Was tun wenn Heimlich-Manöver nicht greift?

Sehr geehrte Mediziner,

angenommen wir gehen von einem Pat. mit einer Atemwegsverlegung des Typ II aus. Folglich alarmieren wir das NEF und beginnen mit den Basismaßnahmen: sprich 5 Schläge zwischen Schulterblättern, 5 Heimlich-Manöver. Die Versuche greifen nicht (da nur 50 % Erfolgsrate)der Pat. wird daraufhin Bewusstlos.

Welche Möglichkeiten existieren in dem Zeitraum zwischen Bewusstlosigkeit und AKS um die Luftröhre frei zu bekommen? Ich nehme an wenn sich die Verlegung nicht durch die natürliche Muskelrelaxation löst, wird sich die Beatmung bei der Reanimation als nicht effizient erweisen?

Hoffe auf Antwort

Lieben Dank und schöne Grüße

schicksalsgöttin

PS: Falls lat. Fachterminologie verwendet wird bitte alles genau erklären, ich bin nämlich erst RettSan. ^^

Sehr geehrte Mediziner,

Tag,

angenommen wir gehen von einem Pat. mit einer
Atemwegsverlegung des Typ II aus.

Das mit den Typen ist mir, ehrlich gesagt, neu. Woher kommt diese Klassifikation?

Welche Möglichkeiten existieren in dem Zeitraum zwischen
Bewusstlosigkeit und AKS um die Luftröhre frei zu bekommen?

Die Leitlinien sehen in diesem Fall den sofortigen Beginn der Herz-Lungen-Wiederbelebung vor; ausnahmsweise wird hier auch beim Erwachsenen mit der Beatmung gestartet.

Ich nehme an wenn sich die Verlegung nicht durch die
natürliche Muskelrelaxation löst, wird sich die Beatmung bei
der Reanimation als nicht effizient erweisen?

Ich wüsste nicht, warum sich die Verlegung durch die „natürliche Muskelrelaxation“ lösen sollte. Man hofft, durch die Beatmung den Bolus tiefer zu drücken; wenn man Glück hat, landet er in einem der Hauptbronchien, sodass wenigstens eine Lunge wieder adäquat ventiliert werden kann, oder dass man durch Thoraxkompressionen etwas bewirkt.

PS: Falls lat. Fachterminologie verwendet wird bitte alles
genau erklären, ich bin nämlich erst RettSan. ^^

Lernt man als RettSan neuerdings keine Terminologie mehr?

Grüße
Liete

Das mit den Typen ist mir, ehrlich gesagt, neu. Woher kommt
diese Klassifikation?

So wird bei uns intern zwischen leichter bzw. Teilverlegung (Typ I) und vollständiger Verlegung der Atemwege unterschieden (Typ II). Ich dachte das hätte internationale Richtigkeit?

Die Leitlinien sehen in diesem Fall den sofortigen Beginn der
Herz-Lungen-Wiederbelebung vor; ausnahmsweise wird hier auch
beim Erwachsenen mit der Beatmung gestartet.

Ja, das wäre mir - bis auf die Initialbeatmungen - bekannt, zweimal nehme ich an? Also gibt es präklinisch keine erweiterten Maßnahmen? Klingt für mich zunehmend nach einem Exitus letalis.

Lernt man als RettSan neuerdings keine Terminologie mehr?

Doch lernt man, aber nur den Allerkleinsten Teil von dem, was der Medizinstudent lernen muss. Aber wie auch immer, man ist ja da um sich fortzubilden. ^^

So wird bei uns intern zwischen leichter bzw. Teilverlegung
(Typ I) und vollständiger Verlegung der Atemwege unterschieden
(Typ II). Ich dachte das hätte internationale Richtigkeit?

Okay. Mir sagt es aktuell nix und beim kurzen Recherchieren wurde ich auch nicht fündig.

Ja, das wäre mir - bis auf die Initialbeatmungen - bekannt,
zweimal nehme ich an? Also gibt es präklinisch keine
erweiterten Maßnahmen?

Zweimal, korrekt.

Klingt für mich zunehmend nach einem Exitus letalis.

Deswegen soll man das Schnitzel ja auch immer gut kauen, bevor man es runterschluckt :wink:

Du wirst leider auch lernen müssen, dass man manchmal mit seinen Mitteln nicht viel (mehr als die Basics) ausrichten kann.
Bei der Ersten Hilfe hier besteht immerhin die Hoffnung, dass die Situation durch Beatmung/Kompression für den Patienten verbessert wird.

