hatte neulich ein witziges Gespräch mit einem Freund und der meinte, mal gehört zu haben, unser Bundeskanzler hätte sich mal beschwert, dass er (gemessen an den Gehältern von Industriebossen) zu wenig verdiene.
Hat jemand eine Vorstellung davon, wieviel man als Kanzler so bekommt?
Und wonach er bezahlt wird (öffentlicher Dienst)???
Fragen über Fragen und eine ausstehende Wette um eine Flasche südafrikanischen Wein…
von kohl weiß ich noch, dass er wohl mal mit offizielle Bezügen bei ca. 409.000 DM lag und damit mal bestverdienender Regierungschef noch vor dem US-Häuptling war.
seine Bezüge sind allemal zu gering, sonst würde von dem Verdienst auch mal jemand angelockt, der von der Sache was versteht. Die von Frank gezahlte Zahl kommt ungefähr hin, ist aber u.a. darauf zurückzuführen, daß der Bundeskanzler (gilt für Kohl und Schröder) zusätzlich noch die Bezüge eines Bundestagsmitglieds berhält.
Um genauere Aussagen tätigen zu können, habe ich eine mail an [email protected] geschickt. Ma kuckn, was als Antwort kommt.
von kohl weiß ich noch, dass er wohl mal mit offizielle
Bezügen bei ca. 409.000 DM lag und damit mal bestverdienender
Regierungschef noch vor dem US-Häuptling war.
Vor dem US-Präsidenten ist nicht schwer, denn US-Präsidenten verdienen bekanntermaßen relativ wenig. Interessant sind dort höchstens die kostenlosen Goodies, die’s bei dem Amt dazu gibt.
lt. „Politik Macht Geld“ (Untertitel: "Das Schwarzgeld der Politiker - weissgewaschen), Droemer Knaur, 2001, von Prof. Hans Herbert von Arnim (http://www.hfv-speyer.de/VONARNIM/) verdiente Gerhard Schröder (in DM) am 01.01.2000 :
1. Name: Gerhard Schröder
2. Funktion/Ministerium: Bundeskanzler
3. Steuerpflichtiges Amtsgehalt: 360.640
4. Steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung
a. netto 24.000
b. brutto 48.000
5. Bruttoeinkommen aus
dem Amt (Spalte 3 und 4b) 408.640
6. Zusatzeinkommen aus Mandat
a. Steuerpflichtige Diäten 77.256
b. Steuerfreie Kostenpauschale 56.680
c. Summe aus 6a und 6b 194.616
d. Summe von Spalten 6a und 6b
in Prozent von Spalte 5 48 %
7. Bruttoeinkommen (Spalte 5 und 6c) 603.256
8. davon Schatteneinkommen (Sp. 4b+6c) 242.616
Das heisst, Gerhard Schröder verdiente am 01.01.2000 brutto 603.256 DM, wovon 242.616 DM verfassungswidrig sind, weil er nicht nur aus dem Amt Gehalt erhält, sondern auch Diäten für sein Abgeordnetenmandat. Dieses „Schatteneinkommen“ kassieren ca. die Hälfte aller Regierenden des Bundestags und der 16 Landtage. Normalerweise dürfte das nicht sein, da man nicht doppelt aus öffentlich Kassen entlohnt werden darf. Die Abgeordneten bestimmen ihre Diäten selbst oder mittels selbst bestimmter Kommissionen; etwa wegen der „Schatteneinkommen“-Dikussion, in der Stoiber und Clement „Hand in Hand“ gingen, um das verfassungswidrige Einkommen legalisieren zu lassen.
Nicht nur dieses ärgerliche Thema kann man in dem oben genannten Buch von Hans Herbert von Arnim nachlesen, sonderen auch alle Einkommen der Regierenden.
hatte neulich ein witziges Gespräch mit einem Freund und der
meinte, mal gehört zu haben, unser Bundeskanzler hätte sich
mal beschwert, dass er (gemessen an den Gehältern von
Industriebossen) zu wenig verdiene.
