Hallo Leute,
ich hoffe, in diesem Brett richtig zu sein…
…ich brauche mal einen Ratschlag von euch, und bitte um neutrale Ratschläge, ohne Berücksichtigung von eigenen Tendenzen.
Also, angenommen jemand ist gut 40 Jahre alt, seit über 10 Jahren selbstständig. Die Selbstständigkeit läuft nicht wirklich gut, aber immerhin, es bleibt jeden Monat „etwas“ über. Es reicht diesem Jemand vielleicht, er hat auch keine Schulden, weil er auch wenig Kosten hat. Er lebt halt sparsam.
Weiter angenommen, dieser „jemand“ hätte nun die Gelegenheit, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Er würde dann etwas mehr Geld verdienen (ca. 500 Euro im Monat mehr), die Arbeit ist auch nicht schlecht, aber eben nicht 100% das, was er sich vorgestellt hat.
Wie sollte man sich verhalten? Auf jeden Fall den Job annehmen, dafür die Selbstständigkeit, und damit quasi auch „das gute Leben“ aufgeben, dafür aber soziale Sicherheit bekommen?
Welche Faktoren müsste/sollte man noch in die Entscheidung mit einfliessen lassen ?
Danke an alle.
Jürgen
Hallo,
Wie sollte man sich verhalten? Auf jeden Fall den Job
annehmen, dafür die Selbstständigkeit, und damit quasi auch
„das gute Leben“ aufgeben, dafür aber soziale Sicherheit
bekommen?
Tja, die Entscheidung muss man letztendlich demjenigen selber überlassen. Kann man das Gewerbe der Selbständigkeit nicht „nebenher“ noch bissel aufrechterhalten? Man hat ja das Risiko, dass AG oder AN in der Probezeit feststellen, dass es das dann doch nicht ist … und da wäre bei kompletter Aufgabe des biherigen „Geschäfts“ auch das weg (oder könnte mans jederzeit wieder aufnehmen?).
Kann sich der Selbständige denn vorstellen, nun weisungsgebunden zu arbeiten? (Ich stell mir das etwas gewöhnungsbedürftig vor, wenn man bisher sein eigener Chef war und nun ausführen muss, was andere anweisen … einschließlich evtl. Sachen, die man nicht einsieht, die man ganz anders machen würde usw.)
Welche Faktoren müsste/sollte man noch in die Entscheidung mit
einfliessen lassen ?
Zu versorgende Personen?
MfG
Kann sich der Selbständige denn vorstellen, nun
weisungsgebunden zu arbeiten? (Ich stell mir das etwas
gewöhnungsbedürftig vor, wenn man bisher sein eigener Chef war
und nun ausführen muss, was andere anweisen … einschließlich
evtl. Sachen, die man nicht einsieht, die man ganz anders
machen würde usw.)
Hallo, danke erstmal für diese Ausführungen.
Nun, ich denke mit „Anweisungen“ sollten keine Schwierigkeiten auftreten. Frage wäre, ob man sein „tolles Leben“ aufgeben will, mit völlig freier Zeiteinteilung. Klar, dafür ein festes Gehalt, mit dem man planen kann, soziale Sicherheit…aber sollte man wirklich alleine danach entscheiden ???
Zu versorgende Personen?
Ja, schon, eine kleine Familie, aber das hat ja vorher auch geklappt…
-(
Schwierig, schwierig, diese Entscheidungen…
…die meisten, die gefragt wurden, haben gesagt; ja, SOFORT annehmen…
Bey
Jürgen
Hi Jürgen,
bedenke einmal:
Zur Zeit kannst du noch manches aus deinem Privathaushalt auf die „Firma laufen lassen“.
Das gibts dann nicht mehr. Klopapier musst du dann komplett bezahlen *g*
Im Ernst:
Du hast die Möglichkeit, deinen Gewinn selbst zu bestimmen. Wenn du gute Ideen hast, bringen sie dir Geld ein.
