Was soll ich studieren...?

Hallo,

keine Sorge, ich habe nicht vor, irgendwen blind in der Gegend rumstochern zu lassen, ich habe schon eine recht gute Vorstellung von meinem zukünftigen Studienfach, allerdings bin ich mir noch sehr unschlüssig.

Mein „Problem“ ist, dass ich in sehr gerne in einem Beruf arbeiten möchte, der sich mit verschieden Bevölkerungsgruppen, Immigration, Kultur (z.B. Rituale, Religion und Glauben, etc,) aber auch z.B. Dingen wie Jugendkriminalität, Diskriminierung, etc. beschäftigen sollte. Jetzt weiss ich allerdings nicht was der richtige Studiengang für mich sein sollte…? Europastudien, Anthhropologie, Ethnologie, Soziologie oder sich auf ein entsprechendes Land konzentrieren und Koreanistik, Finno-Ugristik konzentrieren und dabei entsprechende Schwerpunkte wählen…?
Problem ist ja außerdem, dass viele Ethnologen am Ende gar nicht als Ethnologen arbeiten, sondern ganz wo anders landen. Außerdem will ich mich nicht von einem schlecht-bezahlten befristeten Job zum nächsten hangeln, was aber auch nicht bedeuten soll, dass ich erwarte nach zwei Jahren Berufstätigkeit 4000€ verdienen will, ich weiss schon, dass das alles nichts ist, womit man reich werden kann.

Irgendeine Idee oder ein Denkanstoß für mich? Dazu muss man sagen, dass ich nicht grade eine 1er-Kandidatin sein werde, sondern mein Abi mit einem schlechten 2er-Schnitt abschneiden werde, jedenfalls geh ich sehr davon aus.

Bin für jede Hilfe dankbar!! Und lasst euch ruhig Zeit, fertig mit Schule bin ich ja eh erst in sieben, acht Monaten :smile:

Liebe Grüße

Hallo,
also Ethno würde ich dir abraten, bei dem was du willst, dann ehr Soziologie. Je nachdem könntest du auch noch Religionswissenschaft(RWi) studieren (z.B für Religionssoziologie). Wenn du dich da beispielsweise auf Islam spezialisierst kannst du zu Türkischen Migranten in Deutschland arbeiten (nur als Beispiel). Gerade bei Soziologie solltest du vorher mal in die Vorlesungsverzeichnisse schauen, da die Schwerpunkte sehr unterschiedlich sind.
Hat das ein bisschen geholfen?
LG

Sozialpädagogik an einer Uni die entsprechende Schwerpunkte anbieten kann. (in Köln gab es mal Schwerpunktfächer Immigration, aber obs das noch gibt…??) und das Ganze mit entsprechenden Nebenfächern untermauern.
Kuwi, Sowi, Ethno, Jura,Psycho sowie „Länder“
*mal so zur Auswahl stell*

Vorteil:
Du kannst, MUSST aber nicht in dem gewünschten Bereich letztendlich landen, wenn Dir in 3 Jahren der Hut nach etwas anderem steht.
BZW. kannst im Ausland XY als Sozpäd (Projekte) arbeiten, falls das mal das Verlangen aufkommt.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Erstmal danke für eure beiden Antworten bisher!! Bisher ist alles hilfreich, was mir irgendwas neues aufzeigen kann :smile:

Zu Sozialpädagogik… Habe ja erwähnt, dass mein Abitur nicht das rosigste sein wird und bei dem NC an manchen Unis, fiel ich ja schon vom Glauben, ohne 1er Durchschnitt schien da bei den meisten gar nichts zu gehen und ehrenamtliche Tätigkeit ist hier (genauso wie bei Sozialer Arbeit) ein absolues Muss. Das find ich ja auch in Ordnung, aber für mich persönlich ist das… naja - kacke ist das, hätte vielleicht noch zwei, drei Monate die Möglichkeit mich ehrenamtlich zu betätigen und dann wär Abi und dann muss ich mich auch bald schon anmelden.
Außerdem kenne ich einige bereits ausgelehrnte Sozialpädagogen, wobei nur eine tatsächlich als Sozialpädagogin arbeitet, ihr Lebensgefährte ist mittlerweile Verkäufer, die anderen sind arbeitslos - das gab mir dann noch zusätzlich zu denken :smiley:

