Hallo,
kann mir jemand erklären was bei der Plasmabehandlung von Kunststofffolien, in meinem gedachten Fall Polimid, genau vor sich geht? Auch speziell in Hinsicht auf die Oberflächenspannung.
Danke fürs durchlesen
(Coronabehandlung ist bekannt)
Hallo,
kann mir jemand erklären was bei der Plasmabehandlung von Kunststofffolien, in meinem gedachten Fall Polimid, genau vor sich geht? Auch speziell in Hinsicht auf die Oberflächenspannung.
Danke fürs durchlesen
(Coronabehandlung ist bekannt)
Hallo
Ich vermute, das es eine Rolle spielt, woraus das Plasma besteht.
(Keine weiteren Kenntnisse)
MfG
Hallo SalamiChampion,
aus Deinen Angaben heraus lässt sich das nicht eindeutig beantworten. Bei der Behandlung von Kunststofffolien werden im allgemeinen Niederdruckglimmentladungsplasmen oder dielektrisch behinderte Entladungen wie die Coronabehandlung verwendet.
Das Plasma wird im Unterdruck in einem Gas oder Gasgemisch gezündet. Dabei werden unter Einsatz der eingebrachten elektrischen Energie angeregte Atome oder Moleküle, Ionen, freie Elektronen mit sehr hoher Temperatur und UV-Strahlung gebildet. Bei bestimmten Gasen (aber da bin ich kein Experte) können sich auch sehr reaktive Spezies oder Radikale bilden. All dies kann mit einer Kunststoffoberfläche wechselwirken: entweder physikalisch (auftreffende, schnelle Elektronen; UV-Licht, das Bindungen im Kunststoff crackt, was man ja bereits bei Kunststoffteilen sehen kann, die lange im Freien liegen) oder chemisch (Reaktionen zwischen im Plasma gebildeten reaktiven Spezies wie Fluor, Ozon, atomarer Sauerstoff oder anderen mit den Atomen resp. Molekülen der Kunststoffoberfläche).
Normalerweise versucht man bei einer Plasmabehandlung, oberflächennahe Bindungen im Kunststoff aufzubrechen, um eine aktivierte Oberfläche zu erhalten, was z.B. die Verklebbarkeit oder die Lackierbarkeit erleichtert oder gar erst ermöglicht. Dabei besteht aber die Gefahr, dass man zu stark behandelt und dabei den Kunststoff nicht nur aktiviert, sondern dessen Struktur so stark schädigt, dass der Kunststoff nicht mehr benutzt werden kann. Daher sind solche Behandlungen meist sehr schnell und müssen auf den jeweiligen Kunststoff abgestimmt werden, um diesen nicht zu schädigen. Andererseits erlauben diese schnellen Prozesse aber auch die effektive Behandlung von Bandmaterial, so das das nicht zu teuer wird.
Leider bin ich auf diesem Gebiet kein Experte und je nach eingesetztem Gasgemisch überwiegt bei den Wechselwirkungen eher die physikalische oder die chemische Komponente, wobei im allgemeinen viele Prozesse nebeneinander ablaufen. Diese Prozesse im einzelnen aufzudröseln gelingt nur einem Spezialisten. Ich hoffe trotzdem, dass Dir meine Ausführungen zumindest für den Einstieg hilfreich sind.
Daneben kann man mit Hilfe eines Plasmas Kunststoffe auch beschichten, der Terminus „Plasmabehandlung“ wird aber eher zur Beschreibung einer Oberflächenmodifikation benutzt, weshalb ich mich hierauf beschränkt habe.
Grüße, Thomas
Hallo,
vielen Dank für die Antwort, eigentlich genau das wollte ich wissen.
Gruß