Was wurde aus Ermittlungen gegen Ebay.de ?

Die Staatsanwaltschaft hat doch 2000 gegen Ebay.de ermittelt wegen Vertrieb von Hehlerware und Vertrieb von Pornographischen Artikeln mit und an Jugendliche.

Ebay Deutschland hat daraufhin seinen Hauptsitz aus Berlin nach … Schweiz oder Österreich verlegt, ich glaube nach Bern.

War wurde eigentlich aus diesen Ermittlungen, von denen ich vom Jugendamt erfuhr?
Wo könnte ich da was genaueres erfahren?

Winni the Pooh

Die Staatsanwaltschaft hat doch 2000 gegen Ebay.de ermittelt
wegen Vertrieb von Hehlerware und Vertrieb von
Pornographischen Artikeln mit und an Jugendliche.

Ebay Deutschland hat daraufhin seinen Hauptsitz aus Berlin
nach … Schweiz oder Österreich verlegt, ich glaube nach
Bern.

War wurde eigentlich aus diesen Ermittlungen, von denen ich
vom Jugendamt erfuhr?

Hallo Winfried,

ich weiß auch nicht, was aus en Ermittlungen wurde.
Als Bürger betrachte ich solche Ermittlungen mit Argwohn. Zu offenkundig sind die vielfältigen staatlichen Versuche, das Internet zu kontrollieren. Bisher scheint sich noch keiner der unterbeschäftigten Staatsdiener an eine Klage heran zu trauen. Das Risiko, sich vor Gericht eine Abfuhr einzuhandeln, ist zu groß. Immerhin müßte man z. B. auch die Telekom verklagen, weil sie es über ihr Telefonnetz zuläßt, daß Ganoven dunkle Geschäfte absprechen. Jeder weiß, wie hoffnungslos aussichtslos eine derartige Klage wäre. Oder man verklagt eine Gemeinde, weil auf ihrem Grund und Boden Rauschgiftdealer ihre Geschäfte abwickeln. Wäre auch hirnrissig. Ähnlich aussichtlos wäre eine Klage gegen ebay. Der Anbieter der Handelsplattform kann unmöglich die Geschichte eines jeden dort gehandelten Gegenstands überprüfen. Dann müßte man auch alle Gemeinden und Schulen verklagen, die Flohmärkte veranstalten. Ganz gewiß wird dort auch Diebesgut gehandelt.

Weil die Ermittler Juristen sind und deshalb eigentlich wissen sollten, daß solche Ermittlungen brotlose Kunst sind, denke ich, daß nur der Boden bereitet wird, um irgendwann die gewünschte Kontrolle über das Medium Internet zu erhalten. Der Bevölkerung wird etwas erzählt von der Fahndung nach Pädophilen, nach Terroristen etc. Tatsächlich geht es - so vermute ich - um das Geld der Bürger. Ein steigendes Handelsvolumen wird über das Internet abgewickelt, oft auch noch über Internet-Banken, vorbei an allen fiskalischen Kontrollen. Das kann dem Staat nicht gefallen, hat er sich doch ein Millionenheer von Bediensteten zugelegt, die zum großen Teil ineffizient und unterbeschäftigt die Zeit totschlagen, aber trotzdem Gehalt und Pension haben wollen.

Gruß
Wolfgang

Naja - was soll aus solchen Ermittlungen werden?

Wenn z.B. ein Drogenhandel in einer Videothek stattfindet und dieser polizeilich aufgedeckt wird, dann bekommt der Betreiber doch meistens die Auflage, eine Kamera auf dem WC zu installieren o.ä.

Die maximale Konsequenz bei EBay könnte demnach (wenn überhaupt) doch nur die Verpflichtung zu schärferen Kontrollen sein.

Die werden auch m.E. nach durchgeführt - ich habe einmal (aus Versehen) einen Film bei EBay angeboten (mit Arnold Schwarzenegger), welcher erst ab 18 war. Diese Auktion wurde recht schnell gestoppt und ich wurde auf die Nicht-Duldung durch EBay hingewiesen.

Es scheint also am anderen Ende Leute zu geben, die Kontrollen durchführen (was sich EBay bei der horenden Gebührenpolitik auch leisten kann).

Was aber solch übereilte Beschwerden und ein herbes Drängen von „Verärgerten“ letztlich bewirken, zeigt das Beispiel „EBay“ ja recht gut:

Die Firma wechselt einfach Ihren Firmenhauptsitz.

Die Konsequenz: Ermittlungen egal welcher Sorte sind künftig auf das Wohlwollen des Konzerns angewiesen. Und: Der Zgriff durch deutsche Ämter und Behörden dürfte erheblich gestört sein.

Wenn ich mir vorstelle, daß durch die Möglichkeiten von „EBay“ mehrere 1000 Deutsche ein regelmäßiges Internetgewerbe betreiben (mit teilweise recht hohen Umsätzen) und mir dann vorstelle, wieviele davon wohl ein Gewerbe beantragt haben bzw. „Umsatzsteuer“ zahlen (habe ich noch nie gesehen bei EBay, selbst wenn in der Beschreibung steht: Neuware), dann frage ich mich, ob es in Deutschland wirklich so arg aussieht.

Führende Marktforschungsunternehmen messen dem ECommerce eine steigende Wachstumsprognose bei, bis zum Jahr 2010 soll er zwischen 10% und 50% unseres Marktvolumens ausmachen. Sehe ich, was heute alles bei Ebay verkauft wird, dann scheint mir diese Prognose näher als 2010.

Mit wachsenden Umsätzen im ECommerce zahlen die Deutschen weniger Steuern - und warum? Weil die Fa. im Ausland sitzt und die Kundendaten für den Finanzbeamten nicht einsehbar sein dürften.

Vielleicht werden bei EBay täglich ca. 20 Pornofilme verkauft, vielleicht werden bei EBay täglich ca. 2000 Hehlerwaren verkauft - die Anzahl von eigentlich unter den gewerblichen Verkauf zählenden Handelsabschlüssen dürfte wesentlich höher sein - ca. das 100-fache dieser Zahlen.

Und der Handel mit oben genannten Waren scheint mir auch außerhalb des Mediums Internet reichlich stattzufinden, in der Videothek unter dem Ladentisch, in der Schulpause, in der Fussgängerpassage (Hehlerware), auf dem Trödelmarkt etc. - warum die Transparenz für die Ermittler nehmen und diesen Nachvollziehbaren Weg nehmen.

Und wiso zetern einige gegen diese wirklich geringe Anzahl von Delikten bei EBay, wo mir das Problem doch ganz woanders zu liegen scheint.

Und noch ein persönliches Wort: Ich persönlich finde den ECommerce ausgezeichnet - er räumt jedem Menschen die Möglichkeit ein, sein eigenes Geschäft zu eröffnen und kostengünstig sein Konzept umzusetzen. Ich denke, EBay gibt den Menschen mehr Selbstständigkeit, da sie kein Ladenlokal oder Angestellte brauchen, um Ihre Geschäftsidee zu verwirklichen.
Es wäre nur schön, wenn dies gesellschaftliche Akzeptanz fände und nicht mehr belächelt würde, denn dann könnte der Fiskus vielleicht auch endlich dahinterkommen, warum die Arbeitslosenzahlen so hoch sind und die Umsätze im Einzelhandel stetig sinken…