Was tun wenn Hunde besitzer nicht aufpassen?

Hallo Edith,

Das Bedürfnis, keine weiteren ungeplanten Welpen in die Welt
zu setzen, für deren Aufzucht schon evtl. nicht einmal gesorgt
werden kann?

Also zumindestens in diesem Fall könnte man was machen, in dem
man die Hündin kastrieren läßt.

Dass das möglich ist, ist unbestritten - ich halte allerdings eine Kastration für einen massiven Eingriff. Nicht ohne medizinischen Grund würde ich meiner gesunden Hündin ein Organ entfernen lassen, und als medizinischen Grund sehe ich nicht die Bequemlichkeit des Besitzers an, der auf seine Hündin während der Hitze nicht aufpassen kann oder will.
Ganz nebenbei gibt es auch noch das Tierschutzgesetz, §6 heißt zu Beginn:

(1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das
vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines
Wirbeltieres.

(http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tierschg/ges…)

Gruß,
Anna

Also zumindestens in diesem Fall könnte man was machen, in dem
man die Hündin kastrieren läßt.

Hallo Edith,

wieso die Hündin und nicht den Rüden? Echter Macho-Sprech…

Irgendwie läuft in diesem Diskussionszweig etwas ganz schief mit Ursache und Wirkung. Wie bei vielen Vergewaltigungsprozessen sind mal wieder die Opfer an allem schuld.

Gruss Reinhard

Hi

wieso die Hündin und nicht den Rüden? Echter Macho-Sprech…

Weil es schwer sein dürfte einen Rüden zu kastrieren, der einem nicht gehört.

Man kann nur für das eigene Tier Verantwortung übernehmen und wenn das Tier ohnehin - aus welchen Gründen auch immer - keinen Nachwuchs mehr bekommen soll/darf, warum dann nicht den Weg der Kastration wählen?
Die Argumentation von Anna mit der Verstümmelung zieht da ja wohl nicht wirklich.

Gruß
Edith

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Hi

Ganz nebenbei gibt es auch noch das Tierschutzgesetz, §6 heißt
zu Beginn:

So wie Du das auslegst, kann das aber nicht gemeint sein. Sonst würde sich ziemlich viele Tierbesitzer und Tierärzte strafbar machen.

In der Hitze hat ein Tier nunmal das Bedürfnis/den Instinkt sich zu paaren. Wenn ich meinem Tier ohnehin nicht gönnen kann/oder gönnen will, daß es seine Bedürfnisse auslebt, warum nicht diese Bedürfnisse gleich unterbinden?

Gruß
Edith

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Hallo Edith,

Sonst würde sich ziemlich viele Tierbesitzer und Tierärzte
strafbar machen.

Ich bin in der Tat davon überzeugt, dass nicht jede Kastration medizinisch begründet und damit rechtlich ok ist. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

In der Hitze hat ein Tier nunmal das Bedürfnis/den Instinkt
sich zu paaren. Wenn ich meinem Tier ohnehin nicht gönnen
kann/oder gönnen will, daß es seine Bedürfnisse auslebt, warum
nicht diese Bedürfnisse gleich unterbinden?

Weil nicht nur das Bedürfnis sich zu paaren damit unterbunden wird.
Gleichzeitig bedeutet eine Kastration auch einen Eingriff in den hormonellen Haushalt, das kann Auswirkungen haben auf das Wesen und Verhalten des Tieres (bei Hündinnen übrigens eher in unerwünschte Richtungen, anders als bei Rüden), ich riskiere damit eine Inkontinenz, die Fellstruktur kann sich ändern (ich denke z.B. an meine „explodierte“ Hündin, die sicherlich mit ihrem ursprünglichen Fell weniger unter heißen Tagen zu leiden gehabt hätte).

Dennoch sind z.B. massive Probleme mit Scheinschwangerschaften natürlich in der Tat ein Grund, der Hündin dieses Leiden zu ersparen. Aber das fällt für mich eben dann unter medizinische Indikation.

Gruß,
Anna

Hallo,

Weil nicht nur das Bedürfnis sich zu paaren damit unterbunden
wird.