Das ist in der Tat „witzig“, jedoch in anderer Sicht. Wenn den Politiker das Gehalt zu wenig ist, dann steht es ihnen frei, ihren jetzigen Posten aufzugeben und in die Wirtschaft zu gehen! (Dort sind sie sowieso noch „nebenbei“, aber das ist ein anderes Thema.)
Ursprünglich waren die Politikerämter einmal als Ehrenämter gedacht, und die Gehälter sollten nur zur Überbrückung für die Zeit dienen, in denen die Gewählten ihren ursprünglichen Beruf nicht ausüben konnten. Doch daraus wucherte das, was wir heute „Berufspolitiker“ nennen: die Parlamente bestehen überwiegend aus Juristen und Lehrer, und sie leben nicht mehr für, sondern von diesem Job! (Was das in der Praxis und der Entschluss- und Entscheidungfreudigkeit bedeutet, mag sich jeder selbst ausmalen.)
Doch daraus wucherte das, was wir heute
„Berufspolitiker“ nennen: die Parlamente bestehen überwiegend
aus Juristen und Lehrer, und sie leben nicht mehr für, sondern
von diesem Job!
Das sie nicht mehr für den Job leben halte ich für ne bescheuerte verallgemeinerung.
Aber was ist eigentlich schlimm daran, von einem Job zu leben, der nicht nur viel Verantwortung mit sich bringt, sondern dazu auch noch aus ner Menge Arbeit besteht.
Da du wahrscheinlich auch zu der Art Mensch gehört, die sich gerne über Lehrerarbeitszeit auslässt (unterstell ich dir mal, es hört sich so an, wenn es falsch ist, dann tuts mir leid), müsstest du dich doch freuen, endlich tun die mal was für ihr Geld…
Ursprünglich waren die Politikerämter einmal als Ehrenämter
gedacht, und die Gehälter sollten nur zur Überbrückung für die
Zeit dienen, in denen die Gewählten ihren ursprünglichen Beruf
nicht ausüben konnten. Doch daraus wucherte das, was wir heute
„Berufspolitiker“ nennen: die Parlamente bestehen überwiegend
aus Juristen und Lehrer, und sie leben nicht mehr für, sondern
von diesem Job! (Was das in der Praxis und der Entschluss- und
Entscheidungfreudigkeit bedeutet, mag sich jeder selbst
ausmalen.)
Ist mir immer noch lieber als "ehren"amtliche Politiker á la Berlusconi, die zwar kein Gehalt benötigen, es sich aber selbst dabei richten, oder Lobby-Marionetten wie Bush.
Wer ordentliche Politiker will, muß diese auch ordentlich bezahlen, das ist wirklich kein beneidenswerter Job. Wieso werden gerade Politikergehälter immer in Relation zum „kleinen Mann auf der Straße“ gesetzt, es beschwert sich ja auch niemand, daß der VW-Chef mehr als der durchschnittliche Autokäufer verdient?
Ursprünglich waren die Politikerämter einmal als Ehrenämter
gedacht, und die Gehälter sollten nur zur Überbrückung für die
Zeit dienen, in denen die Gewählten ihren ursprünglichen Beruf
nicht ausüben konnten. Doch daraus wucherte das, was wir heute
„Berufspolitiker“ nennen: die Parlamente bestehen überwiegend
aus Juristen und Lehrer, und sie leben nicht mehr für, sondern
von diesem Job! (Was das in der Praxis und der Entschluss- und
Entscheidungfreudigkeit bedeutet, mag sich jeder selbst
ausmalen.)
man kann sich aber auch ausmalen, was es bedeutet wenn statt berufspolitikern, die sich eingehend mit ihren fachbereichen auseinandersetzen, nur noch amateure im parlament sitzen, die weder von gesetzgebungsverfahren noch von irgendwelchen themen ahnung haben.
