Was schenk ich meiner dementen Schwiegermutter

Hallo,

vielleicht habt ihr ja eine Idee. Also, meine Schwiegermutter wird immer dementer. Sie möchte zu Weihnachten ein Geschenk, allerdings erfreut sie so gar nichts mehr. Letzes Jahr haben wir ihr einen Kalender mit Luftaufnahmen vom Bodensee geschenkt, da sie dort aufgewachsen ist. Bis vor 2 Jahren hätte sie sich vor Freude überschlagen. Dieses Jahr hat sie ihn noch nicht mal aufgehängt.

Was uns am liebsten wäre: Irgendwas was ihr das (momentan noch zuhause) Leben erleichtert und ihr eine Erinnerungsstütze bietet. Aber ohne das sie es vielleicht merkt, dass sie eine Unterstützung fürs Leben bekommen hat.

Kleider will sie nicht, mit der Begründung sie braucht nicht mehr viel zum anziehen. Schmuck will sie nicht mit der Begründung es ist zu teuer, sie geht eh nicht aus dem Haus, wer soll es sehen …

Bücher liest sie nicht mehr. Fernseher und so hat sie. Blumen sind ihr zu viel Arbeit. Aus dem Haus will sie auch nicht mehr, also zum Essen einladen geht auch nicht. Fersenporsche besitzt sie. Tagesausflüge, Urlaub vergesst es, sie hätte von uns eine Hin-und Rückfahrt an den Bodensee bekommen und in der Ferienwohnung im Haus ihrer Schwester wohnen können, will sie nicht. Selbstgemachtes kommt nicht an. Zum Geburtstag habe ich mir tagelang die Mühe gemacht alte Dias auf eine Foto-CD zu brennen und ihr die mit einem DVD Spieler (ganz einfach bedienbar) zu schenken. Wir durften das Zeugs gerade so wieder mitnehmen. Das Geschirr das sie von meinem Schwager bekommen hat übrigens auch.

Wenn man sie fragt was sie will sagt sie gar nichts, wenn man nichts bringt dann ist sie 3 Tage am heulen weil man sie vergessen hat.

Fällt euch was ein? Weihnachten und Geburtstag stehen vor der Türe :smile:

Danke Ute

hi

vielleicht habt ihr ja eine Idee. Also, meine Schwiegermutter
wird immer dementer. Sie möchte zu Weihnachten ein Geschenk,
allerdings erfreut sie so gar nichts mehr.

ein Moleskine http://de.wikipedia.org/wiki/Moleskine :smile: dann kann sie alles aufschreiben, was sie nicht vergessen will :smile: und sie ist damit in bester Gesellschaft mit lauter berühmten Persönlichkeiten (Edgar Wallace, Oscar wilde etc. ) und kann immer wieder unauffällig nachschauen :wink:

Gruß H.

Ach Hexerl,

an das haben wir auch schon gedacht, das Problem ist sie hat sowas ähnliches (also eher einen Dater), weigert sich aber was aufzuschreiben, sie ist sich ja sicher, dass sie nicht vergesslich ist.

Nur was sie ganz sicher nicht vergessen will, wie Telefonnummern stehen da drin (oder auf kleinen Schmierzetteln rund ums Telefon verteilt).

Grüße Ute

Hallo,

nur als Idee:
Wir hatten unserer leichtdementen Oma zum Geburtstag einen Gutschein von einem Wollladen geschenkt, so dass sie sich selbst mit Wolle zum Stricken eindecken konnte.
Das Stricken hat bei ihr den Vorteil, dass sie wieder etwas Gehirnjogging macht. Trotz Schwierigkeiten beim Stricken (die sie früher nicht hatte) gibt sie nicht auf und hat zusätzlich noch eine Beschäftigung, die ihr Spaß macht.

Es kommt halt darauf an, wie weit fortgeschritten die Demenz auch schon ist…

LG,
Schröti

Hallo Schröti,

gestrickt hat sie im ganzen Leben noch nicht, vor vielleicht 70 Jahren in der Schule mal gehäkelt. Sie hat vor vielen, vielen Jahren mal angefangen so Wandteppiche zu knüpfen, die liegen auch unfertig im Schrank.

Sie lebt noch zuhause, ist sich auch ganz sicher nicht vergesslich zu sein, geht aber Sonntags einkaufen (na ja, die Läden haben halt zu) und erzählt völlig unsinnige Sachen, verlegt ihr Zeug, die Wohnung wird immer schmuddeliger. Der Arzt will ihr noch ein bisschen Zeit geben, da sie selber sich regelmäßig ernährt und ihre Körperhygiene stimmt.

