Was soll ich mit meiner 16 jährigen Tochter machen

Hallo. Meine Tochter ist 16 Jahre alt und ich weiss nicht was ich mit ihr machen soll. Am Samstag sollte sie um 2 Uhr nachts zu Hause sein, kam aber erst um 5 Uhr. Ich fragte sie wo sie war, bekam von ihr aber nur eine patzige Antwort. Ich sagte ihr dann, wenn es keine vernüftige Erklärung dafür gäbe, weil sie zu spät ist, hätte sie Hausarrest. Sie meinte dann von so ner „dummen alten Schrulle“ wie die lass ich mir gar nix sagen und ich sollte sie nicht abfucken. Bei meinen Söhnen war das nie so , die sind 21 und 23. Die haben dann was auf den Arsch bekommen und es war ok. Aber ich weiss nicht, ob ich das bei dem Mädchen auch machen soll, weil 1. schlägt man eigentlich seine Kinder nicht und 2. ist sie ja auch schon 16… Wer hat eine Idee???

Guten Abend, Saskia!

Du betreibst vermutlich das „Hotel Mama“, machst Frühstück, kochst und sorgst für saubere Wäsche Deiner herzallerliebsten Tochter, weckst das Prachtstück womöglich auch noch, zahlst Taschengeld und kaufst ein. Als alte Schrulle, die Du nun einmal in den Augen Deiner Tochter bist, kannst Du das nicht mehr. Jedenfalls nicht so ohne weiteres. Statt dessen erläßt Du Regeln. Schriftlich und gültig per sofort. Außerdem zeigst Du Rückgrat und Durchhaltevermögen, komme was da wolle.

Schreib auf …

Pflichten : Denk’ Dir was aus. Nicht überziehen, aber spürbar. Das können bestimmte Pflichten zu regelmäßigen Zeiten im Haushalt sein. Außerdem bestimmte Zeiten, zu denen sie unbedingt zu Hause zu sein hat. Ich halte 2 Uhr in der Nacht für zu spät, 24 Uhr reicht auch, aber mag sein, daß ich „ein altmodischer Schrullkopp“ bin. Letztlich ist das aber nicht wichtig, Hauptsache die Regel wird eingehalten.

Gegenleistungen : Zubereitung von Frühstück und warmen Mahlzeiten, Wäsche, Taschengeld etc.

Diese Gegenleistungen gibt es ohne Ausnahme nur , wenn die Pflichten, insbesondere die strikte Einhaltung der angesagten Heimkehrzeit, erfüllt werden. Laß Dich nicht erweichen mit „alle anderen dürfen auch…“. Erkläre ihr, daß andere Leute keine Regeln für Deine Familie aufstellen können. Punkt.

Statt Frühstück liegt morgen nur der Zettel mit den Regeln auf dem Tisch. Deine Tochter wird bockig reagieren. Macht nichts, Du mußt stur durchhalten. Deine Tochter ist für Einsichten und einsehbare Regeln erwachsen genug. Du teilst Deiner Tochter mit, daß sie ab sofort mit absolut nichts, mit keinem Handschlag mehr rechnen kann, wenn sie sich an keine Regeln hält. Deshalb müssen diese Regeln jetzt mit letzter Konsequenz kommen und durchgesetzt werden. Das wird klappen, wenn Du es nicht selbst durch Rückfall in alte Gewohnheiten scheitern läßt. Du brauchst „nur“ ein, zwei Wochen Geduld und Konsequenz, bis Leidensdruck da ist, nötigenfalls kein einziges sauberes Stück Wäsche mehr. Du kochst für Dich alleine, aber keinen Bissen für Deine Tochter. Soll sie doch eine Konserve kalt essen oder hungern. Sabbel Dich nicht lange ab. Die glasklaren Regeln für das Zusammenleben müssen jetzt aus heiterem Himmel kommen.

Sei stark :smile: Du schlägst damit keine Türen des Vertrauens zu. Du teilst Deiner Tochter in aller Freundlichkeit mit, was ab sofort angesagt ist. Nach einiger Zickerei wird sich Deine Tochter die Sache überlegen, wenn es ohne Einhaltung der Regeln rein nichts mehr gibt.

