Ergänzend: in der Naturheilszene wird auch gerne das sog. Kummerfeld’sche Waschwasser empfohlen; eine wässrige Lösung von Kampfer und Schwefel (für 1 kg 12,5 g Schwefel, 75 g Glycerin, 25 g Campherspiritus, 125 g Kölnisch Wasser, 762,5 g destilliertes Wasser). Kann man sich in der Apotheke mischen lassen.
Ein Kosmetikum aus dem 19. Jahrhundert, das sich im Gegensatz zu vielen anderen vor allem deswegen gehalten hat, weil es zumindest keine schädlichen bzw. giftige „natürliche“ Zutaten wie z.B. Blei oder Quecksilber enthält. Der Arzt Prof. Dr. Carl Ernst Bock merkte 1868 in Heft 45 der Gartenlaube (Curir-Schwindeleien. Ueber Haut- und Schönheitsmittel) dazu kurz an: Preis 4 Gulden, Werth 6 Kreuzer (1 Gulden hatte 60 Kreuzer). Also schon damals eine heute im Esoterikbusiness übliche Gewinnspanne.
Überhaupt verweist der Artikel (wenn auch nicht gerade lobend) auf sehr viele altbewährte Naturheilverfahren - davon können viele Esoteriker heute noch sich eine dicke Scbheibe abschneiden:
„Finnen bestreiche man mit Blut von einer weißen Henne und lasse es trocknen; bei Hühneraugen und Leichdornen nehme man eine schwarze Waldschnecke, am besten bei abnehmendem Monde, lege sie so lange darauf, bis sie todt ist, und vergrabe sie dann; auch soll das Auflegen eines gespaltenen Herings und vom Gehirn eines schwarzen Raben gut sein. – Bei Sommersprossen wasche Dich bei abnehmendem Monde mit Thau, ohne jedoch ein Wort dabei zu sprechen, oder bestreiche sie mit Froschlaich und schwarzen Waldschnecken. Auch vergehen sie, wenn man am Charsamstage, sobald man die Glocken zum ersten Male ertönen hört, zum Wasser eilt und das Gesicht wäscht. Oder: wenn man am Palmsonntage über das Gesicht mit einem ganz jungen, eben ausgekrochenen Täubchen streicht. Oder: gehe im Mai heimlich in einen Birkenwald, bohre in eine Birke ein Loch und wasche Dich mit dem ausfließendem Safte, aber sprich ja nicht dabei. Oder: man wasche sich mit der Milch einer Stute, die zum ersten Male geboren hat, aber bevor sie noch das Füllen gesäugt hat; auch kann man sich mit dem Blute der Schwalbe waschen, die man im Frühjahr zuerst sieht. Ein sehr gutes Mittel gegen Sommersprossen soll auch sein, wenn man dieselben mit kleingestoßenen Krebseiern beschmiert und, wenn sie trocken geworden, mit Schweinsmilch abwäscht. – Bei Flechten reibe man Freitags die kranke Stelle mit Asche und sage: „Die Flugasche und die Flechte die flogen wohl übers Meer, die Flugasche kam wieder, die Flechte nimmermehr.“ – Bei Warzen und Geschwülsten in der Haut ziehe man die linke Hand eines verstorbenen Familiengliedes darüber hin. Oder: man zählt die Warzen stillschweigend mit dem Zeigefinger und sieht dabei in den Vollmond; oder: man beschmiert die Warzen bei abnehmendem Monde mit frischem ungesalzenem rohem Speck und vergräbt diesen unter eine Dachtraufe. Man werfe so viel Erbsen in den glühenden Backofen, als man Warzen hat, springe aber sogleich weg, damit man nicht prasseln hört, sonst werden sie ärger. Man lasse sich die Warzen von einem Andern zählen, dann bekommt sie dieser. Man mache so viel Knoten an einen Faden, als man Warzen hat, und lege diesen Faden vor Sonnenaufgang in einen Brunnen; wer zuerst plumpt, bekommt die Warzen. – Muttermäler lassen sich durch öfteres Bestreichen mit der Hand eines im Sarge liegenden Kindes oder dadurch vertreiben, daß man ein Stückchen rohes Rindfleisch nimmt, dieses einer frischen Leiche unter die rechte Achselgrube legt, dort vierundzwanzig Stunden liegen läßt, dann einige Stunden auf das Mal bindet und schließlich vergräbt. – Gegen Frostschäden hilft, wenn man bei abnehmendem Monde einen Hering spaltet und auflegt, oder wenn man Gehirn von schwarzen Raben oder Krähen auflegt.“
Mittel speziell gegen Akne nennt Dr. Bock leider nicht.
Freundliche Grüße,
Ralf
(überlegt gerade, eine esoterische Schönheitsfarm zu eröffnen)