Was tun gegen Arachnophobie ?

Als Kind hatte ich eine schreckliche Erfahrung… ich war ca. 11 Jahre alt… ich hatte meine ersten Poster der Bravo an der Wand… nachts bin ich aufgewacht, weil ich ein „Rascheln“ gehört habe…

Also hab ich das Licht angemacht und da sah ich, wie eine fiese Spinne unter einem der Poster vorgekrochen kam…

Nach Internet-Recherchen habe ich rausgefunden, dass es sich um eine gewöhnliche, aber sehr große Hausspinne (gemeine Winkelspinne) gehandelt hat…

Seitdem leide ich unter Arachnophobie…

Interessanterweise stören mich z.B. Weberknechte überhaupt nich, die lass ich i.d.R. einfach hängen und laufen…

Aber sobald mir eine größere Spinne über den Weg läuft… schließe ich alle Türen hinter mir und rufe mir Hilfe…

Wie kann ich diese Phobie überwinden ? Die Vogelspinnen-Therapie kann ich vergessen… von wegen samte Beine und so… die über meine Hand laufen… für mich mehr als nur gruselig…

Und grad bei mir gibt es Winkelspinnen im Keller… deswegen geh ich da nicht mehr rein…

Bitte Hilfe ! Danke, Chrissie

Hallo,

Interessanterweise stören mich z.B. Weberknechte überhaupt nich, die lass ich i.d.R. einfach hängen und laufen…

Das ist bei vielen Spinnenphobikern so.

Die Vogelspinnen-Therapie kann ich vergessen… für mich mehr als nur gruselig…

Das ist ja genau der Punkt: Wenn du das problemlos denken und tun könntest, hättest du vermutlich kein Spinnenproblem (wobei es Spinnenphobiker gibt, die keine Angst vor großen Spinnen haben, aber bei kleinen ausflippen).

Angstbekämpfung läuft erfolgreich über Konfrontation. Wenn du deine Angst vor Spinnen loswerden willst, musst du dich Spinnenbegegnungen stellen. Sinnvollerweise unter Begleitung eines Menschen, der weiß, was er tut.

Angstfrei wirst du deine Spinnenphobie nicht los.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo DarkFighter3000,

Ich stimme meiner Vorsprecherin zu. Sie müssen abwägen ob der Stress durch die Therapie größer ist, als der Stress durch einen auf Ewig unbegehbaren Keller. Viele Menschen leiden an der einen oder anderen Phobie. Spinnen- oder Schlangenphobie sind dabei sehr häufig. Ebenso, wie wohl jeder Mensch IRGENDEIN Nahrungsmittel kennt, das ihm fast sofort Übelkeit beschert.

Die klassische Therapie für Arachnophobie besteht aus Konfrontation. Vielleicht hilft es Ihnen sich mit den Mechanismen, die hinter der Therapie stehen, zu verdeutlichen.

Zu nennen wären hier die „Habituation“. Damit ist im Endeffekt „Gewöhnung“ gemeint. Es ist faszinierend, aber die ständige Konfrontation mit etwas unangenehmen, lässt uns irgendwann Gleichgültig gemgegenüber werden. Das funktioniert nicht bei körperlichen Schmerzen. Aber es funktioniert bei Spinnen. So wie es auch bei dem Lärm der S-Bahnstrecke direkt neben der Wohnung geschieht.

Zum anderen wäre die Extinguierung klassischer und instrumenteller Konditionierungen. Die Abwesenheit von Angst, ausgelöst durch die Vermeidung der Spinnen, verschafft Ihnen ein wohlgefühl von Sicherheit. Es ist angebracht, dass sie lernen, die Konfrontation mit einer Spinne auch als etwas „angenehmes“ zu empfinden. Deswegen sagt man Ihnen das mit den samtigen Beinen. Menschen ziehen unterschiedliche Quellen heran, um sich auf emotionaler Ebene zu belohnen - um so die Angst zu verlieren. So ist der eine ungeheuer Stolz auf sich, der andere freut sich über das tolle Gefühl der samtigen Beine, wieder andere sind enfach nur glücklich wieder alleine in ihren Keller zu können.

Wenn sie möchten, suchen sie nach den Begriffen im Netz und versuchen sie, den Mechanismus hinter der Therapie zu verstehen. Tausende vor Ihnen haben ihre Arachnophobie so besiegen können und glauben sie mir, es funktioniert.

Leicht ist es aber sicherlich nicht.

Lg

Hallo,

ich leider auch unter einer Arachnophobie seitdem ich als Kind entsprechende Erfahrungen gemacht hatte.

