Was soll dieser Schwachsinn?

Hallo!

Kann mir das mal einer erklären?

Das ist doch zum wahnsinnig werden!!!

Warum braucht man für jedes Gerät ein Netzteil und eine Steckdose? Eins fürs Handy, eins für den Fotoapparat, eins für den Scanner, eins für den Drucker, eins für den Bildschirm, eins fürs Telefon, eins für ISDN, eins für die Telefonanlage, eins fürs Navi, eins für den PC, eins für…

Ach, ich kann sie gar nicht alle aufzählen.

Ich könnte ja alle zusammenschalten, aber jedes Netzteil hat eine andere Spannung. Das ist doch…!!!

Und für jedes Netzgerät eine Steckdose.

Wo soll ich die ganzen Steckdosen unterbringen?

Was soll das???

Grüße

Andreas

Warum braucht man für jedes Gerät ein Netzteil und eine
Steckdose?

Keine Ahnung, wegen der Stromversorgung eventuell? Weil die Miniaturisierung von Atomkraftwerken noch nicht weit genug fortgeschritten ist so dass man sie nicht als Ersatz für Akkus einsetzen kann?

Eins fürs Handy, eins für den Fotoapparat, eins für
den Scanner, eins für den Drucker, eins für den Bildschirm,
eins fürs Telefon, eins für ISDN, eins für die Telefonanlage,
eins fürs Navi, eins für den PC, eins für…

… den Ipod, das Radio, die externe Platte, den externen Brenner, … selbst mein Rasierapparat hat ein Netzteil, und das obwohl ich auch einen Nassrasierer rumliegen habe …

Ach, ich kann sie gar nicht alle aufzählen.

(was für ein Jammer)

Ich könnte ja alle zusammenschalten, aber jedes Netzteil hat
eine andere Spannung. Das ist doch…!!!

Grundfalsch. Die Netzteile können nichts dafür, die Endgeräte verwenden unterschiedliche Spannungen. Fantasielose Lageristen packen immer Netzteile mit passenden Spannungen mit dazu. Du verwechselst da Täter und Opfer :smile:

Und für jedes Netzgerät eine Steckdose.

Oder zwei oder gar drei, weil die fetteren Exemplare meistens breiter sind als der Abstand zweier Steckdosen auf den Steckdosenleisten. Es ist echt zum Haare ausraufen …

Wo soll ich die ganzen Steckdosen unterbringen?

Musst Du gar eine größere Wohnung mieten? Wie viele Steckernetzteile genehmigt einem eigentlich der Staat im Rahmen der Grundsicherung? Werden Netzgeräte eines im selben Haushalt lebenden Lebenspartners mit angerechnet? Fragen über Fragen, sag ich Dir …

Was soll das???

Nun ja, es ist nun mal viel verlangt von Nokia, Dir am Netzteil einen Stecker für eine Canon Digicam (hab ich oben vergessen zu erwähnen) bereitzustellen. Ganz abgesehen von Detailfragen: wenn die Canon Kamera wegen eines Kurzschlusses das Nokia Netzteil killt, wer ist dann in der Garantieverpflichtung? Die Frage der Haftung muss in diesem Staat immer ganz zu ANfang geklärt werden. Könnte man eventuell mit einer Schiedsstelle, einem Fonds, oder besser gleich mit einem Ministerium lösen.

Dennoch kann Dir leicht geholfen werden.

Schritt 1: sortiere alle Deine Geräte nach Spannungen. Viele sind durchaus auch ein wenig tolerant nach oben und unten, also frag bei jedem Hersteller an, welchen Spannungsbereich er für sein Gerät vorgesehen hat. Am Besten machst Du Dir eine Excel Tabelle, (Spannungsversorgung des PCs beachten).

Schritt 2: destilliere aus der Tabelle durch Zusammenfassen die Spanungen [V] heraus, die Du Minimum brauchst. Addiere die Ströme pro Spannung, hau 30% Einschaltreserve drauf, und dann hast Du die notwendige Leistung [A] pro Spannung. DC und AC beachten nicht vergessen :smile:

Schritt 3: besorge Dir ein Schaltnetzteil, das Dir die Spannungen liefert. 5V, 7V und 12V eines klassischen Computernetzteils sind schon mal nicht schlecht, damit lässt sich unter Ausnützung der Toleranzen fast alles versorgen. Gut wäre noch eine kleinere Stufe für Gerätchen mit 2-3 AA Zellen, so um die 2,5V-3V herum. Kann man mit einem handelsüblichen DC/DC Regler, notfalls ein paar hintereinandergeschalteten Dioden, aus der 5V Schiene erzeugen.