Lernt man als RettSan neuerdings keine Terminologie mehr?

Doch lernt man, aber nur den Allerkleinsten Teil von dem, was
der Medizinstudent lernen muss. Aber wie auch immer, man ist
ja da um sich fortzubilden. ^^

Gute Einstellung. Ich erwarte auch nicht, dass jeder frisch gebackene RettSan den gleichen medizinischen Wortschatz wie ein Arzt hat, aber das Bestreben, dazu zu lernen, sollte wie bei dir da sein; zumal der Kurs meines Erachtens extrem kurz ist, sodass gar nicht alles Wichtige gelernt werden kann. „Nur“ RettSan würde ich nämlich nicht gelten lassen :wink:
Mach weiter so.

Grüße
Liete

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Moin liete,

als Frischgebackener RettSan, kann ich behaupten dass man sehr wohl viel Terminologie lernt, waren bei uns im Kurs ganz 2 Tage.

Zurück zum Urpost. BIch gehe davon aus, das du deine Situation aus Sicht des erst eintreffenden RTW’s schilderst. Und bevor ich dann ein manöver wie das des Heimlich Handgriffes verwende, geht mein erster Griff in Richtung Magill Zange um eventuell zu versuchen den Bolus aus der Trachea zu Entfernen.

Bei Misserfolg würde ich als nächstes Die Schläge zwischen den Schulterblättern probieren, beachte das hier sehr Wichtig ist wie du die Schläge ausführst. Der Mund sollte den tiefsten Punkt bilden. Leg dir den Pat. übers Knie mit dem Kopf nach unten und dann kannste Klopfen bzw. mit der flachen Hand schlagen.

Misslingt dies, gehe ich zum Heimlich Manöver über. Gelingt auch dies nicht, musst du wie liete Erwähnt hat drücken und hoffen das der NA Rechtzeitig da ist um den Bolus „weg zu Intubieren“. Hier vll. gleich daran denken,die Intubation vorzubereiten (Mega-Code?!).

Ansonsten ist der Wille zur Fortbildung in unserem Job ein Absolutes muss. Ich benutze dazu verschiedene Fachlektüre, meinen eigenen Mentor sowie Onlinefortbildungen vom SK-Verlag. Bücher welche ich sehr Empfehlen kann sind: Der EKG Knacker, Rettungsdienst Heute + Arbeitstechniken von A-Z, die LPN Kollektion, Mensch-Körper-Krankheit und diverse Bücher zur Anatomie.
Diese welze ich Regelmäßig, denn man darf nicht vergessen, wir „spielen“ mit Menschenleben.

Gruß

der Schma aus HH

Moin,

als Frischgebackener RettSan, kann ich behaupten dass man sehr
wohl viel Terminologie lernt, waren bei uns im Kurs ganz 2
Tage.

Fein. Ausgerechnet Terminologie ist in Zeiten der Smartphones kein Problem mehr, denke ich. Außerdem gibt’s ja noch den guten, alten Pschyrembel.

Zurück zum Urpost. BIch gehe davon aus, das du deine Situation
aus Sicht des erst eintreffenden RTW’s schilderst.

Achso… ich bin von der Sicht des Laienhelfers ausgegangen.
Als RTW hat man natürlich noch andere Möglichkeiten.

Die Magillzange zu einem tief sitzenden Bolus vorzuschieben, dürfte bei einem bewusstseinsklaren Patienten mit massiver Dyspnoe ein nahezu unüberwindbares Problem darstellen.

Leg dir den Pat. übers Knie mit dem Kopf nach
unten und dann kannste Klopfen bzw. mit der flachen Hand
schlagen.

Macht man so eigentlich eher bei Kindern.

Was die eigene Fortbildung mittels Fachlektüre anbelangt: Es lohnt sich in jedem Fall, sich mal schlau zu machen, was man wo wie von der Steuer absetzen kann (Kassenbons gut aufheben! Fortbildungsveranstaltungen bringen mitunter Fahrtkosten mit sich usw.).

Grüße
Liete

Achso… ich bin von der Sicht des Laienhelfers ausgegangen.
Als RTW hat man natürlich noch andere Möglichkeiten.