Die Vogelspinnen-Therapie kann ich vergessen… von wegen samte Beine und so… die über meine Hand laufen… für mich mehr als nur gruselig…:

Ja, geht mir ähnlich, aber: du möchtest ja die Angst überwinden! Das ist ja eine Motivation für dich.
Ich habe vor Jahren mal eine Dokumentation über Spinnen gesehen, von der es vorher hieß, dass sie auch bei einer Arachnophobie helfen kann, bzw. Menschen mti der Angst helfen kann, Spinnen anders zu sehen.
Ich habe keine Ahnung mehr, wie der hieß. Vielleicht weiß das jemand, der so eine Therapie anbietet und vielleicht könnte der film dir helfen, zur Therapie zu gehen (die Angst wird er nicht beseitigen. Das hat bei mri genauso lange gedauert, bis ich die nächste dicke schwarze gesehen habe, die sich bewegt hat. Für mich sind Weberknechte auch kein Problem und solange die großen still sitzen, geht es mir nicht ganz so schlecht :wink: ). Aber als Vorbereitung wäre er vielleicht eine Hilfe.

Ich hoffe, du kannst dich dazu überwinden,
viel Erfolg!

Ich habe vor Jahren mal eine Dokumentation über Spinnen
gesehen, von der es vorher hieß, dass sie auch bei einer
Arachnophobie helfen kann, bzw. Menschen mti der Angst helfen
kann, Spinnen anders zu sehen.

Hallo Shannon.

War vermutlich Horst Stern: Bemerkungen über Spinnen.

http://www.amazon.de/Bemerkungen-%C3%BCber-Spinnen-H…

Gruß, Nemo.

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Hallo Nemo,
in dem Moment, als ich Horst Stern las… fiel es mir wieder ein
Vielen Dank dafür, genau das war der Film.

Gruß
Shannon

Viele Wege führen nach Rom
Hi,
komisch. Phobien sind doch das Aushängeschild der störungsspezifischen Therapien. Müsste doch jeder approbierte Psycho an der Ecke auf dem Schirm haben.

Systematische Desensibilisierung bei Verhaltenstherapeuten mit Konfrontation, flooding etc…
NLP (Neurolingistisches Programmieren) will das mit ihrer Phobietechnik in 10 Minuten erledigt haben. (Manche kommen mit der Oberflächlichkeit des NLP ja hin). Geben wir dem Therapeuten eine Chance von 1-2 Stunden, ein bischen soll er ja auch was verdienen dürfen.
Hypnotherapie nach Erickson dauert etwas länger, da erst ein Trancetrainig gemacht wird. Hier wird in tiefer Entspannung mit der Phantasie gearbeitet ohne reale Konfrontation.
Neurotherapie nach Grawe spricht von „Exposition“. Das Entspannungsverfahren (wie in der VT) nach Jacobsen kann man ja schon mal zu Hause üben.
Kognitive Therapie nach Ellis und Beck haben ein dutzend irrationaler Ideen der Katastrophisierung auf der Rolle die sie beim Klienten rausfinden wollen und behaupten, das sei das Beste. Machen auch die VTler. Irrationale Ideen loswerden, egal welche, schadet auch nicht.
Humanistische Verfahren haben gar kein Rezept auf der Rolle, sie haben auch keine Störungstheorie.

Schlangenphobie kommt nur bei Menschen in der Großstadt vor, wo keine Schlangen rumlaufen.
Ja, sagen einige Psychologen, man könnte aber auch mal einen Menschen beobachtet haben, der sich vor einer Schlange erschreckt hat und das Trauma sei dann via Übertragung auf einen Übergegangen. Dort lauert das Trauma dann im Unbewußten und störe die Libido - glauben die Psychoanalytiker - In einer Stadt wo keine Schlangen rumlaufen.
Quelle: Lexikon der Psycho-Irrtümer von Rolf Degen.

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Hallo,

ich hatte früher auch ganz schreckliche Angst vor Spinnen. Ich habe dann die Möglichkeit bekommen, eine Vogelspinne auf die Hand zu nehmen.

Ich weiß jetzt nicht, warum eine Therapie mit Vogelspinnen gemacht wird, ich kann nur sagen, dass so eine Vogelspinne gar nicht „wie eine Spinne“ ist. Sie ist eher wie ein kleines Haustier, warm und weich und man kann sie streicheln, und sie bewegen sich eben nicht so schnell, wie diese Hausspinnen, von denen man dann nicht weiß, wo sie sind (mein persönlicher Horror). So habe ich meine Abscheu überwunden.

Generell muss ich sagen, mag ich die großen Hausspinnen immer noch nicht, aber durch die Erfahrung mit der Vogelspinne schaffe ich es, die Spinnen mit einem Glas einzufangen. Ich sehe mir sie dann immer genau an und dann vergeht das unangenehme Gefühl wieder ein wenig.

