Was verdient ein Politiker?

Hallo,

wer weiss:

  1. welche Einkommen bestimmte Politikergruppen beziehen?
  2. Welche weitere Vergünstigungen noch offiziell zu gestanden werden?
  3. In wieviel Vorständen ein Politiker sein darf?
  4. was mit der evtl. Interessenkollision zw. der Vorstandspolitik und dem politischen Auftrag besteht?
  5. Zahlen Politiker eigentlich noch Steuern, oder dürfen die Steuerbeamten dies nicht prüfen?

Ralf

Hallo,

wer weiss:

  1. welche Einkommen bestimmte Politikergruppen beziehen?

bundestagsabgeordnete um die 13.000 mark brutto
der kanzler über 600.000 mark

http://www.bundestag.de/info/glossar/181210.html
http://www.bundestag.de/mdb14/mdbinfo/133/1333.html
http://home.t-online.de/home/mmkon/body_was%20verdie…

2-4 weiss ich nicht, bei 5 vermute ich mal, da es um bruttoangaben geht, dass diese noch versteuert werden.

gruss

  1. welche Einkommen bestimmte Politikergruppen beziehen?
  2. Welche weitere Vergünstigungen noch offiziell zu gestanden
    werden?
  3. In wieviel Vorständen ein Politiker sein darf?
  4. was mit der evtl. Interessenkollision zw. der
    Vorstandspolitik und dem politischen Auftrag besteht?
  5. Zahlen Politiker eigentlich noch Steuern, oder dürfen die
    Steuerbeamten dies nicht prüfen?

Hallo Ralf,

für die Einkommen der Bundestagsabgeordneten wurden schon Links genannt. Hinzu kommen Aufwandsentschädigungen, von denen z. B. Sekretariatspersonal zu bezahlen ist. Außerdem erhält jeder Abgeordnete des Bundestages eine Netzkarte der Bahn. Ob das aber als Vergünstigung für einen Menschen zu sehen ist, der dienstlich veranlaßt viel unterwegs ist? Die Diäten müssen ganz normal versteuert werden.

Bei den Abgeordneten der Landesparlamente ist das Bild bunter. Von reiner Aufwandsentschädigung für Abgeordnete des Hamburger Feierabendparlaments bis in die Größenordnung der Bezüge von Bundestagsabgeordneten reicht das Spektrum.

Nach meiner Auffassung liegen die Bezüge am unteren Ende des Vertretbaren. Das Einkommen soll dem Abgeordneten Unabhängigkeit sichern. Auf Zuwendungen Dritter ist ein Abgeordneter sicher nicht angewiesen, aber Spitzenkräfte aus anderen Berufsgruppen als dem öffentlichen Dienst sind so kaum zu motivieren. Es ist kein Zufall, daß überwiegend Verwaltungsleute und überproportional viele Lehrer in den Parlamenten sitzen. Für die mittleren Chargen des öffentlichen Dienstes ist das Salär als Abgeordneter eine geradezu königliche Bezahlung, ein Freiberufler oder Geschäftsführer eines Wirtschaftsunternehmens legt aber drauf. Abgesehen davon, daß z. B. ein Freiberufler, etwa ein Arzt oder ein freier Ingenieur, nicht mal eben 4 oder 8 Jahre den Beruf an den Nagel hängen kann, ohne seine berufliche Zukunft zu verlieren, ist für diese Leute die Abgeordnetentätigkeit mit empfindlichen Einkommenseinbußen verbunden.

Das alles zusammengenommen führt dazu, daß in den Parlamenten überwiegend ein Mittelmaß aus dem öffentlichen Dienst sitzt und über u. a. wirtschaftliche Belange entscheidet, von denen sie nicht den Schatten einer Ahnung haben.

Ich halte es für ein ernstes Problem, für das ich aber auch keine Lösung parat habe, daß es nur die Einbahnstraße in die Abgeordnetentätigkeit gibt, aber für viele Berufsgruppen ist der Weg zurück praktisch versperrt. Wenn wir etwas anderes wollen als den Haufen aus Lehrern, Verbandsfunktionären und Verwaltungsjuristen, ist es erforderlich aber nicht hinreichend, die Diäten erheblich aufzustocken.

Gruß
Wolfgang

hallo Wolfgang,
ich muss gestehen, ich bin zu faul, die Links durchzulesen. Doch aus Erfahrung mit solchen Aufzählungen weiß ich, dass eines immer unterschlagen wird: die Einkünfte aus den 100 Aufsichtsratsposten.
Klar, ein Kanzler, ein Bundespräsident ist in keinem Aufsichtsrat. Könnte aber noch kommen.
Grüße
Raimund

Hi,

Klar, ein Kanzler, ein Bundespräsident ist in keinem
Aufsichtsrat. Könnte aber noch kommen.

