In unserem Wohnviertel passiert es immer wieder, dass das Wassernetz „zusammenbricht“, es kommt halt stundenlang kein Wasser mehr und danach dauert es 3-4 Tage, bis der Wasserdruck wieder voll aufgebaut ist. Ursache für den „Zusammenbruch“ sind fragwürdige hochqualifizierte Handwerker, die bei einfachen Rohrarbeiten (neuer Abzweig für neues Wohngebiet oder neuer Brunneanschluß usw) jedesmal das gesamte Leitungsnetz leerlaufen lassen. Beim Wiederbefüllen bilden sich große Luftblasen, die angeblich nicht gefunden werden und angeblich ursächlich dafür sind, dass kein vernünftiger Druck mehr in den Leitungen besteht. Das Wohngebiet ist an einem kleinen Hang angesiedelt, der Druck unten im Dorf ist meist bald wieder in Ordnung, aber je weiter man nach oben kommt, desto weniger Druck gibt es. Bei einem Brand gestern brauchte die Feuerwehr Wasser, wobei angeblich der gesamte Hochbehälter leerlief, was ich mir ebenfalls nicht ganz vorstellen kann. Immerhin wird damit eine 10000-Einwohner-Gemeinde versorgt, soviel Wasser kann man doch für ein brennedes Haus nicht brauchen?
Hinweis: Es handelt sich nicht um ein Hinterwäldlerdorf im tiefsten Wald mit maroden Leitungen, sondern um ein expandierendes Neubaugebiet.
Meine Fragen sind nun:
Wieso kann eine Luftblase den Aufbau eines vernünftigen Wasserdrucks verhindern? Die Blase müßte doch - sobald sie aufgrund des Wasserdrucks hinreichend komprimiert ist - sich gar nicht mehr auf den Wasserfluß drumherum auswirken? Was kann sonst Ursache für dieses problem sein? Kann jemand den hiesigen Wasserfachleuten einen Tipp geben?
Darf es denn möglich sein, dass die Feuerwehr das gesamte Wasserrohrnetz leerpumpen kann? Würde kurz danach der nächste Brand ausbrechen, da kann dann niemand mehr löschen, weil kein Wasser da ist.
Ich würde mich über jeden Hinweis sehr freuen, da ich gerne mal wieder duschen möchte.
frage mal die Nachbarn, ob die auch solche Problerme haben. Wenn ja, ein Anruf beim Wasserversorger sollte genügen, wenn an den Leitungen unqualifizierte Pfuscher am werkeln sind.
Es gibt in Deutschland das Recht der höheren Gewalt, das hier aber nicht greift.
Ich will hier aber keine Uraltgeschichten aus den 80ern breittreten. Mein Wasserversorger hat bei einer Panne abends um 20:00Uhr reagiert und am nächsten Tag die Strasse aufgemacht und repariert. Innerhalb von weniger als 18 Stunden hatte ich als Einzelner wieder fließend Wasser. Meine Kinder waren damals 2 und 3 Jahre alt, da ist Wasser essentiell.
einfachen Rohrarbeiten (neuer Abzweig für neues Wohngebiet
oder neuer Brunneanschluß usw) jedesmal das gesamte
Leitungsnetz leerlaufen lassen.
Da hat jemand vergessen rechtzeitig zu planen und entsprechende Schieber vorzusehen. Da können die Handwerker nicht wirklich was dafür.
Wieso kann eine Luftblase…
Da sich die Luft auch im Wasser löst, ist das nicht ganz einfach sie da rauszubekommen - jeder, der schon mal eine Heizung entlüftet (da sind nicht umsonst an jedem Heizkörper Entlüfter) hat, kann das sicher nachempfinden. Normalerweise wird einfach ausreichend gespült.
Darf es denn möglich sein, dass die Feuerwehr das gesamte
Wasserrohrnetz leerpumpen kann? Würde kurz danach der nächste
Brand ausbrechen, da kann dann niemand mehr löschen, weil kein
Wasser da ist.
Das ist „normal“, daher gehört der Aufbau einer zuverlässigen Löschwasserversorgung zu den wichtigsten Aufgaben der Feuerwehr, wenn es mal brennt. Da werden auch schon mal zig km Schlauchleitung mit Zwischenstationen etc. verlegt.
Man darf sich einen Hochbehälter nicht so vorstellen, daß der einmal gefüllt wird und dann leer läuft. Der dient vorwiegend als Puffer, damit der Druck in der Leitung konstant bleibt. Der wird kontinuierlich - nahezu just in time - nachgefüllt. Die Pumpen und Druckleitungen dafür sind aber nur für den höchsten normalen Durchsatz ausgelegt, nicht für Extremfälle wie Brände.
Hallo,
danke für die Infos. Das Beispiel mit dem Heizung-Entlüften leuchtet mir schon ein, dabei bekommt man aber im Normalfall in kurzer Zeit die Luft raus, wenn man konsequent befüllt und entlüftet (ist jedenfalls meine Erfahrung). Es geht hier ja auch nicht unbedingt ums Entlüften, meinetwegen kann die Luftblase ja in einem ungenutzten Abzweig bestehen bleiben. Ich verstehe nicht, warum eine (100 m entfernte) Luftblase den Aufbau eines regulären Wasserducks verhindern kann. Anders als bei einer Heizung wird im Brauchwassernetz doch ständig neues Wasser zugeführt und der Druck konstant gehalten - warum kommt er bei mir (und allen Nachbarn) nicht an? Aus dem Wasserhahn kommt hier ja keine Luft oder Sprudelwasser, da kommt ganz normales Wasser, nur eben sehr sehr wenig.
Hallo,
woran das im Einzelfall liegt, wird man nur schwer rausfinden können, ohne es vor Ort zu untersuchen.
Bei der Wasserversorgung hat man ja noch das kleine Problem, daß das Wasser vorwiegend runter läuft, die Luft aber dazu neigt nach oben zu laufen. Sollte es ungeschickterweise (oder weil es die Landschaft einfach erfordert, wie bei uns) eine „Welle“ in der Leitung geben, dann sammelt sich da (bevorzugt nachts, wenn wenig los ist) die Luft und wird dann wieder runtergedrückt, wenn wieder mehr Wasser fliest.
Vielleicht sollte euere Leitung nochmal gründlich gespült werden (dazu wird normalerweise eine „geeignete“ Wasseruhr am Ende der Leitung ausgebaut und es wird einige Zeit laufen gelassen).
Da ich selbst den zweiten Anschluß hinter dem Hochbehälter habe, habe ich immer nur das umgekehrte Problem. Nach einem Brand oder Rohrbruch „weiter unten“ ist bei uns schnell Schluß mit Wasser, dafür kommt es danach auch schnell wieder.