Was will er jetzt noch?

Hallo,

gerne würde ich einmal ein paar fachkundige Meinungen zu folgendem Sachverhalt hören:

Ich habe als Kind einiges erlebt, was ich niemandem wünschen würde. Kein Missbrauch, etwas anderes. Als ich vor ca. einem dreiviertel Jahr den Verursacher all dessen schriftlich zur Rede stellen wollte, rannte er zu einer Anwältin und ließ mir unter Androhung einer Ordnungsstrafe verbieten, mit ihm noch einmal Kontakt aufzunehmen.

Vor zwei Wochen schrieb er mir dann einen dreiseitigen Jammerbrief: Es geht ihm soooo schlecht, ihn verfolgen quälende Gedanken, usw. Er nimmt einen lächerlichen Vorfall (Ich hatte ihn vor 16 Jahren einmal verdächtigt, er habe einen Einbruch in seine Wohnung vorgetäuscht und ihm dies auch gesagt) nimmt er als Anlass für sein Leiden. Ich hätte ihm da so schwer Unrecht getan, er wolle eine Erklärung.

Hat er all das, was er über Jahre hinweg mir und auch anderen Verwandten an Schaden zugefügt hat, schlichtweg vergessen? Oder will er meinen Wissensstand prüfen, da er Angst hat? Von Reue scheint bei ihm keine Rede zu sein.

Ich habe seinen Brief mittlerweile beantwortet. Ich habe ihm erklärt, warum ich ihm das mit dem Einbruch nicht geglaubt habe und es auch heute noch nicht glaube. Ich habe ihn mit meinem Wissensstand und dem Ergebnis meiner Recherchen der letzten zwei Jahre konfrontiert, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Und ich habe ihm geschrieben, dass ich jetzt eine schriftliche Erklärung von ihm erwarte.

Aber eine Frage bleibt für mich immer noch offen: WAS WILL ER VON MIR?

Was meint Ihr?

Viele Grüße,

Annette.

Hallo Annette,
ich glaube, dass ich ziemlich gut mit Sachverhalten umgehen kann, aber bei deiner Schilderung fehlt mir der Plan.
Ohne zu wissen, um wen es geht, ohne zu wissen, was genau in welcher Abfolge passiert ist, ist es schwer bis unmöglich auf deine Frage zu antworten.
Vielleicht kannst du doch noch mehr preis geben?
lg, I.

Hallo Anette,

Natürlich ist es ein Widerspruch in sich wenn er Dir zuerst per Anwalt den Kontakt verbietet und dann eine Erklärung von Dir fordert.
Mein Rat: Vergiss alle Kränkungen, die er Dir zugefügt hat und entschuldige Dich bei ihm aufrichtig (ohne irgendeine Abrechnung), das kostet Dich nichts, außer ein bischen Überwindung. Es geht nicht darum wer von Euch mehr Recht hat. Wenn dieser Mann die Gelegenheit bekommt, sich wieder besser zu fühlen, könnte wieder Frieden einkehren.

Natürlich kann dieser Mann so verbohrt sein, dass er die Entschuldigung nicht annimmt, dann ist in der Tat ignorieren und keine Angriffsfläche bieten die beste Strategie.

Ich wünsche Dir viel Glück und hoffentlich baldige Streitlosigkeit
Gerold

Hi,
ich bilde mir ein, aus dem Wenigen, das Du schreibst, in etwa
rauszulesen ‚da droht das Kartenhaus, das sich jemand aufgebaut hat,
einzustürzen, und da all das, was er über die Jahre mit diesem
Kartenhaus angestellt hat, nicht mehr rückgängig zu machen ist, muss
er nun verzweifelt nach einem Weg suchen, dieses nicht einstürzen zu
lassen‘.

Nothing is harder than to say sorry - because then you have to admit
to YOURSELF (not just to others) that you did something which
requires an apology.

gruss, isabel

unbedingt komplett ignorieren
Hallo Annette,

meine Empfehlung in dieser Sache: ignoriere ab jetzt alles komplett, was von dieser Person kommt. M.E. hast Du mit der Beantwortung seines Briefes schon viel zu viel getan. Die Gefahr, daß dies zu einer anstrengenden „nerver ending Story“ wird ist groß. Aus Deiner Beschreibung ist nicht wirklich hervorgegangen, was sein Problem ist. Aber die Reaktion auf Deinen erste Brief läßt vermuten, daß er eine gehörige Portion „Probleme“ hat, die er möglicherweise an Dir abzuarbeiten beginnen könnte. Was aber nichts anderes heißt, als daß er eine Person gefunden hat, die er, ob’s stimmt oder nicht spielt keien Rolle, für irgend etwas glaubt verantwortlich machen zu können. Das hat dann u.U. nichts mehr mit tatsächlichen Sachverhalten zu tun. Wenn es Dir also irgendwie möglich ist, und auch das kann schwierig sein, vergiß das Ganze und/oder mache es mit Dir allein aus.

