Wasserstoff die Herstellung

Hallo Chemiefreunde

da ich immer noch an eine führende rolle des Wasserstoffes zur Energiegewinnung in der Zukunft glaube, richtig oder falsch sei einmal dahingestellt, habe ich ein paar Fragen zu seiner Herstellung.

ich erinnere mich noch an Zeiten wo Wasserstoff sehr billig war,
es ist kein Versprecher, ich meine wirklich billig und nicht nur preiswert.

als Ballonfahrer habe ich viele schöne Fahrten mit wasserstoffgefüllten Freiballonen gemacht, und die Füllung war immerhin durchweg so um die 1200 m² Wasserstoff.

Ich rate jedem wenigstens einmal im Leben eine Ballonfahrt zu machen.

Diesen Wasserstoff bekamen wir fast immer kostenlos, er zählte mehr oder weniger als Abfallprodukt der chemischen Werke.

Aber nun zu meinen Fragen,

Aber bitte nicht mit Wikipedia kommen, Hausaufgaben hab ich gemacht,

Welche Möglichkeiten der Wasserstoffgewinnung gibt es heute?
hat möglicherweise einer selbst noch einen guten Einfall, oder
einen guten Kommentar.

und dazu meine Hauptfrage:
gibt es möglicherweise noch unbekannte, nicht entdeckte, Herstellungsverfahren für Wasserstoff, die mögliche Preisgünstigkeit versprechen.

sind wirklich alle Herstellungsmöglichkeiten schon bekannt?
oder könnte es morgen oder übermorgen doch noch passieren dass einer ankommt und hat noch eine tolle Idee zu bieten.

welche HV sind heutzutage am preiswertesten?
also was zählt heutzutage als effektivstes Herstellungsverfahren?

Wie hoch ist der Wirkungsgrad bei der Elektrolyse?

ist Wasserstoff immer noch, oder besser gesagt, zählt er noch als ein Abfallprodukt,
(ich denke immer daran wenn ich das abfackeln sehe.)

sind noch hochinteressante Eigenschaften beim metallischen Wasserstoff zu erwarten?

Auch mehr oder weniger unwichtige Angaben sind für mich interessant.

Was beschäftigt euch beim Gedanken Wasserstoff und Zukunftsenergie?

negative oder positive vorstellungen?

Automobilantrieb, und was sonst?

mit einem sehr neugierigen Gruß

Franz

Hallo Wasserstofffreund,

Ich kann nicht alle Fragen beantworten, aber vielleicht etwas klarrücken:

ich erinnere mich noch an Zeiten wo Wasserstoff sehr billig
war,

Der Preis für etwas ist immer auch von Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn die Chem. Industrie mehr produziert, als gebraucht wird, ist er eben billig. Sobald jeder Nachfrage hat (zB. wegen KFZ-Motoren), dann wird er auch teurer (Siehe Getreidepreise wg. Biosprit).

Außerdem ist es eine Frage der Qualität. Ich denke, Brennstoffzellen oder andere Wasserstoff-Motoren brauchen Wasserstoff in guter Qualität. Es kann sein, dass der sehr günstige Wasserstoff für die Ballonfahrten ein schmutziger Abfallstoff war; zum Ballonfahren gut genug, aber zu schlecht für Synthesen oder als Brennstoff.

und dazu meine Hauptfrage:
gibt es möglicherweise noch unbekannte, nicht entdeckte,
Herstellungsverfahren für Wasserstoff, die mögliche
Preisgünstigkeit versprechen.

Grundsätzlich kann Wasserstoff nur durch seine Freisetzung aus Elementen gewonnen werden. Dazu braucht man einen Elektronendruck (Elektrolyse) und/oder große Hitze (Thermolyse). Die Sache kann u.U. durch gute Katalysatoren vereinfacht werden. Welche Katalysatoren bei welchen Bedingungen in Frage kommen, ist sicher ein Gebiet aktueller Forschung. Möglicherweise wird es da irgendwann einmal (Teil-)Erfolge geben.

sind wirklich alle Herstellungsmöglichkeiten schon bekannt?
oder könnte es morgen oder übermorgen doch noch passieren dass
einer ankommt und hat noch eine tolle Idee zu bieten.

Das ist natürlich Spekulation. Sicher kann immer etwas passieren/gefunden werden, was wirklich so noch niemand vermutet hatte. Darum Forschen wir ja. Leider ist Forschen keine Garantie, etwas zu finden - es ist nur der Versuch.

ist Wasserstoff immer noch, oder besser gesagt, zählt er noch
als ein Abfallprodukt, (ich denke immer daran wenn ich das abfackeln sehe.)

