Was wäre passiert, wenn

Hallo Werner,

Letztlich werden auch heut noch und wurde der Zweite WK am
Boden entschieden. Wenn die Soldaten die im Osten standen oder
dort gefallen waren statt dessen in Frankreich und Italien
gestanden hätten, dann hätte es keine Invasion gegeben und der
Krieg wäre so nicht zum Ende gekommen, jedenfalls nicht 45
sondern irgendwann später.

Das sehe ich anders:
Die Seeherrschaft der Alliierten war nie in Gefahr und die
Luftherrschaft hätten sie aufgrund ihrer Überlegenheit an
Menschen, Rohstoffen und Rüstungskapazität auch schnell
erlangt. Damit wären schon mal zwei Vorraussetzungen für eine
erfolgreiche Invasion gegeben. Die Achse hätte die komplette
Küste vom Nordkap bis Griechenland sichern müssen, während die
Alliierten an einem günstigen Punkt hätten konzentriert Landen
können.

Nur das günstige Punkte kein Geheimnis sind und darum immer besser gesichert werden und ungünstig Punkte haben die unangenehme Eigenschaft Schwierigkeiten zu bereiten. Die Alliierten hätten sicher mit wenig Wiederstand das Nordkap nehmen können, nur was dann?

Meine Aussage steht in dem Zusammenhang, dass Peter postulierte, der Krieg wäre ohne die Ostfront für Deutschland schlechter verlaufen und schneller zu Ende gegangen.

Am D-Day landeten die Alliierten wenn ich das richtig weiss mit etwa 7 oder 8 Divisionen und trafen auf 5 zum Teil schlecht ausgestattete deutsche Divisionen. Dabei hatten die Alliierten die See- und Luftherrschaft und trotzdem war mindestens die Landung in der Normandie schon mit den unzureichenden deutschen Truppen dort keineswegs ein zwangsläufiger Erfolg.
Natürlich hätten die mehr Truppen zum Anlanden gehabt, aber logistisch war zu dieser Zeit an diesem Ort nicht mehr drin. Dann hätten sie längere Vorbereitungszeit gebraucht und wären wahrscheinlich nicht mehr 1944 gekommen und dann wäre es wieder nichts mit dem behaupteten vorzeitigen Kriegsende geworden.

An der Ostfront sind auf deutscher Seite alleine 2,7 Millionen Mann gefallen. Also der Gegenwert von etwa 100 Divisionen oder 10 Armeen und das waren nur die Toten die nicht im Westen stehen konnten. Jetzt stell nur mal die im Westen zusätzlich auf. Die wären nicht alle an der französischen Atlantikküste gewesen, aber viele, denn eine massierte Landung in Spitzbergen wäre nicht nur unsinnig, sondern auch logistisch unmöglich gewesen, selbst für die USA. Dann denk dir also nur mal 10 oder 15 deutsche Divisionen in den Norden Frankreichs und plane dann mal ne nette Invasion für 1944. Viel Spass!

Trotzdem gebe ich zu, dass die Formulierung es hätte keine Invasion gegeben übertrieben ist, aber **die> Invasionen in Sizilien und der Normandie hätten so nicht geklappt, da hätten die Alliierten sich was anderes suchen müssen und das kaum zu einem früheren Zeitpunkt und ob mit besserer Aussicht auf Erfolg bezweifle ich auch. Von einem Strandabschnitt kann man nämlich nur einen gewissermaßen physikalisch begrenzten Druck ausüben. Wenn die Verteidigung des Gegners zu stark und zu dicht ist, kannst du noch so viele Truppen anlanden, die Verbluten dann einfach.

Und wenn nichts gegangen wäre, hätten sie sicher auch
kein Problem gehabt über Gibraltar-Spanien das Feld
aufzurollen oder eine Atombombe auszuklinken.

und das wäre dann nicht später gewesen oder viel einfacher? Die Spanier hätten wohl alles durchgewunken und die Deutschen schreckstarr hinter den Pyräneen gesessen?

Die zusätzlichen Toten, die es bedurft hätte, zusätzliche 2-3 Millionen deutsche Soldaten zu überwinden (in dem Falle hätten die Deutschen ja Zeit gehabt ihre Truppen auch heranzuführen und das viel einfacher über Land, also wäre es sicher nicht bei einer anzunehmend geringeren Besatzungstruppe geblieben) hätten vor allem die USA bringen müssen. Die Briten hatten im Spiel was ihnen möglich war. Hätten die USA bei ihrem Engagement im Pazifik nochmal 3 Millionen Soldaten schicken wollen oder zu diesem Zeitpunkt auch nur können?
Natürlich hätte D letztlich verloren (hoffentlich) aber nicht schneller und nicht einfacher für die Alliierten.

Gruß
Werner**

Kann nicht stimmen
Hallo,
das ist zwar seltsam, dass ich hier auf meine eigenen Postings „antworte“ aber wo ich das nun noch mal angesehen habe fällt mir auf, da da was gewaltig nicht stimmt.

Die Ausgangsannahme, die sich aus Peters Aussage herleitete, dass auf der Nordmeerroute 1 Tonne Fracht mit 1 Tonne verlorenem Frachtraum bezahlt wurde kann überhaupt nicht stimmen.
Wenn von 1400 Schiffen auf der Route nur 85 verloren gingen kann man niemals auf ein solches Verhältnis kommen. Dann hätte im Grunde jedes zweite Schiff verloren gehen müssen. Das traf nur auf einige wenige Konvois zu und vielleicht bezieht sich die Angabe ursprünglich nur auf einen bestimmten desaströsen Konvoi und wurde dann fälschlich verallgemeinert?
Damit ist aber natürlich auch das Ergebnis meiner Berechnungen falsch.

Tatsächlich hege ich den Verdacht, dass auch die 1:14 Angabe für den sonstigen Transport falsch zugeordnet ist. Wenn ich mir ansehe, dass das verhältnis von angekommenen und versenkten Schiffen auf der Nordmeerroute etwa 1:15 war und dabei noch zum Ansatz bringe, das tendenziell die größeren Schiffe angegriffen wurden, dann vermute ich ganz stark, dass die vorgebrachten Zahlen in Wirklichkeit das Verhältnis eines Konvois der zerschlagen wurde, zum Gesamtverkehr auf der Nordmeerroute darstellt und gar keinen Rückschluss auf die sonstige Atlantikschlacht zulassen.

Gruß
Werner

Hallo Werner,

da Du so gegen Zahlen und Belege bist und das als Schütt-zu-Taktik bezeichnest, gebe ich Dir also nur ein paar kleine Hinweise:

a.) Die Zahl von 85 verlorenen Schiffen umfasst nur die Schiffe, die durch U-Boote versenkt wurden, nicht aber alle. Die Flieger waren da auch ganz schön tätig.

b.) Um den Preis einer transportierten Tonne in strategischen Größenordnungen herauszufinden muss Du versenkte Schiffe + stillliegende Schiffe plus beschädigte Schiffe rechnen. Denn wirklich transportieren tun nur fahrende Schiffe. Eine der wenig beachteten Nachteile des Konvoysystems.

Ich schlage vor, da Du meine Rechnerei nicht magst, dass Du Dir also das notwendige Fachwissen selbst beschaffst und mal auf eigene Faust rechnest. Vielleicht kommt ja was dabei raus. Aber nicht wieder Tag- und Nachtjäger verwechseln, gelle?

Gruß
Peter B.

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Hallo Peter,

da Du so gegen Zahlen und Belege bist

Dagegen nichts.

und das als Schütt-zu-Taktik bezeichnest,

Was mich daran stört, ist das ein Großteil davon trivial ist oder zur Fragestellung so gut wie nichts beiträgt.

gebe ich Dir also nur ein paar kleine Hinweise:
a.) Die Zahl von 85 verlorenen Schiffen umfasst nur die
Schiffe, die durch U-Boote versenkt wurden, nicht aber alle.
Die Flieger waren da auch ganz schön tätig.

Quatsch! Das waren alle Verluste.
Jetzt trittst du wohl blind um dich?
Von den 85 versenkten Schiffen wurde tatsächlich überproportional viel durch Flugzeuge versenkt, nämlich etwa 30.

b.) Um den Preis einer transportierten Tonne in strategischen
Größenordnungen herauszufinden muss Du versenkte Schiffe +
stillliegende Schiffe plus beschädigte Schiffe rechnen. Denn
wirklich transportieren tun nur fahrende Schiffe. Eine der
wenig beachteten Nachteile des Konvoysystems.

Du hast nicht von Versenkungen gesprochen!
Das hier war deine Aussage:

Wenn Du Dir die Versenkungsziffern ansiehst, dann
wurde eine Gewichtstonne auf der Eismeerroute mit beinahe
einer Registertonne verlorenem Schiffsraum bezahlt.

(hervorhebung durch mich)
Auch wenn du das nun umdeuten willst, hast du hier schlicht Unsinn erzählt oder deine Quelle nicht richtig verstanden.

Ich schlage vor, da Du meine Rechnerei nicht magst, dass Du
Dir also das notwendige Fachwissen selbst beschaffst und mal
auf eigene Faust rechnest. Vielleicht kommt ja was dabei raus.

Mit deiner Recherche war es ja offensichtlich nicht viel. Als ich mich darauf verließ, dass deine Zahlen stimmen würden, bin ich im finsteren Wald gelandet.

Du wolltest z. B. durch das Einsparen der Nordmeerkonvois allein 1941 6000 zustätzliche Bomber nach England bringen. Mal ganz abgesehen von der nicht vorhandenen Produktionskapazität um 1941 in 6 Monaten 6000 zusätzliche Bomber zu bauen, willst du diesen Zuwachs aus sage und Schreibe 45 Frachtschiffsladungen rausholen, denn soviele wurden 1941 überhaupt nur in den Konvois nach Russland gebracht.
Ein wahrhaft strategischer Aderlass, genau wie die gesamten etwa 800 Schiffsladungen (bei den 1400 Gesamtzahl sind auch die Rückkonvois mitgezählt) die nach Russland gingen.

