Wasserschaden in Mietwohnung

Hallo zusammen,

folgendes Gedankenspiel:

Eine Mieterin (A) wohnt seit ca. 4,5 Jahren in einem Altbau, mehrere Wohneinheiten, die Mieterin wohnt im Erdgeschoss. Das Bad könnte durchaus bereits über 30 Jahre alt sein.

Vor ca. einem jahr lief in der Küche/Spülbecken das Wasser nicht mehr ab - der hausmeister wurde verständigt und hat das Problem auch beseitigt (was ein ganz schöner Aufwand war). Seitdem gab es in der Küche keine Probleme mehr.

In den letzten Monaten kam es immer wieder mal vor, das in der Badewanne schwarzer Dreck (sandig) durch den Abfluss hochgedrückt wurde, welcher sich aber immer ganz einfach wieder abspülen lies. Der Hausmeister wurde darüber informiert, allerdings ohne Dringlichkeit, da der Dreck problemlos wieder abgespült werden konnte. Das Wasser blieb niemals in der Badewanne stehen, es lief die vollen 4,5 Jahre immer normal ab. Die Mieterin hat von Anfang an Haarsiebe auf den Abflüssen liegen, so dass von ihr keine haare in den Abfluss kommen konnten.

An einem Freitag morgen entdeckte die Mieterin wiedermal den bereits bekannten Dreck in ihrer Badewanne, wollte in abspülen und stellte fest, dass das Wasser nicht mehr ablief, es blieb in der wanne stehen. Also informierte sie die Hausverwaltung, welche den hausmeister schickte. Dieser kämpfte mit einem ca. 6 Meter langen Schlauch/Seil um die Verstopfung zu lösen, was schlussendlich auch gelang, das Wasser lief wieder problemlos ab, der Dreck auch. Der Dreck bestand hauptsächlich aus Sand, meinte der Hausmeister.

Zwei Stunden später ließ die Mieterin die waschmaschine laufen - und hörte plötzlich ein plätschern. Aus der Abflußleitung der waschmaschine kam das Wasser - offensichtlich war der Abfluß dicht, das Wasser konnte nicht ablaufen, auch in der Badewanne blieb das Wasser wiederum stehen. Also hat die Mieterin wieder die Hausverwaltung angerufen, nachdem jedoch Freitag nachmittag war, wurde ihr mitgeteilt, das Hausmeister ist schon im Wochenende, es wäre keiner mehr da.

Die Mieterin war bereits auf dem Sprung zu einer Wochenendreise und sagte, der hausmeister solle dann bitte am Montag vormittag gleich mal schauen, am wochenende bräuchte sie das Wasser ja eh nicht.

Als die Mieterin nun Sonntag nacht um 23.30 Uhr in ihre Wohnung kam, bemerkte sie bereits Gestand, beim Blick in ihr Bad: Es hatte wieder Abwasser in die Badewanne gedrückt, diesmal stand aber das ganze Bad unter Wasser. In der Badewanne war eine Zentimeter hohe Schlammschicht, auf der Badewannenumrandung war Schlamm und Dreck, in der Küchenspüle war eine Schlammschicht.

Es muss irgendwann am Wochenende die komplette Badewanne von unten mit Abwasser voll- und übergelaufen sein, der meiste Schlamm blieb aber (Gott sei Dank) in und auf der Badewanne incl. Duschvorhang. Anscheinend ist auch bereits einiges an Abwasser wieder verdunstet, der Dreck war hartverkrustet.

Die Mieterin hat die Wohnung dann rückwärts wieder verlassen, ohne irgendwas zu machen (Sonntag nachts halb zwölf).

Montag morgen wurde sofort die hausverwaltung informiert, der Hausmeister betrat ohne die Mieterin (mit deren Einverständnis, da sie berufstätigt ist) die Wohnung und beseitigte die Verstopfung und den gröbsten Dreck.

Auf ihre Nachfrage beim hausmeister, wie der Stand der Dinge sei - erklärte er ihr telefonisch, der Dreck wäre grob beseitigt, das Wasser fließt wieder ab - es wäre aber wohl schon klar, dass das der Dreck der Mieterin gewesen sei, der das ganze Ausmaß verursacht hätte, das hätte nicht an der Leitung und somit nicht am Vermieter gelegen. (!!!)

Die Mieterin wird nun die Badteppiche, die Duschvorhänge und diverse Handtücher wegwerfen, da diese mit dem Abwasser verschmutzt wurde und schlicht und ergreifend stinken. Desweiteren steht in dem Bad ein Regal, welches unten nun aufquillt aufgrund des Wassers. Insgesamt stehen vielleicht EURO 100 an „Schaden“ im Raum.

Die Mieterin hatte außerdem Reinigungsarbeiten und nun eine immer noch stinkende Wohnung.

Welche Rechte hat die Mieterin? Kann sie die Kosten für Teppiche usw. vom Vermieter verlangen? Kann sie Kosten für die reinigung geltend machen? Oder ist ihr etwas vorzuwerfen, hat sie als Mieterin irgendwelche Pflichten verletzt?

Die Mieterin wäre eigentlich nicht kleinlich, wenn man ihr allerdings so blöd kommt, dann könnte sie verärgert reagieren.

Vielen Dank für Meinungen zu dieser frei erfundenen Geschichte.

Grüße
Alexandra

Hallo,
die Ausage, die Verstopfung muesse von der Erdgeschosswohnung verursacht sein, ist nicht bewiesen, sogar unwahrscheinlich. Es kann eher anders sein, bei Abwesenheit im Erdgeschoss hat jemand anderes das Rohr wieder verstopft.

So wie das Wasser ohne Bewohner in die Badewanne kam, ist sicher die Verstopfung tiefer als die Badewanne, irgendwo in den Abwasserleitungen.

Die Verstopfung ist nicht in oder sehr nah an der zugeordneten Wohnung. Wenn der Bewohner der Erdgeschosswohnung mehrere Zufluesse zum Abwasserrohr nutzt, kann theoretisch ein Zufluss (ueber die Spuele) die Badewanne fluten bei Verstopfung in der Wohnung. Weil aber der Bewohner abwesend war, ist diese Moeglichkeit auszuschliessen.

Verursacher der Verstopfung muss demnach eine andere Mietpartei gewesen sein. Das ausgetretene Wasser im Bad muss von weiter oben zugeflossen sein. Es kann nicht aus der betreffenden Wohnung sein. Niemand kann seine eigene Badewanne mit Dreckwasser fuellen, noch nicht mal bei Anwesenheit, schon gar nicht ueberfuellen bis ueber den Rand.

Die Reinigungsspirale mit 6 Meter Laenge kann kurz hinter der Badewanne eine Reinigungswirkung gehabt haben, angenommenerweise aber doch eher weiter weg. Und 6 Meter sind sehr wahrscheinlich im gemeinsamen Abwasserrohr erreicht worden.

Dass es so schnell wieder verstopft, laesst auf minderwertige Reinigung schliessen. Es wurde wahrscheinlich nur eine kleine Abflussoeffnung im Engpass geschaffen, die gleich wieder zuging. Profis koennen fuer mehr Geld deutlich besser reinigen. Dies wurde nicht getan, darin sehe ich eine Schuld beim Beschaedigen der Badmoeblierung.

Zukuenftig ist eine Profireinigung auszufuehren. Je nach Rohrfuehrung kann man Abwasserrohre im Keller an Deckeln oeffnen, auseinanderbauen, oder mit Druckwasserschlauch und Kamera gezielt reinigen.

Gruss Helmut