Wenn man sie auf betreutes Wohnen oder so anspricht bricht eine Welt zusammen. Gleichzeitig will sie aber betreut werden, wenn sie selber mal wieder (z.B. am nächsten Tag) merkt, was sie erzählt oder getan hat. Aber einen weiteren Tag später hat sie wieder vergessen, dass was vorgefallen ist.

Dies nur am Rande

Bin über weitere Vorschläge sehr gespannt.

Grüße Ute

Hallo Ute,

ich habe gerade eben Deinen Thread bei „Älterwerden“ gelesen. Darin schreibst Du:
„Da ich auch z.B. den Herd als eines der größten Probleme ansehe, vielleicht schaffen wir es nach dem Arzttermin, dass sie Essen auf Rädern bekommt. Dann könnten wir da wenigstens den Herd abstellen, das wäre schon mal eine Hilfe.“

Offenbar akzeptiert sie „Essen auf Rädern“ ja nach wie vor nicht. Aber wie wäre es, wenn Ihr Ihr einen Induktionsherd kaufen würdet? Ich denke, das würde die Gefahr eindämmen, dass etwas passiert wenn sie mal eine Herdplatte vergisst auszuschalten. Denn Induktionsplatten sind ja nur heiß für die entsprechenden Materialien.
Als Folgegeschenke könntet Ihr ihr dann auch gleich die entsprechenden Töpfe & Pfannen schenken…

Zugegeben, es ist eine kostspieligere Anschaffung. Aber vielleicht könnt Ihr ja zusammenlegen?

Liebe Grüße
Stefanie

P.S.: Vielleicht weiß Forumsmitglied Wiz ja auch noch ein gutes Geschenk? Er hat sicherlich die meiste Erfahrung im Umgang mit älteren Menschen (siehe Posting http://www.wer-weiss-was.de/app/service/board_navi?G… )

Hallo Stefanie,

ich glaube diese Anschaffung wäre zu kostspielig da der gesamte Herd ausgetauscht werden müsste, dazu die Arbeitsplatte. Wir wissen nicht wie lange sie noch in der Wohnung ist, daher scheuen wir diese Ausgaben um das Geld lieber in eine Ausstattung zu stecken sollte sie in altenbetreutes Wohnen kommen. Die Küche ist mittlerweile rund 30 jahre alt und die Umrüstung wäre nicht einfach.

Grüße Ute

Hallo…

vielleicht keine Hilfe im Alltag…

aber wie wäre es mit etwas ganz festem… was jeden Monat wiederkommt:

  • 12 wunderschöne Blumensträuße… dann kann sich sich immer auf den 1. / 15. / xten des Monats freuen…
  • vielleicht gibt es eine Zeitschrift, die sie interessiert… das ist kurzweiliger als ein Buch… und man muss sich nicht die Geschehnisse der letzten 20 Seiten merken
  • oder jeden Monat nen festen Familienabend… an dem ihr was plant… eine Kleinigkeit… was besonderes Kochen… oder einen schönen Herbstspaziergang… einen Sommerblumenstrauß sammeln… jeden Monat ein neues Hobby…

Liebe Grüße.

Hallo Ute,

ja, das kann ich verstehen.
Dann schenk ihr doch einfach die Foto-CD vom letzten Geburtstag als richtiges Foto-Album? Also Fotos ausdrucken und real in ein Fotoalbum einkleben?
Kann man mit netten Texten versehen und bereitet dann sicher Freude beim Umblättern, Ansehen (und sich erinnern)… (sowie Du es Dir ja schon beim Erstellen der Foto-CD gedacht hattest)

Zum Geburtstag habe ich mir tagelang die Mühe gemacht alte Dias auf
eine Foto-CD zu brennen und ihr die mit einem DVD Spieler (ganz
einfach bedienbar) zu schenken.

Viele Grüße
Stefanie

Huhu,

die Idee find ich auch gut.

  • oder jeden Monat nen festen Familienabend… an dem ihr was
    plant… eine Kleinigkeit… was besonderes Kochen… oder einen
    schönen Herbstspaziergang… einen Sommerblumenstrauß sammeln…
    jeden Monat ein neues Hobby…

vielleicht auch einen DVD-Abend bei Euch zu Hause mit „Alten Schinken“. Eine demente Nachbarin ist geradezu verrückt nach so Heinz Erhard, Hans Albers, Heinz Rühmann oder Peter Alexander-Filmen.
Da blüht Sie richtig bei auf.

Ich übrigens auch :wink:

Gruß MOtorradmieze

Liebe Grüße.

Hallo,

das mit dem Einladen geht gar nicht, sie benimmt sich wie zur Schlachtbank geführt und das schon seit Jahren. Das heisst wir haben sie zu Geburtstagen eingeladen, zu Weihnachten, zu Silvester. Mit der Option sie abzuholen und heimzubringen, sie weigert sich, nicht nur bei uns. Bei uns war sie in 13 Jahren 1 x, bei meinem älteren Schwager noch nie, bei meinem jüngeren auch seit rund 6 Jahren nicht,

aber das mit dem Fotobuch ist eine tolle Idee.

