Was tun wenn der Hausbau nur schleppend voran geht?

Wir bauen gerade ein Reihenmittelhaus und leider geht es nicht so gut voran. Wir haben einen Innenausbauvertrag mit einer Firma. Schriftlich bestätigt bekommen haben wir als Einzugstermin den 1.12.2010. Momentan steht der Rohbau. Das Dach ist noch nicht fertig, es sind nur die ersten Balken gelegt (wird ein Pultdach). Laut unserer Rechnung kann das Haus doch gar nicht mehr bis 1.12. fertig werden. Muss ja schon der Estrich 6-8 -Wochen trocknen. Wir waren bis gestern zwei Wochen im Urlaub und in diesen zwei Wochen sind gerade mal die Balken auf den Ringanker gelegt worden, mehr nicht. Kann uns jemand sagen wie wir am besten mit unserer Innenausbaufirma umgehen sollen? Unzählige Telefonate haben wir bereits geführt und uns wird immer wieder versichert das der 1.12. eingehalten wird. Wir haben uns nun schon überlegt einen Zeitplan anzufordern und rechtliche Schritte einzuleiten wenn etwas nicht im Zeitplan liegt. Außerdem auch, das die Firma uns die Bestätigungen der anderen Firmen bezüglich Liefertermin Heizung, Treppe, Garage etc. zukommen lässt. In unserem Innenausbauvertrag steht das bei Nichteinhaltung des Termines pro Monat 750,- € an uns gezahlt werden müssen. Da ist jedoch ein Lacher, uns bringt das nichts und der Innenausbaufirma wird der Betrag wohl kaum etwas ausmachen. Wenn wir dem Innenausbauer kündigen müssen wir mindestens 2500,- € zahlen. Was tun?

Leider ist im Vertrag eine für die firma sehr günstige Pauschale als Pönale vereinbart worden, rechtlich daher chancenlos.,

Immer am Ball bleiben und Kontakt halten. Evtl. Architekt oder sachverständigen einschalten.
Rechtlich ist das so schwierig. Es sind ja noch keine Fristen verstrichen. Merh weiß ich leider nicht dazu.
MFG Michael

Hallo Glumanda81,

auch wenn dir dir Antwort nicht gefallen wird, so muss ich dir leider recht geben, dass es mit dem Einzug zum 01.12. definitiv nichts mehr wird. Mal von dem Estrich abgesehen, muss ja auch der Innenputz noch rein und der verursacht fast genauso viel Feuchtigkeit wie der Estrich. Problem hierbei ist die kommende kalte Jahreszeit. Die Feuchtigkeit kann nur raus, wenn konsequent gelüftet wird. Hierbei sind immer die Außentemperaturen zu beachten. Wir hatten nur für den Innenputz Heizgeräte und Bautrockner für ca. 6 Wochen stehen (Innenputz wurde im Dezember angebracht). Kosten für Baustrom pro Monat ca. 1.500,- EUR. Wer kommt bei euch lt. Vertrag für die Baunebenkosten auf?
Der Firma Druck zu machen macht kaum Sinn, denn wenn diese die Nase voll hat von euch wird sie den Vertrag von sich aus kündigen. Einen Grund hierfür wird sie sich ausdenken. Ihr werdet euch einen Anwalt nehmen müssen, der euch jede Menge Geld koste wird, da hier keine Rechtschutzversicherung greift. So ein Prozess kann viele Jahre dauern (bei uns waren es 4 Jahre) und dann stellt sich immer noch die Frage, ob die Firma, solltet ihr den Prozess gewinnen dann noch zahlungsfähig ist (bei einer GmbH erfahrungsgemäß chancenlos).
Wer hat sich denn eigentlich so viel Zeit gelassen? Die Firma für den Rohbau? Die Firma für den Innanausbau hat ja noch gar nicht anfangen können, wenn ja gerade mal der Dachstuhl aufgeschlagen wurde.

Gruß Bauhase

Hallo Bauhase!

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Die Baunebenkosten sind nicht extra erwähnt, jedoch steht gleich zu Beginn in der Bauleistungsbeschreibung "Grundsätzlich sind alle zur betriebsfertigen Errichtung erforderlichen Leistungen - auch wenn sie nicht besonders erwähnt sind - im Festpreis enthalten.

