrekt ist Stolz zu sein auf seine staatliche Abstammung ohne nicht gleich in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Obwohl Nationalstolz wenig mit braunem Nationalsozialismus zu tun hat…
Diese Aktion soll dazu dienen aus dieser Denkschleife auszubrechen und wieder die Möglichkeit schaffen ganz ohne schlechtes Gewissen Stolz darauf zu sein wer man ist und woher man kommt.

3 Stunden Hausaufgaben nach einem 8 Stunden Tag sind hier bei
unserem Gym durchaus die Regel.

Ach komm - bitte nicht diese Mitleidstour.
Würde ich jetzt wieder den Zyniker in mir anschalten, müßte
ich sagen, daß es selbstgemachter Ärger ist, die Kinder aufs
Gymnasium geschickt zu haben, und daß es andersherum zwei
bildungstechnische Probleme sind, deren „Opfer“ Deine Kinder
werden. Erstens: Das Regelgymnasium in Deutschland ist eher
Paukanstalt als Lernanstalt. Zweitens: Die höheren Stellen
zeigen sich anscheinend unfähig, eine ertragbare Belastung des
Schülers zu gewährleisten.
Wobei man hier ganz klar sagen muß: Wir sind auch nicht daran
gestorben, etwas für die Schule getan haben zu müssen.
Hier klingt schon wieder diese kotzige Mentalität dieser Tage
durch, daß möglichst mit dem letzten Pausenklingeln des Tages
der Schalter umgelegt wird auf „jetzt ist Freizeit, leck mich
am Arsch Schule“.

Das hat mit Mitleid nichts zu tun, nur mit einer gewissen Unfähigkeit Unterricht so zu halten das sich die HA in einem gewissem Maß halten.
Und hierbei ging es mir um das Maß, im übrigen rede ich hier nicht von Oberstufenschülern sondern von Schülern die a) eine entsprechende Empfehlung hatten und b)in der Mitte der Unterstufe sind.

Und bitte - in Deinem konkreten Fall: 8-Stunden-Tag. Den hat
man erstens nicht jeden Tag, zweitens ist man nach 8 Stunden
spätestens 16.00 Uhr zuhause, drittens drei Stunden weiteres
Arbeiten macht dann erst 19.00 Uhr. Entschuldigung? Wo ist das
bitte übertrieben?

Nun, zunächst mal vergisst du die Lebenserhaltenen Bedürfnisse wie essen/trinken, dann liegen wir nach deinem Beispiel bei ca. 19:45.
Zudem kommt noch hinzu das ich hier auf dem Land wohne, sprich alle Schüler werden mit Schulbus befördert der im übrigen nur zu bestimmten Zeiten fährt. Somit verschiebt sich das ganze nochmal um eine Stunde und wir sind bei 20:45. Und es bleibt nach anzumerken das diese Stunde Morgens ja auch noch dazu kommt, also statt 7:00 aufstehen heißt es 6:00 aufstehen. Da Schlaf für das lernen wichtig ist bleibt an solchen Tagen also Null Freizeit.
Im übrigen haben diese Kinder in der Regel immer 6 Stunden und sind dann mit dem Buss um 14:00 Uhr zu Hause. 2 mal die Woche 8 Stunden Unterricht. Da Sportunterricht nur wenig stattfindet (2 Stunden die Woche sind nicht viel) wird an den 6-Stunden Tagen versucht sich sportlich zu orientieren. Dies findet im übrigen auch nur unter der Woche statt, Training an WE’s sind seltenheit weil der Trainer ja auch WE haben will als Ehrenamtlicher.
Und zudem kommen dann noch Termine an allerlei anderen die von der Natur der Sache auch nur unter der Woche stattfinden können.
Summiert man das ganze ist dies doch eine erhebliche Belastung.

bleiben einige Stunden für das Kind, noch andere Dinge zu tun

  • UND DAS GANZE WOCHENENDE.

Rechnung siehe oben, und das WE naja. Angesichts weniger guter Freizeitangebote … aber lassen wir das.

Ich darf gerne auf meine 1. Klasse zu DDR-Zeiten verweisen:
Unterricht am Sonnabend. 7.30 Uhr gings los, bis 11.05 Uhr.
Also bitte dieses Gejammer abstellen.

Nur nicht denken das es das bei uns nicht gab oder gibt. Es gibt auch hier noch Schulen die Sonnabends Unterricht leisten, vor allem im Grundschulbereich.

Nebenbei Rückschluß auf weiter oben: Was hast Du Dir denn um
Gottes Willen ausgemalt bei den Überlegungen für den
Arbeitsalltag an einem Gymnasium???

Ich gar nichts, weil ich hab keinen Gymnasiasten zu Hause. Trotzdem finde ich die Arbeitsbelastung immens. Im übrigen es gibt meist an den 6-Stunden Tagen noch mehr auf als an den 8-Stunden Tagen.

Vier Stunden Unterricht und mittags dann mit Schirmchengetränk
im Sonnenstuhl abhängen???

Wenn die Kinder denn Mittags zu Hause wären natürlich nicht. Aber ich lebe wie gesagt auf dem Land und da ist es etwas ganz anderes.

Und am besten noch Lehrer, die einen Unterricht führen wie:
„So liebe Kinderleins - wollt ihr heute dies oder das machen.
Das nicht? Nein? Ach, ihr wollt gar nichts machen. Na gut,
dann machen wir heute 'mal schöne Spiele, nicht wahr, weil ihr
es seid, ihr ach so überforderten Kinderleins.“.

Nein, sie sollten Unterricht machen und Stoff vermitteln und nicht nur die Schüler still beschäftigen und dann noch HA zu Stoff selbst erarbeiten in Unmengen. Das Maß ist hier gefragt und die richtige Vermittlung von Lerninhalten. Es kann nicht angehen das Schüler sich komplette Lerninhalt alleine erarbeiten müssen ohne Anleitung/Hinweise der Lehrkraft.