Grüße Ute

Hallo,

Zeitschriften hat sie schon, da wars dann so, dass sie es ein Jahr akzeptiert hat, dann aber das Abo selber zahlen wollte, oder eben abmelden.

Einladen geht nicht, sie weigert sich alle drei Söhne zu besuchen, wir sollen immer zu ihr kommen. Will man sie abholen und spontan einladen hat sie Durchfall, Kopfschmerzen, das Knie tut weh, sie hat eben Erbrochen, was weiss ich. Das ganze ging aber schon vor Jahren los, hat nichts mit der Demenz zu tun. Sie wollte nie aus dem Haus, egal wohin.

Früher haben wir sie auf den Friedhof begleitet, nun will sie auch da nicht mehr hin. Wir haben sie dann mal zu einer Bodenseeschifffahrt eingeladen, es wurde grauenvoll. Sie stand schon vor 10 Jahren hin und hat gesagt, das mach ich nicht, das will ich nicht. Nun ist es noch viel schlimmer geworden.

Aber wie gesagt, das mit dem Fotobuch ist eine tolle Idee.

Grüße Ute

Eure Lordschaft hatte beliebt zu rufen :wink:

Hier sind ja schon eine Menge gute Ansätze gekommen. Den Induktionsofen habe ich mir gleich mal gemerkt, da hätte ich nämlich einen Kandidaten für. Warum bin ich da selbst noch nicht drauf gekommen?

Aber das ist natürlich tatsächlich eine Preisfrage. Den anderen guten Ansatz mit allem was die Erinnerung an die Familie und das eigene Leben aufrecht erhält wie Poster, Fotobücher, … kann ich auch nur unterstützen.

Und besonders gut gefällt mir (und geht ja in eine ähnliche Richtung) die Sache mit den DVDs mit alten Filmen. In der Arbeit mit an Demenz Erkrankten spricht man in letzter Zeit viel von Biographiearbeit, und dabei geht es genau um solche Dinge. Filme, Musik, Einrichtung, … in Einklang mit der Welt bringen, in der die Betroffenen in ihren Gedanken leben. D.h. durch den zunächst um sich greifenden Verlust des Kurzzeitgedächtnisses spielt das Langzeitgedächtnis eine große Rolle, und die Erkrankten wissen mehr mit der Zeit ihrer Jugend anzufangen als mit der tatsächlichen Zeit heute. Daher werden WGs und Heime inzwischen zunehmend so eingerichtet, dass sie dieser Zeit entsprechen. Dazu kommt dann auch oft noch, dass man den Bewohnern Beschäftigungen gibt, die sie an ihr früheres Leben erinnern, also z.B. Mithilfe bei der Haus- und Gartenarbeit o.ä.

Wenn Schwiegermutter - was für eine Demenz auch ganz typisch ist - nicht mehr aus dem Haus will, dann sollte man den DVD-Abend in ihrer Wohnung stattfinden lassen. Und zwar ohne „Rollkommando“ mit großem Tamtam, sondern ganz ruhig im kleinen Kreis einen Besuch machen, die DVD einlegen, dazu ein paar Käsespieße, Schinkenröllchen, russische Eier o.ä. zur Zeit Passendes auf den Tisch stellen, und dann wirklich auch nur einen Film sehen, um Schwiegermama nicht zu überfordern. Ggf. auch abbrechen, wenn es ihr zuviel wird. Beim nächsten Mal kann man dann eine CD aus der Zeit auflegen, … und ansonsten ist die Zeit, die man für den Betroffenen aufwendet immer noch das größte Geschenk, auch wenn der die Freude darüber nicht mehr zum Ausdruck bringen kann. Aber lieber sich einen Tag über die buckelige Verwandschaft geärgert, die einem schon wieder auf den Pelz gerückt ist, als einen Tag in stumpfer Depression aus dem Fenster gestarrt.

Gruß vom Wiz

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Hallo Ute,

ach herrje, das ist ja schwierig. Ich dachte auch zu aller erst an ein Zeitschriften-Abo. Aber das ist ja nun leider nichts…
Ich habe leider keine Ahnung von Demenz, aber es hört sich auch leicht nach Depression an? Oder gehen beide Krankheiten gern Hand in Hand?
Nun ja. Bei Depression oder „leichten Verstimmungen“ kann man es doch mal mit Tageslicht-Lampen probieren. Diese sollen nachweislich die Stimmung aufhellen.
Vielleicht tauscht man die Lampen auch lieber heimlich aus. Ich glaube nicht, dass man sehr erfreut ist, wenn man mit der Nase darauf gestoßen wird krank zu sein.