Wenn Du Dich für diese Methode entschließt, dann einknickst und es an der Konsequenz fehlen läßt, hast Du allerdings gründlich verspielt. Das darf nicht passieren.

Gruß
Wolfgang

respekt
hallo wolfgang,
kompliment sehr guter vorschlag!! wie du schon richtig gesagt hast ist das durchhalten das a und o dabei, ohne den willen es durchzuziehen sollte sie es nicht einmal probieren.

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Vorsicht
Moin Wolfgang,

Pflichten :
Gegenleistungen :

Diese Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Wir reden hier über eine 16-jährige, nicht über ein Kind.

Ich wäre in dem Alter jedenfalls begeistert gewesen. Wäsche zu waschen ist nun wirklich kein Problem, von den gemeinschaftlichen Mahlzeiten entschuldigt zu werden wäre mir sehr entgegen gekommen (Frühstück, was ist das ?) und mein Geld hab ich längst selbst durch Jobs verdient.

Im Gegenzug dann nach Hause kommen dürfen, wann ich will? Super!!!

-)

Gruß
Marion

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Moin Saskia,

Am Samstag sollte sie um 2 Uhr nachts
zu Hause sein, kam aber erst um 5 Uhr. Ich fragte sie wo sie
war, bekam von ihr aber nur eine patzige Antwort. Ich sagte
ihr dann, wenn es keine vernüftige Erklärung dafür gäbe, weil
sie zu spät ist, hätte sie Hausarrest.

Hm…wie ist denn deine vernünftige Erklärung dafür, warum sie um 2 zu Hause sein soll statt um 5 ?

Gruß
Marion

Hallo Marion

du hast mit deinem Warnhinweis recht. Mit 16 war ich schon alleine im Urlaub, habe Jobweise die gleiche Arbeit gemacht wie meine Mutter und selber gekocht, weil es mir dann besser schmeckte.

Aber Jugendliche unterscheiden sich doch deutlich.
Die Fähigkeit für sich selbst zu sorgen ist häufig mit einem erhöhten Maß an Verantwortungbewustsein gekoppelt. Und verantwortungsbewußte Jugendliche machen den Eltern meist weniger Streß und halten sich eher an Vereinbarungen.
Ich vermute, das eine 16jährige, die ihre Mutter als „schrullige Alte“ beschimpft, eher zur Gattung verwöhntes Balg, denn zur Gattung selbstständiger Mensch gehört.

Gruß
Carlos

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Hallo Marion!

Ist schon richtig, eine 16-Jährige ist kein Kind mehr. Eltern können ihre Hand weder davor noch dazwischen halten, ganz unabhängig von der Uhrzeit. Von daher reagierte ich eher aus dem Bauch heraus, als ich meinte, Mitternacht würde reichen. Es kann aber Eltern nicht egal sein, wie ein Kind, für das sie letztlich Verantwortung tragen, seine Zeit verbringt. Eltern machen sich Sorgen und müssen sich um ihre Kinder sorgen. Deshalb finde ich nicht akzeptabel, ins freie Belieben zu stellen, ob und wann mit einem Erscheinen zu rechnen ist. Bei Kindern halte ich feste Zeiten deutlich vor Mitternacht für angemessen. Bei einer 16-Jährigen halte ich immer noch eine feste Zeitvereinbarung für sinnvoll, wenigstens daß ein Anruf (zu noch moderater Zeit) zu erfolgen hat, so daß man weiß, wo sich die Tochter aufhält und wann ungefähr mit Heimkehr zu rechnen ist. Das entspricht selbstverständlichen Gepflogenheiten menschlichen Zusammenlebens. Vermutlich wärst Du nicht besonders angetan, wenn ein Partner (egal ob beruflich oder privat) einfach verschwindet und es völlig offen läßt, ob und wann er wieder aufzutauchen gedenkt. Solche Exemplare setzt man vor die Tür. Die müssen dann eben alleine zurecht kommen. Beim eigenen minderjährigen Kind geht das schlecht und will auch keiner. Deshalb die Regeln.

