Was tun gegen Kaufsucht ?

Hallöchen Zusammen :smile:

Hab da ne etwas andere Art von Sucht. Hoffe es kann mir vielleicht jemand einen Tip geben.

Also manchmal (je nach seelischem Zustand) kaufe ich Dinge, Klamotten usw. ohne Ende. Wenns mir seelisch besser geht, hab ich das im Griff, aber ab und zu (so ca. 5-6 Mal pro Jahr) hab ich Phasen, da kauf ich alles was mir in die Finger kommt. Alles ersparte hau ich dann wieder raus.

Hab schon nach einem Psychologen speziell gegen diese Sucht gesucht. Aber für diese Form von Sucht fühlt sich irgendwie keiner zuständig.

Kennt jemand dieses Problem ? Wenn ja, wie könnte ich dass denn in den Griff bekommen.

Danke schonmal im voraus für Eure Antworten

LG :smile: Flöckchen

Hallo,

Also manchmal (je nach seelischem Zustand) kaufe ich Dinge,
Klamotten usw. ohne Ende. Wenns mir seelisch besser geht, hab
ich das im Griff, aber ab und zu (so ca. 5-6 Mal pro Jahr) hab
ich Phasen, da kauf ich alles was mir in die Finger kommt.
Alles ersparte hau ich dann wieder raus.

Da dir bekannt ist, wann du dazu neigst dein ganzes Erspartes in einen Kaufrausch umzusetzen: wenn du in diesem Zustand aus dem Haus gehst, laß das meiste Geld zuhause, ebenso deine Scheckkarte, Kreditkarte u.ä. Gönne dir stattdessen ein gute Essen mit Freunden…

Weitere Möglichkeit, leg dein Geld z.B.auf ein Sparbuch, auf das du nur Zugriff hast, wenn du selbst zur Bank gehst. Also keinen Zugriff per Scheckkarte o.ä. hast. Je schwerer es ist an das Geld zu kommen, umso leichter wird es, es dort nicht anzugreifen.

Nimm dich selbst in die Pflicht, bevor du irgend etwas kaufst, frag dich schon beim anschauen brauche ich das wirklich? Frag dich das mindestens 3x und wenn die Antwort jedes mal „nein“ ist, versuche stark zu bleiben und geh einfach weiter.

Denke dabei daran, daß du für etwas ganz bestimmtes gespart hast und male dir dieses Ziel aus, mach dir dabei bewußt: „wenn ich mir das jetzt kaufe, dann kann ich das andere Ziel nicht erreichen“. Was ist dir wichtiger? Jetzt irgendwelchen „Schund“ kaufen oder das Ziel für das du sparst?

Hab schon nach einem Psychologen speziell gegen diese Sucht
gesucht. Aber für diese Form von Sucht fühlt sich irgendwie
keiner zuständig.

Es muß nicht unbedingt ein spezialisierter Psychologe sein, ein guter allgemeiner Psychologe sollte in der Lage sein, dir bei diesem Problem zu helfen, oder einer der allgemein auf Sucht verschiedener Art spezialisiert ist.

Gruß,
p+p

Hallo P+P :smile:

Vielen lieben Dank für Deine tolle Antwort.

Werde versuchen, Deine Vorschläge umzusetzen und mir das ein oder andere in diesen Kaufsuchtphasen anzugewöhnen. Wenn man selbst in diesem Kreislauf steckt, kommt man natürlich nicht auf solche Ideen.

Als erstes werde ich mir nächste Woche ein Sparbuch anlege. Die Idee find ich echt klasse :smile:

Also vielen Dank nochmal. Werde Dir berichten, wie ich es umsetzen konnte. Befinde mich nämlich gerade in einer dieser Phasen :frowning:

GLG & ein schönes Wochenende

Flöckchen

Huhu!

Noch besser wäre dann ein Festgeldkonto. Falls das der richtige Begriff ist, also eins, wo du ne Weile nicht rankommst (gibt dafür mehr Zinsen). Natürlich abhängig von deiner finanziellen Situation - Wenn das Geld für schlechte Zeiten ist, die spontan kommen können, ist das eher nichts, wenn du dir in zwei Jahren ein Auto (oder was auch immer) davon leisten willst und sonst finanziell stabil bist, wäre das noch eine effektivere Alternative.

Das kannst du dann selbstverständlich auch vor der Zeit wieder auflösen, aber einerseits mit finanziellen Einbußen und andererseits noch mit einem Gespräch mit dem Bankmenschen verbunden, der versucht, dich davon abzubringen:wink:

Hallo,

Alles ersparte hau ich dann wieder raus.

