Hallo,
rein hypothetischer Sachverhalt um Problem mit der Nebenkostenabrechnung.
Beim Auszug Ende März aus Wohnung werden die Zählerstande der elektronischen Zähler an den Heizkörpern von Mietern (Mehrzahl: einer übernimmt die Wohnung im Anschluss als Nachmieter!) und Vermieter abgelesen und im Wohnungsübergabeprotokoll eingetragen. Soweit ja schon mal vorbildlich. Die Plaussibilität der abgelesenen Werte wird aber nicht überprüft…
Ende Dezember erfolgt dann die ganz reguläre Ablesung durch den Ablesedienst. Und im Mai des Folgejahres kommt die erste Abrechnung mit einer plausiblen Nachforderung: in der Höhe (Euro) ist alles durchaus im Rahmen. Die Plaussibilität der Höhe der Nachforderung wurde wieder nicht überprüft: die geringfügige Steigerung gegenüber Vorjahr kann ja davon kommen dass der Winter wirklich mal etwas kälter ist.
Allerdings widerspricht Nachmieter: Abrechnung wurde nicht anhand der Ende März abgelesenen Werte gemacht sondern anhand der im Dezember abgelesenen Werte und dann ensprechend Umlage auf die Monate.
Aber jetzt wird’s kompliziert. Die Werte, die Ende März abgelesen wurden, entsprechen auch den Werten, die Ende Dezember vom Ablesedienst abgelesen wurden: entweder sind die Werte für März und Dezember identisch (!) oder es wurden im März schon ca. 90% der Einheiten/Striche/Zahlen/Wasauchimmer erreicht, die der Ablesedienst abgelesen hat. Ist so bei 4 von 5 Zählern. Nur einer zeigt Ende März so ansatzweise ein Viertel vom Stand von Dezember an! Die Werte sind auch Doppelt so hoch wie für’s Vorjahr. Und werden schon Ende März erreicht.
Fazit der zweiten Nebenkostenabrechnung: Nachforderung von plötzlich 400€ beim Vormieter und bei Nachmieter Rückzahlung von 350€ da ja kaum was verbraucht wurde.
Man kann jetzt also mal davon ausgehen, dass die elektronischen Zähler kaputt sind.
Aber: Hausverwaltung sagt „Das stimmt schon so was abgelesen wurde. Und wenn der Nachmieter nicht geheizt hat…“. Abrechnungsdienst sagt „Abrechnung anhand der abgelesenen Werte korrekt erstellt.“ Vermieter sagt: „Macht alles Abrechnungsdienst.“ Vormieter sagt „Das kann nicht sein! Ich zahl’ nix!“. Nachmieter sagt „Ich will meine Rückzahlung!“.
Wie kann da ein Vormieter weiter vorgehen? Widerspruch unter Darlegung, dass die abgelesenen Werte alles andere als plausibel, dann geht das Diskutieren los… und dann? Wie kann sich der Vormieter da aufstellen um sich den ganzen Stress mit Anwalt etc. zu ersparen? Wie kann der Nachmieter argumenieren um doch noch den Genuss der ihm (wahrscheinlich) nicht zustehenden Rückzahlung zu kommen?
Hoffe auf interessante Diskussionen,
Bernd