Hi!
Ich bezeichne mich in der Auto-Thematik nicht als Experte,
möchte aber trotzdem meine Meinung zu Deinem Beitrag und dem
Artikel kundtun.
wird einem da nicht angst und bange?
Nicht wirklich. Warum sollte es?
Eine gesunde „Angst“ sollte man schon mitbringen, um einigermassen vernünftig zu fahren… 
Die ganzen Crashtests mit 5 Sterne Ergebnis wiegen einen doch
in falscher Sicherheit, oder wie seht ihr das?
Damit man die Sicherheit von Autos bewerten kann, muss man
zwangsläufig die notwendigen Tests standardisieren. Dabei wird
ein Unfallszenario abgebildet, das (angeblich) am häufigsten
vorkommt. Derzeit ist das wohl ein leicht versetzter
Frontalcrash mit 64km/h. Es ist aus verschiedenen Gründen
nicht möglich, alle Autos auch in anderen Szenarien, z.B. mit
höheren Geschwindigkeiten, zu testen. Somit stellen diese
Tests prinzipbedingt einen Kompromiss dar.
Das ist schon richtig, allerdings belegt der Test des Renault noch einen weiteren Fakt: Renault optimiert seine Autos klar auf den Euro-NCAP Test hin.
Das geht, weil sie z.B: in den USA nicht vertreten sind, wo ein anderes Testszenario gilt.
Hersteller wie Mercedes, Volvo oder BMW, die ihre Autos weltweit vertreiben und somit eben auch für Tests in den USA und Japan gerüstet sein müssen, müssen deutlich aufwändiger konstruieren und dabei kommen dann Autos heraus, die in mehreren Szenarien gut abschneiden.
Somit kann bei einem Unfall dessen Rahmenbedingungen ja meistens nicht denen des Testszenarios entsprechen ein Auto wie der Mercedes W211 (E-Klasse), der m.W. beim Euo-NCAP Test nur 4 Sterne erreicht, in der Realitäät deutlich sicherer sein, als eben der Renault.
Vernünftigerweise informiert man sich zu dieser Thematik. Dann
weiss man auch schon früher, dass die Crashtests bei anderen
Tempi bzw. anderen Szenarien (Heckaufprall, Seitencrash…)
anders ausgehen. Und man kauft ein Auto mit Sicherheit nicht
allein aufgrund der Anzahl Sterne, die es bei dem
Standard-Test erreicht.
Die Crashtests sind ein guter Anhaltspunkt.
Ein Auto, das nur 3 Sterne im Euro-NCAP Test erreicht, wäre für mich indiskutabel.
Ich kaufe seit Jahren nur noch große, moderne, sichere Autos, die AUCH in den USA-Crashtests für gut befunden worden sind. Das ist für mich eines der Hauptargumente beim Autokauf.
Wer denkt denn schon, dass noch nicht einmal 20km/h mehr solch
fatale Wirkung haben.
man Physik
So ist es.
Ab 100 Km/h tut es auch in einem Maybach weh…
Allerdings würden wir ohne die Bemühungen des ADAC und von Mercedes bzgl. Crashtests heute kaum so weit sein in Sachen aktiver und passiver Sicherheit.
Ein alter Geländewagen wie der Landrover Defender war für alle Beteiligten eines Unfalles eine Todesfalle.
Heute kann ein Fiat Panda mit einem Mercedes ML zusammenstoßen und alle haben eine Überlebenschance.
Das einzige wirklich unsichere Auto aktueller Bauart ist der Smart. Wenn zwei davon einen Unfall miteinander haben, gibt es Kleinholz, denn dieses Modell ist auf die Knautschzone des Unfallgegners angewiesen und hält selbst nur eine harte Sicherheitszelle vor.
So gut wie alles andere, was man heute neu kaufen kann, ist schon sehr sicher, Ausreißer gibt es natürlich.
In diesem großen Angebot hat man dann nochmal die Auswahl unter einigen extrem sicheren Fahrzeugen. Und dazu zähle ich den Renault nicht unbedingt, da er eben einseitig auf Euro-NCAP Bedingungen optimiert ist, die leider nur selten wirklich vorliegen, wenn es mal ernst wird…
Dass dies alles bei hohen Geschwindigkeiten, also ab 90-100 Km/h, nicht mehr unbedingt funktioniert, kann man sich ja oft genug auf den Autobahnen nach Osten, wie z.B. der Deggendorfer Autobahn oder der A3, ansehen, wo man Kleinlaster sieht, die komplett zermatschte E-Mercedes gen Osteuropa karren, um sie dort auszuschlachten.
Mitdenken wird somit auch weiterhin gefragt sein. Beim Fahren und eben auch bei der Bewertung von Crashtest-Ergebnissen.
So oder so: Egal wie sicher ein Auto ist und egal, wie viele
Airbags und andere Sachen es eingebaut hat, Du musst trotzdem
vernünftig fahren. Dich an die Tempolimits halten. Dich der
Situation (Wetter…) anpassen und ggf. langsamer fahren.
Hinreichend Abstand zum Vordermann einhalten. Und so weiter.
Vor allem halte ich es für notwendig, sein Auto vernünftig zu beherrschen. Das sicherste Auto bringt wenig, wenn ich damit unsicher fahre.
Im Umkehrschluß kann ein altes, verhältnismässig crash-unsicheres Auto durchaus ein sicheres Fortbewegungmittel sein, wenn der Fahrer sein Gerät behrrscht und auch möglichst viele Fehler anderer Fahrer durch angemessene Fahrweise ausgleichen kann.
Das sture EInhalten von Tempolimits allein reicht nicht aus.
Ich fahre da lieber bei Leuten mit, die etwas schneller fahren, aber ihr Fahrzeug gut im Griff haben.
Es ist IMHO schade, dass da ein ähnlicher Trend zu beobachten
ist wie bei den Computern. Da meinen auch viele User, sie
seien vor allen Unbillen geschützt, weil sie ein
Antivirenprogramm und evt. eine Personal Firewall haben und
wundern sich dann, wenn sie sich trotzdem schädliche Sachen
einfangen…
Das liegt auch an der oft realitätsfernen Fahrschulausbildung und modernen Autos, welche den Fahrer vom eigentlichen Fahrern entkoppeln und durch elektronisches Spielzeug ablenken.
Etwas überzeichnet ausgedrückt: der Fahrschüler lernt das Fahren auf einem VW Golf mit ESP und Basisaustattung.
Er kauft dann einen Fiat ohne ESP mit dickem Radio und Nachrüst-Navi und fliegt bei Regen erst mal aus der Kurve.
Die ersten Autos meiner Geschwister und mir waren VW Golf 2, Fiat Panda und Mercedes 123. Wir können jetzt fahren…
Gruß,
M.