Wäre nett wenn du die mal aufzählen könntest. =)

Die Magillzange zu einem tief sitzenden Bolus vorzuschieben,
dürfte bei einem bewusstseinsklaren Patienten mit massiver
Dyspnoe ein nahezu unüberwindbares Problem darstellen.

Das mit der Magillzange habe ich mir auch immer wieder überlegt. Das geht allerdings nur - wie du schon geschrieben hast Liete - wenn die Schutzreflexe erloschen sind.

Aber hierbei frage ich mich: 1.) Ist das als RettSan erlaubt? & 2.) Welches Risiko besteht, den Bolus noch tiefer in die Trachea drücken?

Moin,

Zurück zum Urpost. BIch gehe davon aus, das du deine Situation
aus Sicht des erst eintreffenden RTW’s schilderst.

Achso… ich bin von der Sicht des Laienhelfers ausgegangen.
Als RTW hat man natürlich noch andere Möglichkeiten.

Ja das Stimmt, als Laie hat man nur die Möglichkeiten der Oberbauchkompression und des Schulterblattklopfens.

Die Magillzange zu einem tief sitzenden Bolus vorzuschieben,
dürfte bei einem bewusstseinsklaren Patienten mit massiver
Dyspnoe ein nahezu unüberwindbares Problem darstellen.

Da gebe ich dir Recht, doch bevor ich die Oberbauchkompression ansetze, wäre für mich doch zuerst das Mittel der Wahl die Magill Zange. Ein Versuch ist es Wert, vll. bekommt man das Würstchen ja doch zu Fassen.

Leg dir den Pat. übers Knie mit dem Kopf nach
unten und dann kannste Klopfen bzw. mit der flachen Hand
schlagen.

Macht man so eigentlich eher bei Kindern.

Kann ich nicht bestätigen. Schon in der EH Ausbildung nach ERC 2010 sollen wir vermitteln das die Laienhelfer zuerst den Mund in die tiefste Position bringen. Und dabei wird auch Wert drauf gelegt den Laienhelfern zu vermitteln, dass Sie die Leute übers Knie legen oder den Mund andersweitig zur tiefsten Position zu machen.

Was die eigene Fortbildung mittels Fachlektüre anbelangt: Es
lohnt sich in jedem Fall, sich mal schlau zu machen, was man
wo wie von der Steuer absetzen kann (Kassenbons gut aufheben!
Fortbildungsveranstaltungen bringen mitunter Fahrtkosten mit
sich usw.).

Das würde mich einmal Interessieren, hast du dazu irgendeinen Hilfreichen Link?!

Grüße
Liete

der Schma

Moin,

Aber hierbei frage ich mich: 1.) Ist das als RettSan erlaubt?
& 2.) Welches Risiko besteht, den Bolus noch tiefer in die
Trachea drücken?

Das erlaubt ist immer schwer. Uns wurde beigebracht das es kein Erlaubt und Verboten gibt. Du bist in deinem Job dazu verpflichtet alle Maßnahmen zu ergreifen, die die Vitalfunktion des Patienten sichern, sofern du Sie beherrscht. Aufgrund der Tatsache, dass in meinen Augen der Versuch den Bolus mit der Magillzange zu Entfernen weitaus weniger Gefährlicher ist als eine Oberbauchkompression durchzuführen, wäre es - wie gesagt - mein Mittel der Wahl.

Die Gefahr den Bolus noch tiefer reinzudrücken, besteht natürlich nur bei der Arbeit mit der Magillzange. Hier können auch noch andere Gefahren auftreten. Z.b. durch die Manipulation mit der Zange im Mund-Rachenraum können die Schleimhäute anschwellen.
Aber wie Liete schon erwähnt hat wird der NA gegebenenfalls den Bolus tiefer intubieren. Denn hier ist die Chance relativ gut das er den Bolus in den Rechten Bronchienast drückt, weil dieser „steiler“ an der Bifurkation nach unten weggeht. Das Ergebns ist dann auch gewollt, denn so kann man wenigstens noch den li. Lungenflügel Ventilieren.

Gruß

der Schma

Hallo,

Die Magillzange zu einem tief sitzenden Bolus vorzuschieben,
dürfte bei einem bewusstseinsklaren Patienten mit massiver
Dyspnoe ein nahezu unüberwindbares Problem darstellen.

genau dass ist hier der springende Punkt u n d das hüpfende Komma…

Das mit der Magillzange habe ich mir auch immer wieder
überlegt. Das geht allerdings nur - wie du schon geschrieben
hast Liete - wenn die Schutzreflexe erloschen sind.