Natürlich war all das, auch der Aufwand für die militärische Sicherung der Konvois, nicht unerhebelich. Auch die Materiallieferungen an die UdSSR werden ihre Auswirkungen gehabt haben, aber zugunsten der Alliierten.

Aus dem Fehlen der Lieferungen einen vorzeitigen Zusammenbruch des dritten Reiches zu konstruieren ist haltlos. Vielleicht wäre die Strategische Bomberflotte tatsächlich schneller aufgebaut worden, wenn man statt der 21 000 Flugzeuge (4/5 Jäger) für Russland, Bomber für sich selbst gebaut hätte. Mit dem entsprechenden Willen wären vielleicht auch rechtzeitig die Besatzungen ausgebildet gewesen. Aber da hätte keinen durchschlagend anderen Verlauf des Luftkrieges gebracht, jedenfalls nicht 41. und nicht mal 43, als wenigstens die Thunderbold als Begleitjäger zur Verfügung stand und die von dir gelobten B17F. Da hatten die Amerikaner bei dem „Double-Strike“ auf Schweinfurt und Regensburg noch etwa 1/6 ihrer Bomber verloren und nochmal etwa 1/3 zum Teil schwer beschädigte Maschinen. Wenn sie da mehr geschickt hätten wären wahrscheinlich nur noch mehr verloren gegangen inclusive ihrer Besatzungen.

Und bei Fehlen der Ostfront - da muss ich mich noch mal wiederholen - hätte auch auf deutscher Seite eine anders Luftflotte gestanden.

Es wird zunehmend deutlich, dass deine ganze Argumentation hier auf fehlerhaften Annahmen und abenteuerlichen Schlussfolgerungen aufbaut.
Das kann passieren, ich schau auch nicht alles erst nach und mach manches aus dem Gedächtnis, was dann auch mal in die Hose gehen kann. Dann steht es einem aber besser mit dem Fehler offen umzugehen, anstatt Diskussionspartner so anzugehen, wie du es hier tust.

Aber nicht wieder Tag- und Nachtjäger verwechseln, gelle?

Jetzt Phantasierst du auch noch.

Gruß
Werner

Hallo Peter,

da Du so gegen Zahlen und Belege bist

Dagegen nichts.

Na das ist ja gut.

und das als Schütt-zu-Taktik bezeichnest,

Was mich daran stört, ist das ein Großteil davon trivial ist
oder zur Fragestellung so gut wie nichts beiträgt.

Welcher Teil? Der, der belegt, dass Deine Vermutungen über die Nordmeergeleitzugroute falsch bzw. unvollständig sind, d.h. dass Dur von einem falschen Bild ausgehst? Oder der Teil, indem ich belegte warum Du nicht hunderte von Tagjägern, die nicht an der russischen Front wären, ohne Leiteinrichting bei Nacht losschicken kannst?

gebe ich Dir also nur ein paar kleine Hinweise:
a.) Die Zahl von 85 verlorenen Schiffen umfasst nur die
Schiffe, die durch U-Boote versenkt wurden, nicht aber alle.
Die Flieger waren da auch ganz schön tätig.

Quatsch! Das waren alle Verluste.
Jetzt trittst du wohl blind um dich?
Von den 85 versenkten Schiffen wurde tatsächlich
überproportional viel durch Flugzeuge versenkt, nämlich etwa
30.

Ja, mein Freund, und jetzt doch mal wieder Zahlen. 15 Schiffe in PQ 17, 4 in PQ 16, 7 in QP 13 und 8 in QP 14. Durch die Flieger. Das macht ebenfalls einen überproportionalen Anteil, nämlich 34 Deiner angeblich 30 Versenkungen durch Flugzeuge. Nur das die alle im Frühsommer '42 waren, während Du ja nur 30 für die Zeit von '41 bis '45 zugibst.

b.) Um den Preis einer transportierten Tonne in strategischen
Größenordnungen herauszufinden muss Du versenkte Schiffe +
stillliegende Schiffe plus beschädigte Schiffe rechnen. Denn
wirklich transportieren tun nur fahrende Schiffe. Eine der
wenig beachteten Nachteile des Konvoysystems.

Du hast nicht von Versenkungen gesprochen!
Das hier war deine Aussage:

Wenn Du Dir die Versenkungsziffern ansiehst, dann
wurde eine Gewichtstonne auf der Eismeerroute mit beinahe
einer Registertonne verlorenem Schiffsraum bezahlt.

(hervorhebung durch mich)

Stimmt, der Ausdruck war mißverständlich. Da muss ich mich entschuldigen. Die Versenkungsziffern sind ja die durch Kampfmittel variable Größe. Die Tonnage durch Wartezeiten ergibt sich ja nicht aus dem Kampfmitteleinsatz sondern der Organisation des Geleitzugssystems und der Anzahl und Größe der eingesetzten Schiffe. Zu derartig grundsätzlichen strategischen Erwägungen im Seekrieg mag ich Nimitz, Rohwer & Hümmelchen’s „Seemacht“ ganz besonders. Ich fürchte aber, das gibts nur noch im Antiquariat.

Auch wenn du das nun umdeuten willst, hast du hier schlicht
Unsinn erzählt oder deine Quelle nicht richtig verstanden.

Und hier haben wir den Punkt erreicht, an dem die Diskussion endet und die Schlammschlacht beginnt. Also Du, der den Luftkrieg über Deutschland mit Tagjägern bei Nacht gewinnen will, Du, der einfach außer Acht läßt, dass Schiffe die beschädigt sind für Monate in der Werft liegen und daher nicht einsatzbereit sind, Du, der hier das Märchen einer pazifischen Transportroute auftischt, in dem Wissen, dass die TransSib nicht die Transportkapazität hatte, Du erzählst, ich hätte meine Quellen nicht richtig verstanden? Lass es mich mal ganz einfach ausdrücken, so einfach, dass auch Du es verstehst: Bullshit! Schau mal weiter oben. 34 Deiner 30 im Krieg auf der Nordmeerroute versenkten 30 Schiffe wurden im Sommer 42 versenkt. Noch Fragen, Hauser?

Ich schlage vor, da Du meine Rechnerei nicht magst, dass Du
Dir also das notwendige Fachwissen selbst beschaffst und mal
auf eigene Faust rechnest. Vielleicht kommt ja was dabei raus.

Mit deiner Recherche war es ja offensichtlich nicht viel. Als
ich mich darauf verließ, dass deine Zahlen stimmen würden, bin
ich im finsteren Wald gelandet.

Was die großen Kriegsshciffe anging, habe ich sie sogar namentlich aufgeführt. Das ist für jeden, der hier mitliest nachvollziehbar. Das Du nicht rechnen kannst, ein offensichtliches Problem mit Register- und Gewichtstonnen hast (bist ja so ein richtiger Experte, gelle) und so tust, als sei die Nordmeerroute eine Sonnenscheinfahrt, hängt weniger damit zusammen, dass die Zahlen falsch wären (die habe ich auch belegt, Du hast bisher keine Belege gebracht) sondern eher damit, dass Du Dich, in Relation zu Deinem Fachwissen, scheinbar etwas übernommen hast.

Du wolltest z. B. durch das Einsparen der Nordmeerkonvois
allein 1941 6000 zustätzliche Bomber nach England bringen. Mal
ganz abgesehen von der nicht vorhandenen Produktionskapazität
um 1941 in 6 Monaten 6000 zusätzliche Bomber zu bauen, willst
du diesen Zuwachs aus sage und Schreibe 45
Frachtschiffsladungen rausholen, denn soviele wurden 1941
überhaupt nur in den Konvois nach Russland gebracht.