Immer dann, wenn die Aufreinigung, Lagerung und Transport mehr Kosten würden als die weitere Verwendung, die damit ermöglicht würde.

sind noch hochinteressante Eigenschaften beim metallischen
Wasserstoff zu erwarten?

Spekulation. S.o.

Was beschäftigt euch beim Gedanken Wasserstoff und
Zukunftsenergie?

Die Natur hat eine erfolgreiche Wasserstofftechnologie etabliert. Sie basiert auf der Elektrolyse mit Solarstrom. Als Speichermedium wird Kohlenstoff verwendet. Die Syntheseanlagen sind selbst-regenerierend und benötigen keine externe Wartung. Der Gesamtwirkungsgrad in der Endnutzung ist sehr gering, aber durch die große Verfügbarkeit und die eingespielten Stoffkreisläufe hat sich das System als überlegen herausgestellt. Es ist anzunehmen, dass es aufzeigt, welche Energiemengen langfristig nachhaltig (also über einige hundert Mio Jahre) aus Sonnenenergie zu gewinnen und zu nutzen sind.

Unser humaner Energiebedarf liegt weit, weit darüber.

Ich denke, dass wir unsere Energie darauf ver(sch)wenden sollten, Technologien und wirtschaftliche und gesellschaftliche Konzepte zu entwickeln, die unseren Energiebedarf mindern, und zwar deutlich.

Automobilantrieb, und was sonst?

Eine Gesellschaftsstuktur, die Automobilität überflüssig macht.

Nicht falsch verstehen: ich will NICHT zurück in die Steinzeit, sondern vorwärts in eine Zukunft, welche aus den technokratischen Ansätzen unseres Jahrhunderts gelernt hat, die Erkenntnisse auch nutzt und sie dabei auch überkommt (um nicht zu sagen: überflügelt). Das ist Wunschdenken, klar. Aber eine höchsteffiziente Wasserstofftechnologie ohne Kollateralschäden zum Besten aller Menschen ist genauso Wunschdenken - nur nicht ganz so konsequent :wink:

mit einem sehr neugierigen Gruß

Dito,

Jochen

Ahoi!

als Ballonfahrer habe ich viele schöne Fahrten mit
wasserstoffgefüllten Freiballonen gemacht, und die Füllung war
immerhin durchweg so um die 1200 m² Wasserstoff.

. . .

Wasserstoff . . .

Im Freiluftballon?

Du weisst, das das Zeug brennt wie die Hölle und mit genug Sauerstoff hochgeht wie 'ne Bombe?

Ich rate jedem wenigstens einmal im Leben eine Ballonfahrt zu machen.

Aber nur im Heissluft-Ballon.
Wer in einem Wasserstoff-Ballon einsteigt, der ist einfach nur Lebensmüde. Das sollten wir von der Hindenburg nun wirklich gelernt haben. Helium ist zwar teurer, aber wesentlich sicherer.

Welche Möglichkeiten der Wasserstoffgewinnung gibt es heute?
hat möglicherweise einer selbst noch einen guten Einfall, oder
einen guten Kommentar.

Wenn’s nicht als Abfall bei irgendeiner chemischen Reaktion anfällt (und da stellt sich dann die Frage nach der nötigen Reinheit), immer Elektrolyse. Da kann man annähernd 100%iger Energieeffizienz bei annähernd 100%iger Reinheit schaffen

sind wirklich alle Herstellungsmöglichkeiten schon bekannt?

Schwerlich.

oder könnte es morgen oder übermorgen doch noch passieren dass
einer ankommt und hat noch eine tolle Idee zu bieten.

Das ist eine wirklich blöde Frage - das kann dir mit jeder beliebigen Technologie passieren - einschließlich der kalten Kernfusion . . . womit die gesammte Wasserstoff-Technologie schlagartig überflüssig wäre.

Was beschäftigt euch beim Gedanken Wasserstoff und Zukunftsenergie?

