Waschmaschine mordet Motoren !?

Hallo allseits,

wie schon in einem anderen Thread besprochen het meine Bauknecht WA1400 nach 6 Jahren Laufzeit ihren Motor gekillt: eine Lamelle im Kommutator hat sich abgelöst. Ich habe daraufhin letztes Jahr einen baugleichen gebrauchten(!) Motor eingebaut. Jetzt hat dieser den selben Defekt, wenn auch weit weniger deutlich.

Da der Motor noch in der Gebrauchtwaren-Garantie ist, habe ich den Händler um Austausch gebeten. Der weigert sich, und schreibt dazu u.A. folgendes:

– Zitat —
"Es ist unmormal dass jetzt auch dieser Motor einen Lamellenschaden hat. Solche Schäden entstehen oft, wenn der elektronische Timer den Drehwechsel des Motors von links auf rechts zu plötzlich oder unregelmäßig (ohne Pause) ansteuert.

Es wäre wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Motor (neu oder gebraucht) zerstört würde.
Die meisten Motoren bekommen einen Wicklungsschaden ohne dass eine Lamelle sich am Kollektor löst. Wenn ein erfahrener Kundendienstmonteuer das Gerät überprüft hätte, hätte der 2. Motor gar nicht erst eingebaut werden müssen."
— Ende Zitat —

Um den Streit mit dem Händler geht es mir nicht, und der Motor wurde von einem Fachmann ausgebaut (wenn auch nicht von einem Bauknecht-Monteur), ich habe den Austauschmotor nachher nur deshalb selber besorgt und eingebaut weil er keine Gebrauchtteile handelt - wie man sieht hat er aus der Sicht eines Händlers durchaus seine Gründe. Der Fachmann hat keinen Augenblick an die Steuerung gedacht, sondern sofort auf ein fertigungs- oder konstruktionstechnisches Problem am Motor getippt, und auch achselzuckend festgestellt dass der Motor eh 6 Jahre gehalten hätte und das sei für eine Bauknecht Maschine eh nicht schlecht.

Die Auskunft des Motorenhändlers bringt mich in folgendes Dilemma:

  • es kann eine faule Ausrede sein, um sich um die Garantieabwicklung zu drücken. Baue ich nun einen neuen Motor ein statt einem Gebrauchten, und hält der auch seine 6 Jahre, habe ich 6 Jahre Ruhe. Eventuell hat der Hersteller das Problem ja auch erkannt und seine Motoren inzwischen verbessert. Da die Maschine ansonsten anstandslos läuft und meine Frau sich an sie gewöhnt hat würde sich das durchaus lohnen.

  • wenn es keine faule Ausrede ist, sondern tatsächlich ein Defekt in der Steuerzung, killt die Maschine über kurz oder lang auch den neuen Motor.

Wer kann was Fundiertes dazu sagen? Der Motor hat die Bezeichnung „C.E.SET. MCA 61/64 - 148/WHE 1“

Danke,

Armin.

Hallo Armin
Ich kenne das Problem eigentlich nur von AEG-Motoren die um das Jahr 2000 gebaut worden sind.Damals ist uns bei einem KD-Seminar mitgeteilt worden,das durch eine Umstellung in der Fertigung ein anderes Glimmermaterial (Asbestfrei)verarbeitet wurde. Dadurch könnten sich Lamellen lösen. Ob das bei deinem Motor auch zutrifft weiss ich leider nicht genau.
Damals wurden grundsätzlich neue Motoren aus neuer Fertigung eingebaut.Habe deinen letzten Thread schon verfolgt und bin
gespannt auf weitere Antworten.

Mfg
Lugo

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Hallo Lugo,

Ich kenne das Problem eigentlich nur von AEG-Motoren die um
das Jahr 2000 gebaut worden sind. Damals ist uns bei einem
KD-Seminar mitgeteilt worden,das durch eine Umstellung in der
Fertigung ein anderes Glimmermaterial (Asbestfrei)verarbeitet
wurde. Dadurch könnten sich Lamellen lösen. Ob das bei deinem
Motor auch zutrifft weiss ich leider nicht genau.

Der Bauknecht Motor stammt von einer italienischen Firma „C.E.SET“. Laut Homepage baut die Motoren für alle möglichen Hersteller, Du weißt nicht zufällig noch, ob die Motoren damals von AEG selber gebaut, oder zugekauft wurden?

