Was tun mit Bausparvertrag?

Hallo,

ich überlege in nächster Zeit eine Immobilie zu kaufen.

Unter anderem habe ich einen Bausparvertrag. Die Bausparsumme beträgt 25.000 Euro. Derzeit sind etwas über 9000 Euro eingezahlt, 50% müssten eingezahlt sein um zugeteilt werden zu können.

Der Darlehenszins ist 5% Zins nominal und 6,08% effektiv. Das kommt mir etwas hoch vor, angesichts der derzeitigen Zinsen.

Was empfiehlt sich da? Sollte ich schnell 3000 Euro einzahlen auf den Bausparvertrag? Kann man nen Bausparvertrag auch auflösen und das Geld direkt in die Immobilienfinanzierung stecken? Weil es ist doch billiger einen Kredit über 4,xx% aufzunehmen oder hab ich da was übersehen und sollte doch das Darlehen auf jeden Fall in Anspruch nehmen?

Grüße
Gerri

Hallo Gerri,

geh zu deinem Bankmenschen und lass dich beraten.

Natürlich kannst du auch nur das guthaben aus dem Vertrag raushaben. In anbetracht der Tilgungshöhe ist das vielleicht sogar sinnvoll statt dessen nur einen normalen Bankkredit aufzunehmen.

Vielleicht macht beim Vertrag auch ein Tarifwechsel Sinn. Ich selbst stecke auch in einem mit ein 3% Haben - 5% Soll Zins Kombination. Könnte aber in einen mit 2%H/2,75%S wechseln.

Lass das dir von der Bank maßschneidern.

Gruß Ivo

Der Darlehenszins ist 5% Zins nominal und 6,08% effektiv. Das
kommt mir etwas hoch vor, angesichts der derzeitigen Zinsen.

Hallo Gerri,

Die Betrachtung allein der Zinsen ist zu kurz gesprungen. Du mußt das gesamte Finanzierungspaket für die Immobilie sehen. Wirklich günstige Zinsen für ein Bankdarlehen bekommst Du nur bei ausreichend Eigenkapital. Eigenkapital in ausreichender Höhe bewahrt Dich auch davor, eine Finanzierung mit sehr langer Laufzeit eingehen zu müssen. 25 oder 30 Jahre Zahlerei ist sehr waghalsig, weil unüberschaubar. Außerdem bezahlst Du Deine Immobilie bei so langer Laufzeit über die Zinsen mehrfach.

Bauspar-Darlehen werden m. W. mit etwa 3% getilgt. Das ist sehr vernünftig und auch ein Bankdarlehen sollte man mindestens so hoch tilgen. Jetzt schwimme ich etwas, weil ich mit Bausparkassen und Banken nicht viel am Hut habe. So weit mir bekannt ist, gilt das Bauspargeld komplett als Eigenkapital und der Darlehensteil ist eine nachrangig im Grundbuch eingetragene Hypothek. Das ist bei der Feilscherei um günstige Zinsen mit der Bank, die den Rest finanziert, ein starkes Argument.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Die Betrachtung allein der Zinsen ist zu kurz gesprungen. Du
mußt das gesamte Finanzierungspaket für die Immobilie sehen.

Das einzigste was zählt ist der (abgezinste) Cashflow - sprich die Betrachtung aller anfallenden Kosten (einschl. Kreditnebenkosten), die man dann wegen in der Zukunft liegenden der Zahlungstermine auf den heutigen Stand abzinst. Sämtliche Zinssätze (auch die Effektivzinsen) sind - insbesondere bei Bausparverträgen - nichts anderes als Augenwischerei, genauso wie Pauschalaussagen.

Wirklich günstige Zinsen für ein Bankdarlehen bekommst Du nur
bei ausreichend Eigenkapital.

Im Vergleich zu den Bausparkrediten bekommt man im Moment bei einem normalen Hypothekendarlehen auch bei 100% Belastung einen vernünftigen Zinssatz.