Verzeih mir bitte den mit viel Genuß tief aus mir
heraussprudelnden Spott über dieses doch inzwischen extrem
überspannte Klischee à la „Hach, 8-Stunden-Tage und dann noch
zuhause hinsetzen, ach herje, …“.

Deine Polemik ist mal wieder nicht zu überbieten… Auch du schaust nur aus deinem begrenztem Blickfeld auf das worüber wir hier diskutieren.

Absolut primitive Anforderungen. Einfacher kann man es doch
gar nicht haben - ein überschaubarer Alltag, der im Vgl. zum
späteren Leben eine echte Schonzeit ist.

Also ich möchte nicht tauschen, mit diesen Schülern. Nicht im geringstem. Mit unseren Realschülern, ja da würde ich es tun. Aber nicht mit den Gymnasiasten, da würde ich mich schlechter stellen.

Wenn einem das Stoff so in den Schoß fällt sicher, wenn man
sich diesen aber richtig erarbeiten muss ist das was anderes.
Lernen ist nicht immer leicht und vor allem nicht für jeden.

Was hat der Schulbesuch bitte mit Stoffverarbeitung zu tun?

Nun, wozu dient die Schule? Doch dazu Stoffinhalte zu vermitteln bzw. dazu anzuleiten sie zu erarbeiten. Beim lernen zu begleiten ist eine der Aufgaben der Schule meines Erachtens. Und auch lernen will gelernt sein.

Noch ein Wort zur DDR: Ich hab unter diesen Verhältnissen zwar
die wichtigsten Phasen der Schullaufbahn erlebt, doch die
meine Oberstufenzeit war 1999-2002. Darauf beziehen sich auch
meine Äußerungen - ich hatte halt Glück, an einer Schule das
Abitur zu erwerben, wo sich ein gewisses Lern- und
Arbeitsklima erhalten hat.
Mit der eigentlichen DDR hat das nur noch bedingt zu tun. :smile:

Nun, du hast bereits zugegeben das deine Erfahrungen sich auf die Umstrukturierungszeiten beziehen. Und da muss ich dir sagen das diese nicht mit dem realem Geschehen zu DDR Zeiten vergleichbar sind. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, aber es liegt in der Natur der Sache. Und wie oben schon gesagt, du beziehst dich mit deinen Äusserungen auf Erfahrungen rein aus drittter Hand. Wir hatten hier schon mal die Diskussion über die inhaltliche Wahrhaftigkeit solcher Erzählungen.

Nein. Würde im Gesundheitssystem festgeschrieben sein, daß
Atteste kostenfrei erteilt würden, wäre die Sachlage für die
Schule nicht anders. Das Gebührenproblem fällt *nicht* in ihr
Aufgabenfeld - in ihr Aufgabenfeld fällt aber (oder sollte
fallen), sicherzustellen, wann wo warum welche Schüler nicht
anwesend sind bzw. waren, so daß festgestellt werden kann, ob
entschuldigtes oder unentschuldigtes Versäumnis vorliegt. Das
schließt auch die ordentliche Prüfung mit ein, ob etwaige
Abwesenheit plausibel ist (oder eben nicht).

Dafür bedarf es aber nicht zwingend der Forderung nach einem Attest. Bei Sterbefällen oder ähnlichem wäre eine Belegung wohl angebrachter. Krank ist krank egal ob Regelbeschwerden oder Schüttelfrost.

Ich entstamme einem Hintergrund, auf den Letztgenanntes
zutrifft, dennoch gilt das Argument der Priorität. Kümmere ich
mich lieber anständig um meine Pflichten (Schulbesuch,
Begründung von Abwesenheit), oder - polemisch gesprochen -
heize ich mit der Karre wie ein Bekloppter durch die Gegend,
daß man den Strudel im Tank sehen kann, so daß die Spritkosten
in die Höhe schnellen. Oder ob ich mir dreimal in der Woche
ein neues Photomobiltelephon bei eBay ersteigern muß. Und ich
wurde nunmal so erzogen, daß ich mich eher in meinem
Konsumverhalten einschränke und Geld für „sinnvolle Dinge“
gezielt mit einem Höchstmaß an Überlegung und Verständnis für
die Notwendigkeit ausgebe. Punkt.

Ahja, und wenn das Kind nunmal anfällig ist für bestimmt Krankheiten dann soll ich zum zahlen verdonnert werden. Auch wenn ich darauf keinen Einfluss habe. Nun, ein Attest wäre vielleicht dann angebracht wenn der Schüler, aufgrund der Tatsache das er gesehen wurde woanders, ein Attest zu bringen hat.

Ohne nähere Informationen bezweifle ich das: Zu meiner
Oberstufenzeit gab es nämlich auch so einen Fall. Ein
seltendämliches, rundum verblödetes Kifferkind, für das die
Eltern ganze Hefter an Bußgeldbescheiden ins Haus bekam, ohne
daß es von einer Seite her zwingende Konsequenzen gegeben
hätte. Die Bußgelder durfte (!) das Ordnungsamt nicht
vollstrecken, die Eltern reagierten mit verhöhnender
Gleichgültigkeit.

Nun das Ordnungamt hätte es durchaus gekonnt, sofern die Schule darauf bestanden hätte. Die Kosten hat nämlich die Schule zu tragen.

Resignation ist keine Lösung.

Nein, natürlich nicht. Eher mit Notwendigkeiten und Prioritäten, und da legen dann manche Schulen lieber Wert auf Lernmittel als auf die Anwesenheit bestimmter Schüler, damit der Rest jedenfalls gut durchkommt.

Gruss
Andrea

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