Habe deinen letzten Thread schon verfolgt und bin
gespannt auf weitere Antworten.

Ich habe inzwischen den Bauknecht Kundendienst auf die Sache angesetzt, die müssten ja statistische Daten zu den Motoren haben. Ich bin gespannt, ob sich da tatsächlich jemand um meine Anfrage kümmert.

Danke einstweilen für den Hinweis auf Materialprobleme…

…Armin

Der Bauknecht Motor stammt von einer italienischen Firma

„C.E.SET“. Laut Homepage baut die Motoren für alle möglichen
Hersteller, Du weißt nicht zufällig noch, ob die Motoren
damals von AEG selber gebaut, oder zugekauft wurden?

Hallo Armin
Die Motoren wurden von AEG selber gebaut.Stand zumindestens AEG
Made in Germany drauf.Aber wer weiss? CESET-motoren sind in vielen
Firmen verbaut das ist richtig.

Hallo,

– Zitat —
"Es ist unmormal dass jetzt auch dieser Motor einen
Lamellenschaden hat. Solche Schäden entstehen oft, wenn der
elektronische Timer den Drehwechsel des Motors von links auf
rechts zu plötzlich oder unregelmäßig (ohne Pause) ansteuert.

Sorry, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass:

  • man nicht sofort hört, wenn die Regelung derartiges macht.
  • dass das überhaupt Auswirkungen auf den Motor hätte. Immerhin hat er auch beim Umschalten nicht mehr Leistung als sonst - und dann würde er sich bei jedem normalen Beschluenigungsvorgang selbst zerstören.

Ich halte das für ein Märchen.
Btw., ich glaube nichtmal dass da überhaupt ein Lamellenschaden vorgelegen hat. Wird wohl ganz normale Abnutzung der Kohlen gewesen sein. Und wenn tatsächlich doch, würd ich mit einer Feile oder einem Hammer versuchen, den Fehler zu beseitigen, bevor ich einen neuen Motor kaufe.

Aber ich habe das Ding ja auch nicht gesehen.

Gruß
loderunner

Hallo auch …

nachdem ich natürlich nicht weiß, wie lang die Kohlen sein müssen, kann ich nur so viel mit Bestimmtheit sagen: sie hätten noch jede Menge Spiel nach vorne.

Btw., ich glaube nichtmal dass da überhaupt ein
Lamellenschaden vorgelegen hat. Wird wohl ganz normale
Abnutzung der Kohlen gewesen sein.

Ich habe eine Kohle abmontiert. Wenn ich dann den Motor von Hand drehe gibt es jedes Mal, wenn eine bestimmte (markierte) Lamelle an der verbliebenen Kohle vorbeiläuft ein Tickgeräusch, und man fühle eine kleine Erschütterung an der Kohle. Ich denke, die Diagnose lässt nicht viel Spielraum …

Und wenn tatsächlich doch,
würd ich mit einer Feile oder einem Hammer versuchen, den
Fehler zu beseitigen, bevor ich einen neuen Motor kaufe.

Ich habe das erwogen. 2 Probleme: erstens ist der Motor nicht verschraubt, sondern mit verpressten Bolzen zusammengehalten. Klar kann ich die ausbohren und später Schrauben einsetzen, aber ich weiß natürlich nicht, ob die Motorlager dann schön fluchten. Zweitens: durch die Kohlenöffnungen ist vom Kommutator leider auch nicht allzu viel sichtbar, ich komme also kaum mit vernünftigem Werkzeug ran. Ich habe mir allerdings überlegt, dass ich den Motor über den Keilriemenanschluss mit einem anderen Motor drehen könnte, und dann bei ausgebauten Kohlen durch deren Öffnungen mit Sandpapier an den Kommutator gehen könnte. Das *könnte* klappen. Ich habs dann aber gelassen. Die Lamelle hat wohl ihren Grund, plötzlich vorzustehen, sie muss sich wohl von ihrem Untergrund gelöst haben, und wenn ich sie nun abschleife wird sie über kurz oder lang wieder vorstehen.

EBay hat mir bereits zu einem neuen Motor verholfen. Jetzt muss ich mich noch mit dem Händler wegend em kaputten Austauschmotor streiten :frowning:

…Armin