ein „überbrückungsgehalt“ ist im prinzip auch quatsch: welcher jurist oder sonstige freiberufler kann es sich leisten, 4 jahre (mit ungewisser zukunft, ob es 8 oder 12 werden) aus seinem beruf einfach rauszugehen? und die hinterbänkler, die in nicht unwichtigen aber auhc nicht gerade medienträchtigen ausschüssen dinge beschliessen, verdienen ja nun nicht gerade soviel, oder? (allerdings in der tat auch nicht zuwenig, wie ich finde.)
gruss
Angesichts der (Jahres-) Gehälter von diversen Vorstandsmanagern kann allerdings mal die Überlegung aufkommen, ob monatlich oder jährlich gemeint ist. ;o)
Am Rande sei gesagt: Selbst der vermeintlich „unterbezahlte“ Bundeskanzler erhält immerhin rund 50.000 DM brutto monatlich; also so viel, wie manch einer im Jahr nicht verdient. Begründet wird dies u. a. mit der Verantwortung, die er trägt. Allerdings: Mit dieser Verantwortung könnte ich auch eine Legislaturperiode leben, hätte ich doch anschliessend ausgesorgt. Und was heisst schon ‚Verantwortung‘? Mit echten Konsequenzen muss weder ein Politiker noch ein Manager rechnen. Bestenfalls müssen sie von ihren Posten zurücktreten, aber Geld hätten sie in der Zeit mehr als genug verdient.
man kann sich aber auch ausmalen, was es bedeutet wenn statt
berufspolitikern, die sich eingehend mit ihren fachbereichen
auseinandersetzen, nur noch amateure im parlament sitzen, die
weder von gesetzgebungsverfahren noch von irgendwelchen themen
ahnung haben.
Allerdings werden die Gewählten nicht als Berufspolitikern geboren. Man könnte ja mal eine Umfrage starten, inwieweit die Damen und Herren des Bundes- und der Landtage sich tatsächlich in Gesetzgebungsverfahren auskennen. (Soweit ich mich entsinne, macht das ARD-Magazin „Panorama“ manchmal Umfragen zu Themen unter den Parlamentariern, in denen sie sich auskennen sollten, wobei diese dann überwiegend entweder falsch, unwissend oder lieber erst gar nicht ins Mikro antworten.)
Auch ist nicht zu erwarten, dass sich die Mehrheit der Juristen und Lehrer in diversen Fachbereichen tatsächlich auskennt. Man schaue sich zum Beispiel die Lebensläufe von Hans Eichel [1] und Ursula Schmidt [2] an: beide hatten entweder gar nichts oder so gut wie gar nichts mit den Bereichen zu tun, in denen sie heute gar ein Ministeramt innehaben. Von den meisten Bürgerinnen und Bürgern werden entsprechende Qualifikationen für den Eintritt ins Berufsleben verlangt - bei Politikern scheint dies ab einer gewissen Stufe auf wundersame Weise verschwunden. Solchen Leuten möchte man doch ungern die Leitung eines Landes anvertrauen, von der es heisst, sie sei eine verantwortungsvolle Arbeit. Siehe hierzu „Das System“ von Hans Herbert von Arnim [3], S. 39 „Minister ohne Sachverstand“ und S. 268 „Überdurchschnittliche Gehälter für durchschnittliche Talente“. Für den Augenblick dieser Link: http://www.hfv-speyer.de/VONARNIM/Sechzehn%20etwas%2…
ein „überbrückungsgehalt“ ist im prinzip auch quatsch: welcher
jurist oder sonstige freiberufler kann es sich leisten, 4
jahre (mit ungewisser zukunft, ob es 8 oder 12 werden) aus
seinem beruf einfach rauszugehen? und die hinterbänkler, die
in nicht unwichtigen aber auhc nicht gerade medienträchtigen
ausschüssen dinge beschliessen, verdienen ja nun nicht gerade
soviel, oder? (allerdings in der tat auch nicht zuwenig, wie
ich finde.)