Liebe Grüße

Avera

gerne würde ich einmal ein paar fachkundige Meinungen zu
folgendem Sachverhalt hören:

Ich habe als Kind einiges erlebt, was ich niemandem wünschen
würde. Kein Missbrauch, etwas anderes. Als ich vor ca. einem
dreiviertel Jahr den Verursacher all dessen schriftlich zur
Rede stellen wollte, rannte er zu einer Anwältin und ließ mir
unter Androhung einer Ordnungsstrafe verbieten, mit ihm noch
einmal Kontakt aufzunehmen.

Vor zwei Wochen schrieb er mir dann einen dreiseitigen
Jammerbrief: Es geht ihm soooo schlecht, ihn verfolgen
quälende Gedanken, usw. Er nimmt einen lächerlichen Vorfall
(Ich hatte ihn vor 16 Jahren einmal verdächtigt, er habe einen
Einbruch in seine Wohnung vorgetäuscht und ihm dies auch
gesagt) nimmt er als Anlass für sein Leiden. Ich hätte ihm da
so schwer Unrecht getan, er wolle eine Erklärung.

Hat er all das, was er über Jahre hinweg mir und auch anderen
Verwandten an Schaden zugefügt hat, schlichtweg vergessen?
Oder will er meinen Wissensstand prüfen, da er Angst hat? Von
Reue scheint bei ihm keine Rede zu sein.

Ich habe seinen Brief mittlerweile beantwortet. Ich habe ihm
erklärt, warum ich ihm das mit dem Einbruch nicht geglaubt
habe und es auch heute noch nicht glaube. Ich habe ihn mit
meinem Wissensstand und dem Ergebnis meiner Recherchen der
letzten zwei Jahre konfrontiert, ohne ihm Vorwürfe zu machen.
Und ich habe ihm geschrieben, dass ich jetzt eine schriftliche
Erklärung von ihm erwarte.

Aber eine Frage bleibt für mich immer noch offen: WAS WILL ER
VON MIR?

Was meint Ihr?

Viele Grüße,

Annette.

Heißes Eisen!
Hallo Ihr alle,

vielen Dank schon einmal für Eure Antworten. Mittlerweile denke ich, dass es ein Fehler war ihm zu antworten. Zur näheren Erläuterung, dieser Mensch hat schon so manchen zur totalen Verzweiflung gebracht. Er hat zahlreiche falsche Sachverhalte konstruiert, um von Tatsachen abzulenken oder andere, mich eingeschlossen, unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Im übrigen war er zumindest früher auch gewalttätig.

Er ist mittlerweile total vereinsamt, selbst seine nächsten Angehörigen machen einen Bogen um ihn. Mir ist allerdings nach wie vor unklar, ob seine „quälenden Gedanken“, wie er es beschreibt, neue Gewaltphantasien oder nur Gewissensbisse sind. Er weiß ja, dass ich sein über viele, viele Jahre konstruiertes Lügengebäude jederzeit zum Einsturz bringen könnte. Es scheint aber auch wie ein Zwang bei ihm zu sein, die Betroffenen in größeren Zeitabständen immer wieder zu kontaktieren.
Insgesamt ist die Sache irgendwie ein heißes Eisen, und es wäre wohl besser gewesen, ihn im Ungewissen zu lassen.

Viele Grüße,

Annette.

Hallo,

gerne würde ich einmal ein paar fachkundige Meinungen zu
folgendem Sachverhalt hören:

Ich habe als Kind einiges erlebt, was ich niemandem wünschen
würde. Kein Missbrauch, etwas anderes. Als ich vor ca. einem
dreiviertel Jahr den Verursacher all dessen schriftlich zur
Rede stellen wollte, rannte er zu einer Anwältin und ließ mir
unter Androhung einer Ordnungsstrafe verbieten, mit ihm noch
einmal Kontakt aufzunehmen.

Hallo Annette,
bei den geringen Informationen zu diesem Sachverhalt fällt mir vor allem eines auf:
Du schreibst, Du hättest als Kind einiges erlebt und Du hast erst vor wenigen Monaten mit dem Verursacher Kontakt aufgenommen.
Deine Gründe dafür teilst Du nicht mit. Vielleicht willst Du diese Vergangenheit aufarbeiten. Dennoch:
Wenn er in der Vergangenheit so viel Negatives verursacht hat,
verstehe ich Deine Kontaktaufnahme zu ihm nach all diesen Jahren nicht. Was hast Du von diesem Menschen denn erwartet?

Vor zwei Wochen schrieb er mir dann einen dreiseitigen
Jammerbrief: Es geht ihm soooo schlecht, ihn verfolgen
quälende Gedanken, usw. Er nimmt einen lächerlichen Vorfall
(Ich hatte ihn vor 16 Jahren einmal verdächtigt, er habe einen
Einbruch in seine Wohnung vorgetäuscht und ihm dies auch
gesagt) nimmt er als Anlass für sein Leiden. Ich hätte ihm da
so schwer Unrecht getan, er wolle eine Erklärung.