Vielleicht hast du ja jemanden, der dir helfen kann. Er soll die Spinne einfangen mit einem Glas und du siehst sie dir dann an. Mit der Zeit kannst du ihr immer näher kommen. Irgendwann dann kannst du selber mal eine einfangen. Ich weiß noch, wie stolz ich auf meine erste selbsteingefangene Spinne war!

Du musst die Spinnen nicht lieben lernen, es ist ok, wenn du sie nicht magst. Aber du kannst eben diese große Angst tatsächlich verlernen, indem du dich mit deiner Angst konfrontierst.

LG IA

Systematische Desensibilisierung
Empfehlenswert bei der Bekämpfung hartnäckiger Phobien, wie du sie beschreibst, ist es im Kleinen zu beginnen.

Ablauf:

  1. Versuche dir eine kleine Spinne in Gedanken (in sensu) vorzustellen, halte die unangenehmen Gefühle aus bis sie nicht mehr da sind.
  2. Suche dir Bilder von Spinnen und tue das gleiche.
  3. Spinne im Glas
  4. etc. … und so steigerst du dich allmählig bis du am gewünschten Ziel angelangt bist.

Wichtig dabei ist es, die Angst auf der jeweiligen Stufe solange auszuhalten bis sie schwindet! Du kannst auch noch zusätzlich einen positiven Verstärker einbauen, dadurch verstärkst du den Effekt…

Hallo Chrissie,

diesen Ekel,den Horror und die Angst hatte ich ebenfalls.
Ich habe immer laut geschrieen und mein Mann hat die Dinger ‚irgendwie‘ entsorgt…

Dann begab es sich, dass mein Mann auf Geschäftsreise war, als ich ein dickes, fettes, widerliches Spinnentier im Schlafzimmer(!) an der Wand entdeckte.

Ich habe geschrieen. Ganz laut, lange und richtig panisch.
Niemand kam zu Hilfe, und das Vieh blieb sitzen, wo es war.
Ähm… den Notruf wollte ich nicht anrufen, wahrscheinlich hätte ich mich geschämt, aber ich weiss es nicht mehr genau.

Ich habe - fast von Sinnen - gezittert und gebebt, aber letztendlich dem Tier eigenständig ein Glas übergestülpt und ein dickes Papier (vom Kalender) zwischen Glas und Wand dazwischen geschoben. Die Spinne fiel ins Glas und ich habe sie samt Glas und Papier nach draußen gestellt.

Ich mag Spinnen immer noch nicht.
Egal, wie sie heißen.
Aber in Panik verfalle ich nicht mehr. Frau kann mit ihnen fertig werden. Die in Deutschland vorkommenden tun nix Böses… :smile:

Liebe Grüße
M.

Hallo,

habe das Problem auch.
Zumindest, wenn die Biester in meiner Wohnung angetroffen werden.
Gleiche Spinne in der freien Natur und ich hab absolut kein Problem damit.

Warum? Keine Ahnung!

Diese Spinnenangst ist völlig unbegründet und irrational. Ich weiß das ganz genau und trotzdem schaltet der Verstand dann wieder aus bei der Konfrontation.

Warum sind es aber immer und immer wieder Spinnen, vor denen sich die Leute fürchten?

Instinkt, angeboren, erlernt?

Eine Spinne hat nichts Unangenehmeres an sich als ein Käfer, kaum jemand hat aber Angst vor Käfern.

Warum also sind es immer die Spinnen?

Gruß
Lawrence

Kann diesen Tips nur zustimmen.

Am einfachsten kannst du als erstes für dich ganz allein die Submodalitäten deines auslösenden Spinnenerlebnisses ändern. (aus dem NLP)

D.h. Du stellst dir vor wie die Spinne unter dem Poster vorkrabbelt und du veränderst Stück für Stück verschiedene Dinge dises Bildes in der Vostellung. Z.B. die Spinne verändert die Farbe, Größe, du änderst die Helligkeit im Zimmer usw. bis dieses Bild nicht mehr angstauslösend ist. Das ganze langsam und auf mehrere Tage verteilt sodass die Änerungen gespeichert werden.

Ein „bisschen“ wie bei Harry Potter mit Snape im Kleid, falls die das Beispiel hilft.

viel Glück

Hallo,

es besteht auch die Möglichkeit eine Spinnenphobie homöopatisch zu behandeln.
Der Berliner Verein homöopathischer Ärzte hatte speziell zur Winkelspinne Untersuchungen und Arzneimittelprüfungen gemacht.

Eine weitere Möglichkeit wäre sich mit dem Wesen der Spinnen intensiver zu befassen. Sie sind Überlebenskünstler. So kannst Du von Ihnen lernen, Dich auf Dein Leben einzulassen und die Kraft zu haben in jeder Situation einen neuen Anfang zu finden - einen neuen Faden zu spinnen und ein neues Netz zu bauen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg.

MfG

Kerstin