Naja - was soll aus solchen Ermittlungen werden?
Wenn z.B. ein Drogenhandel in einer Videothek stattfindet und dieser polizeilich aufgedeckt wird, dann bekommt der Betreiber doch meistens die Auflage, eine Kamera auf dem WC zu installieren o.ä.
Die maximale Konsequenz bei EBay könnte demnach (wenn überhaupt) doch nur die Verpflichtung zu schärferen Kontrollen sein.
Die werden auch m.E. nach durchgeführt - ich habe einmal (aus Versehen) einen Film bei EBay angeboten (mit Arnold Schwarzenegger), welcher erst ab 18 war. Diese Auktion wurde recht schnell gestoppt und ich wurde auf die Nicht-Duldung durch EBay hingewiesen.
Es scheint also am anderen Ende Leute zu geben, die Kontrollen durchführen (was sich EBay bei der horenden Gebührenpolitik auch leisten kann).
Was aber solch übereilte Beschwerden und ein herbes Drängen von „Verärgerten“ letztlich bewirken, zeigt das Beispiel „EBay“ ja recht gut:
Die Firma wechselt einfach Ihren Firmenhauptsitz.
Die Konsequenz: Ermittlungen egal welcher Sorte sind künftig auf das Wohlwollen des Konzerns angewiesen. Und: Der Zgriff durch deutsche Ämter und Behörden dürfte erheblich gestört sein.
Wenn ich mir vorstelle, daß durch die Möglichkeiten von „EBay“ mehrere 1000 Deutsche ein regelmäßiges Internetgewerbe betreiben (mit teilweise recht hohen Umsätzen) und mir dann vorstelle, wieviele davon wohl ein Gewerbe beantragt haben bzw. „Umsatzsteuer“ zahlen (habe ich noch nie gesehen bei EBay, selbst wenn in der Beschreibung steht: Neuware), dann frage ich mich, ob es in Deutschland wirklich so arg aussieht.
Führende Marktforschungsunternehmen messen dem ECommerce eine steigende Wachstumsprognose bei, bis zum Jahr 2010 soll er zwischen 10% und 50% unseres Marktvolumens ausmachen. Sehe ich, was heute alles bei Ebay verkauft wird, dann scheint mir diese Prognose näher als 2010.
Mit wachsenden Umsätzen im ECommerce zahlen die Deutschen weniger Steuern - und warum? Weil die Fa. im Ausland sitzt und die Kundendaten für den Finanzbeamten nicht einsehbar sein dürften.
Vielleicht werden bei EBay täglich ca. 20 Pornofilme verkauft, vielleicht werden bei EBay täglich ca. 2000 Hehlerwaren verkauft - die Anzahl von eigentlich unter den gewerblichen Verkauf zählenden Handelsabschlüssen dürfte wesentlich höher sein - ca. das 100-fache dieser Zahlen.
Und der Handel mit oben genannten Waren scheint mir auch außerhalb des Mediums Internet reichlich stattzufinden, in der Videothek unter dem Ladentisch, in der Schulpause, in der Fussgängerpassage (Hehlerware), auf dem Trödelmarkt etc. - warum die Transparenz für die Ermittler nehmen und diesen Nachvollziehbaren Weg nehmen.
Und wiso zetern einige gegen diese wirklich geringe Anzahl von Delikten bei EBay, wo mir das Problem doch ganz woanders zu liegen scheint.
Und noch ein persönliches Wort: Ich persönlich finde den ECommerce ausgezeichnet - er räumt jedem Menschen die Möglichkeit ein, sein eigenes Geschäft zu eröffnen und kostengünstig sein Konzept umzusetzen. Ich denke, EBay gibt den Menschen mehr Selbstständigkeit, da sie kein Ladenlokal oder Angestellte brauchen, um Ihre Geschäftsidee zu verwirklichen.
Es wäre nur schön, wenn dies gesellschaftliche Akzeptanz fände und nicht mehr belächelt würde, denn dann könnte der Fiskus vielleicht auch endlich dahinterkommen, warum die Arbeitslosenzahlen so hoch sind und die Umsätze im Einzelhandel stetig sinken…