es liegen Welten zwischen dem in alter Zeit erlaubt gewesenem sinnvollen Einsatz von Körperstrafen und der von Dir skizzierten, habituellen Kindesmißhandlung.
Wer sein Kind schlägt, erzieht es dadurch zum Nazi-Unmenschen, so lautet die Doktrin; und wer erzählt, als Kind geschlagen worden zu sein, aber kein Nazi geworden ist, kann sich dafür - wie Du es tust - als Antifa-Held im Generationenkonflikt präsentieren. Ist Dir das nicht zu billig? Du bist doch sonst nicht so für Billigprodukte.
Ich bin wohl etwas moderner erzogen worden als Du und habe daher auch einiges an Beziehungs- und Seelenstrafen erlebt und darüber nachgedacht. Als ich die ersten Kinder bekam, war mir klar, daß Strafe manchmal sein muß, daß sie aber stets von kurzer Dauer und ohne Kollateralschaden für die Seele des Kindes und für die liebende Beziehung zwischen Eltern und Kind und zwischen den Kindern wirken müsse. Erniedrigend darf Strafe hingegen sehr wohl sein.
Als ich noch Junggeselle war, habe ich im amerikanischen Truppenradio viele Vorträge von Dr. Dobson über Familie und Erziehung gehört, die mich beeinflußt haben. Deren Grundtenor war „Love must be tough“.
Vielleicht darf ich noch einmal wiederholen, daß die Bestrafung eines Kindes bei uns ein ausgesprochen seltenes Ereignis ist, das keineswegs in jedem Jahr stattfindet.
Der Generationenkonflikt, den abzuschließen Du noch nicht geschafft hast, mit dem hatte ich selbstverständlich ebenfalls zu tun. Wichtig wäre hier für Dich u.a. die Erkenntnis, daß dieser Konflikt politischen Charakter hat und von dritter Seite verursacht wurde.
die Frage war eigentlich nicht auf das Fabrikat abgezielt,
sondern auf die Besitzverhältnisse.
Dämmerts?
Nein, es sei denn, deine Frage läuft in die Richtung „so lange du deine Füße unter MEINEN Tisch streckst…so lange du deine Wäsche in MEINER Waschmaschine wäscht…“.
Das hätte mir mal damals jemand sagen sollen. So schnell hätter der gar nicht kuckenn können, so schnell wäre ich verschwunden.
Aber das ist vermutlich eine grundsätzliche Frage. Manche Eltern benehmen sich so, als versuchten sie ihre Teenager möglichst schnell aus dem Haus zu ekeln, andere Eltern benehem sich so, dass sie grundsätzlich schon noch zusammen leben wollen, auch wenn es nicht immer so einfach ist. Zum Glück gehörten meine Elter zur letzteren Sorte und das rechne ich ihnen im Nachhinein sehr hoch an.
Nein, es sei denn, deine Frage läuft in die Richtung „so lange
du deine Füße unter MEINEN Tisch streckst…so lange du
deine Wäsche in MEINER Waschmaschine wäscht…“.
nein, in diese Richtung wollte ich nicht gehen. Diesen Spruch (oder in der Art) hab ich selbst zur genüge gehört und kann mich lebhaft an meine Reaktionen erinnern.
Allerdings meine ich, dass wenn Jugendliche denken, dass sie bei Muttern und Vatern Zuhause leben können ohne Pflichten zu übernehmen und ohne sich an Regeln (die meisten aber nicht alle Regeln werden von den Eltern aufgestellt) halten zu müssen, ganz entscheidende Dinge übersehen.
Klar könnte der Schuß nach hinten los gehen und das Fräulein Tochter jubilieren, nur würde ich dann dazu tendieren, dass sie dann auch gefälligst ihre Wäsche im Waschsalon wäscht und auch sonst finanziell für ihre Belange (wohnen, essen, heizen, etc.) aufkommt.
ich persönlich finde einen Kampf nicht richtig, grade in dem Alter sind die kurzen auf Kampf aus. Zum Teil ist ein wenig Kampf auch notwendig, damit die sich überhaupt abnabeln können.
Klare Regeln sollten sein und sollten aufgestellt werden bevor so was vorkommt (*wenn, was passiert dann*), am besten zusammen mit dem Prachtstück vom *Kind*.
Aber nun ist der Kampf ausgebrochen und anstatt Vergeltungsmaßnahmen zu planen, sollten man Koalitionsgespräche führen. Nur so fühlen sich die ‚Kinder‘ ernst genommen und sind bereit selbst Vorschläge zu machen, sogar für die ‚Strafen‘ (Konsequenzen) wenn eine Regel nicht angehalten wird.
Meistens klappt es, manchmal dauert es…es ist mühsam und anstrengend, aber es lohnt sich.
Gruß,
Maja
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