Würden wir dann nicht gefahr laufen, daß die USA dann den völligen Respekt in der Arbaischen Welt verlieren würden, mit der Folge, daß gemäßigte Regime wie in Ägypten durch die Extremisten im Land gestürtzt werden, weil der Eindruck entsteht, daß die USA sowieso nicht mehr reagiert und deshalb auch Ihre Freunde nicht beschützt?
Würden wir dann nicht gefahr laufen, daß die USA dann den
völligen Respekt in der Arbaischen Welt verlieren würden
In der jetzigen Situation ja. Wenn USA und NATO den Anschlag gelassen hingenommen und in aller Seelenruhe mit den Ermittlungen begonnen hätte, dann wäre das etwas anderes. In diesem Fall wäre es sogar exztrem frustrierend für die Attentäter gewesen die USA selbst mit der Tötung von zigtausend Zivilisten und der Zerstörung ihrer nationalen Symbole nicht beeindrucken zu können. Das wäre dann deutlicheres Zeichen von Stärke und Überlegenheit gewesen als der härteste Gegenschlag. Nachdem aber die Bestürzung und die Wut der USA unübersehbar ist und die NATO sogar den Bündnisfall festgestellt hat, würde das Ausbleiben einer Gegenreaktion unweigerlich als Schwäche interpretiert werden.
Das sagt aber noch nichts über die Art des Gegenschlages aus. Dieser muß nämlich nicht unbedingt in einem Militärschlag bestehen. Gezielte Mordanschläge (durch Geheimdienste oder militärischen Eliteeinheiten) gegen die Täter und ihr Umfeld wären auch eine deutliche Machtdemonstration und würden das Problem sogar lösen.
Leider ist aber damit zu rechnen, daß die USA militärisch zuschlägt und das hat zwei grundsätzliche Nachteile:
Zum einen hat die NATO im Kosovo erheblich an Respekt verloren, weil sie es erstens nicht geschafft hat die zuvor verkündeten Ziele zu erreichen, obwohl der Krieg wesentlich länger dauerte als geplant, weil sie zweitens bei ihren wochenlangen Bombenangriffen gerade einmal eine Hand voll Panzer und Geschütze getroffen hat, obwohl die zu hunderten im Zeilgebiet herumstanden, weil ihre zumehmende Hilflosigkeit unübersehbar war, als sie erkannte, daß Milosevic lieber sein Land in Schutt und Asche legen ließ als an Kapitulation zu denken und weil viertens das Bündnis über die Frage nach der Legitimation des Krieges so zerstritten war, daß es vor dem Zusammenbruch stand.
Die militärische Antwort auf den Terroranschlag wird die NATO also nutzen, um ihr Image wieder aufzubessern und das bedeutet, daß er mit einer nie dagewesenen Härte geführt werden muß und daß den dabei eingesetzten Mitteln keine Grenzen gesetzt sind. Was das bei einem Angriff auf Afganistan bedeutet ist klar: Dieses Land ist mit konventionellen Waffen nicht zu besiegen (das haben die Russen vergeblich versucht) und siegen muß die NATO.
Zum anderen löst ein Militärschlag das eigentliche Problem nicht - nämlich die Bedrohung durch Terroranschläge. Den Terroristen dürfte es leicht fallen sich aus der Gefahrenzone zu entfernen und wie die jüngsten Ermittlungen zeigen leben viele von ihnen bereits jetzt unerkannt unter uns. Der Angriff trifft also nur diejenigen, die nicht fliehen können und das ist hauptsächlich die Zivilbevölkerung des betroffenen Landes. Ein Militärischer Angriff hat also denselben Effekt wie ein Stockern im Wespennest. Man zerstört zwar das Nest, aber die Wespen werden um so angriffslustiger.
Hallo Ivo,
werden die extremen Fundamentalisten entweder zu Helden oder Märtyren in der Arabischen Welt.
Denen ist es vollkommen egal ob ein Gegenschlag kommt, in ihren Augen können sie nur gewinnen.
- Rechnen die Verantwortlichen sicher mit einem Gegenschlag.(ich glaube den wünschen sie sich sogar)
In einem Interview eines Arabischen Aktivisten sagte dieser heute
„wenn Amerika Osama bin Laden erwischt wird es einen anderen geben der seinen Krieg fortführt“.
-
Rechnen die Verantwortlichen sicher mit Destabilisierung in einigen Arabischen Ländern und wünschen sich das auch. Die wollen keinen Frieden und schon gar keinen Kompromiss.