Bundeskanzler und -minister dürfen keinem Aufsichtsrat usw. angehören. Ausnahme nur nach Genehmigung durch den Bundestag. (Art.66 GrundG).

Im übrigen die besten Posteneinheimser immer noch die Gewerkschaftler und die Manager als solche.

Unendlich reich wird man von Aufsichtsratposten nebenbei bemerkt auch nicht, die Vergütung ist letztlich eine Aufwandsentschädigung und liegt regelmäßig bei T€10-15.

Gruß
Christian

ich muss gestehen, ich bin zu faul, die Links durchzulesen.
Doch aus Erfahrung mit solchen Aufzählungen weiß ich, dass
eines immer unterschlagen wird: die Einkünfte aus den 100
Aufsichtsratsposten.

Hallo Raimund,

die Verquickung von Mandat und Industrielobby halte auch ich für fragwürdig. Nach meinem Verständnis von Unabhängigkeit darf ein Abgeordneter während der Zeit der Ausübung seines Mandats auf keiner Gehaltsliste stehen.

Gruß
Wolfgang

ist wohl eine Lösung,um diverse Vorgänge zu vermeiden. Verhindern wird man sie in Einzelfällen nicht können.

Hallo Wolfgang,

die Verquickung von Mandat und Industrielobby halte auch ich
für fragwürdig. Ein Abgeordneter sollte während der Zeit der Ausübung seines Mandats auf keiner Gehaltsliste stehen. Der Abgeordnete müsste dann aber erheblich höher wie heute bezahlt werden. Weshalb bestehen denn die Parlamente überwiegend aus Gruppen, die beruflich im Einkommen wesentlich weniger verdienen würden ? Es muss doch einen Grund haben, weshalb wir keinen Industrieboss im Bundestag haben, dessen Firma gut läuft.

Gruss Günter

hallo Günter,
das lässt sich erklären:
ein RA wenn seine Praxis für ein paar jahre schließt (macht er meist nicht, läuft nebenher), dann schadet das nicht. Er steigt mit einem berühmten Namen wieder ein und das Geschäft läuft besser als zuvor. Ein Lehrer wenn für ein paar Jahre beurlaubt wird (ach, wäre das schön, wenn das Nichtbeamte auch machen könnten) steigt anschließend in seinem bereitgehaltenen Job wieder ein. ein Gewerkschaftler tut sowieso nichts anderes als bisher: seinen fetten A*** weiter auf kosten anderer breitdrücken. Anschließend ist für ihn gesorgt.
Ein Unternehmer wenn seinen Laden für ein paar Jahre schließt, ist pleite.
Grüße
Raimund

Ein Unternehmer wenn seinen Laden für ein paar Jahre schließt,
ist pleite.

So isses, Raimund. Und wenn es sich um den Inhaber und Know-how-Träger eines Technologieunternehmens handelt, der seinen Laden „ruhen“ läßt, dann ist er nicht nur pleite, sondern regelrecht weg vom beruflichen Fenster. Dann ist nur noch ein neuer Anfang ganz von vorne möglich, mit neuer Anlaufzeit und vielen Jahren, bis wieder etwas übrig ist.
So ist es eine zwangsläufige Folge, daß in den Parlamenten kein repräsentativer Bevölkerungs-, Berufs- und Wissensquerschnitt sitzt. Die qualifizierteren Leute aus der Wirtschaft können sich den Abgeordnetenjob einfach nicht leisten. Wer es dennoch macht, muß sich danach in die Reihe stellen, um einen der Pöstchen zu ergattern, wo man keinen Schaden anrichten kann, Direktor einer Lottogesellschaft, AOK-Vortänzer in einem der zahllosen Bezirke oder irgend ein Zimmerchen in den Etagen einer kommunalen Versorgungseinrichtung … .

So kann sich ein Selbständiger allenfalls in der Freizeit auf Regionalebene engagieren. Dort, in den Gemeinderäten und in den Mittelstandsvereinigungen der Parteien, finden sich tatsächlich viele Selbständige. Wobei an der Spitze z. B. der CDU-Mittelstandsvereinigung Schleswig-Holsteins wieder staatliche Kostgänger sitzen.

Gruß
Wolfgang

Hallo, Namensvetter
viel ueber den Verdienst von Politikern in Bund und Laendern ist nachzulesen bei Hans-Herbert von Arnim. Das Buch heisst glaube ich „Diener vieler Herren“. Aber: wer es liest, kriegt eine Krise nach der anderen (ging mir jedenfalls so) un dwill nur noch Politiker werden wegen den Verdienstmoeglichkeiten.
Ralph (nur echt mit ph!)

