Was tun bei lockeren Stegstiften am Flügel?

Guten Tag,
Da ich meinen Flügel (Estonia 190 Baujahr 1982 Modell aus USSR) zur Zeit in Eigenregie restauriere, stellen sich viele Fragen. Darunter auch das Problem mit lockeren Stegstiften und damit verbunden unreiner Töne bis hin zur Unstimmbarkeit.
Wenn man nun ein zerbröseltes Stegdoppel (Rotbuche) hat, ist der Fall wohl klar, da hilft dann wohl nur noch die Anfertigung eines neuen Doppels. Dies sollte dann wohl im Diskant aus Ahorn (weil härter) oder Weißbuche gefertigt sein.

Aber was tun, wenn der Rest der Stege (Langsteg, Bassteg) weitgehend rissfrei ist, jedoch die Stifte mit einer Zange problemlos herausgezogen werden können, also lediglich die Löcher ausgeweitet sind. Man möchte ja erhalten was es zu erhalten lohnt. Wie verhällt es sich nun mit den Reparaturmöglichkeiten.
Da wäre zum einen die Epoxidharzkleber Methode; Stifte raus, Epoxkleber rein, Stift rein und gut?
Oder jeweils die nächst stärkere Dicke an Stegstiften einsezten, wobei wir doch da wieder das Problem Mikro- VS Makrorisse wie beim Stimmstock haben? Hätten dickere Stifte Auswirkungen auf das Klangverhalten?

Und die Methode, Löcher weiter ausbohren, Buchendübel rein, Loch neu bohren, Stegstift einsetzen… und diese Prozedur dann bei allen? Wobei mir da dann wieder die Neuanfertigung eines Doppels sinniger erscheinen würde.

Wie sieht es mit den Erfahrungswerten aus? ist die Epoxidmethode wieder nur ein Aufschieben, oder doch als ernstzunehmende Reparaturmethode zu verstehen? Ich vermute, ein später verklebtes Doppel doch noch entfernen zu müssen, macht dann am Ende weniger Laune.

Ich hoffe, jemand kann anhand von Erfahrungen berichten, was haltbar und vertretbar wäre.

MFG
Andi

Moin,

Ich hoffe, jemand kann anhand von Erfahrungen berichten, was
haltbar und vertretbar wäre.

ich halte es für eher unwahrscheinlich, daß sich hier Klavierbauer heruntreiben, aber genau so einen würde ich in Deiner Nähe suchen und fragen.

Gandalf

Hallo!
Flügel hab ich noch keine repariert, aber dafür alle möglichen anderen (minderwertigen) Instrumente (aus Holz bzw. mit Holzanteilen), für die es sich nicht gelohnt hätte, sie zu einem richtigen Instrumentenbauer zu bringen. Epoxydharze verwende ich dabei eigentlich nie.

Wenn an Holzteilen Schäden sind, habe ich diese oft mit Zweikomponentenmasse von Ponal ausgebessert (ggf. nachmodeliert), weil dieses Material nach der Aushärtung sich ähnlich wie Holz bearbeiten (bohren, schleifen, beizen etc.) läßt - und eben holzähnliche Eigenschaften hat.