Und jetzt der schmerzhafte Schritt: schneid all die unterschiedlichen Kabelschwänze von den Originalnetzteilen und klemm sie an Dein Netzteil. Jetzt hast Du nur noch einen Klotz an einer Steckdose, kannst ja eine Begonie davor stellen.

Voraussehbarer Einwand: dann müssen all die aufgezählten Geräte ziemlich nah beienander liegen. Blöd wenn man seinen Wecker einbezieht, der muss ja neben das Bett, und dann hast Du die ganze Nacht strahlende Handies im Schlafzimmer, und wenn ich im Geiste noch meinen Rasierer mit einbeziehe heißt das wohl, dass ich im Bad schlafen muss.

Also ist die Lösung: der universelle Stromversorgungsbus. Ausführung wie oben, nur ziehst Du für jede Spannung eine Stromschiene durch die Wohnung. Es gibt vergleichbare Konstruktionen mit Stromschienen für Halogenlampen zur Deckenmontage, könnte man problemlos mit mehreren Schienen bestücken und die z.B. als Sockelleiste verlegen. Als Anzapfungen hättest Du dann kleine Stecker, die Du auf die Stromschiene einclipsen kannst da wo Du Dein Gerät haben willst.

Aber halt, schon wieder falsch rum gedacht. Wir waren uns ja einig dass es die Endgeräte sind. Also pragmatische Lösung: konzentriere Dich auf eine Spannung, und schmeiß alle Geräte weg die eine andere Spannung benötigen. Beim Nachkauf achtest Du dann nicht nur auf Design und Funktion, sondern auch auf das Netzteil, und wenn das Gerät nicht Deine Lieblingsspannung verträgt, kaufst Du eben ein anderes.

Gleichzeitig beginnst Du in Talkshows aufzutreten und preist die Vorzüge Deiner Spannung, sagen wir mal 9V, an. 9Live übernimmt das Marketing und muss nicht mal seinen Namen ändern um voll im Trend zu liegen. Eventuell springen auch noch ein paar Politiker auf den Zug auf, und schon hast Du eine Lobby und einen Trend. Dann passen sich die Hersteller an und produzieren nur noch 9V Geräte, man nennt das dann einen Industriestandard. Und schon hast Du wieder volle Auswahl beim Kauf.

Mission accomplished.

AL.

Hallo Andreas,

Warum braucht man für jedes Gerät ein Netzteil und eine
Steckdose?
Kann mir das mal einer erklären?

Grundsätzliches:

Früher war das ganze Netzteil im Gerät eingebaut und du hattest nur ein Kabel mit einem Netzstecker. Diese Geräte hatten auch noch einen echten Netzschalter und KEINEN Standby-Stromverbrauch.

Dieser Netzschalter muss aber den entsprechenden Sicherheitsbestimmungen entsprechen (z.B. Überspannungssicherheit, Berührungssicherheit) wodurch die minimale Baugrösse nun mal festgelegt ist.
Dies störte die Designer, und scheinbar auch die Kunden, denn die haben diese Produkte ja gekauft. Also ging man dazu über
die Geräte auf der Niederspannungsseite zu schalten, was dann zwar den Designern die Freiheit gab, auch für den Ein/Aus-Schalter eine zierlichen zu nehmen, aber mit der ganzen Standby-Problematik verbunden war.