Das liest sich so, als hättest du das Ganze gut im Griff. Solange du nur das ausgibst, was du hast, sehe ich persönlich offengestanden eigentlich keine wirklichen Probleme.

Echtes Suchtverhalten ist dadurch gekennzeichnet, dass man das Suchtmittel unter allen Umständen haben muss - auch unabhängig davon, ob man sich das grade leisten kann oder nicht.

Wenn man hin und wieder mal Lust dazu hat, sich einfach mal ein paar Dinge zu gönnen, die man vielleicht nicht unbedingt braucht, aber finanzieren kann - so what?

Schöne Grüße,
Jule

Hi,

ich finde, du spielst das zu sehr herunter. Zwischen „ich gönne mir hin und wieder mal was“ und „ich haue das ganze Ersparte raus“ liegen Welten. Sie leidet darunter und bevor sie wirklich ernsthafte Geldprobleme kriegt, sollte sie einen Psychologen aufsuchen. Kann mir allerdings kaum vorstellen, dass man da niemanden findet.

Gruß
Steffie

Hallo Steffie,

nicht jedes Verhalten, das Menschen zeigen, liegt im pathologischen Bereich und bedarf therapeutischer Intervention.

Die UP hat in meinen Augen ausreichend Kontrolle über ihr Ausgabeverhalten, um das auch selbst in den Griff zu kriegen. Die Selbstdisziplin, die sie dafür braucht, kann nur aus ihr selbst kommen.

Ein pathologisches Verhalten würde ich dann sehen, wenn ihre Kaufanfälle unabhängig vom Stand der Ersparnisse geschehen würden und auch keine Rücksicht darauf nähmen, ob sie sich die Dinge leisten kann oder nicht.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo,

Wäre es eine Möglichkeit für Dich, die Sachen anzuprobieren, auszusuchen und dann zurücklegen zu lassen und erstmal einen Kaffee trinken zu gehen? Oder musst Du sie sofort haben? Falls es dazu kommt, könntest Du jemanden ins Vertrauen ziehen, der die Sachen innerhalb weniger Tage zurückgibt und umtauscht? Eine Freundin von mir macht das recht regelmäßig für eine von Kaufanfällen betroffene Freundin, der das selbst zu unangenehm ist. Funktioniert wegen der Gutscheine, die man oft bekommt allerdings nur, wenn man sich auf wenige Kaufhäuser beschränkt.

Gruß
orangegestreift

Hi,

ich finde, du spielst das zu sehr herunter. Zwischen „ich
gönne mir hin und wieder mal was“ und „ich haue das ganze
Ersparte raus“ liegen Welten.

Wieso? Wenn ich mir hin und wieder etwas gönne, wofür ich alle Ersparnisse heraushaue, ist das noch lange keine Sucht.

Gruß S

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Hallo Zusammen =)

Also erstmal vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten. Also ich denke auch, dass ich da ein kleines Problemchen :wink: hab, dass ich angehen sollte. Natürlich habe ich mich bis jetzt noch nicht verschuldet durch die Kauferei. Aber wenn ich diese Phasen habe, dann gebe ich schon einiges Geld mehr aus, als ich könnte und dann brauch ich halt eben wieder ein/zwei/drei Monate bis ich den Kontostand wieder ausgeglichen hab. Dann spar ich wieder ein wenig und dann geb ich das Geld wieder aus. Bekomme so halt auch nichts zur Seite. Habe eine Tochter (9 Jahre) und bin alleinerziehend und sollte deshalb auch irgendwann mal was auf der Seite haben. Hmmmm ??? Aber ich bekomms alleine nicht hin. Der Zwang „ICH MUSS DAS JETZT HABEN“ ist dem Moment dann zu gross. Eventuell sollte ich es mal bei einem speziellen Suchttherapeuten versuchen und nicht bei einem Verhaltenstherapeuten ?

Den Vorschlag mit dem Kaufhaus finde ich auch nicht schlecht. Aber ich kauf ja dann trotzdem und genau dass will ich ja nicht mehr !!! Dennoch vielen vielen Dank fürs antworten.

Wünsche Euch allen eine angenehme Nachtruhe :smile: Flöckchen

Wieso? Wenn ich mir hin und wieder etwas gönne, wofür ich alle
Ersparnisse heraushaue, ist das noch lange keine Sucht.

Es klingt bei der Fragestellerin aber ein bisschen anders als „ich spare eine Zeit auf etwas hin und gönne mir dann etwas Größeres“ - oder? Außerdem hat sie es Sucht genannt, nicht ich. Sie merkt, dass da etwas schief läuft und ich sagte ja nur, dass sie aufpassen soll, dass sie nicht in etwas hineinrutscht und am Ende nicht nur ihr Erspartes ausgibt.