Du kannst auch sehen, dass deine Arbeit DIR Geld einbringt.
Die Alternative:
Du bekommst Gehalt/Lohn.Du erledigst deine aufgetragenen Arbeiten und bekommst dafür ein festes Salär. Wenn du besonders gut oder fleißig warst, merkst du davon am Monatsende nichts im Geldbeutel.
Ich würde wie folgt rechnen:
- Was habe ich bisher über die Firma laufen lassen und muss es demnächst komplett von meinem Gehalt bezahlen ?
- Wie hoch ist der finasnzielle Vorteil dann noch ?
- Rente kannst du heutzutage fast vergessen. Deine Mindestjahre hast du ja wohl sowieso. Es gilt… wieviel kannst du monatlich zusätzlich für Rente sparen ?
- Versicherungen: Kommst du aus dei´ner bisherigen Krankenkasse (ohne Verluste)raus ? Falls nicht… frag nach den Tarifen.
Die Altersrückstellung wird mit Verlassen häufig hinfällig und somit verloren.
Die soziale Absicherung besteht in der Hauptsache durch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wenn du aber zu oft krank bist, bekommst du auch irgendwann die Kündigung.
Ein Job, den du partout nicht magst, wird dich psychisch runter ziehen. In „deinem Alter“ zählt man sowieso schon zum „alten Eisen“. Je nach Tätigkeit kannst du also in einigen HJahren evtl. körperlich nicht mehr mithalten. Deine leistung sinkt und die Kündigung winkt.
Überlege, wie du vielleicht mit deiner Firma expandieren könntest oder später neue Leute einstellen kannst.
Wenn das möglich ist: Bleib dabei. Da hast du Ahnung und kannst deine „Arbeitsstelle“ selbst sichern.
Nimm nicht einfach einen Job an, der dir nicht liegt. Du wirst es später beruen und dich nach anderem Job umsehen wollen.
Dann könntest dzu doch genauso gut jetzt noch auf den besseren Job warten.
Ich selbst habe jetzt rund 3 Jahre „Blödjob“ gemacht und habe während dieser Zeit neuen AG gefunden, bei dem es mir gefällt und bei dem mein Wissen und Können (trotz Alter) akzeptiert wird.
„Wieder-Aufstieg“ wird zwar länger als üblich duaern aber ich habe gute Aussichten, dass ich in einigen Jahren wieder für eine Anzahl Mitarbeiter verantwortlich bin.
Das Warten hat sich gelohnt.
Gruß
BJ
Hi,
wenn jeden Monat etwas übrig bleibt, dann lieber etwas mehr Engagement in die Selbstständigkeit stecken (neue Märkte, Werbung, neue Produkte,…). Solange keine wirtschaftliche Not vorhanden ist würde ich diesen Schritt nicht machen! Warum 10-12h/Tag für jemand anders Buckeln? Zudem: Am Anfang sieht alles rosig aus.
Grüße
Wolfgang
Hallo Jürgen,
aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Entscheidung ähnlich wie zwischen Cholera und Pest ist. Da in diese Entscheidung viele individuelle Faktoren mit einfließen, kann ich mir folgendes Vorgehen vorstellen:
Zuerst alle objektiven Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten aufschreiben. Dazu gehören auch Fahrzeiten, Autonomieverlust, Urlaubzeiten, Bezahlung des Urlaubs etc. Dann diese Liste mit guten Freunden besprechen und falls sich nicht schon vorher eine Gewichtung ergeben hat, meldet sich meist das Bauchgefühl, dem ich persönlich viel Raum gebe. Auf jeden Fall sollten die Mitbetroffenen (Familie)einbezogen werden. Nach meinem letzten Reinfall habe ich die Erkenntnis gewonnen: Luxus ist nicht das, was man hat, sondern das, was man sich erspart.
Ich wünsche eine zufriedenstellende Entscheidung
lG Pauline
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]