Die Gründe, die Du nennst, werden von den Managern und Selbständigen gerne als Ausrede benutzt, um ihr geringes Interesse fürs Staatswohl zu kaschieren. So sind z.B. die Verdienstmöglichkeiten eines US-Ministers nicht viel höher als eines deutschen Ministers (dafür verdient man in der Wirtschaft mehr, teilweise sehr viel mehr). Dennoch findet man dort immer wieder Minister, die vorher in der Wirtschaft waren. Und anschließend in die Wirtschaft zurückgehen.

Dass es dabei auch wieder Probleme gibt (Stichwort: Enron) ist ein anderes Thema. Aber es geht offensichtlich. Die Leute gehen dann auch wieder in die Wirtschaft zurück, wenn sie entlassen werden oder ihre Partei die Wahl verliert.

Wie gesagt: ich sage nicht, dass Deine Gründe falsch sind. Aber sie sind von den deutschen Managern auch oft nur vorgeschoben.

Buchtip (Ergänzung)
Moin,

viel ueber den Verdienst von Politikern in Bund und Laendern
ist nachzulesen bei Hans-Herbert von Arnim. Das Buch heisst
glaube ich „Diener vieler Herren“. Aber: wer es liest, kriegt
eine Krise nach der anderen (ging mir jedenfalls so) un dwill
nur noch Politiker werden wegen den Verdienstmoeglichkeiten.

in der Tat ein gutes Buch, aß sich nicht zuletzt auch mit der Überversorgung von Politikern gerade nach ihrer politischen Karriere beschäftigt.

Diener vieler Herren. Die Doppel- und Dreifachversorgung von Politikern von Hans Herbert von Arnim
ISBN: 3426773724 Buch anschauen

Gruß
Christian

das sind aber doch meistens leute, die manager in einem konzern waren - so wie werner müller; nicht leute, die mit einem mittelständischen unternehmen, dass sie selbst gegründet haben, erfolg haben.

das sind aber doch meistens leute, die manager in einem
konzern waren - so wie werner müller; nicht leute, die mit
einem mittelständischen unternehmen, dass sie selbst gegründet
haben, erfolg haben.

Sicher. Aber erstens ging es hier auch um diese Leute (Wirtschaft allgemein). Zweitens ist es verständlich, dass ein einfacher Mittelständler nicht gerade in die US-Regierung kommt. Sozusagen von Regionalliga in Weltliga. Selbständige großer Konzerne werden aber z.B. NY-Bürgermeister. Das geht also - in den USA.

Warum soll es in Deutschland nicht gehen? Man muß nur wollen. Deutsche Unternehmensführer wollen aber einfach nicht. Zu beschweren ist einfacher.

Hallo,

vielen Dank für eure Meinungen.

  1. Aus meiner Sicht verdienen Politiker für die erbrachten Leistungen viel zu viel. Die Politiker wussten sicherlich schon vor Beginn der pol. Laufbahn was sie verdienen. Also brauchen sie auch nicht zu jammern.
  2. Politiker sollten eigentlich nur langjährige Prof. werden, in der Hoffnung, daß wenigsten die ihr Wissen richtig einsetzen.

Vielleicht ist es auch so:
Wer in der Wirtschaft nichts wird, geht in die Politik.

Gruss
Ralf

Noch’n Buchtip (Ergänzung)

Diener vieler Herren. Die Doppel- und Dreifachversorgung von
Politikern von Hans Herbert von Arnim
ISBN: 3426773724 Buch anschauen

Hallo Christian,

ich häng’ mich einfach mal an Dich dran. Mein Buchtipp beschäftigt sich mit Ralfs Frage zum Interessenkonflikt:

„Das gekaufte Parlament“
Friedhelm Schwarz, 1999, Piper-Vlg.
ISBN: 349204171X Buch anschauen

Marco

Unendlich reich wird man von Aufsichtsratposten nebenbei
bemerkt auch nicht, die Vergütung ist letztlich eine
Aufwandsentschädigung und liegt regelmäßig bei T€10-15.

Hallo Christian,

das stimmt zwar, allerdings wenden sie nicht sehr viel Zeit dafür auf, und diesem Sinne kommen diese (überwiegend) Herren auf einen recht passablen Stundenlohn. Leider werden sie für ihre Inkompetenz auch nicht belangt, denn sie reden sich gerne damit heraus, sie hätten doch nichts gemacht. - Was ja letztlich auch stimmt! ;o)

Ein Buch hierzu:

Der Klub der Kontrolleure.
Das Versagen der deutschen Aufsichtsräte.
Jürgen Gaulke, 1996, Hoffmann&C.
ISBN: 3455111645 Buch anschauen

Marco

Politik
Hallo,

  1. Aus meiner Sicht verdienen Politiker für die erbrachten
    Leistungen viel zu viel.

Naja, das kann man so oder so sehen.

