Was sind interessante Schulstunden?

Hallo,

mein Bruder wagt sich tatsächlich in den Lehrerjob. Nach bestandenem Ref für Deutsch und Englisch würde ich ihm gerne einmal eine Liste mit interessanten Ideen für Schulstunden und Themenspiele zusammenstellen. Ich kann mich allerdings an nur Weniges aus meiner Schulzeit erinnern, was mir richtig Spaß geamcht hat und hoffe deshalb auf eure Hilfe.

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere - vielleicht auch Schüler, denn ihr wissts am besten :smile: - mal so mit seinen Lieblingsstunden rausrücken würde.

Das heißt, welche Methoden findet ihr gut?

Wenn ihr mies drauf seid, welches Spiel für Deutsch oder Englisch bringt euch wieder Laune?

Was peppt Schulstunden auf?

Also, eure Chance, einen angehenden Lehrer mit ein paar Tipps zu versorgen, damit seine Schüler nicht so leiden müssen :wink:

Danke :smile:

Viele Grüße von Kim

Hallo Corinne,

Dir kann sicher besser geholfen werden, wenn Du noch ein paar Infos über Schulform und Klassenstufen geben könntest, in welchen Dein Bruder unterrichten wird.

Grüße,
Jochen

Hallo,

oh, siehst du, lach, was man alles bedenken muss! Du hast völlig Recht.

Viele Grüße von Kim

hi!

noch einer, der so verrückt ist wie ich ma werden will *g*.
also ich find diskussionen immer klasse…wer nich will, kann abschalten und wens interessiert is dabei. allgemein find ich aber, komm die lehrer besser rüber, wo man als schüler seine grenzen kennt, aber solang man die nicht austestet macht der lehrer n netten, interessanten unterricht. das vor allen dingen dadurch, dass er nich wie aus dem lehrbuch klingt (ich hab so ne physiklehrerin! die schwankt beim reden wien pinguin auf der eisscholle, wenn ich mir mühe geb und im buch blätter find ich ihre worte 1:1 wieder und beim reden schaut se an de decke *gääääääääääääääääääääääähn*)…naja, so jedenfalls nich.
gruß
yvi

Hi Kim

was fand ich damals interessant? Dissussionen über Sachen, die gerade für mich
aktuell waren. Und was überhaupt interessant war. Also nicht wie damal die
hunderste Disskussion über alternative Energien oder die Todesstrafe. Und nix was
einfach so aus den Buch übernommen wird.

Gut fand ich immer, ein schüler nimmt die Zeitund, Zeitschrift, ectr… mit, die
er gerade liest, ein Artikel wird ausgesucht, und darüber wird auch geredet.
Wir hatten damals die Süddeutsche,die Bravo,die Bild…

In Englisch haben wir oft Filme auf Englisch angesehen, und dann drüber geredet.
Aber es ist halt immer schwierig ein Thema zu finden,was jeden interessiert,
jeder mag was anderes.

Good Luck

Julia

Hai, Kim,

jetzt muss ich doch glatt diesen ganzen Artikel nochmal schreiben :frowning:

Also, wir hatten mal für ein Jahr einen genialen Deutsch-Lehrer.

Der hat die Betonung auf die Verwendung von Sprache gelegt. Angefangen hat es damit, daß zwei Schülerinnen sich stritten, was am Ende so aussah, daß sich die beiden gegenüberstanden und sich gegenseitig mit „Blöde Kuh“, „Doofe Ziege“, „Blöde Kuh“, usw. betitelten. Bewusster Lehrer kam dazu und meinte ganz trocken, es wäre an der Zeit, daß wir gepflegtes Beleidigen erlernen würden. Zwei Wochen hat er uns damit beschäftigt, geschliffene und sorgfältig verborgene Beleidigungen auszutauschen (Beispiel aus einem Film: „Mach Dir nicht so viele Gedanken, das schadet dem Teint und Du hast so einen schönen, unberührten.“) - es hat gigantisch Spaß gemacht. So sensibilisiert, haben wir dann angefangen, versteckte (und damit untergeschobene) Äußerungen in Zeitungsschlagzeilen zu finden (Was steckt so alles in „Es gibt auch gute Türken“) und dann haben wir manipulativen Sprachgebrauch in Reden und Umfragen und so durchgenommen („Wollt Ihr den totalen…“, oder „Wählen Sie nächstes Mal CDU, oder etwa SPD“) - da haben wir dann z.B. Fragebögen entwickelt, die zu einem vorgegebenen Ergebnis führten.
Im zweiten Halbjahr hat er uns dan beigebracht, wie man mit Worten Bilder malt. Er kam rein, meinte „Es ist heut’ ein wunderschöner Tag, schreibt doch mal auf, was Euch daran so gefällt.“ und dann hat er uns gezeigt, wie Dichter „Die Sonne scheint, es ist warm, voll cool“ ausdrücken - es hatte schon 'was witziges, wie die „voll coolen“ Teenager durch die Schule tobten und dabei Walther von der Vogelweide zitierten…

Es war einfach ein genialer Lehrer - er hat uns da abgeholt, wo wir waren (selbstverständlich haben uns schöne Beleidigungen interessiert!) und hat uns dann gezeigt, wie wir die Mittel der Sprache zu unseren Gunsten verwenden können.