Gemäßigte Regierungen sind denen ein Greul! Gemäßigte Islamis sind genauso Ungläubige wie die Menschen in Amerika und Europa. -
Sollte ein Gegenschlag unschuldige Gläubige Islamis treffen werden diese zu Märtyrer und sterben für den Heiligen Krieg. Die Wut und der Haß ihrer Landsleute gegen Amerika würde um so größer werden. Dadurch würde die Anhängerschar der Fundamentalisten größer werden.
-
Die gemäßigten Islamischen Staaten würden durch ein Pro Amerika erhebliche Unruhen im eigenen Land riskieren. Genauso aber riskieren diese Länder einen Rachefeldzug Amerikas, wenn sie nicht deutlich gegen die Fundamentalisten Stellung beziehen.
Ich glaube denen steht ein „Eiertanz“ bevor. (und die Drahtzieher lachen sich ins Fäustchen) -
Wenn Amerika keinen Gegenschlag machen würde, die Terroristen nicht gefunden und bestraft würden, wäre das ein Zeichen von Schwäche und würde den Terror beflügeln.
Wenn Amerika aber einen Gegenschlag macht wächst der Haß in diesen Ländern und es gibt auch neue Terroranschläge.
ratlos
Kerbi
In der jetzigen Situation ja. Wenn USA und NATO den Anschlag
gelassen hingenommen und in aller Seelenruhe mit den
Ermittlungen begonnen hätte, dann wäre das etwas anderes. In
diesem Fall wäre es sogar exztrem frustrierend für die
Attentäter gewesen die USA selbst mit der Tötung von
zigtausend Zivilisten und der Zerstörung ihrer nationalen
Symbole nicht beeindrucken zu können. Das wäre dann
deutlicheres Zeichen von Stärke und Überlegenheit gewesen als
der härteste Gegenschlag.
Vollkommen richtig.
Nachdem aber die Bestürzung und die
Wut der USA unübersehbar ist und die NATO sogar den
Bündnisfall festgestellt hat, würde das Ausbleiben einer
Gegenreaktion unweigerlich als Schwäche interpretiert werden.Das sagt aber noch nichts über die Art des Gegenschlages aus.
Dieser muß nämlich nicht unbedingt in einem Militärschlag
bestehen. Gezielte Mordanschläge (durch Geheimdienste oder
militärischen Eliteeinheiten) gegen die Täter und ihr Umfeld
wären auch eine deutliche Machtdemonstration und würden das
Problem sogar lösen.
Wohl kaum. Wenn irgeneine Großmacht auf fremdem Territorium Anschläge verübt, untergräbt das die jeweilige Staatsmacht - und neue Attentäter von dort stünden sofort bereit. Also warum nicht MIT der jeweiligen Staatsmacht zuschlagen. Bspw. Auslieferung des Täters verlangen (und Beweise vorlegen, die es aber immer noch nicht gibt). Keine Regierung kann es sich erlauben, diese Attentäter zu schützen. Wenn eine Regierung sich weigert und die USA obiges dann tut, sind alle Sanktionen (auch militärische) in ganz anderem Licht zu sehen.
Die militärische Antwort auf den Terroranschlag wird die NATO
also nutzen, um ihr Image wieder aufzubessern und das
bedeutet, daß er mit einer nie dagewesenen Härte geführt
werden muß und daß den dabei eingesetzten Mitteln keine
Grenzen gesetzt sind. Was das bei einem Angriff auf Afganistan
bedeutet ist klar: Dieses Land ist mit konventionellen Waffen
nicht zu besiegen (das haben die Russen vergeblich versucht)
und siegen muß die NATO.
Tja, welches Land? Es war kein Land, sondern vermtl. eine Gruppe Extremisten. Vielleicht sind die ja vertreut. Würdest Du tolerieren, wenn Hamburg-Harburg bombadiert wird, weil da ein Attentäter/Hintermann/Wasauchimmer wohnt?
Zum anderen löst ein Militärschlag das eigentliche Problem
nicht - nämlich die Bedrohung durch Terroranschläge. Den
Terroristen dürfte es leicht fallen sich aus der Gefahrenzone
zu entfernen und wie die jüngsten Ermittlungen zeigen leben
viele von ihnen bereits jetzt unerkannt unter uns. Der Angriff
trifft also nur diejenigen, die nicht fliehen können und das
ist hauptsächlich die Zivilbevölkerung des betroffenen Landes.