Herr Superexperte, hast Du eigentlich jemals die Länge der Routen verglichen? Plus den Wartezeiten bis die Geleite zusammengestellt waren? Plus den Ausfällen durch Beschädigungen aller Art? Plus die Wartezeit in Murmansk, das ja mit den Geleiten deutlich überfordert war? Hast Du getan, was ich Dir als Hinweis nahegelegt habe?
Nien, natürlich nicht, Du bist ja der Experte. Also muss ich es Dir wieder erzählen und Du kannst Dich wieder aufregen.
Ein Geleit auf der Route Halifax nach Liverpool (HX bzw. SC für die langsamen Geleite) brauchte je nach Saison (sprich Wetterlage, auch in den Seegebieten aus denen die Schiffe kamen) etwa 10 Tage. Aber das war nur die Spitze des Eisberges. Denn die Logistik in Halifax war ja auch nicht ganz einfach. Du kannst also von dem Moment an, in dem ein leeres Schiff ankam, bis zu dem Moment, in dem es beladen war und hätte mit einem Geleitzug auslaufen können, ein bis zwei Wochen Extra rechnen können. Nur lief das Schiff dann nicht sofort aus, weil es ja warten musste, bis der nächste Gleitzug zusammen war. Also wieder Wartezeit. Für den Rückweg war es etwas einfacher, weil ja die Schiffe meistens in Ballast zurückführen.
So, das war die HX-Route. Du kannst als Durchschnittswert davon ausgehen, dass ein Schiff durch so einen Konvoy rund vier bis fünf Wochen gebunden war, bevor es wieder in Halifax beladen werden konnte.
Die HX-Route war die einfache Route.
Ein Schiff für einen PQ-Konvoy wurde entweder in Halifax beladen und fuhr nach Island oder es wurde in England beladen und fuhr nach Island. D.h. es hatte die gleichen Wartezeiten in den Häfen, musste dann aber erst mal in ein Geleit nach Island. Dort wartete es, bis der PQ-Geleitzug zusammen war. Bei PQ 17 wissen wir, dass der Auslauftermin mehrfach verschoben wurde. D.h. alleine das machte für die Schiffe vier Wochen mehr aus. Aber die meisten hatten ja bereits vor dem ursprünglich geplanten Auslauftermin auf Reede gelegen, weil sie ja mit Geleiten erstmal hatten von Halifax oder Liverpool kommen müssen. Und so ging es munter weiter. Die Fahrt selbst, die ja je nachdem, wie weit man den Bogen ziehen musste (im Sommer weiter weil die Eisgrenze nördlicher lag) dauerte alleine 10-12 Tage, also länger als der HX-Weg. Dazu kam, dass ein Drittel der Schiffe, die mit einem QP, also den zurücklaufenden Geleiten, kamen werftreif war. Weil da oben nördlich der Bäreninsel nämlich kein Kaffeefahrtgebiet ist.
Dazu die Abfertigung in Murmansk, das seinerseits ja auch oft genug unter heftigen Luftangriffen lag, was die Abfertigung weiter verzögerte. Ist Dir jemals aufgefallen, dass der Rückkonvoy für PQ-16 der QP-13 war? Nicht etwa, weil so viele Schiffe die Route schon auf dem Hinweg nicht überlebt haben, obwohl das sachlich nicht falsch wäre. Aber die QP-Geleite waren sowieso kleiner. Nein, der Grund hatte sich so aus der Geschichte ergeben. Bis genug Schiffe der ersten Murmansk-Geleite entladen und fertig für den Heimweg waren, also für QP-1, war beinahe ein halbes Jaher vergangen. Später wurde man etwas schneller, aber schneller bedeutete nicht schnell.
Vergleiche nun die Gesamtzeit eine Schiffes auf der HX-Route mit einem auf der PQ-Route. Von dem Moment, bis es beladen werden kann, bis zu dem Moment, bis es wieder beladen werden kann. Fällt Dir was auf? Selbst wenn es ein sehr glückliches Schiff ist, keine Beschädigung durch Bomber und keine Seeschäden davongetragen hat, dann stehen etwa 28 Tage auf der HX-Route etwa 150 Tagen auf der PQ-Route gegenüber. Alleine das, ohne Werftliegezeiten, Wartung, Beschädigung, Versenkung, verlängerten Fahrten weil man sich eine Weile im Eis versteckt hatte, ist irgendwo ein Fakto um die 5.5 herum. Du kannst es ja genauer ausrechnen. Es bedeutet, dass ein Schiff auf der PQ-Route auf der HX-Route schon zum sechsten Mal wieder in England sein konnte (denn der Rest zur 6 wäre ja ohnehin nur der Rückweg nach Halifax). Die 45 Frachtschiffladungen entsprechen also etwa 270 Ladungen auf der HX-Route. Und da mit 45 Ladungen unter anderem (neben Panzern, Ammo und Infanteriewaffen) auch 1500 Flugzeuge transportiert wurden, die aber kleiner waren, nämlich in der Hauptsache Jäger, sollte es, da man ja den ganzen anderen Kram nicht transportieren hätte müssen, keine Problem sein können mit 270 zusätzlichen Ladungen 6000 große Flugzeuge zu transportieren.
Was die Produktionskapazitäten anging, so wurden viele Lancasters ja in Kanada produziert. Allerdings auch die Jäger für Russland (die man dann nicht hätte produzieren müssen), die Panzer (die man dann nur in geringerer Stückzahl hätte produzieren müssen, viele der leichteren Infanteriewaffen die nach Russland gingen. Alleine das Material im PQ 17 entsprach einem Wert von 700 Mio Dollar. Es war genug um eine Armee von fünfzigtausend Mann auszurüsten (Karweina, Bowman, Roskill, Hümmelchen und Rohwer nennen hier alle vergleichbare Zahlen). Das Zeug war produziert worden, das Zeug ist in Richtung Russland in Marsch gesetzt worden. Da beißt die Maus keinen Faden ab, da kannst Du Dich endlos winden. Das war so! Und was hätte man stattdessen für England produzieren können? Natürlich mehr als 6000 Bomber, aber dann wäre der Transport wieder zum Engpass geworden.

Ein wahrhaft strategischer Aderlass, genau wie die gesamten
etwa 800 Schiffsladungen (bei den 1400 Gesamtzahl sind auch
die Rückkonvois mitgezählt) die nach Russland gingen.

Da sieht man mal wieder, wie Du mit Zahlen umgehen kannst. Also 800 Ladungen nach Russland, 600 zurück? Macht 200 Verlust. Das sind 200 von den 85, die Du weiter oben als Gesamtzahl annimmst. Hast Du vielleicht irgendwo nochmehr versteckt? Aber ich nehme einfach mal Deine Zahlen, obwohl sie offensichtlich mit der Intention getürkt sind, sie künstlich klein zu halten.
800 Ladungen auf der PQ- (später ja JW-) Route. Das entspricht bei einem Faktor von 5.5, wie oben von mir aufgeführt 4400 Schiffsladungen auf der HX-Route. 4400 Schiffsladungen nach der Durchschnittsgröße der damaligen Schiffe (4800 Tonnen auf der PQ-Route, 4200 auf der HX-Route) entsprechen einem Schiffsruam von 21.120.000 Registertonnen.
Also, wie Du richtig sagst, ein wahrhaft strategischer Aderlass.

Natürlich war all das, auch der Aufwand für die militärische
Sicherung der Konvois, nicht unerhebelich. Auch die
Materiallieferungen an die UdSSR werden ihre Auswirkungen
gehabt haben, aber zugunsten der Alliierten.

Das hatten wir doch schon, zumal ich davon ausgehe, dass die Russen selbst ohne deutschen Angriff ab 1943 ohnehin dabei gewesen wären. Was allerdings die Auswirkungen antraf, so trafen die ja zunächst das Heer. Das war die Stelle, wo Du die 6.Armee gleichzeitig in voller Stärke überall einsetzen wolltest und Dich das erste Mal als echtes strategisches Genie gezeigt hast.

Aus dem Fehlen der Lieferungen einen vorzeitigen Zusammenbruch
des dritten Reiches zu konstruieren ist haltlos.

Gibt’s dafür auch ein Argument oder ist das Deine eigene bisher unbewiesene Behauptung?

Vielleicht

wäre die Strategische Bomberflotte tatsächlich schneller
aufgebaut worden, wenn man statt der 21 000 Flugzeuge (4/5
Jäger) für Russland, Bomber für sich selbst gebaut hätte.

Das ist ja wieder die Gesamtzahl und dann wieder nur die der Flugzeuge. Nimm stattdessen doch mal nur die 1500 von 1941. Plus etwa 2000 Panzern plus die ganze Munition, plus Infanteriewaffen ohne Ende (Ich habe mal gelesen bis Kriegsende wurden alleine 2.5 Mio Gewehre und Maschinenpistolen an die UDSSR geliefert, aber ich müsste es wieder raussuchen). Der Wesentliche Pnukt ist, dass Russland 1941 erst angefangen hatte, seine Streitkräfte zu modernisieren und die Rüstung hochzufahren. D.h. als es dort losging brauchten die erstmal alles. Und Am Anfang liefert England erstmal alles. Denn Amerika war erst ab 7.Dezember 1941 offiziell im Krieg.

Mit

dem entsprechenden Willen wären vielleicht auch rechtzeitig
die Besatzungen ausgebildet gewesen.

Die Besatzungen gab es ja. Es gab bereits ab Frühjar 1939 ein entsprechendes Ausbildungsprogramm. Lediglich die Jägerpiloten wurden 1940 zeitweilig knapp. Aber mir ist keine Quelle bekannt, die irgendwann während des Krieges von einer Knappheit an Bomberbesatzungen berichtet. Natürlich, man hätte auch immer noch mehr gebrauchen können. Logisch, wer viel hat braucht auch mehr.

Aber da hätte keinen

durchschlagend anderen Verlauf des Luftkrieges gebracht,
jedenfalls nicht 41. und nicht mal 43

Natürlich nicht, mit einem Vielfachen an Maschinen und Besatzungen … Bisher bist Du den Beweis für Deine kategorische Ablehnungstheorie schuldig geblieben.

, als wenigstens die

Thunderbold als Begleitjäger zur Verfügung stand und die von
dir gelobten B17F. Da hatten die Amerikaner bei dem
„Double-Strike“ auf Schweinfurt und Regensburg noch etwa 1/6
ihrer Bomber verloren und nochmal etwa 1/3 zum Teil schwer
beschädigte Maschinen.

Gutes Beispiel, in mehr als einer Hinsicht. Denn die Verluste der B17D lagen nicht bei 1/6 sondern selbst bei eher regulären Angriffen bei 1/4. Ein Ding wie Double-Strike nur mit B-17D hätte die wahrscheinlich die Hälfte gekostet. Aber bei genauem Nachsehen, viele der Machinen waren D und einige E, nur etwa ein Drittel der Bomber bei Double-Strike war F.
Aber welche Auswirkungen hatte Double-Strike? Der Angriff auf Regensburg stoppte die Produktion der Me-109 für Wochen. Erst im Dezember wurden wieder volle Produktionsquoten erreicht (also über fünf Monate später).
Hier sind die Details wieder sehr interessant. a.) Die Thunderbolts drehten wegen Treibstoffmangel lange vor Erreichen des Ziel ab, waren also, wie die meisten Deiner Argumente, zu dem Zeitpunkt, als die Abwehr einsetzte, ohnehin warme Luft. Von 146 Bombern über Regensburg gingen 24 verloren, knapp 50 wurden beschädigt. Interessant wiederum, wer die schwersten Verluste hatte, die 100ste, die zu diesem Zeitpunkt noch B-17D aka „Flying Coffin“ flog. Aber auch interessant, wie diese Verluste entstanden.
Es war ein Tagangriff, da die Amerikaner ja die Nacht den Briten überließen. Zum ersten Mal kamen wirksam Luft-Luft-Raketen zum Einsatz, mit denen die Deutschen einen unerwarteten Trumpf in der Hand hatten (das machte alleine die Hälfte der Verluste aus) weil mit einem Einschlag gleich eine viel höhere Trefferwirkung erzielt wurde. Wie schade, dass es diese Waffe 1941 noch nicht gegeben hatte, sie war nicht einmal in der Entwicklung. D.h. ein schwerer Bomberangriff auf Regensburg 1941, wohl möglich während der Nacht weil 1941 noch keine Tageinsätze geflogen wurden, hätte die gleichen Auswirkungen auf deutscher Seite gehabt, aber nicht die Verluste auf alliierter Seite gehabt weil die meisten über Regensburg erfolgreichen Abwehrwaffen noch nicht einmal in der Entwicklung waren. Die erste Hälfte Deines Beispiels zeigt also nur genau auf, was ich versuche, Dir die ganze Zeit klar zu machen.
Der Angriff auf Schweinfurt war verbockt. Diese Bombergruppe startete mit Stunden Verzögerung und lief im Gegensatz zur Regensburg-Gruppe bereits in eine voll alarmierte und vorbereitete Abwehr. Im Nachhinein muss man sagen, dass eigentlich nach taktischen Gesichtspunkten der zweite Teil tot war bevor diese Maschinen abhoben. Trotzdem: Die meisten Verluste erfolgten nicht auf dem Hinweg oder über dem Ziel, wo man die Schäden ja noch hätte begrenzen können. Von 230 Maschinen gingen 36 verloren und über 120 wurden schrottreif, aber brachten die Besatzungen zurück. Auf der anderen Seite war die Kugellagerindustrie Deutschlands weitestgehend zerstört. Wenn nicht über neutrale Länder in gewaltigem Ausmaß hätte importiert werden können (was insbesondere die Rolle Schwedens und der Schweiz beleuchtet), wäre Deutschland lange Zeit nicht in der Lage gewesen irgendwelches größere Rüstungsmaterial zu produzieren. Ob im Motor eines Jägers, eines Panzers, eines LKWs, überall sind Kugellager drin. Nichteinmal die Würzburgs für die Nachtjagd hätten weitergebaut werden können, denn die verwendeten auch Kugellager aus Schweinfurt.
Aber auch hier, viele der wirksamen Abwehrwaffen gab es 1941 noch nicht. Für die normalen MK der Jäger war die B-17 immer schon hart, aber die F-Variante war kaum zu knacken. Man hätte also ohne die schwereren Raketen und ohne das berühmte Verzweiflungsding mit der Fw-190 und verstärktem Motorkranz B-17 zu rammen überhaupt keinen Stich gemacht. Und wie in Regensburg, so auch in Schweinfurt, kein einziger Belgeitjäger begleitete die Bomber bis über das Ziel, die Einsätze zeigten aber trotz der 1942 besseren Abwehrwaffen immer noch schwere Auswirkungen. Stell Dir vor, das wäre 1941 passiert. Glaubst Du, Deutschland hätte diesen Auswirkungen lange stand halten können?

Wenn sie da mehr geschickt hätten wären

wahrscheinlich nur noch mehr verloren gegangen inclusive ihrer
Besatzungen.

Die meisten Besatzungen kehrten zurück
1941 mit mehr wären die Verluste geringer gewesen weil die wirksamen Abwehrwaffen nicht zur Verfügung gestanden hätten.
Der Erfolg hätte nicht größer sein können, vor allem, da die Ziele ja zerstört wurden und die Folgeschäden sich zeigten. Man hätte sich also neue Ziele suchen müssen. Andere kriegswichtige Rüstungsanlagen. 1941 gab es die ja noch, erst ab 1943 wurden die Ziele knapp.

Und bei Fehlen der Ostfront - da muss ich mich noch mal
wiederholen - hätte auch auf deutscher Seite eine anders
Luftflotte gestanden.

1941 wären es keine Tag- sondern Nachtangriffe gewesen! Nun rauch doch endlich mal die Tagjäger gegen Nachtangriffe in der Pfeife. Man hats doch versucht, siehe „Wilde Sau“. Es hat nicht geklappt. Und selbst bei Tagangriffen. Ein paar Tausend Bomber mehr gengen ein paar hundert Jäger mehr die noch nicht über die wirksamen Abwehrwaffen von einem Jahr später verfügt hätten. Da hätte auf deutscher Seite noch mehr Zeug gestanden ohne wirklich Wirkung zu erzielen. Das wäre alles gewesen.

Es wird zunehmend deutlich, dass deine ganze Argumentation
hier auf fehlerhaften Annahmen und abenteuerlichen
Schlussfolgerungen aufbaut.

Also ich habe nicht alle Zahlen getürkt, versehentlich 200 von 85 Schiffen versenkt, Tag- und Nachtjäger verwechselt, eine Armee überall in Europa gleichzeitig eingesetzt, usw. Das warst Du. Es wird also nurt zunehmend deutlich, dass Du Dir offensichtlich noch Fachwissen aneignen musst. Du bist die Art von Experte, die nicht mal weiß wo das Nordmeer liegt, aber sicher ist, wie die Dinge dort waren. Daran hindert Dich auch nicht, dass Du selbst den Beweis bringst, dass Deine künstlich heruntergelogenen Zahlen falsch sind (einmal sagst Du, es wurden nur 85 Schiffe versenkt, beim naächsten Mal fehlen Die aber 200 Frachtschiffe), dass Du offensichtlich als strategischer Genius der Du zu sein vorgibst übersiehst, dass die 6.Armee, wenn sie nicht bei Stalingrad draufgegangen wäre trotzdem hätte nicht gleichzeitig Italien (inklusive Sizilien), Griechenland und die Normandie hätte bewachen können (zuzüglich aller anderen Landungsmöglichkeiten) und als Geschichtsexperte freizügig mal eben die Waffen für 1941 annimmst, die erst 1942 entwickelt wurden.
Es tut mir also herzlich leid, wenn das Datenmaterial nicht zu Deinen selbstgebauten „Fakten“ passt. Nein, tut es natürlich nicht, mein Mitleid mit Leuten die aus Trotz gegen eine Wand rennen ist begrenzt.

Das kann passieren, ich schau auch nicht alles erst nach und
mach manches aus dem Gedächtnis, was dann auch mal in die Hose
gehen kann. Dann steht es einem aber besser mit dem Fehler
offen umzugehen, anstatt Diskussionspartner so anzugehen, wie
du es hier tust.

Also, ich rede hier über eine „Was-wäre-wenn“-Situation auf der Basis von Quellen, Argumenten und Zahlen. Wenn es um den Stil der Diskussion geht, so habe ich mich lediglich dem Deinen angepasst. Du hast zuerst von „Quatsch“ und „abenteuerlichen Überlegungen“ geschrieben. Also bei Stilfragen, fass Dich mal an die eigene Nase. Vor allem, wenn Du Dich dadurch schon lächerlich machst, dass Du Deine eigenen Zahlen von Absatz zu Absatz neu machst. Ok, wenn das Dein Weg ist mit einem Fehler offen umzugehen indem Du einfach im nächsten Absatz neue Zahlen machst? Du hast ja ohnehin trotzmehrmaliger Nachfrage nicht gesagt, woher Deine märchenhaften Zahlen stammen. Wäre das hier nicht auf diesem Board sondern irgendwo in freier Wildbahn müsste ich annehmen, dass Du sie Dir einfach aus den Fingern saugst.

Aber nicht wieder Tag- und Nachtjäger verwechseln, gelle?

Jetzt Phantasierst du auch noch.

Nee, das hast Du bisher in jedem Posting getan, es wird langsam langweilig, zumal ich wirklich nicht mehr weiß, wie ich Dir den Unterschied zwischen Tag und Nacht, einer einsitzigen einmotorigen Jagdmaschine und einem Zweimot mit Nachtjagdradar und den grundsätzlich anderen Einsatzparametern erklären soll. Dir fehlt einfach jeder Hintergrund. So langsam sollte jeder (außer Dir) doch Folgendes begriffen haben:

Tag -> hell -> optischer Sichtkontakt möglich
Nacht -> dunkel -> optischer Sichtkontakt unmöglich -> wie Bomber finden?

Aber Du schwafelst zwei Absätze weiter oben schon wieder über die andere Luftflotte, die man dann nicht hätte in Russland einsetzen müssen, obwohl das Tagjäger waren.

Aber was soll es, ich gebe auf. Mir soll es Recht sein, dann hätte Deutschlend eben 1952 den Krieg gewonnen und wäre 1967 auf dem Mond gelandet. Die hatten ja noch Ersatzteile von den eingesparten Fliegern in Russland über … Thema ex.

Peter B.

Hallo,

ich will jan icht euren schönen Streit unterbrechen, möchte aber doch noch ein paar Punkte hinzufügen die ich für wichtig halte.

Ich denke, man sollte den Ablauf der technischen Entwicklung stärker gewichten. Auf beiden Seiten hing die Forschung sehr start von den jeweiligen Erfahrungen ab, konkret frage ich mich ob wohl die B17F entwickelt worden wäre wenn man schon von den frühen Serien tausende Exemplare mehr gehabt hätte. Das gleiche bei der Jägertechnik, hätte man überhaupt schwerere Abwehrwaffen und Nachtfähigkeiten so schnell und ausgeprägt entwickelt wenn mehr Flak und Flieger zur Abwehr vorhanden gewesen wären?
Anfänglich verfolgten die Allierten auch eine ganz andere Bomberstrategie, wäre es zu dem späteren Umschwung gekommen wenn sich so früh riesige Massenbombardements durchgesetzt hätten? Ich denke im speziellen an den Wechsel von den Wirtschafts- und Städtezielen zu den Logistikzielen.
Wie schnell können Besatzungen ersetzt werden? Hier die Deutschen im Vorteil da sie abgeschossene, aber abgesprungene Flieger erneut einsetzen konnten, während die Allierten unter mehrfachen Verlustrisiko arbeiten mussten (Anreise aus den USA&Commonwealth, Totalverlust und Verlust durch Gefangenschaft). Wie lange/oft wären die Allierten -gerade die Zivilgesellschaft- willens und in der Lage gewesen Verlustraten wie die von Schweinfurt zu ertragen? Was wäre passiert wenn wirklich tausende Bomber auf einen Schlag Berlin ausradiert hätten? Oder wenn…

Ich denke es ist ein sehr spekulatives Thema an dem zu viele Unbekannte beteiligt sind um zu einem „verlässlichen“ Ergebniss zu kommen. Allein die Unberechenbarkeit und Gestörtheit der direkten Befehle Hitlers (und auch Milchs RLMs, Dönitz hatte auch so seine Aussetzer, Göring sowieso) hat eine optimale, kalkulierte Entwicklung unmöglich gemacht. Die Allierten andererseits verfügten mit Leuten wie etwa Lord Beaverbrook über hervorragende Manager und Strategen die mehr oder weniger ungebremst ihre Pläne umsetzen konnten.

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Hallo Sebastopol,

nur ganz kurz, da ich etwas auf dem Sprung bin.

Ich denke, man sollte den Ablauf der technischen Entwicklung
stärker gewichten. Auf beiden Seiten hing die Forschung sehr
start von den jeweiligen Erfahrungen ab, konkret frage ich
mich ob wohl die B17F entwickelt worden wäre wenn man schon
von den frühen Serien tausende Exemplare mehr gehabt hätte.

Ja, die B-17E, die bereits einen ersten Zwischenschritt darstellte, wurde bereits ab Frühsommer '41 eingeführt. Das wurde aber zu Gunsten der F gestoppt, die zwar verögert (ab Frühjahr 42) eingeführt wurde, aber schon ab Herbst 41 eigentlich fertig war. Das die F (43 kam dann noch eine G) entwickelt wurde, hatte ja auch damit zu tun, dass man Reichweite und Bombenlast steigern wollte. Auf dem Reissbrett wurde rund ein Jahr früher angefangen.

Das gleiche bei der Jägertechnik, hätte man überhaupt
schwerere Abwehrwaffen und Nachtfähigkeiten so schnell und
ausgeprägt entwickelt wenn mehr Flak und Flieger zur Abwehr
vorhanden gewesen wären?

Ja, aber es hätte seine Zeit gebraucht. Während frühe Lancasters und vor allem die Anfang des Krieges eingesetzten Stirlings durch die MGs der Me-109 verletzbar waren, galt das eigentlich schon für die frühen B-17 kaum. Das Ergebnis waren mehr MGs, schwerere MGs und höhere Kadenz. Das half dann kurzfristig gegen die B-17 bis diese wieder gesteigert wurde und die Grenze erreicht war. Ab '42 tauchten dann als logische Konsequenz die ersten ungelenkten Luft-Luft-Raketen auf, deren Entwicklung ja schon 1941 als Reaktion auf die B-17 begonnen worden war.

also a.) Du hast mit Deiner Ansicht über die technische Entwicklung und deren Warum ganz offensichtlich Recht, wenn man sich die Schritte, in denen das ablief betrachtet. Allerdings kamen ein paar weitere „treibende“ Kräfte hinzu.
und b.) Deswegen auch meine Theorie, dass ein früherer intensiverer Bombenkrieg möglich gewesen wäre, da die Motive im Falle der alliierten Bombertechnik schon lange bestanden hatten und die Reissbrettentwicklung abgeschlossen war während in Deutschland das, was Auslöser für den nächsten Entwicklungsschritt war, noch nicht passiert war.

Anfänglich verfolgten die Allierten auch eine ganz andere
Bomberstrategie, wäre es zu dem späteren Umschwung gekommen
wenn sich so früh riesige Massenbombardements durchgesetzt
hätten? Ich denke im speziellen an den Wechsel von den
Wirtschafts- und Städtezielen zu den Logistikzielen.

Jaein! Da spielt ja eine Mende Psychologie mit rein. Der Wechsel von strategischen Bombardements zu Flächenbombardements mit dem Ziel die Zivilbevölkerung zu treffen, war ja a.) das Ergebnis der Psychologie einiger maßgeblicher Personen und b.) einer psychologischen Fehleinschätzung. Churchill und sicher auch Harris folgten der Theorie, dass sowieso nur ein toter Deutscher ein guter Deutscher sei. Sie begründeten diesen Wechsel der Taktik im Sommer 42 aber trotzdem damit, dass Ziel sei den Kampfeswillen der Zivilbevölkerung zu brechen. Das mussten sie tun, da sie eigentlich im eigenen Lager Widerstand bekamen. Erst mit dieser Formulierung als „Strategie“ kamen sie ja selbst damit durch.
Ein früheres stärkeres strategisches Bombardement hätte nicht nur den Krieg verkürzt sondern wahrscheinlich die Entscheidung Städte in der Fläche zu bombardieren politisch unmöglich gemacht. Weil man eben auf den Erfolg der ursprünglichen Taktik hätte verweisen können.

Wie schnell können Besatzungen ersetzt werden? Hier die
Deutschen im Vorteil da sie abgeschossene, aber abgesprungene
Flieger erneut einsetzen konnten, während die Allierten unter
mehrfachen Verlustrisiko arbeiten mussten (Anreise aus den
USA&Commonwealth, Totalverlust und Verlust durch
Gefangenschaft).

Während der Luftschlacht um England war es ja genau andersherum gewesen. Die britischen Piloten stiegen mit dem Fallschirm aus und tranken am Boden buchstäblich einen Tee bevor sie in die nächste Maschine stiegen. Deswegen auch Churchills Befehl die Rettungsbojen vor der holländischen Küste von Flugzeugen beschießen zu lassen und Seenotrettungsamschinen abschießen zu lassen. Um zu verhindern, dass über dem Kanal runtergegangene deutsche Piloten wieder zurück kamen.
Es gab zu keiner Ziet einen Mangel an Bomberbesatzungen, was zum Teil daran lag, dass Piloten (deren Ausbildung dauerte ja am Längsten) in großer Anzahl bereits von vor dem Krieg durch die zivilen Fluggesellschaften ausgebildet worden waren. Der Bedarf gerade der Amerikaner an Piloten für große Maschinen war ja bereits in den 30ern gewaltig angestiegen und deswegen gab es schon lange eine ziemlich gut organisierte Ausbildugn für zivile Zwecke. Die wurde dann nur noch, ich meine ab '39 durch eine Aufbauausbildung auf der militärischen Seite ergänzt.
Typisch für den Bomberkrieg war wohl auch, dass ein großer Anteil der Maschinen schrottreif geschossen wurde, aber noch heimkam, und mit Ihnen die Besatzungen. Dazu ja das Beispiel von Double-Strike in früheren Postings. Das waren eben Viermots, da kam man auch noch mit drei Motoren heim.
Auf der deutschen Seite reden wir hauptsächlich von Jägern. Da war natürlich wenn einer runtergeholt wurde das Risiko den Piloten zu verlieren aus einer Vielzahl von Gründen höher. Z.B. das es eben Einmots waren. Motor kaputt, dann konnte man nur hoffen, dass der Ausstieg klappte. Mit den Fallschirmen gab es auch Probleme (einer der brühmtesten deutschen Fliger, Hans-Joachim-Marseille stieg aus und der Fallschirm öffnete sich nicht). Die Cockpits waren eng, man verhakte sich leicht irgendwo (besonders beid er Me-109 während es bei der Fw-190 meistens klappte).
Trotzdem gab es meines Wissen nur in der ersten Hälfte 43 so etwas wie eine leichte Jagdpilotenknappheit. Und selbst die war weniger dadurch ausgelöst, dass die Verluste so hoch waren als viel mehr, dass die Produktionszahlen der Jagdflugzeuge hochgegangen waren, d.h. man mehr Maschinen hatte, die ja vorher immer der Engpass gewesen waren. Nur hatte man ja mit der Hinwendung zum Flächenbombardement zunächst einmal erreicht, dass die deutsche Rüstungsindustrie eine Weile ungehindert arbeiten konnte.

Wie lange/oft wären die Allierten -gerade die

Zivilgesellschaft- willens und in der Lage gewesen
Verlustraten wie die von Schweinfurt zu ertragen? Was wäre
passiert wenn wirklich tausende Bomber auf einen Schlag Berlin
ausradiert hätten? Oder wenn…

Für viele dieser Parameter gibt es geschichtliche Beispiele. Die Verlustquote von Schweinfurt ist ja etwas hochstilisiert. Man verlor 36 von 230 Maschinen. Der Rest war Materialverlust. Das war selbst für die amerikanische Zivilbevölkerung „akzeptabel“. Da ging es im Pazifik ja ganz anders zur Sache.
Auch was passiert wäre, wenn Tausende von Bombern auf einen Schlag Berlin bombardiert hätten, ist eine beantwortbare Frage. Über dreitausend Bomber griffen zwischen dem 26. und 28. Februar 45 Berlin an. Zu einer Zeit, als der Krieg bereits für jeden offensichtlich verloren war. Es gab Tausende von Toten, aber den Durchhaltewillen gebrochen hat es nicht. Da wurde bis zum letzten Tag gekämpft.
Wir können aus dem, was tatsächlich geschah, durchaus unsere Schlußfolgerungen ziehen.
Wovor wir uns hüten müssen ist, unvollständige Bilder zu zeichnen weil wir einfach statt zu recherchieren Dinge glauben. Wie z.B. die Sache mit den Materialtransporten von der Pazifikseite her (früher in diesem Thread). Jeder weiß doch, dass es die Transsibirische Eisenbahn gibt. Also wäre es doch möglich gewesen … daraus wird dann die Behauptung, es war so, aus der Behauptung wird Tatsache, was wiederum die ganze Analyse verändert da das wieder Einfluß auf andere Kriegsschauplätze hätte. Und dann stellt man fest, die Transsib wurde erst lange nach dem Krieg eben aufgrund der Erfahrungen während des Krieges ausgebaut. Da schlägt genau das zu, was Du bereits Eingangs so richtig geschrieben hast: Technische Entwicklung über die Zeit hinweg. Ursache und Wirkung.

Ich denke es ist ein sehr spekulatives Thema an dem zu viele
Unbekannte beteiligt sind um zu einem „verlässlichen“
Ergebniss zu kommen. Allein die Unberechenbarkeit und
Gestörtheit der direkten Befehle Hitlers (und auch Milchs
RLMs, Dönitz hatte auch so seine Aussetzer, Göring sowieso)
hat eine optimale, kalkulierte Entwicklung unmöglich gemacht.

Die waren aber eigentlich immer ziemlich vorhersagbar. Wobei man sich natürlich davon verabschieden muss, das optimale Ergebnis als „vorhersagbares deutsches Ergebnis zu betrachten“. Stalingrad war vorhersagbar, besonders aus den Persönlichkeiten Hitlers, Jodls (der ja beratend Einfluß nahm ) und Paulus.
Gerade Dönitz (aber mit dem habe ich mich ziemlich eingehend befasst) zeigt, wenn auch nicht immer pure Logik, so doch vorhersagbarkeit.

Die Allierten andererseits verfügten mit Leuten wie etwa Lord
Beaverbrook über hervorragende Manager und Strategen die mehr
oder weniger ungebremst ihre Pläne umsetzen konnten.

Na ja, aber Churchill hatte seine Aussetzer, Harris begann seinen Aussetzer 1942 und setzte in vielen Punkter erst nach dem Krieg wieder ein. Patton war ein genialer Anführer und Taktiker, aber demolierte seine eigene Einflußbasis mit seiner Sympathie für die Nazis (er hätte sich unter McCarthy gut gemacht, wenn er so lange gelebt hätte). Stalin, sicherlich auch kein gutes Beispiel für Logik und trotzdem vorhersagbar. Der machte seine Marschäle gleich mit vorhersagbar, denn wer nicht spurte …

Gruß
Peter B.

Danke für die ausführliche Antwort „auf dem Sprung“ :wink: Wir scheinen in unseren Ansichten weitgehend übereinzustimmen. Da du deine ausführlichen Kenntnisse mehr einmal bewiesen hast und gerade deine Beschäftigung mit Dönitz erwähnt hast möchte ich um einen kurzen Exkurs bitten.
Ich weiss über diese Person nur rudimentär bescheid, auch eher über seine frühen jahre in der kaiserlichen Marine, könntest du ihn eventuell in ein paar Zeilen charakterisieren und seine Motive erläutern? Ich kam leider nie dazu mich genauer mit der Frage zu beschäftigen warum Hitler gerade ihn zu seinem Nachfolger bestimmt hat.

Einen Punkt aus meinem vorigen Beitrag möchte ich noch kurz erläutern. Meine Gedanke, oder eher meine Überlegung war, wie hätte wohl die deutsche Bevölkerung reagiert wenn die Allierten _vor einer intensivierten Bomberkampagne schlagartig Berlin zerstört hätten. Also in einem, ersten Angriff auf eine Grossstadt, nicht innerhalb einer längeren Kampagne die die Bevölkerung quasi an derlei „gewöhnte“. Aber sicher wurde damals die Möglichkeit der Abschreckung deutlich überschätzt bzw. fehlinterpretiert.

Ich glaube nur wenige Kriege, neben denen der napoleonischen Zeit, bieten so viel Raum für Spekulation entlang gut belegter Fakten wie es der 2.WK tut. Und bisher wurden noch nicht einmal die Themen Japan und Russland (&Dr.Sorge) einbezogen. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Als Alternativgedanke möchte ich kurz folgendes Szenario anbieten, nur um einen Blick in eine andere Richtung als die bisherige zu werfen:
Deutschland greift die Sowjetunion nicht an, unabhängig vom Erfolg der Operation Seelöwe wird England auf allen Schauplätzen zurückgeworfen. Ohne Aussicht auf baldige Unterstützung oder Ablenkung der Gegner wird Churchill politisch dazu gezwungen einen Separatfrieden oder zumindest einen längeren Waffenstillstand( sehr fragwürdig) zu schliessen. Beim Angriff auf Pearl Habour existiert keine Westfront, keine Atlantikschlacht. Es gibt nur geringen Anlass den schwer gefährdeten Pazifikschauplatz durch Lieferungen an eine noch immer im Frieden befindliche Sowjetunion zu vernachlässigen. Monate oder Jahre später greifen Hitler und Stalin sich an, egal in welcher Reihenfolge. Deutschland kann nahezu alle Truppen im Osten konzentrieren, verfügt über zusätzliche Basen und Verbündete in Südeuropa/Balkangebiet bis ans Schwarze Meer. Stalin hatte wertvolle Zeit seine Armeen neu aufzustellen und neue Waffen wie den überragenden T-34 in Massen zu produzieren. Die Welt führt zwei voneinander getrennte Kriege, zurück bleiben 2 sehr verschiedene Machtblöcke die nur wenig gemeinsam haben - und evtl. beide über die Atombombe verfügen. Der kalte Krieg beginnt, potentiell mit den Nazis statt des Sowjets als Gegenspieler der USA, oder aber den Sowjets in ganz Europa. Und dann wäre da noch die Frage, was passiert wäre wenn Japan nicht die USA angegriffen hätten…oder gewonnen hätten :wink: wirklich, eine never-ending story!_

Hallo Peter,
um alle unsere „Missverständnisse“ auszuräumen fehlt mir die Kraft, darum in Auswahl …

Ich komme mal auf den Kern unseres Zwistes zurück:
Du bist zu dem Ergebnis gekommen, dass durch den Wegfall der Lend-and-Lease-Lieferungen and die UdSSR vor allem die Bomberoffensive der Alliierten schneller ins Laufen gekommen wäre und wesentlich schneller zum Zusammenbruch der deutschen Kriegswirtschaft und damit zum Ende des Krieges geführt hätte.

Du „errechnetest“ schon für die Zweite Hälfte 1941 einen zusätzlichen Zustrom von 6000 Bombern. Dabei ging es zunächst um die reine Seetransportkapazität.
Tatsächlich gingen aber wie gesagt 1941 nur ganze 45 Schiffe nach Russland, schon allein von daher ist eine solch dramatischer Unterschied der Produktions- und Transportzahlen nicht nachzuvollziehen. Da wird auch durch deine großzügige Hochrechnerei von Ladezeiten, Liegezeiten und was weiß ich noch etwas sinnvolles draus, selbst wenn die Hochrechnung das 45 Schiffe auf der Nordmeerroute 270 Schiffen auf der normalen Transatlantikroute entsprächen zutrifft.
Wobei du dann auch noch, sicher ausversehen, die Laufzeiten der Konvois auf den normalen Atlantikrouten locker mal um Wochen verkürzt. 10 Tage hin + 10 Tage zurück + 14 Ladezeit (bis hier hin schon fast 5 wochen) + X Tage Entladezeit + Beladen mit Ballast + Wartezeiten auf das Sammeln des Konvois sind bei dir 4 bis 5 Wochen. Da hab ich den Eindruck, wenn, dann haben wir beide ein Problem mit dem Rechnen.

Ich finde leider keine absoluten Schiffszahlen zum Gesamtverkehr zur Versorgung GBs. GB hatte aber vor Ausbruch des Krieges rund 7000 Handelsschiffe, dazu kamen Schiffe aller möglichen anderen Länder, nicht zuletzt der USA. Die fuhren nicht alle im Versorgungsverkehr nach GB, aber allein schon die Relation der Verluste spricht Bände, zumal wenn die Verluste auf der Nordmeerroute noch als besonders hoch gelten, dann waren die Schiffe auf dieser Route und ihre Verluste im Gesamtverkehr kaum mehr als ein Hintergrundrauschen.
Ich habe nur Zahlen für den Transportbedarf in Tonnen gefunden und danach lag der jährliche Bedarf GBs bei etwa 40 Mio. Tonnen die auf dem Seeweg herangeschafft werden mussten. Auf der Eismeerroute wurden dagegen etwa 4 Mio Tonnen an die UdSSR geliefert, aber in vier Jahren und davon der größte Teil auch noch erst ab 42. Wir reden hier also für 1941 von grob gerechnet (45 x ~5000 t) weniger als einem Prozent der Warenmenge und selbst bezogen auf den von dir angeführten Ausfall an Transportkapazität von nur etwa 3,4 %.
Selbst bei angenommenen 270 Schiffladungen habe ich dabei gewisse Zweifel, ob wirklich 22 Halifaxbomber in ein damaliges Frachtschiff gepasst hätten (über 45 Ladungen müssen wir da wohl gar nicht nachdenken) aber man hätte sie ja wohl auch zerlegt verschiffen können.

Noch gar nicht betrachtet ist dabei, dass es diese 6000 zusätzlichen Flugzeuge rein von der Produktionskapazität gar nicht gegeben hätte. Das hätte ja einer mehrfachen Vervielfachung der Gesamtproduktion in diesem Zeitraum entsprochen (von der Halifax und Stirling sind im ganzen Krieg nicht soviel gebaut worden und die Lancaster gab es 41 noch gar nicht).
Die Lieferungen an die UdSSR liefen erst ab Mitte 42 voll an, also zu einem Zeitpunkt als parallel dazu auch der Ausbau der alliierten Bomberflotten voranschritt. 1941 wurden also insgesamt etwa 300 kt Material abgezogen, daraus willst du eine vielfache Ausweitung der Produkionskapazitäten und des fertigen Ausstoßes sowie die Ausbildung der dazu notwendigen Arbeitskräfte und vielfach soviel ausgebildete Besatzungen generieren.
Eine solche wesentliche Vorverlagerung des Ausbaus ist aus solchen Mengen und in wenigen Monaten überhaupt nicht ableitbar, zumal es sich bei den Lieferungen an die SU ja fast ausschließlich um Jagdflugzeuge handelte, die bei den Produktionskapazitäten kaum in Konkurrenz zu schweren Bombern stehen auch wenn sie vielleicht vom gleichen Hersteller stammen (Mercedes LKW kannst du auch nicht auf den PKW-Bändern fertigen).
Von diesen Tausenden zusätzlicher Bomber die du bis Ende 1941 in England gesehen hast, bleibt also weder auf der Transportseite, noch auf der Produkionsseite viel übrig. Da du selbst siehst, dass die, wie du angibst, 1500 Jagdflugzeuge von 41 kaum Grundlage für 6000 zusätzliche Bomber sind, verrechnest du damit ganz großzügig noch die Panzer- und sogar Handwaffenproduktion. Dazu fiele mir sogar was ein (ich stell mir grade den Beitrag von Heckler&Koch zur Bomberbau vor), aber ich spar es mir.

Du siehst auch eine strategisch bedeutsame Ressourcenbindung im Bereich der Eskortschiffe und Tatsächlich stellt die Eskorte des von dir angeführten Konvois einen erheblichen Anteil der Flotte der Alliierten dar.
Hier habe ich dich tatsächlich missverstanden, als du von weltweiter Flottenkapazität sprachst, habe ich dies eben auf die Flottenkapazität der Welt bezogen, du meintest anscheinend aber nur die Flotten der USA und des Commonwealth.
Dabei hast du aber auch ein für deine Aussage sehr günstiges Zeitfenster erwischt, denn einige Monate früher oder Später wäre auch auf den US/GB Flotte bezogen, dieser Anteil weniger hoch gewesen. Auf einige geradezu erheiternde Argumentationszüge, wie etwa, dass du einfach nachträglich den größten Teil der Zerstörerflotte der Alliierten ausblendest, weil sie dir nicht modern genug waren, will ich nicht weiter eingehen.
Nur soviel, dass bis Mitte 42 (zu einer Zeit also, als du dramatische Zuswäche durch die Entlastung von diesem Konvoidienst vermutest) die Sicherung der Konvois erheblich schwächer war und auch später mindestens der britische Anteil der schweren Einheiten, die hier die Außensicherung übernahmen, als Teil der Homefleet nie zur Disposition für andere Operationen gestanden hätten.

Deine Häme, weil ich tatsächlich nicht darauf geachtet habe, dass du Registertonnen und Gewichtstonnen unterschieden hast, ist aber gänzlich unangebracht, wenn ich sehe, dass du die eindeutige Aussage, dies wäre durch Verluste durch Versenkung verursacht worden, nun als missverständliche Formulierung bezeichnest und komplett umdeutest. Wenn du was ganz anderes aussagen wolltest, dann wundere Dich nicht, dass deine Argumente keine Zustimmung finden.
An deiner Formulierung war aber nichts missverständlich, sondern sie war einfach eindeutig falsch. Bei Differenzierung von Register und Gewichtstonne war deine Aussage sogar erst recht unsinnig, da die Tragfähigkeit in t oft höher ist, als die BRT-Zahl, das macht die Aussage also nur noch schlimmer (jetzt muss ich auch mal: Herr Experte, gelle?)
Auch deine Behauptung, die 85 verlorenen Schiffe auf der Nordmeerroute seien nur die durch U-Boote versenkten gewesen und es seien noch viele mehr durch Flugzeuge versenkt worden, ist nicht missverständlich, sondern genau das, was ich dazu sagte. Tatsächlich gibt es auch dazu unterschiedliche Zahlen, weil wohl zum Teil verschiedene Meeresgebiete ein- oder rausgerechnet wurden, das ändert aber am grundsätzlich geringen absoluten Umfang der Verluste auf der Eismeerroute nichts.
Das du mir nun noch triumphierend vier Versenkungen von Flugzeugen mehr präsentierst als ich angeblich zugegeben habe (zugeben?) macht deine vorherige Behauptung auch nicht substanzieller.

Ja, mein Freund, und jetzt doch mal wieder Zahlen. 15 Schiffe
in PQ 17, 4 in PQ 16, 7 in QP 13 und 8 in QP 14. Durch die
Flieger. Das macht ebenfalls einen überproportionalen Anteil,
nämlich 34 Deiner angeblich 30 Versenkungen durch Flugzeuge.
Nur das die alle im Frühsommer '42 waren, während Du ja nur 30
für die Zeit von '41 bis '45 zugibst.

Ja mein Freund, dann zähl einfach mal hier
http://www.naval-history.net/WW2CampaignsRussianConv…
die Konvoyverluste durch. Dann findest du dort für die von dir hier angeführten Konvois erst mal andere Zahlen (nämlich PQ 17 mit 13 verlorenen Handelsschiffen durch Flugzeuge, PQ16 und QP12 werden dort zusammen behandelt und mit 6 Verlusten durch Luftangriffe angegeben, QP 13 hatte keine genau wie QP 14, macht für mich 19 Verluste) und noch viel wichtiger, du findest, das der weit überwiegende Teil der Verluste durch Luftangriffe Mitte 42 war, ansonsten findest du kaum noch Schiffe die durch Flugzeuge versenkt wurden. Wohl rein zufällig hast du natürlich überlesen, dass ich auch von etwa 30 sprach, aus dem einfachen Grund, dass ich dazu unterschiedliche Zahlen gefunden habe.

Ähnliches gilt für die Absoluten Schiffszahlen der Konvois. Auch hier habe ich deutlich gemacht, dass es sich um gerundete Zahlen handelt. Wenn du die Bedeutung solcher Formulierungen nicht einordnen kannst, dann wird die Kommunikation natürlich schwer.

Du wirfst mir vor, ich sei es der

… hier das Märchen einer pazifischen
Transportroute auftischt, in dem Wissen, dass die TransSib
nicht die Transportkapazität hatte, …

Dazu noch:

Du erzählst, ich hätte
meine Quellen nicht richtig verstanden? Lass es mich mal ganz
einfach ausdrücken, so einfach, dass auch Du es verstehst:
Bullshit! …

Ich hab auch das für dich mal aus dem Netz rausgesucht, damit du es direkt nachlesen kannst und dann guten Appetit mit deinem Bullshit!
http://admiral.centro.ru/memor08.htm
http://www.ruvr.ru/main.php?lng=eng&q=20741&cid=189&… ->Hier wird angegeben, dass nur 4 von 18 Mio. Tonnen über die Nordmeerroute gingen, also weniger als ein Viertel der Gesamtmenge.
Wer den Wettbewerb als Märchenerzähler dann gewinnt, magst du dir selbst beantworten.

Dein Umgang mit meinen Ausführungen zu „Double-Strike“ ist bezeichnend für deinen Argumentationsstil, oder du hast es einfach nicht verstanden.
Ich zeigte daran, dass der Erfolg der Luftangriffe nicht nur oder vor allem ein Problem der Zahl, sondern auch von Entwicklungszeiten ist.
Du wolltest ja mächtige Luftangriffe noch viel früher fliegen, also vor Ende 43, als wie ich sagte wenigstens die Thunderbold mit ihrer immer noch unzureichenden Reichweite, aber immerhin mehr als die Muster vorher, und die B17F mit der verstärkten Abwehr verfügbar waren. Selbst damit war die Aktion beinahe eine Katastrophe für die Amerikaner. Du wolltest nun aber schon 42 oder sogar 41 solche Angriffe fliegen, also völlig ohne Thunderbolds und ohne B17Fs und das gegen eine Luftwaffe mit zusätzlichen Jägern von der dann ja nicht existenten Ostfront. Da halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass die Angriffe auch Schweinfurt et al. gar nicht mehr stattgefunden hätten, aber das wirst du natürlich anders sehen.
Da machen auch die bei Vorverlegung solcher Großangriffe auf deutscher Seite angeblich entscheidend fehlenden erst später entwickelten Waffen der Deutschen keinen dramatischen Unterschied. Welche Raketen du da schon 1943 im Einsatz gesehen haben willst, ist mir etwas schleierhaft und die Rammjäger, die du über Schweinfurt gesehen haben willst kamen auch erst 1945 zum Einsatz (ziemlich wirkungslos). Nur nebenbei, verwendeten die keine FW 190 sondern BF109.

Nun nur noch ein paar hartnäckige Seltsamkeiten.

Wo ich die 6. Armee gleichzeitig an verschiedenen Stellen einsetzen wollte, weißt wohl nur du allein. Ich habe solches jedenfalls nie gesagt oder auch nur gemeint. Ich verwies darauf, dass diese Armee, ohne eine Ostfront evtl. 1944 noch in Frankreich gestanden hätte, alles weitere muss deiner Phantasie entsprungen sein.
Wenn ich davon sprach, dass dann auch an anderen Schauplätzen mehr Truppen zur Verfügung gestanden hätten, dann wäre das natürlich nicht immer die 6. Armee gewesen. Zeig mir eine Stelle, wo ich sowas gesagt hätte! Vielleicht ist dir nicht bewusst, dass es im Osten noch mehr Armeen gab als die 6.?

Zur Reaktion der Deutschen im Luftkrieg hatte ich darauf hingewiesen, dass ohne Ostfront alle dort eingesetzten Jäger im Westen zur Verfügung gestanden hätten. Da backst du dir nun dein persönliches Mettbrötchen draus, indem du so tust, als hätte ich vorgeschlagen all die dort „freigesetzten“ Jäger in die Nachtjagd zu geben und die Tagjagd gar nicht existierte. Das 41 größere Angriffe fast nur nachts stattgefunden haben heißt ja keinesfalls, dass dies bei erheblich ausgeweiteter Bomberflotte auch so geblieben wäre. Für den Nachtflug ausgebildete Piloten und entsprechende Maschinen wachsen schließlich nicht auf den Bäumen.

Tatsächlich habe ich in dem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass damit auch mehr Maschinen zum Einsatz in der Nachtjagd zur Verfügung gestanden hätten. Ich nannte hier ausdrücklich die Ju88, die wohl auch du nicht für einen Tagjäger hältst.
Auf deinen Einwand, es hätte aber an der Leitkapazität gehapert, wies ich dich darauf hin, dass es auch die Möglichkeit ungelenkter Nachtjagd gibt.
Das ist nun auch nach mehrfachem Hinweis offensichtlich nicht zu dir durchgedrungen. Immer noch alberst du mit virtuellem Gekicher herum, ich würde Tag- und Nachtjäger verwechseln. Damit du es nun doch endlich verstehst, hab ich dir einen Link gesucht, leider nur einen Absatz in diesem Webdokument http://www.xs4all.nl/~aobauer/DecknameWB.pdf (Seite 97). Bei Wikipedia steh auch ein bisschen http://de.wikipedia.org/wiki/Nachtjagd . Vielleicht hilft dir das und ich muss mir mein Gekicher nicht länger verkneifen.