Das Gegenbeispiel hatten wir aber auch: „Wir lesen dieses Halbjahr ‚Die verlorene Ehre der Katharina Blum‘ - wie verwendet der Autor Objekte in Relation zu den Satzsubsantiven unter Einhaltung der indirekten Rede“ - GÄÄÄÄHHN. Und ich hatte auch noch das Glück, dieses Buch bei dieser Lehrerin für drei Semester durchzukauen - bei der dritten Runde bin ich nur zur ersten Stunde hin, hab dann lieber am parallel stattfindenden Musik-Unterricht teilgenommen und dann nur zur Klausur hoch geflitzt und den gleichen Sch*** geschrieben, wie schon die zwei Semester zuvor (ich wusste ja inzwischen, was sie lesen wollte) - Mann, hat die Frau gekotzt, als sie mir auf die Klausur 15 Punkte geben musste und ich damit den Kurs bestanden habe, obwohl ich am Unterricht gar nicht teilgenommen habe…

Gruß
Sibylle

Hallo!

Als kleines Spielchen für zwischendurch hat mir in Englisch immer die abgespeckte Version von „Nobody is perfect“ Spaß gemacht. Das heißt: man bilde aus Schülern Zweierteams und nehme ein Oxford Advanced Learners Dictionary. Ein Pärchen sucht sich dann jeweils ein unbekanntes Wort heraus, versucht die Bedeutung zu verstehen und gibt den anderen Schülern das Wort vor. Die müssen nun überlegen, was dieses Wort heißen könnte und das auf einem Zettel auf Englisch formulieren. Die beiden, die das Wort ausgesucht haben, schreiben natürlich die richtige Erklärung drauf. Dann werden die Vorschläge an der Tafel gesammelt und jedes Team stimmt ab, was die richtige Erklärung ist. Punkte gibt es dann abschließend für die Gruppen, die die richtige Lösung erkannt haben und auch für die Gruppen, denen andere auf den Leim gegangen sind.

In der Form haben wir das ab der 9 auf dem Gym gespielt. Geht mit leichten Änderungen (z.B. einem zweisprachigen Lexikon) auch in unteren Klassen und anderen Schulformen.

Ansonsten: Ich hatte in den beiden Fächern nicht wirklich gute Lehrer gehabt und studiere selbst zwar Lehramt, aber vollkommen andere Fächer…

Gruß sannah

Hallo Kim,

was mich an meinem Deutschunterricht immer gestört hat: Warum mussten unsere Lehrer immer die uninteressantesten Bücher und Theaterstücke aussuchen? Ich fand z.B. „Emilia Galotti“ von Lessing fürchterlich - nichts als Intrigen, Mord und Totschlag. Was hätte denn dagegen gesprochen, z.B. „Nathan der Weise“ zu lesen - da hätte man noch einen aktuellen Bezug zum Nahost-Konflikt ziehen können oder fächerverbindender Unterricht mit Religion (Unterschiede zwischen Christen, Juden und Muslimen…). Ich hab auch mal in den entsprechenden Lehrplan geschaut, da war das auch gar nicht so genau vorgeschrieben.
Englisch war bei mir eigentlich immer ganz gut. Meiner Meinung nach sollte man in Englisch verschiedenes kombinieren: aktuelle Zeitungs- und Magazinartikel, landeskundliche Infos, englischsprachige Literatur im Original und Redewendungen und Sprachverwendung. Was ich auch spannend fand, war, einmal die verschiedenen Varianten von Englisch zu vergleichen (australisches Englisch, amerikanisches Englisch…)

Viele Grüße,
Annegret

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Im Englisch würde ich aktuelel Lieder übersetzen, oder lasse die mal im Computerraum zusammen Chatten, aber nur auf Englisch. Am besten ist immer Methodik. Also motivieren, erklären und beispiele, nachmachen udn erklären lassen, loben. Mit *This is a Dog* denkt man sich als schüler nur *für was soll ich jetzt wissen thats an fucking dog* Also die Sprache zu den Schüler bringen, den Schüler zu der Sprache hat wenig erfolg.

Bei Deutschunterricht kann ich dir nicht weiter helfen, ausser meine 1 er bei Aufsätzen und Rhetorik hies es bei mir immer *Hopfen und Malz verloren* (Latein war ich ihr erster der 6,0 schaffte). Für was auch Latein oder Deutsch wenn im Physiksaal es krachte und brannte, die glühbirne leutet. Oder in Mathe knifflige Algebra aufgaben auf ihren Meistr im Formeln umstellen warteen. Was ich jetzt sehr spät leider gelernt habe, man kann alles lernen wenn die Motivation da ist es verstehen zu wollen.

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