Die Zange würde ich jetzt auch erst einmal außen vorlassen.
Wenn du ein Laryngoskop zur Hand hast und der Pat. schon Reflexlos ist…OK. Aber mit so einem Ding arbeitet man eigentlich nur unter Sicht. Man kann damit gut die Schleimhäute verletzen und die können wiederum richtig gut bluten…

Aber hierbei frage ich mich: 1.) Ist das als RettSan erlaubt?

Im Prinzip ja…wie übrigens jedem anderen Ersthelfer auch. Stichwort: Ultima Ratio!

& 2.) Welches Risiko besteht, den Bolus noch tiefer in die
Trachea drücken?

Wie gesagt: mit der Magillzange wild im Rachen herumstochern kann höchstens kontraproduktiv sein. Du kannst nur hoffen, dass du nicht im Ösophagus bist… Du wirst ohne Sicht die beiden „Ringe“ der Zange in der Trachea kaum richtig auseinanderbringen, geschweige denn den Fremdkörper „packen“ können. Meistens ist er ja ein Speiserest und somit obendrein auch noch „glitschig“. Unter Sicht ist das etwas anderes, und selbst da ist es schwierig genug… Ansonsten bleibt es ein Gerät zu Intubationshilfe.
Zurück zum Rettungsversuch: wenn alle deine Versuche fehlgeschlagen sind die Trachea auf mechanischem Wege (Schlag/Griff/Lagerung) wieder frei zu bekommen, bleibt als allerletzte Möglichkeit noch die Koniotomie. Warscheinlich habt ihr ja auf eurem RTW (NAW/NEF) ein entsprechendes Notfall Koniotomie Set dabei. Deshalb vielleicht schon jetzt einmal über die anatomischen/physiologischen Verhältnisse informiern, bei ♂ u. ♀.
Noch etwas: die „herkömmliche Reanimation“ würde sowieso nichts bringen ohne Ventilationsmöglichkeit. Bei Herzstillstand ohne Beatmung zu Pumpen macht ja auch nicht wirklich Sinn. Deshalb ist der Luftröhrenverschluss (Verschluss!) einer der wenigen Situationen, bei denen man sich wirklich nicht mit anderen „pseudoeffektiven“ (OK, dass weiss man immer erst hinterher) Maßnahmen - lange - aufhalten sollte.
Ein Reflexloser Pat. bei dem man unter Sicht mit der Zange nichts erreichen konnte ist d i e letzte Indikation.
Zu bedenken dabei ist auch noch, dass der Pat. durch die Erstickungssituation (Panik) einen extrem beschleunigten Stoffwechsel hat und die residuale Vitalkapazität auch bei pulmologisch nicht vorbelasteten Leuten schnell ihr Ende gefunden hat…

Gruß
rollifern

Hallo,

Das mit der Magillzange habe ich mir auch immer wieder
überlegt. Das geht allerdings nur - wie du schon geschrieben
hast Liete - wenn die Schutzreflexe erloschen sind.

Die Zange würde ich jetzt auch erst einmal außen vorlassen.
Wenn du ein Laryngoskop zur Hand hast und der Pat. schon
Reflexlos ist…OK. Aber mit so einem Ding arbeitet man
eigentlich nur unter Sicht. Man kann damit gut die
Schleimhäute verletzen und die können wiederum richtig gut
bluten…

Im Prinzip solle man unter Sicht arbeiten, aber lieber eine Blutung riskiert als Patient tot. Es geht ja um den Extremfall.

Aber hierbei frage ich mich: 1.) Ist das als RettSan erlaubt?

Im Prinzip ja…wie übrigens jedem anderen Ersthelfer auch.
Stichwort: Ultima Ratio!

& 2.) Welches Risiko besteht, den Bolus noch tiefer in die
Trachea drücken?

Wie gesagt: mit der Magillzange wild im Rachen herumstochern
kann höchstens kontraproduktiv sein. Du kannst nur hoffen,
dass du nicht im Ösophagus bist… Du wirst ohne Sicht die
beiden „Ringe“ der Zange in der Trachea kaum richtig
auseinanderbringen, geschweige denn den Fremdkörper „packen“
können.

