Hallo Experten!
Das Trinkwasser in unserem neuen Haus ist leider relativ hart (17°dH), so dass man überall Kalkflecken hat und die Haare nach dem Haarewaschen furchtbar aussehen. Wir würden das gerne ändern und haben schon vesucht, uns über das Internet über Wasserenthärtungsanlagen zu informieren, leider haben wir aber nicht wirklich verstanden, was nun zu empfehlen ist. Scheinbar sind ja die Ionenaustauscher am ehesten akzeptabel. Stimmt es nun, dass das gegen Magnesium ausgetauschte Natrium gesundheitsgefährdend hohe Konzentrationen erreicht? Wir trinken nämlich ausschließlich unser Leitungswasser. Und schmeckt das Wasser dann schlechter oder besser, wenn es enthärtet ist (da liest man ganz unterschiedliches)? Ausserdem habe ich gelesen, dass die Ionenaustauscher zu wahren „Bakterienschleudern“ mutieren können, was wir natürlich überhaupt nicht wollen. Stimmt das? Gibt es nicht irgendeine zuverlässige und „gesunde“ Methode, um das Wasser zu enthärten? Zur Zeit lebe ich in den USA, hier habe ich einfach im Supermarkt einen kleinen Filter gekauft, den ich an meinen Duschkopf geschraubt habe, und der funktioniert wunderbar. Habe aber leider keine Ahnung, auf welchem Prinzip dieses basiert (typisch Amerika, steht natürlich nicht auf der Verpackung!). Gibt es so etwas nicht auch in Deutschland, einen Filter, den man an die zentrale Wasserversorgung im Haus anschliessen kann? Gibt es irgendeine Anlaufstelle, wo man sich seriös beraten lassen kann, ohne dass jemand einem unbedingt ein bestimmtes Produkt verkaufen will?
Vielen Dank!
maret
Hi Maret,
auch in D gibt es Filter die einfach am Hauptanschluss sitzen. Ist nicht allgemein üblich. Habe es erstmalig in einer ehemaligfen Kaserne erlebt.
Da floss fast flüssuiger Kalk durch die Leitungen. Wenn Filter voll war, konnte man einmal die Woche die Kaffeemaschin entkalken.
Der Filter sollte eigentlich alle 6 Mionate gewechselt werden, war aber schon nach 3 Monaten voll hinüber.
Was von Inonisatoren zu halten ist, weiss ich nicht. Habe die Einführung der Geräte miterlebt. Damals wurde als Funktionsweise aber nur Müll erklärt.
Bei Magnetsystemen ist jetzt auch allgmein bekannt und wissenschaftlich bestätigt, dass es nur dem Verkäufer hilft aber nichts passiert.
Gruß
BJ
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Hallo maret,
Scheinbar sind ja die Ionenaustauscher am ehesten akzeptabel.
Ausserdem habe ich gelesen, dass die Ionenaustauscher zu wahren
„Bakterienschleudern“ mutieren können, was wir natürlich
überhaupt nicht wollen. Stimmt das?
Das ist ein Problem der Wartung.
Grundsätzlich muss von Zeit zu Zeit das Harz ausgetauscht oder regeneriert werden.
DasHarz besteht aus Kügelchen mit einigen 1/10mm Durchmesser, und hat unverbraucht ein grün/blaue Farbe. Erschöpft wird es dann hellbraun.
Der Filter besteht aus einem Rohr in welches das Harz eingefüllt wird und durch das das Wasser strömt. Auf der Einlasseite erschöpft sich das Harz zuerst. Wenn die Säule zu etwa 2/3 braun ist, sollte man daran denken, das Harz auszutauschen oder zu regenerieren.
Aus diesem Grund würde ich nur einen Ionentauscher mit einer Glasröhre kaufen.
Kritisch wird es, wenn die Kügelchen mit den Jahren Risse beokommen, worin sich dann Bakterien einnisten oder wenn über lange Zeit kein Wasser entnommen wird… Über das Leben von Keimen solltest du ja genug Wissen haben.
Regeniert wird meist mit Salzsäure und Natronlauge, wonach das Harz eigentlich Keimfrei sein sollte.