Hat er all das, was er über Jahre hinweg mir und auch anderen
Verwandten an Schaden zugefügt hat, schlichtweg vergessen?
Oder will er meinen Wissensstand prüfen, da er Angst hat? Von
Reue scheint bei ihm keine Rede zu sein.

Ich habe seinen Brief mittlerweile beantwortet. Ich habe ihm
erklärt, warum ich ihm das mit dem Einbruch nicht geglaubt
habe und es auch heute noch nicht glaube. Ich habe ihn mit
meinem Wissensstand und dem Ergebnis meiner Recherchen der
letzten zwei Jahre konfrontiert, ohne ihm Vorwürfe zu machen.
Und ich habe ihm geschrieben, dass ich jetzt eine schriftliche
Erklärung von ihm erwarte.

Aber eine Frage bleibt für mich immer noch offen: WAS WILL ER
VON MIR?

Darum bleibt für mich die Frage erst einmal: Was wolltest Du von ihm?

  • Nach so vielen Jahren rührst Du diese Angelegenheiten auf. Mußtest Du nicht selbst damit rechnen, daß die Reaktion nicht so ist, wie Du sie Dir wünschtest? DU hast mit der Kontaktaufnahme diesen Menschen wieder in Dein Leben geholt, in Deine Gegenwart! Ich verstehe dieses Hin und Her auch von Deiner Seite leider gar nicht. Nun hattest Du bei ihm die Vergangenheit aufgewühlt. Er verhält sich für Dich unverständlich - und, ich will es mal so ausdrücken - mit „zeitlicher Verzögerung“ reagiert er noch nach. Doch auch Dein Verhalten ist mir unverständlich. Warum erfolgte Deine Kontaktaufnahme nach so vielen Jahren (siehe oben: „zeitliche Verzögerung“!?)? Warum antwortest Du auch noch? Also um auf Deine Frage zu kommen: WAS WOLLTEST DU?

Wenn Du innerlich zur Ruhe kommen willst, dürfte dies - wie Du vielleicht schon gemerkt hast - der völlig falsche Weg gewesen sein! Das bringt doch auf diese Weise gar nichts. Meide lieber weiteren Kontakt und setze einen Schlußstrich, bevor die Sache noch ausufert!

Gruss, Eva

Hallo Eva,

dazu muss ich etwas erklären: Ob Du es glaubst oder nicht, ich hatte viele, viele Jahre keine Erinnerung mehr an meine Kindheit. Erst als ich selbst zufällig noch einmal an den Ort des Geschehens kam, dort einiges wiedererkannte und auf Berichte von Zeitzeugen stieß, wurde ich hellhörig. Wenn ich gewußt hätte, was da ans Tageslicht kommt, ich hätte meine Vergangenheit nie zu recherchieren begonnen!
Im Laufe meiner Recherche stieß ich auf manche Unsstimmigkeiten und durfte immer wieder von vorne anfangen. Ich bekam Meldedaten zusammen, fand Fotos wieder, und gleichzeitig begann sich in meinem Kopf eine Art „Erinnerungsfilm“ abzuspielen.

Als ich diese Person kontaktierte, war meine Recherche noch lange nicht abgeschlossen. Ich stellte ihm Fragen. Ich wollte wissen, warum ich eine Zeit lang bei meiner Tante lebte, warum ich dort unter dem Vorwand, sie hätte mich sowie ein anderes Pflegekind schlecht behandelt, wieder abgeholt wurde und warum dieses andere Kind ins Heim kam. Ich wollte wissen, warum ihr Mann danach aus dem Polizeidienst entlassen wurde und sich kurze Zeit später das Leben nahm. Es wurde sogar durch diese unbeliebte Person behauptet, ICH hätte selbst gesagt, ich sei dort schlecht behandelt worden. Dabei wollte ich dort nie wieder weg. Mir wurde sozusagen als Fünfjährige die Schuld am Tode meines Onkels und die Schuld für die Heimeinweisung dieses anderen Kindes gegeben.

Dies ist noch vergleichsweise harmlos zu dem, was im letzten Oktober bei einer mehrtägigen Recherche vor Ort herauskam. Wenn ich das vorher geahnt hätte, ich hätte ihn niemals selbst danach gefragt, was dort alles passiert ist.
Es war dumm, ihn anzuschreiben, klar. Vorher hatten wir gelegentlich Kontakt, der aber von ihm ausging. Aber wenn ich höre, dass jemand sich so horrormäßig benommen hat, möchte ich auch ganz gerne eine Stellungnahme von ihm selbst. Mittlerweile habe ich Fakten, aber damals hatte ich sie noch nicht und ahnte vieles noch nicht.

Alle Klarheiten beseitigt?

Schöne Grüße,

Annette.