Stimmt, wild herumfuchteln bringt nichts. Aber ist es nicht so, dass bei Lage des Bolus tief, eine Koniotomie nichts mehr bringt und bei Lage des Bolus im höherem Bereich man gute Chancen hat mit der Zange, wenn machmal die Koniotomie nicht mehr erfolgreich ist.
Insgesamt bleibt es aber wohl eine schwierige Situation weil man keine Anzeiger hat, wie tief das Teil drinne steckt.
Was mir aber sehr sehr gut bisher immer geholfen hat, ist eine Absaugung mit ordenlich Power. Ich habe damit schon einige Male ein „Schnitzel“ wieder gut hochgebracht. Was am Anfang relativ schwierig ist, ist zu Unterscheiden, ob man sich gerade an der Schleimhaut, oder am Fleischbolus festsaugt. Unter Sicht mit Laryngoskop kein Problem, da ja Sichtkontakt besteht und man gut sehen kann was man festsaugt. Beim anderen spielt Glück und Erfahrung mit den Verfahren eine nette Nebenrolle.

Meistens ist er ja ein Speiserest und somit obendrein
auch noch „glitschig“. Unter Sicht ist das etwas anderes, und
selbst da ist es schwierig genug… Ansonsten bleibt es ein
Gerät zu Intubationshilfe.
Zurück zum Rettungsversuch: wenn alle deine Versuche
fehlgeschlagen sind die Trachea auf mechanischem Wege
(Schlag/Griff/Lagerung) wieder frei zu bekommen, bleibt als
allerletzte Möglichkeit noch die Koniotomie. Warscheinlich
habt ihr ja auf eurem RTW (NAW/NEF) ein entsprechendes Notfall
Koniotomie Set dabei. Deshalb vielleicht schon jetzt einmal
über die anatomischen/physiologischen Verhältnisse informiern,
bei ♂ u. ♀.
Noch etwas: die „herkömmliche Reanimation“ würde sowieso
nichts bringen ohne Ventilationsmöglichkeit.

Da würde ich nicht zustimmen. Ich denke, dass die herkömliche Reanimation sehr wohl eine große Rolle spielt und ggfs sogar Schäden verhindern kann. Einerseits vermag diese, z.B. bei einer Fehldiagnose (beim Vorliegen zB. einer fulminante Lungenembolie) das Leben zu erhalten und zudem ist der mechanische Effekt nicht zu vernachlässigen. (siehe auch ERC Leitlinie)

Bei Herzstillstand ohne Beatmung zu Pumpen macht ja auch nicht
wirklich Sinn. Deshalb ist der Luftröhrenverschluss
(Verschluss!) einer der wenigen Situationen, bei denen man
sich wirklich nicht mit anderen „pseudoeffektiven“ (OK, dass
weiss man immer erst hinterher) Maßnahmen - lange - aufhalten
sollte.

Das ist Ansichtssache und ich würde glatt oft das Gegenteil behaupten wollen, weil man es erst hinterher weiss, sollte man vorher doch was tun!

Grüße

Anja

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Hallo,

Hallo,

Im Prinzip solle man unter Sicht arbeiten, aber lieber eine
Blutung riskiert als Patient tot. Es geht ja um den
Extremfall.

Eben, sage ich doch! Blutung => blind hertumstochern!

Stimmt, wild herumfuchteln bringt nichts. Aber ist es nicht
so, dass bei Lage des Bolus tief, eine Koniotomie nichts mehr
bringt und bei Lage des Bolus im höherem Bereich man gute
Chancen hat mit der Zange, wenn machmal die Koniotomie nicht
mehr erfolgreich ist.

Einen Bolus unter Sicht mit der Magillzange zu erreichen ist ein vielfaches schwieriger als einen Pat. zu intubieren! Das alleine ist oft genug schon schwer genug. Und um festzustellen das ein Pat. schwer zu intubieren ist, kann eh’ schon lang genug dauern…
Deshalb vergiss erstmal die Maggilzange! Sie reicht , je nach Größe - auch des Pat.- gerade einmal bis in den obersten Teil (hinter den Stimmbändern) der Luftröhre. Zur Koniotomie gleich noch mehr…

Insgesamt bleibt es aber wohl eine schwierige Situation weil
man keine Anzeiger hat, wie tief das Teil drinne steckt.