Wie sich Regeln mit Konsequenz durchsetzen lassen (klappt übrigens bei 2-beinigen „Säugetieren“ in allen Lebensbereichen in gleicher Weise wie bei 4-Beinern), habe ich weiter unten vorgeschlagen. Natürlich sollten Eltern einerseits froh sein, wenn ihr Sprößling von der Wäsche bis zur Zubereitung der Mahlzeiten auf sich selbst gestellt klar kommt. Es gibt aber immer Bequemlichkeiten, die sich aus Wohnung und Familienverbund für das Kind (oder die junge Erwachsene) ergeben. Dabei ist es gewiß nicht hinnehmbar, die Annehmlichkeiten nach Belieben konsumieren zu lassen, andererseits aber Regeln des Zusammenlebens nicht zu akzeptieren. Diese Masche funktioniert nirgends und es gehört zum Erziehungsauftrag, solches Sozialverhalten den lieben Kleinen nahe zu bringen.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Saskia,

hmm - ich glaub, da ist schon vorher ein bisserl was schief gegangen, aber gut, das ist nicht das Thema. Allerdings fürchte ich, daß Du in diesem Fall um deutliche Worte nicht herumkommen wirst. Vielleicht nicht ganz so krass wie bei der Wolfgang’schen Variante aber doch deutlich. Das heißt, zunächst mal würde ich versuchen, Deiner Prinzessin klar zu machen, warum sie pünktlich heimzukommen hat. Falls Du Bedenken hast, ihr das direkt zu sagen, kannst ja auch nen Brief schreiben. Oder vielleicht kann der Papa dazu eingreifen und sagen „Schau, die Mama macht sich doch Sorgen und bla-fasel“ Und wenn Ihr das geklärt habt, würde ich anfangen Heimkomm-Zeiten auszuhandeln. Also sowas wie „Sonntag bis Donnerstag 22 Uhr, Freitag und Samstag 24 Uhr, einmal im Monat 2 Uhr“ oder sowas. Übrigens, bei mir war eine Kopplung dieser Zugeständnisse noch stark an schulische Leistungen gekoppelt *fg* Wichtig ist, daß Ihr da nicht unbedingt als die arroganten Säcke auftretet, sondern daß das Mädel zumindest Eure Gründe nachvollziehen kann. Aber die Arguemtationsstrategie kannst und solltest Du Dir unbedingt vorher ziemlich gut überlegen…

Wobei ich mir (wahrscheinlich in dem zu schreibenden Brief) das da

„dummen alten Schrulle“
abfucken.

deutlich und nachdrücklich verbitten würde.

Ich wünsch Dir die richtigen Worte und drücke sämtliche Daumen!

Petzi

Hallo, aus eigener Erfahrung weiß ich, dass lange Standpauken ( von meinem Vater) nix nützten - war ja immer das gleiche und ich hatte nur das Gefühl, dass er mich nicht verstand und mir nicht genug Freiheiten liess. Meine Mutter hat ohne viel zu sagen, mir ein schlechtes Gewissen gemacht. Das brachte mich viel eher dazu, mich an Absprachen zu halten. Etwas extrem aber echt wirksam wäre es, das „Kind“ in die Situation der Eltern zu bringen. Sprich sich auch eine bestimmte Regel nicht zu halten und vielleicht auch erst sehr spät nach Hause zu kommen. Wenn man die Sorge um andere selbst erlebt und sich vorstellen kann, dass die Eltern wirklich Angst haben, dass es twas passiert ist und das nicht nur als Vorwurf hinknallen, überlegt man eher ob man das seinen Eltern nochmal antut.

( man kann sich natürlich auch ein fach sagen, dass das in dem Alter normal ist und man jetzt versuchen muss die Kurve vom Mama zur Freundin zu kriegen und ein fach „locker“ bleiben.)

Viel Glück, sabine

Hallo,

Hm…wie ist denn deine vernünftige Erklärung dafür, warum sie
um 2 zu Hause sein soll statt um 5 ?

Vielleicht will Saskia einfach nur, dass ihre Tochter mehr Spaß im Leben hat. Immerhin ist am Samstag die Unfallgefahr um 2 wegen des höheren Verkehrsaufkommens und der schlechteren Sicht (um 5 wird es ja langsam wieder hell) höher als um 5. Und: no risk, no fun.

