Hallo,
Hallo,
Im Prinzip solle man unter Sicht arbeiten, aber lieber eine
Blutung riskiert als Patient tot. Es geht ja um den
Extremfall.
Eben, sage ich doch! Blutung => blind hertumstochern!
Stimmt, wild herumfuchteln bringt nichts. Aber ist es nicht
so, dass bei Lage des Bolus tief, eine Koniotomie nichts mehr
bringt und bei Lage des Bolus im höherem Bereich man gute
Chancen hat mit der Zange, wenn machmal die Koniotomie nicht
mehr erfolgreich ist.
Einen Bolus unter Sicht mit der Magillzange zu erreichen ist ein vielfaches schwieriger als einen Pat. zu intubieren! Das alleine ist oft genug schon schwer genug. Und um festzustellen das ein Pat. schwer zu intubieren ist, kann eh’ schon lang genug dauern…
Deshalb vergiss erstmal die Maggilzange! Sie reicht , je nach Größe - auch des Pat.- gerade einmal bis in den obersten Teil (hinter den Stimmbändern) der Luftröhre. Zur Koniotomie gleich noch mehr…
Insgesamt bleibt es aber wohl eine schwierige Situation weil
man keine Anzeiger hat, wie tief das Teil drinne steckt.
Wie wahr!
Was mir aber sehr sehr gut bisher immer geholfen hat, ist eine
Absaugung mit ordenlich Power. Ich habe damit schon einige
Male ein „Schnitzel“ wieder gut hochgebracht. Was am Anfang
relativ schwierig ist, ist zu Unterscheiden, ob man sich
gerade an der Schleimhaut, oder am Fleischbolus festsaugt.
Absaugen k a n n OK sein. Wenn du nicht nur genügend Power hast, sondern auch den geeigneten Kath. zur Hand hast! So ein festsitzendes „Schnitzel“ ist eben etwas anderes als Speisereste die dir entgegen kommen, bei nicht nüchternen Pat. die du intubieren musst. In den Autos sind zumeist elekt. Absauggeräte, die nicht an die Leistung von denen im OP (sep. Druckluft oder Absaugleitung) herankommen. Aber so „Schnitzel“ sind auch eher seltener, genau so wie andere festere Körper (auch und v. a. D. bei Kindern).
Unter Sicht mit Laryngoskop kein Problem, da ja Sichtkontakt
besteht und man gut sehen kann was man festsaugt. Beim anderen
spielt Glück und Erfahrung mit den Verfahren eine nette
Nebenrolle.
Zu „unter Sicht“ => s. o.
Apropos Erfahrung: Ist es nicht so, dass in den meisten Fällen der Fremdkörper einen Laryngospasmus ausgelöst hat und der Fremdkörper gar nicht das direkte Problem (z. B. Gräte) ist, d. h. er verschließt gar nicht den Atemweg, sondern es sind die vagalen Reflexe die Probleme bereiten?
Noch etwas: die „herkömmliche Reanimation“ würde sowieso
nichts bringen ohne Ventilationsmöglichkeit.
Da würde ich nicht zustimmen. Ich denke, dass die herkömliche
Reanimation sehr wohl eine große Rolle spielt und ggfs sogar
Schäden verhindern kann.
Muss du auch nicht. Aber, nicht dass wir irgendwo aneinander vorbei diskutieren:
wenn der Bolus (wo ist er?) so groß ist das er die Trachea (fast) vollständig verschließt, dann ist Beatmung schon einmal kontraproduktiv! (Bolus => fester => tiefer) Sind wir uns da einig?
Einerseits vermag diese, z.B. bei
einer Fehldiagnose (beim Vorliegen zB. einer fulminante
Lungenembolie) das Leben zu erhalten und zudem ist der
mechanische Effekt nicht zu vernachlässigen. (siehe auch ERC
Leitlinie)
Also…Lungenembolie ist da ein ganz anderes Thema und würde den Rahmen hier sprengen. Ich wiederhole mich noch einmal:
Bei Herzstillstand ohne Beatmung zu Pumpen macht ja auch nicht
wirklich Sinn. Deshalb ist der Luftröhrenverschluss
(Verschluss!) einer der wenigen Situationen, bei denen man
sich wirklich nicht mit anderen „pseudoeffektiven“ (OK, dass
weiss man immer erst hinterher) Maßnahmen - lange - aufhalten
sollte.
Das ist Ansichtssache und ich würde glatt oft das Gegenteil
behaupten wollen, weil man es erst hinterher weiss, sollte man
vorher doch was tun!
Natürlich kann man anderer Ansicht sein! Wenn mir jemand sagt, der Pat. hat herzhaft in das Schnitzel gebissen, hat dann Erstickungssymptome (würgen) gezeigt ist blitzeblau geworden und dann umgefallen…und ich dann eintreffe und der Pat. lebt noch (Puls) oder auch nicht, dann ist Koniotomie angesagt…! Wie lange dauert es, vom Biss bis zu dem Zeitpunkt, bis (Anwesende), nach dem sie alle möglichen Dinge (Klopfen auf den Rücken e. t. c., die pseudoeffektive Hilfe hat also stattgefunden) erfolglos versucht und die 112 angerufen haben, und kompetente Hilfe eintrifft? Und der Pat. bis dahin bei fulminantem Stoffwechsel seine residuale Vitalkapazität erschöpft hat (so er eine einigermaßen hatte)…?
Grüße
Anja
Grüße
rollifern