Nun, laut offiziellen Angaben [4] gehen 25 % der Bundestagsabgeordneten einer zusätzlichen beruflichen Tätigkeit nach. Der Rest ist hingegen Augenwischerei: So bringen diese Angeordneten nicht „Farbe ins Parlament“, weil es sich überwiegend um Juristen handelt, die ihre Praxis weiterhin laufen lassen. Farbe gäbe es nur, wenn das Parlament einen tatsächlichen Querschnitt durch die Gesellschafts- und Beurfsgruppen beinhalten würde. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Anscheinend verfügen die Abgeordneten doch noch über sehr viel Zeit, um selbst im höchsten und damit vermeintlich verantwortungsvollsten Parlament dieses Landes einer anderen Arbeit nachzugehen. Dies weckt in mir nicht eben Vertrauen in deren Tätigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
(Wenn es schon unbedingt so sein muss, dann sollte man es wie beispielsweise bei anderen Menschen machen, die staatliche Leistungen beziehen [z. B. Arbeitslose]: das während der Zeit der parlamentarischen Tätigkeit verdiente Geld im „Nebenberuf“ ist überwiegend von der Diät abzuziehen.)
Doch meiner Ansicht ist es müssig, über solche Themen zu diskutieren, denn ich empfehle lieber das bereits oben erwähnte Buch von Hans Herbert von Arnim, das meiner Ansicht Pflichtlektüre sein sollte. Danach liessen sich Diskussionen auf einer erweiterten Ebene führen.
Ist mir immer noch lieber als "ehren"amtliche Politiker á la
Berlusconi, die zwar kein Gehalt benötigen, es sich aber
selbst dabei richten, oder Lobby-Marionetten wie Bush.
Wer ordentliche Politiker will, muß diese auch ordentlich
bezahlen, das ist wirklich kein beneidenswerter Job. Wieso
werden gerade Politikergehälter immer in Relation zum „kleinen
Mann auf der Straße“ gesetzt, es beschwert sich ja auch
niemand, daß der VW-Chef mehr als der durchschnittliche
Autokäufer verdient?
(Letzteres beobachte ich nicht, jedoch wird die nicht vorhandene Relation häufig mit einem Achselzucken quittiert.)
Politiker werden ausserordentlich gut bezahlt - ich weiss nicht, welche Verhältnisse der eine oder andere im Kopf hat, dass er der Ansicht ist, Politiker erhielten zu wenig. Denn schliesslich soll der Politiker für, und nicht von der Politik leben.
Auch hier möchte ich eindringlich das Buch „Das System“ von Hans Herbert von Arnim empfehlen:
Aber was ist eigentlich schlimm daran, von einem Job zu leben,
der nicht nur viel Verantwortung mit sich bringt, sondern dazu
auch noch aus ner Menge Arbeit besteht.
Zeige mir die Verantwortung und die Menge Arbeit, die Berufspolitiker haben. Es ist wohl eher ein Aberglaube; siehe hierzu meine Antworten an Lars und Stuffi in diesem Thread:
egal wieviel, es ist aufjedenfall!!! viel zu viel.
Politiker im Allgemeinen die Regierung (nicht die jetzige, sondern immer die Reg.) im Besonderen verdienen viel zu viel.
Was mich wundert----------- dass die nie den Hals voll kriegen, obwohl die Kosten, die Normalbürger haben, gar nicht haben
Die haben doch einfach den Bezug zur Realität verloren. Ich hab mal von irgendner Reportage ein (bzw. mehrere) Interviews gesehen, wo Politiker befragt wurden, was wohl dies oder jenes kostet… die Antworten, jenseits von gut und böse.
Ein Politiker trägt null Verantwortung.!!!
Er kann Scheiße bauen so viel er will, das einzigste was passieren könnte- er wird nicht wiedergewählt. Aber das Übergangsgeld und die Abfindung tröstet. Allein die Rente für eine kurze Zeit. Dafür schuften normale Menschen Jahrzehnte.
Wie werd ich eigentlich Politikerin?
Mich gleich mal bewerb- können muss man da ja eh nix