Wie ist das denn, Soziologie als Nebenfach zu studieren? Ich meine, kann ich dann auch alles tun, was ein Hauptfach-Student machen kann, außer dass es halt nicht so vertiefend ist…?

Und: Warum denn keine Ethnologie? Ist das doch soweit mit meinen Vorstellungen auseinander?

Hi Dangermouse,

hmm, meine Vorposter haben Dir ja schon ein paar Tips gegeben. Mir fallen noch ein paar Sachen ein:

  • Polizei
  • Religion (also die evangelische/katholische)
  • Psychologie mit allen „Beratern“ die man alternativ machen kann
  • Pädagogik
    Das sind natürlich alles Dinge, mit denen Du auch gaaanz was anderes machen kannst, aber wo Du Dich auch auf Dein Wunschgebiet spezialisieren kannst.

Alternativ ist’s immer eine gute Idee zu versuchen, irgendwie an Leute ranzukommen, die Deinen Traumjob machen. Falls Du so jemanden nicht im erweiterten Bekanntenkreis hast, dann würde ich mal bei städtischen Integrationsstellen oder so nachfragen. Einfach Stellen, wo Du meinst, dass Leute genau das machen, was Du auch gerne machen würdest. Und dann fragst den Leuten ein Loch in den Bauch, was sie genau tun, was für eine Ausbildung sie haben, was sie anders machen würden, wenn sie nochmal beim Abi anfangen könnten etc.

*wink* und viel Erfolg

Petzi

Wie ist das denn, Soziologie als Nebenfach zu studieren? Ich
meine, kann ich dann auch alles tun, was ein Hauptfach-Student
machen kann, außer dass es halt nicht so vertiefend ist…?

Meistens hat man bei Soziologie im Nebenfach mehr die Theorien (RationalChoice, Netzwerke etc) und bei den Methoden nur einen Überblick. Ich musste z.B. keinerlei Statistik machen und habe nur einen kleinen Einblick in „Fragebogenkonstruktion“ u.ä. bekommen.

Und: Warum denn keine Ethnologie? Ist das doch soweit mit
meinen Vorstellungen auseinander?

Naja, das hängt sehr vom Institut ab, aber da wird sich oft ehr mit „putzigen kleinen benachteiligten Volksgruppen“ beschäftigt. Das ist natürlich auch interresant, aber man kann sich -meiner Meinung nach- nur wirklich damit beschäftigen, wenn man diese Gruppen besucht. Schau einfach mal in ein paar Vorlesungsverzeichnisse
http://www.ethnologie.de/ und dann auf Institute, da findest du alle (?) deutschen Institute

Du solltest die NC-Tabellen erst einmal in die Ecke schieben.
Es ist m.E. sinnlos ein Fach zu studieren, weil man „rein kommt“,
eigentlich jedoch etwas anderes (auch ähnliches) machen will.
Du wirst Dich irgendwann ärgern, wenn Du feststellst, dass Du etwas anderes gern gemacht hättest und es „nur“ nicht getan hast, weil Du zb. 1 Jahr hättest warten müssen… Die Zeit kann man mit Jobben, Praktika oder ähnlichem verbringen.
Überleg Dir was Du tun möchtest, bewerb Dich auf all diese Dinge (unabhängig von ihren Voraussetzungen) und hab dann, mit Chance, die Auswahl. Ob Du dann auf einen Platz im Fach X warten möchtest, kannst Du dann immer noch entscheiden.

