Was tun gegen Fobien ?

Hallo,

wenn ich Höhenangst mal nicht als Fobie betrachte, so habe ich auf jeden Fall 2 Fobien.

  1. Schlangenfobie, obwohl ich noch keiner in freier Wildbahn begegnet bin! Beim USA-Urlaub habe ich besonders Gelände und Wege gemieden aus Angst vor Klapperschlangen. Ich habe sogar das Hotelzimmer inspiziert.
    Hier in der Heimat habe ich ein besonderes Augenmerk auf Kreuzottern.
    Woher kommt diese Angst, ohne ein konkretes Erlebnis gehabt zu haben?

  2. Sirene (E57): Als ich zwischen 0 und 5 Jahre alt war, wohnten wir in einem Mietshaus, gegenüber eine Schule mit einer E57 Sirene oben drauf,
    die öfters unverhoft anlief und mich entsetzlich erschrack, und zwar entsetzlich, dass ich heulend zu meiner Mutter in die Küche lief. Ich
    hatte aber kein traumatisches Erlebnis. Ich hatte keinen Hausbrand persönlich miterlebt und im 2. Weltkrieg lebte ich noch nicht.
    Ich lebe heute in Bremen. Hier gibt es nur noch 3 Sirenen. Alle anderen sind abgebaut. Gott sei Dank ! Komme ich aber in ländliche Gegenden, dort gibt es einige Sirenen, die auch urplötzlich starten aufgrund einer Brandmeldung etc.
    Mit dem Auto fahre ich an einem Haus mit Sirene vorbei, und zwar mit einem Gefühl der Sicherheit vor einer plötzlichen, erschreckenden Überraschung. Mit dem Fahrrad, weil es wesendlich langsamer und nicht geschlossen ist fahre ich äußerst ungern an dem gleichen Haus vorbei.
    Aber zu Fuß an diesem Haus vorbeizulaufen wäre für mich absolut indiskutabel.
    Ich bin nicht wirklich zufrieden mit der Tatsache, solche übertriebenen Ängste zu haben. Mein Leben ist dadurch qualitativ schlechter, als es sein sollte. Nicht viel schlechter, aber schlechter! Was Kannst Du mir raten, außer dem Rat zum Therapeuten zu gehen. So was hatte ich schon zuvor unternommen.

Dank Dir im Voraus! Gruß Michael!

zur Auswahl
Hi,

wie geht es Dir?

Fangen wir vorne an, o.k.
Möglicherweise, ja höchstwahrscheinlich meintest Du Phobien.
Hier zwei kleine, unvollständige Auswahllisten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Phobien
http://phobien.ndesign.de/
Such Dir eine oder mehrere aus.

Schreib Dir die Phobien Deiner Wahl auf einen Zettel.
Falte mit der linken Hand einen Ball aus dem Zettel.
Wirf diesen Papierball weg.

Das wars.
Oder was wolltest Du lesen?

(…)

Ich möchte etwas ernsthaftes lesen. Von Dir persönlich!

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Hallo Heymann,
bei einer Phobie ‚triggert‘ ein Reiz eine ‚Verhaltensschlaufe‘ bei dir. Mit ‚Verhalten‘ ist hier z.B. Schwitzen, Herzrasen, Panik… usw. gemeint. Das willst du nicht haben, also vermeidest du den Reiz so gut wie möglich. Damit wird deine Phobie nicht verschwinden - im Gegenteil, sie wird jedes Mal, wenn du ein Vermeideverhalten zeigst bestärkt.

Wir (Menschen) können Phobien entwickeln, weil es manchmal sinnvoll ist vorsichtig zu sein und z.B. nicht jede Schlange zu streicheln. Was du lernen musst ist zu diesem ‚gesunden‘ Level von Vorsicht zurück zu kommen.

Das geht nur, wenn du den Reiz aushältst. Je nachdem wie schlimm die Phobie bei dir schon ist, ist es besser das in Begleitung eines Therapeuten zu tun, der sich damit auskennt. Anfangen kannst du selber indem du z.B. anfängst dich über Schlangen oder Martinshörner und Sirenen zu informieren. Lies alles was es über die Tiere zu wissen gibt, rede mit Menschen, geh in den Zoo und geh in die Schlangenabteilung und bleib da. Irgendwann musst du persönlich Kontakt machen und die Panik aushalten - und du wirst sehen - irgendwann wird sie verschwinden und du wirst wieder klar denken können.