Das nächst war dann, dass überall wo die Verbindung mit der Netzspannung besteht auch entsprechende Prüfungen gemacht werden müssen um die Zulassungs-Zertifikate zu erhalten. Als Hersteller muss man das dann noch mit der Anzahl Länder und Geräte multiplizieren. Wird ein Modell geändert, muss auch die Zulassung neu gemacht werden. Dies gilt aber nur für denjenigen Teil, welcher die Netzspannung führt, für Kleinspannung ist keine solche Prüfung vorgeschrieben.
Deshalb kam man auf die Idee, das Netzteil in ein eigenes Gehäuse auszulagern. Es muss dann nur das entsprechende Netzteil eine Zulassung haben und wenn man das selbe Netzteil für mehrere Geräte Verwendet, kann man doppelt Kosten sparen.
Einerseits spart man bei den Prüfungen und andererseits können die einzelnen Netzteile bei grösseren Stückzahlen günstiger fabriziert werden.
Mittlerweile ist der Markt so, dass die meisten Gerätehersteller ihre Netzteile fertig einkaufen, auch wenn sie die Geräte noch selbst herstellen.

Ein weiterer Grund war dann, dass die Geräte kleiner und portabel wurden und man dann beim Betrieb keinen unnötigen Ballast mitschleppen will, der Kunde will das so!

Grundprinzipien:

  1. Es gibt ganz einfache, welche eigentlich nur einen Trafo enthalten und Wechselspannung liefern.
    Sinn macht das z.B. bei Uhren, weil die Langzeitstabilität der Netzfrequenz immer noch besser ist als ein Quarz. Auch wenn man aus irgendwelchen Gründen synchron zur Netzfrequenz sein muss, bleibt einem nichts anderes übrig. Aus der Wechselspannung kann man dann auch eine positive und eine negative Versorgungsspannung im Gerät erzeugen.

  2. Unstabilisierte Netzgeräte mit Gleichspannung.
    Diese sind entweder für ganz einfache elektromechanische Geräte oder solche welche die Stabilisierungs-Elektronik im Gerät enthalten.

  3. Stabilisierte Netzgeräte.
    Hier gibt es zwei Varianten. Entweder mit herkömmlichen 50Hz-Trafo oder als Schaltnetzteile. Sie liefern eine konstante Ausgangsspannung unabhängig von der Belastung und Netzspannungsschwankungen.
    Allerdings ist die Spannung nur direkt im Netzteil konstant! Der Lastabhängige Spannungsabfall im Verbindungskabel ist technisch ein Nachteil. Man kann die Anschlussleitung zum Gerät deshalb meist nicht verlängern.

  4. Ladegeräte.
    Hier ist die ganze Ladeelektronik für einen Akku mit im Netzteil. Allerdings benötigt man je nach Zellenzahl (Akkuspannung) und Batterie-Technologie entsprechend passende Netzteile.

  5. Spezielle Ausführungen.
    Z.B. zum Betrieb einer herkömmlichen 3.5" Festplatte benötigt man zwei Spannungen.

Das waren die konstruktiven Grundlagen.

USB legt die Spannung auf +5V fest, also muss ein USB-HUB diese 5V zur Verfügung haben.
Viele portable Geräte verwenden Lion-Akkus, die liefern aber eine Spannung um die 3V.
Ältere Digitalkameras verwendeten noch 4 Akkuzellen, also 4.8V, moderne kommen mit zwei (2.8V) aus, der Kunde will eine leichte Kamera.
2.8V sind nun aber wieder zu wenig für die Motoren in einem Drucker …
ISDN arbeitet, der Norm entsprechend, mit 48V Versorgungsspannung auf dem S-Bus.
Analoge Telefonie benötigt eigentlich auch 48V, wurde aber bei Kleinzentralen auf 24V reduziert.

Und dann kommt noch die Geschichte mit dem Wirkungsgrad und der Leistung. Schaltnetzteile haben ihren optimalen Wirkungsgrad bei etwa 80% der Nennausgangsleistung. Ein zu gross dimensioniertes Netzteil ist also Stromverschwendung. Bei linearen Netzteilen ist es zwar etwas anders, aber ein überdimensioniertes, hat auch einen schlechteren Wirkungsgrad.

Spannungswandler kann man heute zwar recht kompakt bauen, aber jede Wandlung ist mit Verlusten behaftet.

MfG Peter(TOO)

Hallo Nimral!

Du hast ja einen ganzen Roman geschrieben! Ich habe selten so gelacht! Echt witzig! Willst du das nicht an einen Verlag schicken? Sternchen dafür! Jetzt geht es mir schon viel besser!

Vielen, Dank!

Das mit dem Kabel abschneiden und alle an eins anschließen, werde ich mir mal überlegen…

Grüße

Andreas