Eigenkapital in ausreichender
Höhe bewahrt Dich auch davor, eine Finanzierung mit sehr
langer Laufzeit eingehen zu müssen. 25 oder 30 Jahre Zahlerei
ist sehr waghalsig, weil unüberschaubar.

Das wäre noch nicht mal das Schlimme, vielmehr sammeln sich in dieser Zeit erhebliche Zinsen (zu Deinen Lasten) an.

Außerdem bezahlst Du
Deine Immobilie bei so langer Laufzeit über die Zinsen
mehrfach.

Siehe oben.

Bauspar-Darlehen werden m. W. mit etwa 3% getilgt. Das ist
sehr vernünftig und auch ein Bankdarlehen sollte man
mindestens so hoch tilgen.

Ein Darlehen sollte immer so hoch wie möglich tilgen - nur nicht höher als das finanziell mögliche.

Jetzt schwimme ich etwas, weil ich
mit Bausparkassen und Banken nicht viel am Hut habe. So weit
mir bekannt ist, gilt das Bauspargeld komplett als
Eigenkapital und der Darlehensteil ist eine nachrangig im
Grundbuch eingetragene Hypothek.

Kann sein.

Das ist bei der Feilscherei
um günstige Zinsen mit der Bank, die den Rest finanziert, ein
starkes Argument.

Hat’s bei mir trotzdem nicht gebracht. Die „Um-die-Ecke-Finanzierung“ mit einem Bausparvertrag war bei mir sowas von beschissen, dass ich diese „Jugendsünde“ komplett abgebrochen habe. Ein normales Hypothekendarlehen war (sogar bei einer vermieteten Eigentumswohnung !) eindeutig das bessere Finanzierungsmodell und konnte nur durch eine Tilgungsaussetzung gegen eine britische KLV getoppt werden (allerdings bei höherem Risiko - da sollte jeder selbst einschätzen, was es ihm Wert ist).

Aber für eine selbstgenutzte Immobilie gilt immer noch: tilgen, tilgen, tilgen und zwar auf dem direkten Wege. Man könnte hier höchsten noch über verschiedene Darlehenslaufzeiten und Tilgungshöhen (einschl. Sondertilgung) eine Optimierung erreichen.

Die optimale Finanzierung erreicht man übrigens selten, indem man irgendwelchen Finanzberatern äh -verkäufern traut.

Grüsse

Sven

Hallo Ivo,

geh zu deinem Bankmenschen und lass dich beraten.

Wenn man das macht, hat man auf jeden Fall einen neuen Bausparvertrag und eine zusätzliche Lebensversicherung verpasst bekommen - Stichwort: Provisionen.

Besser finde ich, einen unabhängigen Honorar-Finanzberater aufzusuchen, denn der muß für seine Beratung geradestehen. Die Kosten von max. 250 € halte ich in Anbetracht des maximal finanziell möglichen Desasters für realisierbar.

Natürlich kannst du auch nur das guthaben aus dem Vertrag
raushaben. In anbetracht der Tilgungshöhe ist das vielleicht
sogar sinnvoll statt dessen nur einen normalen Bankkredit
aufzunehmen.

Darauf wird es bei einer selbstgenutzten Immobilie auf jeden Fall hinauslaufen.

Lass das dir von der Bank maßschneidern.

Und vor allem: rechne selbst nach !

Grüsse

Sven

Hi Sven,

Die optimale Finanzierung erreicht man übrigens selten, indem
man irgendwelchen Finanzberatern äh -verkäufern traut.

Das ist leider falsch: Die optimale Finanzierung erreicht man so gut wie nie, wenn man sich nur von seiner Bank oder dem BSV-Vertreter beraten läßt.