Gruß
Oliver

der Heim kommen konnte, wann er wollte und seltsamerweise immer noch lebt

Moin Wolfgang,

Es kann aber Eltern nicht egal sein, wie ein Kind, für das sie
letztlich Verantwortung tragen, seine Zeit verbringt. Eltern
machen sich Sorgen und müssen sich um ihre Kinder sorgen.

Wie Saskias Tochter iher Zeit verbringt, davon war hier aber gar nicht die Rede. Hier geht es um 2 Uhr oder 5 Uhr zu Hause sein.

Deshalb finde ich nicht akzeptabel, ins freie Belieben zu
stellen, ob und wann mit einem Erscheinen zu rechnen ist.

Was hat die Zeit des Erscheinens mit dem wie zutun ?
Und auch „5 Uhr“ kann ja eine feste Vereinbarung sein.

eine feste Zeitvereinbarung für sinnvoll, wenigstens daß ein
Anruf (zu noch moderater Zeit) zu erfolgen hat, so daß man
weiß, wo sich die Tochter aufhält und wann ungefähr mit
Heimkehr zu rechnen ist.

Ach Wolfgang, warst du mal Vater einer 16-jährigen ? Ich ja, für ein ganzes Jahr. Sicher, ich wusste immer wo sie sich aufhielt und mit wem sie zusammenwar, aber ich wusste nie, wann sie nach Hause kommt (und schon mal gar nicht wusste ist, was sie da macht). Das war mir auch nicht wichtig. Oder glaubst du ernsthaft, ich stell mir einen Wecker auf 2:00 Uhr und schau nach, ob Töchterchen dann auch brav zu Hause ist und setz mich sorgenvergrämt an den Küchentisch, wenn das nicht der Fall ist ? Nö.

Wenn Töchterchen Samstag auf der Piste ist, dann macht man sich viel mehr Sorgen, dass der Fahrer des Wagens einen im Kahn hat, wenn es wieder Heimwärts geht.

Das entspricht selbstverständlichen
Gepflogenheiten menschlichen Zusammenlebens. Vermutlich wärst
Du nicht besonders angetan, wenn ein Partner (egal ob
beruflich oder privat) einfach verschwindet und es völlig
offen läßt, ob und wann er wieder aufzutauchen gedenkt.

Jeder hat andere Vorstellungen vom Zusammenleben. Wenn mein Partner mal abends auf die Piste geht, dann interessiert mich, ob er vor hat, die Nacht irgendwo zu verbringen. Ansonsten vertrau ich darauf, dass er irgendwann in der Nacht schon wieder auftauchen wird und ganz sicher werde ich da keine Uhrzeit setzen, nur um bis zur gesetzten Uhrzeit wach zu liegen und mich verrückt zu machen, wenn er bis dahin nicht erscheint.

Wie sich Regeln mit Konsequenz durchsetzen lassen

Regeln lassen sich dann am besten durchsetzen, wenn ihr Sinn verstanden und akzeptiert wird, daher ja auch meine frage nach einer vernünftigen Begründung für die Uhrzeit 2 statt 5.

(klappt
übrigens bei 2-beinigen „Säugetieren“ in allen Lebensbereichen
in gleicher Weise wie bei 4-Beinern), habe ich weiter unten
vorgeschlagen.

Ich befürchte, ab einem gewissen Alter wirst du mit Dressurmethoden (und nichts anderes ist die „Erziehung“ von 4-Beinern) bei Kinder nicht mehr weit kommen.

Natürlich sollten Eltern einerseits froh sein,
wenn ihr Sprößling von der Wäsche bis zur Zubereitung der
Mahlzeiten auf sich selbst gestellt klar kommt. Es gibt aber
immer Bequemlichkeiten, die sich aus Wohnung und
Familienverbund für das Kind (oder die junge Erwachsene)
ergeben. Dabei ist es gewiß nicht hinnehmbar, die
Annehmlichkeiten nach Belieben konsumieren zu lassen,
andererseits aber Regeln des Zusammenlebens nicht zu
akzeptieren.

Davon war hier auch nie die Rede. Es ging um 2 oder 5 Uhr. Willkürlich festgesetzte Regeln kann man zwar auch versuchen durchzusetzen, aber das macht jeden Familienfrieden kaputt.