Grundsätzlich ist bei jedem Filter das Problem, dass man sie nicht einbauen und danach vergessen darf !!
Sie müssen in regelmässigen Abständen gewartet werden. Das maximale Wartungsintervall ergibt sich aus dem Problem der Verkeimund, das minimale aus der Wasserhärte.
MfG Peter(TOO)
Hallo.
Wirklich funktionieren wird nur ein Ionentauscher.
dabei werden die die Kalziumionen gegen Natriumionen getauscht.
Dies funktioniert über ein Harz, daß von Zeit zu Zeit regeneriert
wird und schlieslich nach Jahren auszutauschen ist.
Da der Kalk das Kohlendioxid, das im Wasser vorhanden ist puffert,
also chemisch neutral(PH-WERT) hält, und der nun nicht mehr vorhanden
ist, wird das Wasser Eisenrohren gegenüber agressiv.
Dem begegnet man durch den nachträglichen Zusatz von anderen
Mineralstoffen, zB. Magnesium.
Sind hingegen Kupfer oder Kunststoffleitungen installiert, ist es
kein Problem.
Da nun Natriumionen im Wasser sind, kann es sein daß Personen die aus
gesundheitlichen Gründen sich Salzarm ernähren müssen, in Zukunft das
Wasser für innerliche Anwendungen seperat vor der Enthärtung zapfen
müßten.
Ol
Hallo Maret,
das Problem all dieser Anlagen ist, daß sie relativ schnell verkeimen können und der Wartungsaufwand, damit das nicht passiert recht hoch ist.
Neben dem Ionenaustauscher gibt es noch die Umgekehrte Osmose. Die hat aber zudem noch den Nachteil, daß pro Volumen Nutzwasser, je nach Abreicherung, recht viel Abwasser produziert wird.
Ein erfahrener Installateur (laßt euch Referezen geben) kann da beratend tätig werden.
Einige Wasserwerke, speziell in solchen Gegenden, wo Flüssigkalk in den Leitungen fließt, haben auch Berater.
Gandalf
Liebe Experten!
Vielen Dank für die netten und informativen Antworten! Offensichtlich scheint es ja keine wirklich gute Alternative zum Ionenaustauscher zu geben. Weiss nun jemand eventuell etwas über den Geschmack des Wassers, wenn es (teil-)enthärtet ist? Kann mir auch jemand sagen, mit welchen Kosten man für so eine Enthärtungsanlage mit Doppelfilter rechnen müßte? Lappen in die Hand zu nehmen, hab ich übrigens nichts dagegen, mein Problem ist leider nur, dass wir erstens Schiefer in den Bädern haben, der keine säurehaltigen Kalkentferner abkann, und dass zweitens meine Haare nach dem Waschen furchtbar aussehen, und da hilft leider auch kein Lappen!
Viele Grüße,
maret
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Hi,
also geschmacklich bringt es mehr Vorteile als Nachteile
Kaffe/Tee kann man eigentlich nur mit enkalktem Wasser machen, wenn
man will, dass er gut wird.
Zum so trinken, naja wenn auf Zahnstein steht kann man ja besonders
Kalkhaltiges Mineralwasser trinken.
Alle Gäste (die gar nicht wissen, daß ich eine Enthärtungsanlage
habe) loben mein besonders gutes Leitungswasser (vielleicht schmecken
die Bakterien so gut:wink:).
Meine Anlage (2 Harzsäulen im wechsel) hat vor gut 10 Jahren etwas
mehr als 2.000 Euro netto gekostet, hat aber eine elektrolytische
Entkeimung.
Salzig schmeck es auf keinenfall.
Ich reduziere von dH 17 auf dH 4, dH 6 sollten aber auch ausreichen.
weitere Vorteile sind geringerer Verbrauch aller Reinigungsmittel
(geschirr, wäsche, seife, shampo etc.)
OL
Hi,
vielen Dank für die Antwort. Du scheinst ja also zufrieden mit Deiner Anlage zu sein, oder? Gibts auch was zu meckern? Würdest Du mir verraten, um welches Fabrikat es sich handelt?
Vielen Dank.
Gruß,
maret
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