Die Politiker wussten sicherlich
schon vor Beginn der pol. Laufbahn was sie verdienen. Also
brauchen sie auch nicht zu jammern.

Für die meisten Parlamentarier wären die Bezüge normalerweise nie erreichbar gewesen (siehe Wolfgangs Artikel). Daß hinterher gejammert wird, ist normal: Den Hals kriegen die meisten Menschen nicht voll. Andererseits: Wenn Du den Stundensatz ausrechnest, sieht das wohl bei vielen Politikern gar nicht mal so witzig aus.

  1. Politiker sollten eigentlich nur langjährige Prof. werden,
    in der Hoffnung, daß wenigsten die ihr Wissen richtig
    einsetzen.

Um das mal aufzurollen: Normalerweise beginnt politisches Engagement in jungen Jahren und wird während Ausbildung/Studium weiter verfolgt. Wenn dann später die eigentliche Arbeit immer mehr Zeit in Anspruch nimmt, bleibt weniger Zeit für die politische Arbeit. Hinzu kommt meistens noch Frustration aufgrund der einbetonierten Strukturen schon bei den Verbänden vor Ort, so daß der Wille, sich zu engagieren, gegen die äußeren Umstände in der Regel nur bei Leuten ankommt, die eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften aufweisen:
gewohnheitsmäßiger Umgang mit verkrusteten Strukturen
geregelte oder flexible Arbeitszeit bzw. finanzielle Unabhängigkeit
besonders großes Engagement

Welche Personen da übrig bleiben, kann man sich ja ausrechnen. Außerdem darfst Du eines nicht vergessen: Nur weil man in der Politik was werden will (Berufsziel Bundeskanzler oder Parteivorsitzender), wird man noch lange nicht was. D.h. es kann gut passieren, daß man sich 10 Jahre engagiert, aber über die erfolgreiche Organisation eines Tages der offenen Tür nicht hinaus kommt. D.h. wenn man seinen Parteifreunden bzw. später den Wählern nicht gefällt, hat man die ganze Zeit umsonst gearbeitet, wenn einem das Engagement nicht Belohnung genug ist.

Was die Idee mit den Professoren angeht: Die sind völlig ungeeignet, weil die in ihrem Leben in den allermeisten Fällen überhaupt noch keinen Kontakt zum wirklichen Leben, will sagen: Zur Wirtschaft, hatten. Allenfalls die angeblich bei einigen Professoren vorhandene Fähigkeit zu freien Rede wäre ein Argument. Leider ist das, was da geredet wird, oft sehr langweilig, oder besser: Wird langweilig vorgetragen.

Vielleicht ist es auch so:
Wer in der Wirtschaft nichts wird, geht in die Politik.

Das würde ich genau andersrum formulieren: Wer in der Wirtschaft was werden will, kann nicht in die Politik gehen. Ausnahmen sind natürlich - wie immer - möglich.

Gruß
Christian

P.S.
Den vorherigen Artikel habe ich selber gelöscht. Inhaltlich sehe ich das immer noch so, aber evtl. war es vom Ton her nicht ganz so nett.

Was die Idee mit den Professoren angeht: Die sind völlig
ungeeignet, weil die in ihrem Leben in den allermeisten Fällen
überhaupt noch keinen Kontakt zum wirklichen Leben, will

Wenn das so ist,… dürften die Politik-Profs. doch an den Unis auch nicht mehr unterrichten… ? Schade um die Studienzeit.?

sagen: Zur Wirtschaft, hatten. Allenfalls die angeblich bei
einigen Professoren vorhandene Fähigkeit zu freien Rede wäre
ein Argument. Leider ist das, was da geredet wird, oft sehr
langweilig, oder besser: Wird langweilig vorgetragen.

und die Studenten schlafen ein.

Mein Fazit: abgesehen von wenigen ehrlichen und gewissenhaften Politiker kann man den Rest…
Daraus ergibt sich wahrscheinlich die Politikverdrossenheit der Bürger.
Die einzige Möglichkeiten der Einflußnahme ist die Wahl und/oder der …
Ich werde in Zukunft entwerder ganz rechts oder ganz links wählen.
Politiker = meist Lügner und Betrüger.
Die weißen Tauben sind Tod.
Abschied aus diesen Forum, weil die Wut nicht zu meiner Gesundheit beiträgt und der offene Gedankenaustausch nur zu Sanktionen führen kann.

Gruß
Ralf

Dresche! o.T.
Gruß kw
(konntenichanders)