Diese Masche funktioniert nirgends und es gehört
zum Erziehungsauftrag, solches Sozialverhalten den lieben
Kleinen nahe zu bringen.

Sozialverhalten lernen die „lieben Kleinen“ am besten durch das positive Vorbild ihrer Eltern. Um auf unser Beispiel zurückzukommen: Was macht es für einen Sinn, von einem Kind eine „vernünftige Begründung“ für sein Zuspätkommen zu verlangen, wenn man selbst keine „vernünftige Begründung“ für eine gewählte Urzeit liefern kann ?

Wer als Elter nicht in der Lage ist, selbst das einzuhalten, was er von seinen Kinder einfordert, der hat schon verloren.

Gruß
Marion

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Hallo,

mach doch Deiner Tochter unter anderem mal klar, daß auch Du Dich strafbar machst - denn die Grenze für Deine Tochter (16-18 Jahre alt) zum Ausgehen liegt bei 24 Uhr!

Siehe aktuelle Ausgabe Jugendschutzgesetz!

Liebe Grüße

Wendy

Mahlzeit,

Oder glaubst du ernsthaft, ich stell mir einen
Wecker auf 2:00 Uhr und schau nach, ob Töchterchen dann auch
brav zu Hause ist und setz mich sorgenvergrämt an den
Küchentisch, wenn das nicht der Fall ist ? Nö.

Sei ehrlich - da bist du doch eh immer wach.

Gruß

Drunvalo
*iswatchingyou*

Hi Saskia,

genau das habe ich mit 16/17 auch gemacht. Es hat mich damals auch nicht interessiert, ob meine Eltern sich strafbar machen, wenn ich länger weg bleibe. Und wenn sie dann die „Frechheit“ besaßen, mich am nächsten Tag zur Rede zu stellen, bekamen sie vielleicht nicht ganz so harte Antworten wie Du von Deiner Tochter - aber garantiert einen extrem herablassenden Blick meinerseits und irgendwas dahergemotztes vor die Füße geklatscht. Das war mir alles ziemlich egal, hauptsache, ich hatte meinen Spaß gehabt.

Irgendwann haben wir uns dann darauf geeinigt, dass ich so lange weg bleiben darf wie die Mädels, mit denen ich unterwegs bin. Da die meisten den Führerschein zu der Zeit schon hatten, war das entsprechend lange - und wenn nicht, dann hatte ich doch keine Einschränkungen, da ein Teil meiner Clique ja zur selben Zeit wie ich heimfuhr, so dass ich nicht die Einzige war, die „etwas verpassen“ konnte. Und das Zugehörigkeitsgefühl zu den Freunden wurde dadurch auch nicht beeinträchtigt.

Und wenn doch eine feste Uhrzeit ausgemacht wurde (z.B. wenn meine Eltern nicht wussten, mit wem ich unterwegs war, weil ich mal wieder keine Lust hatte, ihnen auf die Nase zu binden, was ich mit wem wo mache - das geht Eltern nämlich aus Sicht der Teenies nicht unbedingt etwas an) und ich mich verspätete, rief ich halt kurz an. Zur Not auf den AB gebabbelt - wurde nicht unbedingt gerne gesehen, aber so war wenigstens klar, dass mir nix passiert ist.

Grüße
Natascha

Sozialstrafen
Hallo Saskia,

aufgrund interner Anweisungen kann ich Dir nur sehr vorsichtig etwas sagen. Ich gehe dabei von der Annahme aus, daß die Frage der Heimkehrstunde kein isoliertes Problem ist, sondern daß es ständig so ähnliche Schwierigkeiten mit der Tochter gibt.

und ich sollte sie nicht abfucken. Bei meinen Söhnen war das
nie so , die sind 21 und 23. Die haben dann was auf den Arsch
bekommen und es war ok.

Nach herrschender Meinung müßten Deine Söhne sich zu Faschos oder dergleichen Unmenschen entwickelt haben, vor denen Du heute zu recht Angst haben mußt.

Aber ich weiss nicht, ob ich das bei
dem Mädchen auch machen soll, weil 1. schlägt man eigentlich
seine Kinder nicht und 2. ist sie ja auch schon 16… Wer hat
eine Idee???