Der erste Verzug passierte schon mal durch den Rohbauer, da dieser erst zwei Wochen Betriebsurlaub machte und dann auch erst nach einer weiteren Woche wieder weiter machte. Der Innenausbauer hatte uns jedoch schon vor Wochen gesagt das unser Dach fertig wäre und jetzt nur noch der Rohbauer endlich fertig werden müsste. Ha, ha, ein fertiges Dach dauert ja wohl keine zwei Wochen, oder?
Wir haben uns jetzt überlegt das wir unserem Innenausbauer eine E-Mail schreiben und von ihm einen genauen Bauzeitenplan anfordern, sowie die Bestätigungen der Firmen mit den Lieferterminen für Heizung, Treppe, Fenster, etc.
Außerdem haben wir die Garage mit über 6000 € schon bezahlt weil er meinte die müsste er im Voraus zahlen. Und nun hat das Ding 12 Wochen Lieferzeit. Dafür fordern wir auch einen Nachweis von ihm an, vor allem auch das sie bereits bezahlt wurde. Desweiteren haben wir uns überlegt das wir ihm schreiben das wir eine wöchentliche Besprechung am Bau machen werden und er uns über die geleisteten Dinge Bericht erstatten muss, bzw. sie uns zeigen muss. Ich denke mal das ist nicht zu viel verlangt oder nicht? Wegen der Garage übrigens noch: wir sind schon zum 1.9. ausgezogen und wollten unsere Möbel etc. dort schon einlagern, deswegen haben wir auch gleich gezahlt. Er hat uns versprochen das die Garage da dann schon stehen würde, als das nicht klappte hat er uns ein Lager angemietet. Wir haben halt das Gefühl ständig angelogen zu werden. Es besteht kein Vertrauensverhältnis mehr.
Müsste er dann denn nicht eigentlich für die Trocknungsgeräte aufkommen wenn er uns den 1.12. garantiert?
Vielen lieben Dank schonmal!
LG und einen schönen Abend noch

Hallo,

ich bin kein Experte, mir ist nicht klar, wie ich hier als Experte auswählbar bin. Aber ich versuche trotzdem Tipps zu geben. Im Prinzip würde ich eine Rechtsberatung bei einem Fachanwalt für Baurecht wahr nehmen. Dabei am Besten erstmal nachfragen, was dies kostet, kann nämlich unterschiedlich sein. Ggf. mehrere in Betracht ziehen. Dieser sollte dann die Verträge sich anschauen und daraus sehen welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen. Ebenso würde ich, da es sicherlich eng mit der Zeit wird, ein Baucontrolling durch einen Bausachverständigen parallel laufen lassen. Wenn man kein Fachmann ist, können so Baumängel gleich angezeigt und dann behoben werden.
In Bezug auf die Regresszahlungen ist ja im Vertrag schon etwas angegeben. Das hätte man leider vorher durchdenken müssen. Ich habe es noch bei keinem Bau erlebt, der sich in einem privaten Bauprojekt befand, dass dieser zum gewünschten Termin fertig wurde.
Generell gibt es die Möglichkeit Fristen zu setzen und danach dies durch eine Drittfirma auf Kosten des ursprünglichen Handwerkers durchführen zu lassen. Allerdings würde dies erst nach dem fixen Einzugstermin greifen.
Ich habe mir aber als Grundsatz beim Bau diesen Spruch zu Herzen genommen: Lieber dauert der Bau etwas länger und wird ohne Mängel erstellt, als schnell gepfuscht zum Termin mit erheblichen Mängel. Das Haus wird jahrzehnte stehen, da sollten wohl zwei Monate mehr an Fertigstellung nicht das Zünglein an der Waage sein.

Hallo,
ich habe bei meinem Haus alles an einzelne Firmen vergeben und diese nach der Zuverlässigkeit bei der Angebotserstellung und natürlich nach dem Preis ausgewählt. Ich bin damit gut gefahren.
Da aber nun einmal auf der Baustelle nichts mehr geht, würde ich einfach einmal mit dem Angebot Ihrer derzeitigen Firma andere Innenausbaufirmen aufsuchen und sie fragen, ob sie daran Interesse haben. Der Preis müsste dann eben 2500.- Euro unter dem der anderen Firma liegen (wenn man die Vertragsstrafe einrechnet), das kann man ja verhandeln. Damit wäre dann zum gleichen Preis eine schnellere Leistung eventuell drin? Wenn es geht, Kunden dieser Firma befragen, wenn sie nichts zu verbergen hat, ist dies sicherlich möglich!
Ich hoffe, einen vernünftigen Vorschlag unterbreitet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter