Was wäre, wenn die Erde sich nicht um ihre eigene

Guten Tag,
meine Tochter möchte wissen, was passieren würde, wenn sich die Erde nicht mehr um sich selbst dreht!?

meine Tochter möchte wissen, was passieren würde, wenn sich
die Erde nicht mehr um sich selbst dreht!?

Dann würde ein Tag 365 heutige Tage dauern, ein Tag wäre also so lange wie ein heutiges Jahr.

ja, aber ist dann nicht immer Tag, bzw. Nacht. Gibt es dann überhaupt noch so etwas wie einen Tag?

Moien

ja, aber ist dann nicht immer Tag, bzw. Nacht. Gibt es dann
überhaupt noch so etwas wie einen Tag?

Wenn sich die Erde gar nicht mehr dreht gibt es einen Tag pro Jahr. Wenn sie sich 1x pro Jahr dreht gibt es keinen Tag mehr (eine Seite zeigt immer zur Sonne, eine immer weg).

Der Mond macht genau das: er dreht sich einmal pro Umrundung der Erde. Deshalb sehen wir immer die gleiche Seite.

So oder so: das Wetter wird viel extremer, die Temperaturen steigen / fallen in unerträglich Bereiche und Leben wie wir es kennen zieht sich zurück in wenige Regionen (wahrscheinlich um/an den Polen).

Oder Kindgerecht: ein Teil bekommt gnz übel Sonnenbrand und die anderen haben kalte Füsse. Bei 0 Drehung wechselt das wie heute der Tag, bei 1 Umdrehung / Runde wechselt es nicht.

cu

hallo

also mal von der offensichtlichen verletzung der impulserhaltung abgesehen…

die frage ist: was genau bedeutet es, wenn sich die erde nicht mehr dreht. bewegt sie sich weiter auf der bahn, rotiert aber überhaupt nicht mehr? oder hat sie eine gebundene rotation wie z.b. unser mond? oder extremfall die erde bleibt komplett still und bewegt sich nicht mehr um die sonne.

wenn die erste sich normal weiterbewegt, aber überhaupt keine rotation mehr hat, dann ist es so wie schon gepostet: ein „tag“ auf der erde dauert genauso lange wie ein jahr, also wie ein kompletter umlauf um die sonne. wobei „tag“ eigentlich „tag/nacht-zyklus“ bedeutet. ums ganz genau zu machen: die zeit zwischen sonne-am-zenit und nächsten sonne-am-zenit dauert genauso lange wie ein kompletter umlauf um die sonne.

die auswirkungen wären ziemlich drastisch: eine seite der erde wird von der sonne ziemlich gegrillt (zumindest in äquatornähe), die andere kühlt stark aus. die atmosphäre versucht, etwas für ausgleich zu sorgen, was zu heftigen stürmen führt. auf jeden fall wäre das für das gesammte ökosystem ziemlich katastrophal - zumindest für alles ausserhalb des polarkreises. im polarkreis ist ein halbes jahr tag und ein halbes jahr nacht eh normal.

eine gebundene rotation, also erde zeigt der sonne immer die gleiche seite, ist noch verheerender. eine hälfte der erde hätte immer tag, die andere immer nacht. sinnvolles leben wäre nur mehr in den dämmerungszonen möglich aber auch dort gibt es vermutlich starke stürme.

dann wäre noch:
erde dreht sich normal weiter, bewegt sich aber nicht mehr um die sonne. es gäbe dann zwar normale tag/nacht-zyklen, dafür aber keine jahreszeiten mehr. teile der erde, die derzeit im gemässigten klime liegen, können ungemütlich kühl bzw. heiss werden.

oder die erde bleibt komplett still, dreht sich also nicht mehr und bewegt sich auch nicht um die sonne. ist aber im prinzip das selbe wie gebundene rotation.

aber wie erwähnt: alles reine gedankenspielerei und unter völliger missachtung etlicher physikalischer gesetze.

lg
erwin

Das Szenario der gebundenen Rotation ist nicht völlig unmöglich. Wenn auch nicht sofort.
Wenn sich die Sonne am Ende ihrer Lebenszeit zum Roten Riesen aufbläht, wird möglicherweise genau das passieren. Durch die Schwerkraftwirkung von Sonne und Mond, wird die Roation der Erde kontinuierlich verlangsamt. Das verstärkt sich noch, wenn die Sonne sich päter zum roten Riesen aufbläht. Dann kann genau das passieren, daß die Erde so weit gebremst wird, daß eine Gebundene Rotation entsteht.