Richtig, auch Mädchen darf man nicht schlagen, weil sie sonst Faschos (siehe oben) werden, und mit 16 Jahren sind sie besonders empfindlich.

Ich kenne so einen Fall wie den Deinen aus naher Anschauung. Nach erbittertem Gestreite hat da die alleinerziehende Mutter die Tochter in eine ein paar Häuser woanders gelegene Wohnung ausgelagert. Das ging dann einigermaßen, war aber teuer und auch nicht direkt schön für die Mutter.
Rauswurf und der mildere, von Wolfgang Dreyer vorgeschlagene Versorgungsstreik sind Sozialstrafen, die im Vergleich zur Körperstrafe schwerwiegende Nachteile haben und die man in den vergangenen Zeiten der Barberei erst dann eingesetzt hat, wenn Körperstrafen nicht mehr fruchteten.

Heute weiß man es besser, und auch das könnte ein kleinwenig zum allgemeinen Geburtenrückgang beigetragen haben.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Saskia,
das Mieseste, an das ich mich aus meiner Jugendzeit erinnern kann, war die „Sperrstunde“. Da sitzt man irgendwo gemütlich zusammen (oder tut das, was die Jugendlichen halt heute so machen) und einer (in dem Fall man selbst) muss sich zu einer bestimmten Zeit vertschüssen. Die Freundin „darf“ vielleicht 1 Std. länger bleiben und motzt und will einen nicht begleiten, also macht man sich allein auf die Socken. Sowas kotzt einen an. Da riskiert man lieber den Rüffel. Auf der anderen Seite - irgendwann ist es nicht so besonders lustig und man möchte eigentlich schon viel früher aufbrechen als man ausbleiben darf. Aber Zeit herschenken will man auch nicht…also bleibt man schon aus Trotz.

Versteh mich bitte nicht falsch: ich bin dafür, dass es Regeln gibt! Aber gerade diese Sperrstunden-Regelung ist eine der unangenehmsten!

Ich habe meinen mittlerweile 20 und 22 Jahre alten Kindern in dem Moment, als ich erlaubt hatte, dass sie überhaupt weggehen, keine Heimkommzeit vorgeschrieben (in Erinnerung an meine schlechten Erinnerungen), dafür habe ich verlangt, zu wissen, wo ungefähr sie sich aufhalten und mit wem sie zusammen sind, damit ich notfalls weiß, wo ich suchen muss und wen ich fragen kann.
Siehe da - sie haben es mir immer bereitwillig gesagt.
Das hatte Sinn, sie verstanden es, es roch nicht nach elterlicher Willkür, schuf Vertrauen auf beiden Seiten und schonte unser aller Nerven.
Und unter uns gesagt: auf einer vernünftigen Basis ausgehandelt ist es völlig powidl, ob 2 oder 5.

Sollte deine Tochter allerdings ein Rundherum-Problemkind sein, nur deppert sein und wenn aus deiner Sicht die Gefahr besteht, dass sie ausgesprochenen Blödsinn macht, solltest du sie am besten gar nicht weggehen lassen. Eine „Sperrstunde“ hilft da nämlich auch nix!

Liebe Grüße
Irene

Hallo!

Körperliche Strafen sind erniedrigend. Ein Vertrauensverhältnis zu einem Menschen, der Erniedrigungen zufügt, ist ausgeschlossen. Außerdem - wo liegt die Logik? Ein Widerwort - Backs! Zu spät - Backs! Es geht wie fast immer um Vermittlung und Einüben sozialen Verhaltens. Dabei erschließt sich mir nicht, wie der Zusammenhang von Prügel und Sozialverhalten zusammenpaßt, es sei denn, man will Gewalt als Lösungsweg vermitteln.

Schläge sind der einfache Weg, spontaner Ausdruck der Hilf- und Ratlosigkeit, niemals Ausdruck natürlicher Autorität und überlegtem Vorgehen. Mit Hilf- und Ratlosigkeit wird auf die Dauer bestenfalls Mitleid erzeugt. Hilflosigkeit und Mitleid sind quasi Geschwister. Fehlende Souveränität und auf Gewalt beruhende Autorität erzeugen Geringschätzung, im Extremfall Haß.