Wie wahr!

Was mir aber sehr sehr gut bisher immer geholfen hat, ist eine
Absaugung mit ordenlich Power. Ich habe damit schon einige
Male ein „Schnitzel“ wieder gut hochgebracht. Was am Anfang
relativ schwierig ist, ist zu Unterscheiden, ob man sich
gerade an der Schleimhaut, oder am Fleischbolus festsaugt.

Absaugen k a n n OK sein. Wenn du nicht nur genügend Power hast, sondern auch den geeigneten Kath. zur Hand hast! So ein festsitzendes „Schnitzel“ ist eben etwas anderes als Speisereste die dir entgegen kommen, bei nicht nüchternen Pat. die du intubieren musst. In den Autos sind zumeist elekt. Absauggeräte, die nicht an die Leistung von denen im OP (sep. Druckluft oder Absaugleitung) herankommen. Aber so „Schnitzel“ sind auch eher seltener, genau so wie andere festere Körper (auch und v. a. D. bei Kindern).

Unter Sicht mit Laryngoskop kein Problem, da ja Sichtkontakt
besteht und man gut sehen kann was man festsaugt. Beim anderen
spielt Glück und Erfahrung mit den Verfahren eine nette
Nebenrolle.

Zu „unter Sicht“ => s. o.
Apropos Erfahrung: Ist es nicht so, dass in den meisten Fällen der Fremdkörper einen Laryngospasmus ausgelöst hat und der Fremdkörper gar nicht das direkte Problem (z. B. Gräte) ist, d. h. er verschließt gar nicht den Atemweg, sondern es sind die vagalen Reflexe die Probleme bereiten?

Noch etwas: die „herkömmliche Reanimation“ würde sowieso
nichts bringen ohne Ventilationsmöglichkeit.

Da würde ich nicht zustimmen. Ich denke, dass die herkömliche
Reanimation sehr wohl eine große Rolle spielt und ggfs sogar
Schäden verhindern kann.

Muss du auch nicht. Aber, nicht dass wir irgendwo aneinander vorbei diskutieren:
wenn der Bolus (wo ist er?) so groß ist das er die Trachea (fast) vollständig verschließt, dann ist Beatmung schon einmal kontraproduktiv! (Bolus => fester => tiefer) Sind wir uns da einig?

Einerseits vermag diese, z.B. bei
einer Fehldiagnose (beim Vorliegen zB. einer fulminante
Lungenembolie) das Leben zu erhalten und zudem ist der
mechanische Effekt nicht zu vernachlässigen. (siehe auch ERC
Leitlinie)

Also…Lungenembolie ist da ein ganz anderes Thema und würde den Rahmen hier sprengen. Ich wiederhole mich noch einmal:

Bei Herzstillstand ohne Beatmung zu Pumpen macht ja auch nicht
wirklich Sinn. Deshalb ist der Luftröhrenverschluss
(Verschluss!) einer der wenigen Situationen, bei denen man
sich wirklich nicht mit anderen „pseudoeffektiven“ (OK, dass
weiss man immer erst hinterher) Maßnahmen - lange - aufhalten
sollte.

Das ist Ansichtssache und ich würde glatt oft das Gegenteil
behaupten wollen, weil man es erst hinterher weiss, sollte man
vorher doch was tun!

Natürlich kann man anderer Ansicht sein! Wenn mir jemand sagt, der Pat. hat herzhaft in das Schnitzel gebissen, hat dann Erstickungssymptome (würgen) gezeigt ist blitzeblau geworden und dann umgefallen…und ich dann eintreffe und der Pat. lebt noch (Puls) oder auch nicht, dann ist Koniotomie angesagt…! Wie lange dauert es, vom Biss bis zu dem Zeitpunkt, bis (Anwesende), nach dem sie alle möglichen Dinge (Klopfen auf den Rücken e. t. c., die pseudoeffektive Hilfe hat also stattgefunden) erfolglos versucht und die 112 angerufen haben, und kompetente Hilfe eintrifft? Und der Pat. bis dahin bei fulminantem Stoffwechsel seine residuale Vitalkapazität erschöpft hat (so er eine einigermaßen hatte)…?

Grüße

Anja

Grüße
rollifern

Hallo,

Diese Diskussion würde den Rahmen sprengen und belasse ich mal. Gerne mehr per mail.

Anja