Gleichzeitig bedeutet eine Kastration auch einen Eingriff in
den hormonellen Haushalt, das kann Auswirkungen haben auf das
Wesen und Verhalten des Tieres (bei Hündinnen übrigens eher in
unerwünschte Richtungen,

Wie willst du deine Veränderung der Tiere im Verhalten und im Wesen feststellen ? Du weißt doch nicht wie sich das Tier entwickelt hätte ohne Kastration. Und welche unerwünschten Richtungen bei kastrierten Hündinnen fallen dir denn da so ein ??

anders als bei Rüden),

Was genau ist bei Rüden anders ?

ich riskiere
damit eine Inkontinenz, die Fellstruktur kann sich ändern (ich
denke z.B. an meine „explodierte“ Hündin, die sicherlich mit
ihrem ursprünglichen Fell weniger unter heißen Tagen zu leiden
gehabt hätte).

Meine Hündin ist bis heute nicht dick oder inkontinent. Das einzige was sie bekommen hat, das Fell an den Flanken hat sich verändert, aber ich bin mir sicher, dass es ihr nichts ausmacht und mir auch nicht :smile:

Sicher wird das von Hund zu Hund verschieden sein.

Explodierende Hunde, weniger füttern mehr bewegen :smile:

Gruß
BelRia

Hallo BelRia,

Wie willst du deine Veränderung der Tiere im Verhalten und im Wesen feststellen ? Du weißt doch nicht wie sich das Tier entwickelt hätte ohne Kastration.

Es ist recht unwahrscheinlich, dass ein erwachsener Hund ohne Anlass (traumatisches Erlebnis, Veränderung des Verhaltens beim Besitzer, Krankheit, etc.) seinen Charakter wesentlich ändert. Folglich lassen sich drastische Veränderungen, die nach einer Kastration möglicherweise festzustellen sind, vermutlich auf den Eingriff zurückführen.

Und welche unerwünschten Richtungen bei kastrierten Hündinnen fallen dir denn da so ein ??

Glücklicherweise muss ich mich nicht auf meinen Einfallsreichtum verlassen, es gibt Studien dazu:

  • Bonnie Beaver, Canine Behavior: A Guide for Vetenarians S.229
  • Karen Overall, Clinical Behavioral Medicine For Small Animals S.97
    Diese berichten übereinstimmend von insbesondere zwei möglichen Kastrationsfolgen hinsichtlich des Wesens bei Hündinnen, die während oder nach der Pubertät kastriert wurden:
  • deutlich gesteigerte Dominanzaggression
  • Nervosität

Was genau ist bei Rüden anders ?

Bei Rüden ist z.B. gerade hinsichtlich der Aggression eine gegensätztliche Entwicklung zu beobachten - bei ca. 60% der Rüden nimmt die Aggression nach Kastration gegenüber anderen Rüden stark ab.
(James O’Heare, Das Aggressionsverhalten des Hundes, S.161; Overall S.96)

Meine Hündin ist bis heute nicht dick oder inkontinent.

Das freut mich für Dich. Eine meiner Hündinnen war leider inkontinent nach Kastration, direkt als ich sie aus dem Tierheim übernommen habe. Glücklicherweise haben wir es in den Griff bekommen.

Explodierende Hunde, weniger füttern mehr bewegen :smile:

Meine zweite Hündin ist lediglich bezüglich des Fells, insbesondere der Unterwolle, explodiert, die inneren Werte liegen im Idealbereich.

Gruß,
Anna

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Hallo Johnny,

Ich würde doch eher sagen

und dies schließt nach meinem Dafürhalten die selbständige Eigenverantwortlichkeit des Halters einer läufigen Hündin nicht aus

dass jeder Hundehalter für das
Handeln seines eigenen Hundes verantwortlich ist und dafür zu
sorgen hat, dass dieser niemanden belästigt oder gar schädigt.

Und der Halter einer läufigen Hündin sollte alles daran setzen, mögliche Risiken auszuschalten.

Ich finde es schon „bemerkenswert“, dass man mit seiner läufigen Hündin im Wald spazieren geht und nicht in der Lage ist, im Falle eines Falles entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. Die Antwort des Rüden-Besitzers „Der sagte nur ich müsse ja damit rechnen“ ist durchaus berechtigt. Statt desssen verlässt Halter sich nach einer „Provokation“ auf die gute Rechtsprechung und schaut, wie man gegen den anderen vorgehen kann. Da denke und fühle ich anders.

