Hallo Wolfgang,
Die Betrachtung allein der Zinsen ist zu kurz gesprungen. Du
mußt das gesamte Finanzierungspaket für die Immobilie sehen.
Das einzigste was zählt ist der (abgezinste) Cashflow - sprich die Betrachtung aller anfallenden Kosten (einschl. Kreditnebenkosten), die man dann wegen in der Zukunft liegenden der Zahlungstermine auf den heutigen Stand abzinst. Sämtliche Zinssätze (auch die Effektivzinsen) sind - insbesondere bei Bausparverträgen - nichts anderes als Augenwischerei, genauso wie Pauschalaussagen.
Wirklich günstige Zinsen für ein Bankdarlehen bekommst Du nur
bei ausreichend Eigenkapital.
Im Vergleich zu den Bausparkrediten bekommt man im Moment bei einem normalen Hypothekendarlehen auch bei 100% Belastung einen vernünftigen Zinssatz.
Eigenkapital in ausreichender
Höhe bewahrt Dich auch davor, eine Finanzierung mit sehr
langer Laufzeit eingehen zu müssen. 25 oder 30 Jahre Zahlerei
ist sehr waghalsig, weil unüberschaubar.
Das wäre noch nicht mal das Schlimme, vielmehr sammeln sich in dieser Zeit erhebliche Zinsen (zu Deinen Lasten) an.
Außerdem bezahlst Du
Deine Immobilie bei so langer Laufzeit über die Zinsen
mehrfach.
Siehe oben.
Bauspar-Darlehen werden m. W. mit etwa 3% getilgt. Das ist
sehr vernünftig und auch ein Bankdarlehen sollte man
mindestens so hoch tilgen.
Ein Darlehen sollte immer so hoch wie möglich tilgen - nur nicht höher als das finanziell mögliche.
Jetzt schwimme ich etwas, weil ich
mit Bausparkassen und Banken nicht viel am Hut habe. So weit
mir bekannt ist, gilt das Bauspargeld komplett als
Eigenkapital und der Darlehensteil ist eine nachrangig im
Grundbuch eingetragene Hypothek.
Kann sein.
Das ist bei der Feilscherei
um günstige Zinsen mit der Bank, die den Rest finanziert, ein
starkes Argument.
Hat’s bei mir trotzdem nicht gebracht. Die „Um-die-Ecke-Finanzierung“ mit einem Bausparvertrag war bei mir sowas von beschissen, dass ich diese „Jugendsünde“ komplett abgebrochen habe. Ein normales Hypothekendarlehen war (sogar bei einer vermieteten Eigentumswohnung !) eindeutig das bessere Finanzierungsmodell und konnte nur durch eine Tilgungsaussetzung gegen eine britische KLV getoppt werden (allerdings bei höherem Risiko - da sollte jeder selbst einschätzen, was es ihm Wert ist).
Aber für eine selbstgenutzte Immobilie gilt immer noch: tilgen, tilgen, tilgen und zwar auf dem direkten Wege. Man könnte hier höchsten noch über verschiedene Darlehenslaufzeiten und Tilgungshöhen (einschl. Sondertilgung) eine Optimierung erreichen.
Die optimale Finanzierung erreicht man übrigens selten, indem man irgendwelchen Finanzberatern äh -verkäufern traut.
Grüsse
Sven