Geht es um Sozialverhalten, also um Regeln des Zusammenlebens, sind Schläge und Gewalt als Demonstration des Zusammenlebens das genaue Gegenteil eines Appells an die Einsicht. Erzeugt wird damit allenfalls Folgsamkeit aus Angst. Ist die Angst nicht groß genug, müssen die Schläge brutaler werden. Soll so die Prägung eines Menschen aussehen, der sich in seinem späteren Leben ausschließlich auf seine Überzeugungskraft und Argumente stützen muß?

Was ich versuche, Dir nahezubringen, ist keine Theorie, sondern bitteres eigenes Erleben. Selbst Sohn eines Vaters, der bedingt durch seine eigene Prägung u. a. als Soldat im Weltkrieg oft genug seine Kinder prügelte, überragte ich ihn eines Tages um Kopfgröße. Als er wieder einmal seine Hand gegen meine jüngere Schwester erhob (die aber tatsächlich extrem aus dem Ruder gelaufen war), nahm ich alle angesammelte Entschlossenheit zusammen, ging dazwischen und machte ihm mit Deutlichkeit klar, daß er das nie nie wieder wagen darf. Diese „überzeugende Ansprache“ verstand er und wagte nie wieder, seine Hand gegen uns Kinder zu erheben. Seine Autorität beruhte auf Gewalt. Als damit Schluß war, war auch von der Autorität nichts mehr übrig. Heute ist er ein hinfälliger, alter Mann. Obwohl das alles 40 Jahre her ist und ich weiß, daß er aus seiner Haut nicht heraus konnte, weil er selbst nie etwas anderes als erzwungenen Gehorsam kennengelernt hatte, könnte ich niemals menschliche Nähe zu ihm zulassen. Gewalt läßt etwas in Menschen zerbrechen, das nicht mehr heilbar ist.

Ich war als Kind davon geprägt, im Zweifel zuzulangen. Weil ich das mehrfach tat, zierte mein erstes Grundschulzeugnis der freundlich umschreibende Hinweis „Wolfgang neigt mit seinen Mitschülern zu zanken“. Es ist nur einigen eher zufälligen Umständen zu verdanken, daß sich mein Leben nicht in solchen Bahnen fortsetzte. Die eigenen Erfahrungen führen mich zur hoffentlich unmißverständlichen Aussage: Prügelnde Eltern begehen ein Verbrechen an ihren Kindern.

Gruß
Wolfgang Dreyer

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Hallo.

Auch hallo!

Die haben dann was auf den Arsch
bekommen und es war ok. Aber ich weiss nicht, ob ich das bei
dem Mädchen auch machen soll, weil 1. schlägt man eigentlich
seine Kinder nicht und 2. ist sie ja auch schon 16… Wer hat
eine Idee???

Schlagen ist die denkbar schlechteste Methode, aber das ist für dich ja eh kein wirkliches Thema, wenn ich dich richtig verstanden habe!
Bei uns zuhause wurde das Prinzip meiner Großeltern angewendet, und es hat weder meinem Bruder noch mir geschadet: Meine Eltern wollten in etwa wissen, wo wir sind, gaben uns keinerlei Zeitvorgaben, bestanden aber darauf, dass wir uns zurückmeldeten! Ob das 23 oder 3 Uhr war, war wurscht, die Hauptsache, sie wussten bei einem eventuellen Wachwerden, dass wir da oder eben noch nicht da waren, mussten dafür aber nicht aufstehen! Sie erwarteten also, dass wir den Kopf ins Schlafzimmer steckten und sagten, dass wir wieder da sind! Meist folgte von dem gerade erwachten Elternteil die Frage: War es schön? Dann konnten wir uns trollen:smile:
Ich wünsche dir und euch, dass ihr auch zu so einem vertrauensvollen Verhältnis findet!
Renate