In der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ 11/2007 ist dieses Szenario beschrieben. Durch die Ständige Einstrahlung der Sonne wird die Zur Sonne gerichtete Seite so stark aufgeheizt, daß sich das Gestein verflüssigt. Der Magma-See hat dabei etwa die Größe Nordamerikas. Aus diesem Verdampfen Silikate und Metalle, die am Rand des Sees und in den Dämmerungszonen wieder abregnen.
Direkt am Rand des Magma-Ozeans, schließt sich ein Kontinent aus Kalzium und Aluminium Oxyden, Daran schließt sich eine Zone aus Schlamm bestehend aus Siliziumoxyd und Magnesium an. Über diesem Bereich und dem späteren geht Regen aus Silizium-, Magneisum- und Eisenqxyden nieder. In der nächsten Zone sammeln sich Eisen und Eisenoxyde, die von dort langsam in den Erdkern absinken. Dahinter gibt es Land aus Natrium und Kalium. Dahinter kommt es uns schon fast bekannt vor, dort sammelt sich das eventuell noch vorhandene Wasser zu einem Ozean. Auf der Sonnenabgewanten Seite Bildet sich eine Eiskappe aus Wassereis, gefrorenem Kohlendioxid, und Schwefeloxid. Darüber geht Regen und Schnee aus Wasser nieder.

Das ganze dürfte in etwa 7 Milliarden Jahren der Fall sein.

schon etwas off-topic
hallo

die bremsung der rotation kommt doch von den gezeitenkräften. diese hängen mit der masse des planeten und der masse der sonne zusammen.

wenn die sonne sich zu einem roten riesen aufbläht, hat sich doch desshalb nicht mehr masse als jetzt. woher sollte die denn auch kommen? die sonne ist einfach nur grösser aber desshalb nicht massereicher.

daher meine frage: würde sich tatsächlich was an den gezeitenkräften ändern, wenn die sonne zum roten riesen wird? der abstand der erde zum massezentrum der sonne bleibt ja gleich, die masse der erde bleibt gleich und die masse der sonne im prinzip auch (wird eher weniger, allerdings nur extrem wenig).

ist insofern irrelevant, da die erde schon viel früher unbewohnbar geworden ist und die erde sowieso zerstört wird, wenn die sonne zum roten riesen geworden ist. trotzdem wäre eine antwort interessant.

lg
erwin

meine Tochter möchte wissen, was passieren würde, wenn sich
die Erde nicht mehr um sich selbst dreht!?

Dann würde ein Tag 365 heutige Tage dauern, ein Tag wäre also so ::lange wie ein heutiges Jahr.

ja, aber ist dann nicht immer Tag, bzw. Nacht. Gibt es dann
überhaupt noch so etwas wie einen Tag?

Man kann sich das Ganze doch wie ein Grillhänchen am Spieß vorstellen, das sich viiieeeel zu langsam dreht.
Das Hänchen würde an der Seite, von der es erhitzt wird, schwarz werden, weil es sich zu langsam dreht und schon wieder kalt sein, wenn es an der Seite ankommt, die man als Einkäufer der Hänchenbude sieht.

So ist es dann mit der Erde auch: alles würde von Zeit zu Zeit verprutzeln. Allerdings würde sie dann auf der Schattenseite gefrieren.

Sag doch deiner Tochter dann einfach, dass die Erde auf der einen Seite zur Wüste und auf der anderen zum „Nordpol“ werden würde:wink:

…oder wie alt ist denn deine Tochter eigentlich?

lg, Juli