Gruß
Steffie

Hallo,

grundsätzlich gebe ich dir Recht, und vielleicht verstehe ich diesen Absatz auch falsch

Natürlich habe ich mich bis jetzt noch nicht verschuldet durch die Kauferei. Aber wenn ich diese Phasen habe, dann gebe ich schon einiges Geld mehr aus, als ich könnte und dann brauch ich halt eben wieder ein/zwei/drei Monate bis ich den Kontostand wieder ausgeglichen hab. :

Aber das klingt für mich schon nach Verschulden… wenn man das Konto überzieht (und so klingt es halt für mich), dann ist das Geld, welches man in dem Moment nicht hat. Und das sind Schulden, das muss man sich in dem Moment auch so eingestehen

Und wenn sie einiges an Geld mehr ausgibt, als sie könnte… dann ist es zwar gut, wenn sie momentan noch 1-3 Monate braucht, bis sie den Kontostand ausgleichen kann; aber es muss ja nur einmal was dazwischen kommen (kaputte Waschmaschine… kaputtes Auto) und schon steht man da…

Gruß
Shannon

Ganz so einfach sehe ich das aber auch nicht. Immerhin besteht ein gewisser Leidensdruck, weil regelmäßig Geld für etwas ausgegeben wird, was dann nicht mehr für anderes, nötigeres zur Verfügung steht. Insofern besteht wohl schon Handlungsbedarf. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass auch Therapiebedarf besteht.

Hallo flöckchen,

bin alleinerziehend

Das erinnert mich an meine Zeit als Alleinerziehende. Full-Time-Job und zwei kleine Junx - das hieß von morgens halb sieben bis abends 21 Uhr auf Trab zu sein und wenn die Buben dann im Bett waren, war ich oft so müd, dass ich nichts mehr „für mich“ machen konnte. Das zehrt auf Dauer verdammt an den Kräften. Immer nur Output, selten nur Input. Ist es dann ein Wunder, wenn man sich plötzlich vom Kaufrausch hinreißen lässt, um sich auch mal zu belohnen? Sich selbst etwas „Gutes“ zu tun - wenn auch nur für den Moment?

Das ist nur eine Überlegung von mir, aber vielleicht steckt da ja ein Fünkchen Wahrheit drin. Sollte es so sein, könntest Du Dir vielleicht andere Dinge suchen, die Dir dieses Belohnungsgefühl geben und die nicht so viel Geld kosten.

Gruß,

Anja

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Nochmals HALLO Zusammen !

Richtig erkannt - es besteht ein Leidensdruck und dann gebe ich Geld für Dinge aus, die ich keinesfalls brauche und denke dann immer: Wird schon nichts grösseres anstehen in nächster Zeit. Bisher ist das ja auch gut gegangen. Aber ich darf gar nicht dran denken, wenn mal was mit dem Auto etc. wäre.

Mit dem „verschulden“ habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Natürlich verschulde ich mich in diesen Phasen, indem ich mein Konto überziehe. Aber ich schaffe es dann, es wieder auszugleichen, in dem ich dann eben zwei bis drei Monate ganz artig bin und auch Überstunden reinhaue (die ich ausbezahlt bekomme). Dann sieht das Konto wieder gut aus und dann gehts mit der Kauferei wieder los. Würde so gerne mal was gespart bekommen, aber wie ich bereits geschrieben hatte, krieg ich den Dreh nicht. Für meine Kleine hab ich sämtliche Absicherungen und auch Sparbücher. Aber für mich hab ich nichts.

Und ja ich denke auch, dass ich mich dann belohnen will. Arbeite auch immer viel und bin auch immer mit vollem Körpereinsatz für meine Tochter da und versuche alles richtig zu machen. Mich stell ich dann immer ganz hinten an und dann kommt die Phase, wo ich mir in Form von Geldausgeben was gutes tun will. Danach bereue ich es allerdings immer wieder.

Werde mir auf jeden Fall fachmännische Hilfe suchen :smile:

Danke nochmal für Eure Antworten !

LG :smile: Flöckchen

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Sucht-Macke-Angewohnheit?
Moin Flöckchen,

erstmal stellt sich wirklich die Frage: Ist es eine Sucht?
Vermeintlich wirst Du da „wissenschaftlich“ die diversesten Antworten bekommen.

Aber: es ist schon positiv, dass es Dir auffällt und das Du es ändern willst.