nicht überbewerten, aber nicht beleidigen lassen!!
hallo,
Das Thema des nicht zu unterschätzenden gesellschaftlichen Drucks, unter dem Jugendliche stehen, ist ja schon ausreichend diskutiert worden. Es wird immer wieder vorkommen, dass Jugendliche, sich über vereinbarte Uhrzeiten hinwegsetzen, deswegen scheinen mir diesbezügliche Absprachen einigermassen wertlos und es will ja auch keiner, dass die Tochter, um Mitternacht nach ner Party per Anhalter unterwegs ist, weil die 18jährige Freundin mit Auto erst zum Ende der Party heimfährt.
Dennoch stimme ich den vorangegangenen Postings insofern zu, dass die „Grosse“ dann Ihre Selbständigkeit auch ruhig anderweitig beweisen darf, sprich zu Hause das Bügeln übernehmen, sich um geschwister kümmern, am Wochenende kochen, eigenes geld dazu verdienen, usw. wenn im Gegenzug zeitliche Beschränkungen aufgehoben werden.
Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass man sich Beleidigungen in irgendeiner Weise bieten lassen muss. Ich darf annehmen, dass da im Vorfeld schon was schief gelaufen ist, denn, obwohl ich nie geschlagen worden bin, hätte ich derartiges erstens nicht gewagt und zweitens war mir auch kalr, dass meine eltern es einfach nicht verdient hätten. Und soo lang ist diese Phase bei mir noch net her…
Wünsche Dir viel Erfolg

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Hallo Saskia,

mir scheint, als sei eure Kommunikation etwas unglücklich verlaufen. Wenn euer Gespräch tatsächlich so in etwa wie du geschrieben hast, verlaufen ist, dann ist die Eskalation kein Wunder. Das unreife Verhalten deiner Tochter und deine Art mit ihr zu sprechen - eben wie mit einem unreifen Kind, haben sich gegenseitig hochgeschaukelt. Hinzu kommt, dass ein Mädchen sich in dem Alter schon aufgrund des gleichen Geschlechts wie die Mutter stärker von selbiger (also der Mutter) glaubt abgrenzen zu müssen als dies bei einem Jungen der Fall ist (die zanken oft mehr mit dem Vater).
Was in meiner eigenen Jugend gut gewirkt hat, war die Absprache mit meiner Mutter, dass ich mich erwachsen zu benehmen habe, wenn ich als Erwachsene behandelt werden will (und das wollte ich unbedingt!). Ich hatte im Haushalt und in unserer Landwirtschaft ordentlich mit anzupacken und die Regeln des normalen Umgangs miteinander sowie getroffene Vereinbarungen einzuhalten und bekam dafür im Gegenzug auch gewisse Zugeständnisse gemacht. Mit 16 hatte ich eigentlich am Wochenende und in den Ferien keine zeitlichen Beschränkungen mehr, meine Mutter wollte aber wissen, mit wem ich wo bin. Das sah ich ein, das will ich von meinen Töchtern später auch mal wissen. Schließlich will man doch wissen, wo man im Zweifelsfalle suchen muss. Wenn ich wusste, wann ich in etwa zurück sein werde, hab ich ihr das auch gesagt. Ich muss aber dazu sagen, dass ich eine recht verantwortungsbewusste/vernünftige Jugendliche war und bestimmte Regeln (Umgang miteinander) von allein einhielt, weil mir das wichtig war. Die Regel „erwachsen benehmen - erwachsen behandelt werden“ wurde bei uns allerdings schon viel früher eingeführt, so dass viele Probleme erst gar nicht entstanden.
Mein Rat also: Sprich mit ihr, aber eben nicht wie mit einem Kind, sondern so, als ob du bspw. mit einer Arbeitskollegin oder Freundin redest - ruhig, sachlich, freundlich. Wenn meine Mutter gleich die Hausarrestkeule geschwungen hätte, dann hätte ich auch dicht gemacht.
Begründe deine Regeln logisch, dann werden sie akzeptiert (du willst doch auch nicht hören „weil das so ist“ oder „weil ich das sage“). Lass deine Tochter auch ihre Wünsche begründen und denk auch über scheinbar sinnlose „Teenie-Gründe“ nach, ob sie für deine Tochter vielleicht wirklich wichtig sein könnten.
Ich wünsche euch alles Gute und einen künftig friedlicheren Umgang miteinander.

Viele Grüße - Heike (der es vor der Pubertät der eigenen Töchter schon graut angesichts der momentanen Trotzphase der Großen)

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