Mein Freund leidet unter Panik Attacken und es macht ihn so traurig und hilflos, dass es meist eine ganze Weile dauert, bis er wieder auf die Beine kommt. Meist hilft es ihm wenn ich ihm aus dem Internet über Panikattacken und Angst vorlese, und es hilft ihm vor allem dann, wenn wir über Leute lesen, die „geheilt“ wurden. Gibt es jemanden, der es geschafft hat, davon los zu kommen, und wenn ja, wie?
Im Moment versuche ich ihn zu überreden zum Homöopathen zu gehen, da ich davon sehr viel halte und die Homöopathie auch mir schon sehr viel geholfen hat…
Danke!
Hallo,
handelt es sich bei deinem Feund wirklich um Panikatacken oder um eine Phobie? Entsteht die Angst aus einer bestimmten Sitution herraus oder kann er nicht angeben woher die plötzliche Panik kommt?
Ich an seiner Stelle würde auf jeden Fall zum Arzt gehen um dies diagnostizieren zu lassen, da das Problem bei Panikattacken häufig ist, dass begleitend noch somatische Symptome also bspw Herzbeschwerden auftreten können.
Die Behandlung von Panikattacken erfolgt meist durch eine Kobination von Antidepressiva und Verhaltenstherapie…
Manchmal auch durch psychoanalytische Psychotherapie.
Homöpathisch kenn ich mich leider nicht so aus, wobei ich mir vorstellen könnte, dass Akupunkturverfahren oder Entspannungsverfahren (beruhigende Duftbäder bspw mit Lavendel) helfen könnten…
Alles Gute
Moin, ihr beiden
Die Behandlung von Panikattacken erfolgt meist durch eine
Kobination von Antidepressiva und Verhaltenstherapie…
Manchmal auch durch psychoanalytische Psychotherapie.
Das kann man, mit Einschränkungen, so stehen lassen. Das hier hingegen nicht:
Homöpathisch kenn ich mich leider nicht so aus, wobei ich mir
vorstellen könnte, dass Akupunkturverfahren oder
Entspannungsverfahren (beruhigende Duftbäder bspw mit
Lavendel) helfen könnten…
Akupunktur bringt bei Panikattacken ebensowenig wie Homöopathie. Beide Methoden wirken dabei höchstens kurzfristig suggestiv bzw. über die Übertragung auf den behandelnden Arzt („Droge Arzt“).
Es ist also sinnvoller, sich gleich in eine Psychotherapie zu begegeben.
Gruß,
Branden
Huhu!
Im Moment versuche ich ihn zu überreden zum Homöopathen zu
gehen, da ich davon sehr viel halte und die Homöopathie auch
mir schon sehr viel geholfen hat…
Das kannst du glaube ich direkt vergessen. Ich habe auch Panikattacken und meine Mutter hat mir schon jede Menge angeboten, von Bioresonanztherapie über Heilpraktiker über Menschen, die durch ein Telefongespräch heilen können.
Manchen Hokuspokus hab ich mitgemacht, manchmal aus Verzweiflung, manchmal um Muttern ein gutes Gefühl zu geben („schlimmer wirds ja nicht und sie sorgt sich weniger“). Aber wie Branden schon sagt - eine sehr suggestive Sache. Wenn man nicht daran glaubt, funktioniert es auch nicht. Und wenn man sich dagegen sperrt, hinzugehen, glaubt man vermutlich nicht besonders dran. Meiner Mama hilft sowas wunderbar bei leichten psychischen Sachen (also Stress und dessen Symptome wie z.B. Tinitus), mir gar nicht.
Also das was Branden sagt nur noch mal aus Betroffener Sicht.
Liebe Grüße
Lockenlicht
Hallo Anna,
vergiss den Homöopathen und motiviere deinen Mann dazu, bei einem Spezialisten mal seine Schilddrüse untersuchen zu lassen. Diese ist in nicht seltenen Fällen Ursache für Panikattacken.
Wenn das nicht zielführend ist, bedarf es psychotherapeutischer Hilfe. Diese möglichst nicht bei einem Psychologen, sondern bei einem mesizinischen Psychotherapeuthen oder einem Psychiater. Die Bekämpfung von Panikattacken bedarf öfter mal der medikamentösen Unterstützung, und es wäre unklug, nicht gleich bei einem Therapeuten zu sein, der diese auch verordnen kann.
Schöne Grüße,
Jule
Diagnostiziert wurde es bei ihm auch schon, und er hat auch eine Zeit lang Antidepressiva genommen. Nur hat er die in Absprache mit seinem Arzt dann aufgehört zu nehmen, da sie, wie er sagt, nicht wirklich geholfen haben.
Er ist so völlig gesund, geht regelmäßig zum Arzt, vor allem deshalb weil er Angst vor einem Herzinfarkt hat, da so eine Panikattacke bei ihm die selben Symptome auslöst wie ein Herzinfarkt.
Die Panikattacke selbst kommt ganz unvorhersehbar und ist auch „schnell“ wieder vorbei, das größere Problem ist die Angst vor der Angst, sie schränkt sein ganzes Leben ein, da er bestimmte Dinge (Urlaub oder weiter weg fahren) gar nicht mehr macht.
Danke für die Hilfe!
Vielen lieben Dank für die Informationen und Hilfestellungen!
Hallo!
Antidepressiva nimmt er bereits, aber er selber sagt sie helfen nicht viel!
Den Tipp mit der Schilddrüse gebe ich weiter, danke vielmals!!
Hallo Anna,
bei der Symptomatik, die du hier beschreibst, würde ich doch stark zu einer Verhaltenstherapie tendieren. Solchen Zuständen begegnet man am Sinnvollsten mit Konfrontation. Passiert das nicht, besteht die Gefahr, dass dein Mann bald gar nichts mehr tut.
Wenn er medizinisch durchgecheckt wurde (die Schilddrüse würde ich in jedem Fall noch untersuchen lassen), muss er anfangen, gegen seine Herzangst zu arbeiten. Das Ganze ist ein Teufelskreis, da die Angst vor dem Herzinfarkt zu Bewegungsmangel führt. Bewegt man sich dann doch mal, spürt man den (an sich völlig normalen) schnelleren Herzschlag oder auch das Herzstolpern, das - wenn medizinisch abgeklärt - ebenfalls nicht bedenklich ist und gerät sofort wieder in Panik. Vor lauter Angst stellt man die Bewegung wieder ein.
Ich kenne Leute mit dem Problem, die über systematisches Lauftraining wieder zurück ins Leben gefunden haben. Manche haben sich Gruppen gesucht, in denen ein Arzt mitlief und so nach und nach wieder ein normales Körpergefühl entwickelt. Die Erfahrung, dass ihnen nichts passierte, tat ein Übriges. Andere haben sich im Fitnessstudio angemeldet und dort auf dem Laufband trainiert oder sich selbst eins gekauft. Und wieder andere haben sich in Koronarsportgruppen angemeldet - also Gruppen, in denen Herz- und Herzinfarktspatienten sich sportlich betätigen. Dort half ihnen die Sicherheit, bestens medizinisch betreut zu sein und sich unter Leuten zu befinden, die ein „echtes“ Herzproblem hatten uns sich trotzdem bewegten.
Möglichkeiten gibt es einige, wichtig ist, dass dein Mann aktiv dagegen angeht. Von alleine geht das nicht weg, es wird höchstens schlimmer.
Schöne Grüße,
Jule