So, nun geht mir die Zeit und die Lust aus, deine Wahrnehmungsfehler und vor allem deine seltsamen Unterstellungen weiter aufzudröseln. Immerhin danke für deinen Fleiß.

Gute Nacht
Werner

Hallo,

Danke für die ausführliche Antwort „auf dem Sprung“ :wink: Wir
scheinen in unseren Ansichten weitgehend übereinzustimmen. Da
du deine ausführlichen Kenntnisse mehr einmal bewiesen hast
und gerade deine Beschäftigung mit Dönitz erwähnt hast möchte
ich um einen kurzen Exkurs bitten.

Es gibt viele „Interpretationen“ zu Dönitz, die meistens davon abhängig sind (waren) wer ihm etwas anhängen wollte. Da muss man also ein Bisschen Vorsicht walten lassen.
Um das „Phänomen Dönitz“ zu verstehen, muss man zunächst einen kurzen Blick auf seinen Vorgesetzten Raeder werfen. Denn der hat seinen Weg durch die Hierarchie gemacht indem er deutliche NSDAP-nahe war. Natürlich waren beinahe alle Berufssoldaten Parteimitglied. Sie mussten es sein, sonst wäre die Karriere am Ende gewesen. Aber es gab trotzdem einige, die das nutzten, um die Karriere aktiv zu beschleunigen, und so einer war Raeder. Raeder war innerhalb der Marine gerade deswegen nicht beliebt, weil einige sehr angesehene höhere Offiziere quasi aufs Abstellgleis kamen, damit seine Parteifreunde ihn auf den Sessel setzen konnten.
Auf der anderen Seite gab es Dönitz. Dönitz war unpolitisch. Mein persönlicher Eindruck ist, dass er sich im Grunde nie mit Politik befasst hat. Im ersten Weltkrieg war er U-Bootfahrer gewesen, hatte es bis zum Kommandanten gebracht, und obwohl er sicher nicht den Ruf eines Weddingen oder Saltzwedel hatte, er hatte einen Ruf. Wir haben hier also gewissermaßen ein typisches Offiziersprodukt seiner Zeit vor uns. Er folgte seinem Diesnteid und der Rest war Sache der Politik. Bei Dönitz ging das bis zu einem beinahe göttlichen Maß an Ignoranz.
Zweitens, Dönitz war ein Pflichtmensch und taktisch wie auch strategisch ein heller Kopf. Das führte dazu, dass er bereits relativ frühzeitig den Bau von Großkampfschiffen in Frage stellte. Ein Anführer nach unten, der genug Charisma aufbrachte, seinen Männern Stolz zu geben auf das was sie waren und das was sie taten. Das war bereits im 1.Weltkrieg aufgefallen, Krüder, der spätere Kommandant des Pinguin, der unter Dönitz Fähnrich gewesen war, erwähnte das und es zeigte sich auch später als er Inspekteur für das Torpedowesen wurde.
Er war also eigentlich genau das Gegenteil eines Katzbucklers. Er führte und er verlangte viel, aber er nahm auch Anteil an seinen Männern. Das ist der Teil, den man später immer wieder versuchte, ihm abzusprechen. Nach oben hin hätte er eigentlich unbeliebter sein müssen, vor allem, weil er kritische Meinungen in taktischer und strategischer Hinsicht hatte. Der blinde Punkt war immer nur die Politik. Dönitz fragte nicht „warum Krieg“, er fragte nur „wie gewinnen“.
Raeder, politisch mächtiger, weil die Politik aktiv nutzend, war als Stratege, den Offizieren, mit denen er sich umgab und für die er auch zeitweise großspurig den Mentor spielte, weit unterlegen. Aber, und das war m.E. der Grund, dass er sie trotzdem um sich hatte, er schätzte ihre Fähigkeiten und ihre Unfähigkeiten im gleichen Maße. Dönitz, Lütjens, später auch Heye, es gibt eine Liste von bekannten und weniger bekannten Namen die eigentlich alle dem gleichen Strickmuster folgten. Sie alle hatten neue Ideen, aber sie alle waren unpolitisch und würden nicht versuchen, die politische Schien zu benutzen um Raeder abzusägen.
Das sind so ein paar Kernpunkte. Es reicht nicht ganz für eine Charakterisierung, aber für die Mechanismen, die zwischen diesen Offizieren wirkten.
Warum Dönitz Hitlers Nachfolger wurde? Ganz einfach, er war der letzte, der noch da war. Himmler hatte sich abgeseilt und versucht mit den Alliierten auf eigene Faust zu verhandeln, Göring war lange schon in Ungnade gefallen, Goebbels saß mit ihm selber fest, Raeder war lange abgesägt (aber durch Hitler) und auf einmal saß da nur noch Dönitz. Außerhalb von Berlin, mit einem der letzten intakten Truppenteile, beliebt bei seinen Männern und in der Bevölkerung. Was also sollte Hitler tun?
Dönitz hatte nie darauf taktiert und war auch nie in der engeren Auswahl gewesen. Erst als die engere Auswahl plötzlich weg war, kam er in Betracht. Er erfuhr ja selber erst davon ein paar Tage bevor Hitler Selbstmord beging. Konnte er ablehnen? Oder war es seine Pflicht, nun den Krieg zu beenden und wie?

Ich weiss über diese Person nur rudimentär bescheid, auch eher
über seine frühen jahre in der kaiserlichen Marine, könntest
du ihn eventuell in ein paar Zeilen charakterisieren und seine
Motive erläutern? Ich kam leider nie dazu mich genauer mit der
Frage zu beschäftigen warum Hitler gerade ihn zu seinem
Nachfolger bestimmt hat.

Siehe oben, habs versehentlich an die falsche Stelle geschrieben.

Einen Punkt aus meinem vorigen Beitrag möchte ich noch kurz
erläutern. Meine Gedanke, oder eher meine Überlegung war, wie
hätte wohl die deutsche Bevölkerung reagiert wenn die
Allierten vor einer intensivierten
Bomberkampagne schlagartig Berlin zerstört hätten. Also in
einem, ersten Angriff auf eine Grossstadt, nicht innerhalb
einer längeren Kampagne die die Bevölkerung quasi an derlei
„gewöhnte“. Aber sicher wurde damals die Möglichkeit der
Abschreckung deutlich überschätzt bzw. fehlinterpretiert.

Es hätte alle fürchterlich sauer gemacht. Das, was die Bomber dann ja über vielen Städten erreichten. Und wenn man bei so einem Angriff nicht die gesamte Führungsspitze der Nazis erwischt hätte, wäre die Sache sehr schnell sehr übel geworden. Weil man eigentlich gleich von Anfang an alle geltenden Konventionen auf den Müll geworfen hätte. Ein Effekt, der ja in der tatsächlichen Geschichte sukzessive über den Krieg hinweg auftauchte.

Ich glaube nur wenige Kriege, neben denen der napoleonischen
Zeit, bieten so viel Raum für Spekulation entlang gut belegter
Fakten wie es der 2.WK tut. Und bisher wurden noch nicht
einmal die Themen Japan und Russland (&Dr.Sorge) einbezogen.
Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Als Alternativgedanke
möchte ich kurz folgendes Szenario anbieten, nur um einen
Blick in eine andere Richtung als die bisherige zu werfen:
Deutschland greift die Sowjetunion nicht an, unabhängig vom
Erfolg der Operation Seelöwe wird England auf allen
Schauplätzen zurückgeworfen. Ohne Aussicht auf baldige
Unterstützung oder Ablenkung der Gegner wird Churchill
politisch dazu gezwungen einen Separatfrieden oder zumindest
einen längeren Waffenstillstand( sehr fragwürdig) zu
schliessen. Beim Angriff auf Pearl Habour existiert keine
Westfront, keine Atlantikschlacht. Es gibt nur geringen Anlass
den schwer gefährdeten Pazifikschauplatz durch Lieferungen an
eine noch immer im Frieden befindliche Sowjetunion zu
vernachlässigen. Monate oder Jahre später greifen Hitler und
Stalin sich an, egal in welcher Reihenfolge. Deutschland kann
nahezu alle Truppen im Osten konzentrieren, verfügt über
zusätzliche Basen und Verbündete in Südeuropa/Balkangebiet bis
ans Schwarze Meer. Stalin hatte wertvolle Zeit seine Armeen
neu aufzustellen und neue Waffen wie den überragenden T-34 in
Massen zu produzieren. Die Welt führt zwei voneinander
getrennte Kriege, zurück bleiben 2 sehr verschiedene
Machtblöcke die nur wenig gemeinsam haben - und evtl. beide
über die Atombombe verfügen. Der kalte Krieg beginnt,
potentiell mit den Nazis statt des Sowjets als Gegenspieler
der USA, oder aber den Sowjets in ganz Europa. Und dann wäre
da noch die Frage, was passiert wäre wenn Japan nicht die USA
angegriffen hätten…oder gewonnen hätten :wink: wirklich, eine
never-ending story!

Man kann da viele Denkspiele veranstalten, aber nur wenige stehen auf einer gesunden Faktenbasis. Der Angriff auch Pearl wäre sowieso gekommen. Eigentlich hatte ja vor allem Yamamoto das schon so lange wie möglich hinausgezögert.
Viele Amerikaner wollten in den Krieg. In China kämpften amerikanische Freiwillige, genauso wie in England (meistens Piloten). Gerade Japan war auf der diplomatischen Ebene schwer provoziert worden. Amerika hatte ja bereits aktiv in den Krieg eingegriffen, nur das Deckmäntelchen der Neutralität hatte man anbehalten. Damit war also auch klar, auf welcher Seite die Amerikaner standen. Und die wiederum hätten England mit Klauen und Zähnen verteidigt, alleine schon deshalb weil sie es als Basis für den europäischen Kriegsschauplatz gebraucht hätten. Und mit soviel Power im Rücken hätte Churchill keinen Separatfrieden geschlossen.
Dein Szenario eines Zweiblock Kalten Krieges mit Deutschland als einem davon wäre vielleicht dann interessant, wenn Deutschland 1940 den Seelöwen durchgezogen hätte.

Gruß
Peter B.