Unabhängige Hypothekenvermittler sind für eine ganzheitliche Finanzierung die einzige Wahl.

wer sonst könnte nen BSV von X mit nem Darlehen von A und ner LV von K verknüpfen. Der abhänige sagt an der Stelle immer: Das von den Kollegen kündigen und bei mir neu machen. Die ausgezahlten Beträge werden dan das angeblich benötigte Eigenkapital.(Das sie im grunde sowieso schon sind.)

gruss
winkel

Hi Gerri,

Unter anderem habe ich einen Bausparvertrag. Die Bausparsumme
beträgt 25.000 Euro. Derzeit sind etwas über 9000 Euro
eingezahlt, 50% müssten eingezahlt sein um zugeteilt werden zu
können.

Der Darlehenszins ist 5% Zins nominal und 6,08% effektiv. Das
kommt mir etwas hoch vor, angesichts der derzeitigen Zinsen.

Was empfiehlt sich da? Sollte ich schnell 3000 Euro einzahlen
auf den Bausparvertrag? Kann man nen Bausparvertrag auch
auflösen und das Geld direkt in die Immobilienfinanzierung
stecken? Weil es ist doch billiger einen Kredit über 4,xx%
aufzunehmen oder hab ich da was übersehen und sollte doch das
Darlehen auf jeden Fall in Anspruch nehmen?

Hi Gerri,

laß den BBSV einfach ruhen, bis er zuteilungsreif ist.

die ersparten Einzahlungen kannst du in die Tilgung mit einrechnen. deine VL mußt du, so du welche kriegst, ja auch irgendwohin tun, also in den bestehende BSV.

Wenn der BSV dann zuteilungsreif ist kannst du entscheiden:

  1. Entweder das Darlehen in Anspruch nehmen und

a) das Hypothekendarlehen zwischentilgen (achtung immer sondertilgungen vereinbaren)
b) eine Nachfinazierung tilgen (Kommt öfter als man glaubt)

  1. netto auszahlen lassen und
    a) wie 1. a) und b) nutzen
    b) in Urlaub fahren
    c) Reparaturen machen lassen
    d) auto kaufen

gruss
winkel

Hallo Winkel,

Die optimale Finanzierung erreicht man übrigens selten, indem
man irgendwelchen Finanzberatern äh -verkäufern traut.

Das ist leider falsch: Die optimale Finanzierung erreicht man
so gut wie nie, wenn man sich nur von seiner Bank oder dem
BSV-Vertreter beraten läßt.

Noch schlimmer: sowohl beim Einfirmenvertreter als auch beim Mehrfachagenten oder Makler geht es um Verkaufsprovisionen. Eine optimale Beratung kann hier gar nie erfolgen, da beim Berater (oder immer noch besser: Verkäufer) nie das Wohl des Kunden, sondern nur das Wohl des Verkäufers im Vordergrund steht. Ein guter Verkäufer denkt natürlich auch an sein Image und wird daher (einigermaßen) seriös beraten, doch woran erkennt das der Käufer ? Eher selten…

Unabhängige Hypothekenvermittler sind für eine ganzheitliche
Finanzierung die einzige Wahl.

Nur nach einem Gespräch mit einem HONORAR-BERATER, denn nur der steht dafür auch gerade.

wer sonst könnte nen BSV von X mit nem Darlehen von A und ner
LV von K verknüpfen. Der abhänige sagt an der Stelle immer:
Das von den Kollegen kündigen und bei mir neu machen. Die
ausgezahlten Beträge werden dan das angeblich benötigte
Eigenkapital.(Das sie im grunde sowieso schon sind.)

Und wieso sollte das der unabhängige Verkäufer anders machen ? Nur wenn etwas bestehendes gekündigt wird, gibt es Platz für was neues und nur dann fließen die Provisionen.

Nichts gegen unabhängige Vermittler, auch ich habe meine Finanzierung so durchgebracht, aber erst nachdem ich alles selbst durchgerechnet hatte und mir zusätzlich von einem Honorarberater das Ganze habe bestätigen lassen.

Und ich habe lange nach einem unabhängigen Vermittler suchen müssen, der meinen Finanzierungswunsch umgesetzt hat und nicht die provisionsträchtigste Version durchsetzen wollte…

Grüsse
Sven