Dann gibt es noch Flooding (= Überfluten) du sitzt z.B. zehn Minuten mit ungiftigen Schlangen in einem Käfig oder steigst in Begleitung auf einen Kirchturm. Ebenfalls eine Desensibilisierung.
Die Erfolgsquote dieser Therapien liegt immerhin bei 70 bis 80 Prozent.

Erfolg - wie auch immer …lux

Hi

Gutenabend Heymann,

Ich bin nicht wirklich zufrieden mit der Tatsache, solche
übertriebenen Ängste zu haben.

Deine Aengste sind nicht uebertrieben, denn sie sind ja da in alle ihrer Heftigkeit. Uebrigens hatte J.W. Goethe gleich starke Hoehenaengste. Jeden Tag zwang er sich stets ein bisschen hoeher die Treppe im Stadtturm zu besteigen. Schwitzend, zitterend und unter unmenschlicher Zwang. Endlich mal oben angelangt, schaute er nur den Bruchteil einer Sekunde in die Tiefe. Er wiederholte diese Tortur bis er die Angst besiegt hatte…

Also „uebertriebene Aengste“ sind deine Aengste NICHT!! Denn egal wie du es anstellst sie zu ueberwinden, es braucht dazu Heldenmut. Und erst noch ohne die dadurch verdienten Lorbeeren der Oeffentlichkeit.

Mein Leben ist dadurch
qualitativ schlechter, als es sein sollte. Nicht viel
schlechter, aber schlechter! Was Kannst Du mir raten, außer
dem Rat zum Therapeuten zu gehen. So was hatte ich schon zuvor
unternommen.

Dank Dir im Voraus! Gruß Michael!

Gruss: Ge-es

Ich möchte etwas ernsthaftes lesen. Von Dir persönlich!

Hi,

ja, Du hast recht.

Versuchen wir es mal. Dazu muss ich zitieren.

…wenn ich Höhenangst mal nicht als Fobie betrachte…

Warum nicht? Höhenangst ist eine real anerkannte Störung, welche sich bis zur Krankheit steigern kann. Warum also ausgerechnet diese nicht?

…so habe ich auf jeden Fall 2 Fobien…

Solange dies nicht bewiesen ist, ist diese Aussage nur als Behauptung zu verstehen. Wer hat diagnostiziert, dass Du „auf jeden Fall“ diese zwei Phobien hast? Du selbst oder ein geegneter Mediziner?

Ich bin nicht wirklich zufrieden mit der Tatsache, solche übertriebenen Ängste zu haben.

Nachvollziehbar.

Mein Leben ist dadurch qualitativ schlechter, als es sein sollte.

Du hast also konkrete Vorstellungen davon, wie Dein Leben sein sollte? Das ist doch schonmal ein hervorragender Anfang. Die allermeisten Menschen haben nämlich keinerlei Vorstellungen davon, wie ihr Leben aussehen sollte - aber sie meinen präzise Vorstellungen davon zu haben, wie es nicht sein sollte. Denk mal drüber nach.

Nicht viel schlechter, aber schlechter!

Das verstehe ich nicht. Gleich wie ich diese Aussage angehen - für mich erscheint keine Schlussfolgerung sinnvoll.

Was Kannst Du mir raten, außer dem Rat zum Therapeuten zu gehen.

Das ist aber genau der Knackpunkt in Deiner Anfrage. Wir werden Dir hier alle raten zum Therapeuten zu gehen und genau diesen Rat willst Du nicht hören. Wie sollen wir Deine Anfrage dann als ernsthaft erkennen? O.k., nehmen wir mal an, Dein erster Therapeut, welchen Du ja erwähnst:

So was hatte ich schon zuvor unternommen

sagte Dir menschlich nicht zu. Oder sagte Dir seine Aussagen nicht zu?
Weshalb suchst Du dann nicht einen anderen Therapeuten auf?

Du stellst Deine Frage hier. Hast Du die Einleitungstexte übersehen oder ignorierst Du sie nur schlicht? Selbst wenn wir hier einen Theraüeuten unter uns hätte (haben wir :smile:, glaubst Du wirklich, dass der oder die nur anhand Deiner Schilderungen hier eine Ferndiagnose stellen wird und hier dann reinkritzelt?
Komm, denk mal drüber nach.
O.k., das ist ein Spaßforum hier aber dann darf man sich nicht wundern, wenn derartige Anfragen nicht so richtig ernst genommen werden - ich will Dir keineswegs den Troll unterstellen, indes…

War es diesmal das, was Du hören wolltest?

Freundliche Grüsse
(…)

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Hallo Ray,

Danke für Deinen Beitrag. Das ist so in Ordnung!
Ich werde da was mit anfangen.