Ein Militärischer Angriff hat also denselben Effekt wie ein
Stockern im Wespennest. Man zerstört zwar das Nest, aber die
Wespen werden um so angriffslustiger.
Richtig. Und mit solchem „terror“ zu nennenden Verhalten motiviert man dann jede Menge Nachkömmlinge.(siehe Palästina). Alle kann man nicht umbringen. Also muß auch das Problem gelöst werden, nicht wild drauflosgeschlagen werden.
gruss
wl
Also warum nicht MIT der jeweiligen Staatsmacht zuschlagen.
Also warum nicht MIT der jeweiligen Staatsmacht zuschlagen.
Als ich von Geheimdiensten und militärischen Eliteeinheiten schrieb, da meinte ich nicht nur die der USA.
Auslieferung des Täters verlangen
Natürlich wäre es am besten, wenn man die Täter lebend zu fassend bekommt, um sie voe ein (am besten internationales) Gericht stellen könnte, aber das ist bei potentiellen Selbstmordattentätern nicht so einfach.
und Beweise vorlegen, die es aber immer noch nicht gibt
Das ist so selbstverständlich, daß ich es nicht erwähnt habe. Natürlich kann man den Gegner erst angreifen, wenn man weiß wer er ist.
Wenn eine Regierung
sich weigert und die USA obiges dann tut, sind alle Sanktionen
(auch militärische) in ganz anderem Licht zu sehen.
Das gab es 1914 schon einmal - das Ergebnis war der erste Weltkrieg. Wenn man einen Krieg in Betracht zieht ist der ganze Aufwand von Ermittlung und gezieltem Zugriff umsonst.
Tja, welches Land?
Das spielt für eine machtdemonstration keine Rolle. Das Land muß natürlich eine Reihe von Kriterien erfüllen:
- Sein Zusammenhang mit den Anschlägen darf nicht vollkommen abwegig sein.
- Es darf nicht in Bündnisse eingebunden sein, die im Fall eines Angriffs zu einer unkontrollierten Eskalation führen können.
- Es darf nicht in der Lage sein einen ernstzunehmenden militärischen Gegenschlag zu führen, damit der Schuß nicht nach hinten losgeht.
- Es muß ein Nachbarland geben, welches sich für einen Truppenaufmarsch zur Verfügung stellt.
- Es muß besiegbar sein.
Die beiden Länder, die die meisten dieser Punkte erfüllen sind der Irak und Afghanistan. Da sich die USA mit dem Irak aber ohnehin noch im Kriegszustand befindet bleibt eigentlich nur Afghanistan. Da gibt es aber ein kleines und ein großes Problem.
Das kleine Problem besteht im Aufmarschgebiet. Der Iran fällt aus, weil er zu den Erzfeinden der USA gehört. Indien und China werden eine Stationierung von NATO-Truppen mit Rücksicht auf ihre Souveränität nicht dulden und haben zudem nur eine sehr kurze gemeisame Grenze zu Afghanistan, was sie als Aufmarschgebiet für einen Bodenkrieg strategisch äußerst ungünstig macht. Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan beanspruchen die Russen als Einflußbegiet, was demütigende Verhandlungen mit Putin erfordert. Bleibt eigentlich nur Pakistan, welches eine sehr lange Grenze mit Afghanistan hat (also aus strategischer Sicht ideal wäre) und für die Verhältnisse der dortigen Region recht gute Beziehungen zu den USA pflegt. Allerdings ist Pakistan den Taliban freundlich gesinnt, was Verhandlungen erfordert, die momentan tatsächlich im Gange sind. Möglicherweise ist die fehlende Zustimmung Pakistans zur Stationierung von NATO-Truppen der einzige Grund dafür, daß der Krieg nicht schon im Gange ist.
Das eigentliche Problem besteht aber im 5. Punkt. Die Niederlage der Russen im Afghanistan-Krieg hat gezeigt, daß dieses Land nicht mit konventionellen Waffen besiegbar ist. Dieses Land bietet so viele Verstecke und Möglichkeiten für hinterhältige Angriffe, daß es erst besiegt ist, wenn sich kein einziger Gegner mehr darin aufhält. Das dürfte selbst mit Massenvernichtungsmitteln kaum zu erreichen sein.
Würdest
Du tolerieren, wenn Hamburg-Harburg bombadiert wird, weil da
ein Attentäter/Hintermann/Wasauchimmer wohnt?
Hamburg wird nicht angegriffen, weil Deutschland den 2. und 3. Punkt nicht erfüllt.