Hier stellen sich wieder zwei Fragen:
1.) merkst Du es, wenn es aufklimmt?
Wenn ja, dann die „Attacke“ durch ein anderes (billigeres, nützlichers) Verhalten ersetzen. Z.B.: Ich gehe nur noch schwimmen/saunen/Fußpflege/Kino/an einen bestimmten Ort/Wald/Park/… was immer schön ist. Auch andere Verhaltensmuster könnten funtionieren: selbst Händerreiben, Unterarm selbst streicheln… alles im Stillen machbar - nur es muss mit sehr schönen Erlebnissen verbunden sein.
Wenn nein, eine bestimmte Verhaltensweise antrainieren, die Du bei jeder Geldausgabe einhälst: z.B. mit immer denselben Finger auf den Handrücken tippen und gleichzeitig die Frage stellen: bin ich ICH?

2.) kannst Du aufhören, bevor das Ersparte weg ist? Ich mein, das kann ja ziemlich lange dauern… kommen da nicht auch mal „vernünftige Einwände“ seitens Deiner Gedanken?
Wenn ja, wie blockst Du die ab?
Wenn nein, dann doch mal selbst den Ursachen auf den Grund gehen. Schließlich sind solche Aussetzer (eben über mehr als eine Stunde) schon eklatant.

Und als Hausaufgabe: das ganze Gerümpel wieder einpacken, die Quittungen dazu und Spießrutenlaufen bei den Geschäften. Du hast Rückgaberecht.

LG
Ce

Hallo Anja,

Das zehrt auf Dauer verdammt an den Kräften. Immer nur Output, selten nur Input. Ist es dann ein Wunder, wenn man sich plötzlich vom Kaufrausch hinreißen lässt, um sich auch mal zu belohnen?

Das kann ich mir als Ursache sehr gut vorstellen.

Schöne Grüße,
Jule

Ja ich denke schon, dass dieses „STÄNDIG-FÜR-ALLE-DA-SEIN“ als Ursache in Betracht kommt.

Das ganze hat ja auch eine Vorgeschichte. War 10 Jahre verheiratet mit meinem Ex-Mann, der selbstständig war und somit in erster Linie nie Zeit für mich hatte. Dazu kam, dass er in seiner Freizeit gerne eins über den Durst trank und die wenige Zeit, die wir hatten in Kneipen mit Freunden verbrachte, anstatt mit uns. Da entwickelte sich das ganze dann auch. Ich kaufte, kaufte, kaufte und keiner bemerkte was (also in finanzieller Hinsicht, da sein Geschäft mehr als gut lief). Nur die Schränke quollen dann über. Ich habe das Problem bei ihm angesprochen, aber er meinte nur das wäre verrückt und ich soll das in den Griff bekommen. Aber wie, dachte ich damals. Das war so eine Ersatzbefriedigung. Gut die Ehe wurde immer schlimmer und mit Hilfe meiner Verhaltenstherapie (vor 6 Jahren) habe ich es auch geschafft, mich aus dieser Ehe zu lösen. Danach ging es wirklich mit der Kauferei. Aber vor ca. zwei Jahren hat es dann wieder schleichend angefangen und das macht mich total fertig. In dem Moment legt sich ein Schalter um in meinem Gehirn und der innere Schweinehund sagt: kauf, kauf :frowning:

Denke das ganze ist immer noch so eine Art Liebesersatz ! Meine Eltern sind auch selbstständig und haben auch nie Zeit für mich bzw. für uns zwei. Traue mich auch nicht bei denen das Problem anzusprechen, da sich eh nur ihr Geschäft im Kopf haben. Das macht mich halt manchmal echt traurig und dann kauf ich halt :´-( für mich und für meine Kleine !!!

Danke für Eure Hilfe. Tut echt gut mal darüber sprechen zu können. Sehr lieb von Euch.

Und ach ja: Heute geh ich zum Weihnachtsmarkt in der Stadt und da ist es immer sehr gefährlich. Da werde ich mir aber auf den Handrücken klopfen und zwar so lange, bis ich nichts kaufe. ICH SCHAFFE DAS !!!

LG Flöckchen

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Und ach ja: Heute geh ich zum Weihnachtsmarkt in der Stadt und
da ist es immer sehr gefährlich. Da werde ich mir aber auf den
Handrücken klopfen und zwar so lange, bis ich nichts kaufe.
ICH SCHAFFE DAS !!!

Wenn du dich auf den Weihnachtsmarkt freust und das für dich etwas Besonderes ist, dann würde muss es ja kein völliger „Entzug“ sein. Nimm nur eine bestimmte Summe Bargeld mit, die im Budget ist, die Karten lässt du zu Hause.

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Hallo Flöckchen,

Wünsche Dir Kraft und Durchhaltevermögen!
Wirst es schon schaffen!

Gruß,
p+p