Wer seinen Hund vom Gehorsam her von triebhaften Handlungen
nicht abbringen kann, darf ihn halt auch nicht unkontrolliert
laufen lassen.

Wieviele beherrschen in dieser Sache ihren Hund? Sehr sehr wenige, nach meinen Erfahrungen. Und gelegentlich büxt der eine oder andere Hund schon mal aus.

Es ist auch keineswegs gegen die Natur, wenn ein männliches
Wesen ein weibliches, paarungsbereites Wesen nicht bei jeder
Gelegenheit „bespringt“.

Eben. Hier auf dem Lande sieht und hört man es immer wieder, dass sich ein Rüde genau merkt, wo eine läufige ihr Zuhause hat (riechen tut er es eh schon), und dann läuft er auch schon mal 1-2 km für sein Vergnügen, wenn er ausgekommen ist. Vielleicht nehmen es die Leute hier auch nicht so tragisch, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

ist dann im Falle eines jagenden Hundes das Reh die Ursache
eines Malheurs?

Kommt darauf an. Wenn wie hier vor einiger Zeit ein Reh gemütlich über den Bürgersteig schlendert, braucht es sich nicht zu wundern, wenn die Gemeinschaft der Dorfköter zum fröhlichen Halali bläst :smile:

Gruß
Der Franke

Hallo Anna,

Wie willst du deine Veränderung der Tiere im Verhalten und im Wesen feststellen ? Du weißt doch nicht wie sich das Tier entwickelt hätte ohne Kastration.

Es ist recht unwahrscheinlich, dass ein erwachsener Hund ohne
Anlass (traumatisches Erlebnis, Veränderung des Verhaltens
beim Besitzer, Krankheit, etc.) seinen Charakter wesentlich
ändert. Folglich lassen sich drastische Veränderungen, die
nach einer Kastration möglicherweise festzustellen sind,
vermutlich auf den Eingriff zurückführen.

Das sagt aber immer noch nichts darüber aus, wie sich der Hund verändert hätte ohne Kastration. Hunde können sich durch viele Einflüsse charakterlich verändern, dass muss nicht zwangsweise mit einer Kastration etwas zutun haben.

Und welche unerwünschten Richtungen bei kastrierten Hündinnen fallen dir denn da so ein ??

Glücklicherweise muss ich mich nicht auf meinen
Einfallsreichtum verlassen, es gibt Studien dazu:

  • Bonnie Beaver, Canine Behavior: A Guide for Vetenarians
    S.229
  • Karen Overall, Clinical Behavioral Medicine For Small
    Animals S.97
    Diese berichten übereinstimmend von insbesondere zwei
    möglichen Kastrationsfolgen hinsichtlich des Wesens bei
    Hündinnen, die während oder nach der Pubertät kastriert
    wurden:
  • deutlich gesteigerte Dominanzaggression
  • Nervosität

Ich kann da nur von meinen kastrierten Hündinnen im Jetzt und in der Vergangenheit schreiben und von denen hatte und hat keine ein gesteigertes Dominanzverhalten und sie waren und sind auch nicht nervös. Das sind Erfahrungswerte die ich mit meinen Hündinnen habe und hatte. Meine jetzige Hündin wurde vor der 1. Läufigkeit kastriert und ist die Ruhe selber. Die anderen Hündinnen wurden später kastriert, zeigten aber keine der beschrieben Verhaltensweisen.

Wie gesagt, dass kann auch von Hund zu Hund verschieden sein und entspricht sicher nicht der Allgemeinheit.

Was genau ist bei Rüden anders ?

Bei Rüden ist z.B. gerade hinsichtlich der Aggression eine
gegensätztliche Entwicklung zu beobachten - bei ca. 60% der
Rüden nimmt die Aggression nach Kastration gegenüber anderen
Rüden stark ab.

Nun, auch das würde ich nicht verallgemeinern. Es gibt solche und solche Rüden. Meiner ging schon immer allen Streitereien aus dem Weg
und nach der Kastration aus gesundheitlichen Gründen, ist dieser genau so fidel und aufmerksam und schlank wie vor der Kastration.

Wobei ich kenne auch Rüden, die sind nach der Kastration die selben Raufbolde wie vorher.

Gruß
BelRia