Nebenfachstudium sieht an jeder Uni anders aus.
Ich hatte damals Auflagen wieviele Stunden ich mein Pflicht-Nebenfach belegen musste und musste in diesem Prüfungen absolvieren.
Nebenher habe ich noch ein weitere freiwillige Nebenfächer belegt, deren Scheine ich dann einreichen konnte, so dass sie auch im Zeugnis „belegt“ sind. Es gibt häufig Seminare in den Nebenfächern, die für Nebenfachstudenten frei gegeben sind, aber auch in die anderen kommt man häufig rein, wenn man einfach den Dozenten freundlich fragt und ihm erklärt, wie die Auflagen für Dein spezielles Fach aussehen.
Entsprechend ist es ein Stück weit an Dir, WIE Dein Nebenfach genau aussieht.

Arbeitsplatz…
Ja das ist so ne Sache. Klar sind viele Sozpäds ohne Arbeit bzw. auf einem anderen Posten als gedacht. Allerdings gilt das auch für Juristen, Theologen, Politikwissenschaftler, Übersetzer, Psychologen, Kulturwissenschaftler, Ethnologen und jedes andere Studienfach. Das IST (im Mom) einfach so.
Vor ein paar Jahren hieß es, es gäbe zu wenig Lehrer, also studierten viele auf Lehramt- als die mit dem Studium nach 5 oder 6 Jahren fertig waren, saßen trotzdem viele auf der Straße, weil es ZU viele waren- nun fehlen wieder welche. Das ist der Markt- unbefriedigend aber Tatsache. Ich würde mir vielleicht Gedanken machen, wenn ich ausschließlich Indiologie studieren möchte, wo es damit mal hingeht- für die „größeren“ Fächer macht es aber m. E. nur noch wenig Sinn.
Keiner kann Dir sagen, wer in 6 oder 7 Jahren benötigt wird.
Und auch hier bin ich der Meinung, bevor man sich durch etwas durchpresst, was einem weniger Spaß macht, als dass was man idealerweise gern gemacht hätte, nur weil die Chancen derzeit besser klingen, ist nicht wirklich optimal.
Aus zwei Gründen. Zum einen macht man Dinge, die man gerne macht i.d.R. besser als „Ersatzgeschichten“. „Besser sein als andere“ ist eine Strategie, die einem den Arbeitsplatz nicht garantiert, aber ein wenig Hoffnung hinterlässt. Und vielleicht viel wichtiger, sie erspart einem das „hätt ich mich mal mehr bemüht“ wenn es nicht klappt. Rückgängig machen, kann man das nämlich nicht.
Zum anderen weiß wie gesagt keiner, wie es in den nächsten Jahren aussehen wird, weshalb es im mom nicht das „krisensichere“ Studium gibt.

Zur Ethno hast Du schon ein paar Hinweise bekommen.
Die „Sparte“, die Du Dir vorstellst, ist glücklicherweise von vielen Punkten aus zu erreichen- ein Großteil fiel bereits.
Ich würde mich heute immer für etwas entscheiden, wo ich eine große Bandbreite habe.
Manchmal klingen die Sachen oder Fächer ganz toll, und je mehr man drüber erfährt, desto mehr stellt man fest, dass man falsche Vorstellungen hatte und das Ganze einem nur noch wenig zusagt, dann ist es lediglich praktisch sich innerhalb seines Faches noch umorientieren zu können. Und ich bin bei Abschluss meines Studiums flexibler und kann vorrübergehend in meinem Job in einem anderen Bereich arbeiten, bis mein „Wunschbereich“ vorbeiläuft.

Fazit:
alle denkbaren Kombinationen die einem Spaß machen könnten verfolgen,
dann auf alles bewerben und notfalls anschließend aussieben,
MEINE Entscheidung würde dann immer in Richtung hohe Bandbreite (hinsichtlich des Arbeitseinsatezs) und hoher „Spaß“-Faktor (Studieren macht selten wirklich Spaß) fallen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]