Nichts.
Wasserstoff ist einfach viel zu aufwendig zu handeln. Das Zeug diffundiert sogar durch Stahlflaschen durch. Abgesehen von

Automobilantrieb

und verwandten Antriebssystem, wo es aufgrund der nackten Menge der benötigten benötigten Energie vieleicht Sinn machen würde, sind alle anderen mobilen Energiequellen (= Brennstoffzellen) besser mit Methanol zu betreiben.
Auch wenn die Energieeffizienz nicht ganz so gut sein mag wie bei reinem Wasserstoff - das wird durch das dramatisch einfacherere Handling mehr als ausgeglichen.

Wasserstoff ist son’ typisches Ökothema (was durchaus nicht abwertend gemeint ist), aber aus technologischer Sicht gibt es wirklich sinnvollere Ansätze. Schließlich müssen aufwendige Gewinnungs-, Lagerungs- und Transportsysteme ja auch entsprechend aufwendig hergestellt und gewartet werden. Letztlich ist Wasserstoff ja auch keine Energiequelle, da es nicht natürlich in freier Form vorkommt (na gut, nicht in komerziell erreichbaren und verwertbaren Mengen) - es ist nur ein Energiespeicher und -transportsystem, da es erst mal gewonnen werden muss. Wenn man das bei der Ökobilanz berücksichtigt, ist Methanol, das man einfach in Plastikflaschen tansportieren kann, trotz etwas schlechteren Bilanz viel interessanter.

Aber das ist natürlich nur meine pragmatische Sicht der Dinge, du wirst bestimmt genug Leute finden, die mich für bekloppt erklären und genau das Gegenteil vertreten.

lg, mabuse

Aber das ist natürlich nur meine pragmatische Sicht der Dinge,
du wirst bestimmt genug Leute finden, die mich für bekloppt
erklären und genau das Gegenteil vertreten.

Hallo mabuse

Ich glaube, damit hätte ich wirklich kein Problem.
du magst es bestimmt gut gemeint haben, aber ich dachte bei der Beantwortung nicht an ein reply a la Wilhelm u. Jakob.

Gruß Franz

Welche Möglichkeiten der Wasserstoffgewinnung gibt es heute?
hat möglicherweise einer selbst noch einen guten Einfall, oder
einen guten Kommentar.

Wenn’s nicht als Abfall bei irgendeiner chemischen Reaktion
anfällt (und da stellt sich dann die Frage nach der nötigen
Reinheit), immer Elektrolyse. Da kann man annähernd 100%iger
Energieeffizienz bei annähernd 100%iger Reinheit schaffen

Mehr als 80% Wirkungsgrad ist mit heutigen Verfahren nicht drin und in der Zukunft wird weit mehr als nur die Elektrolyse zur Verfühung stehen (z.B. solarbiologisch, solarchemisch oder solarthermisch).

Was beschäftigt euch beim Gedanken Wasserstoff und Zukunftsenergie?

Nichts.
Wasserstoff ist einfach viel zu aufwendig zu handeln. Das Zeug
diffundiert sogar durch Stahlflaschen durch. Abgesehen von

Automobilantrieb

und verwandten Antriebssystem, wo es aufgrund der nackten
Menge der benötigten benötigten Energie vieleicht Sinn machen
würde

Gerade im Automobilantrieb macht Wasserstoff wenig Sinn. Die Probleme von Wasserstoff als Energieträger liegen in der Speicher- und Transportfähigkeit und im Auto braucht man beides. Wer würde beispielsweise akzeptieren, dass der Tank leer ist, nachdem das Auto eine Woche in der Garage stand?

sind alle anderen mobilen Energiequellen (=
Brennstoffzellen) besser mit Methanol zu betreiben.

Wenn wir auf fossile Kohle oder Kohlenwasserstoffe verzichten müssen oder wollen, dann ist Methanol lediglich eine Speicherform von Wasserstoff.

Auch wenn die Energieeffizienz nicht ganz so gut sein mag wie
bei reinem Wasserstoff

Sie ist genauso groß. Was bei der Methanolherstellung verloren geht, verliert man beim Wasserstoff durch Kompression, Verflüssigung oder Diffusionsverluste.

Wasserstoff ist son’ typisches Ökothema

Vor allem wird es nur auf die Energie reduziert - wie überhaupt die ganze CO2-Diskussion. Dass die Chemieindustrie fast genausoviel Kohlendioxid in die Luft bläst, wird gern übersehen. Und ein großer Teil der CO2-Emission stammt aus der Produktion von Wasserstoff, der Ausgangsstoff für unzählige Produkte ist.

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Welche Möglichkeiten der Wasserstoffgewinnung gibt es heute?
hat möglicherweise einer selbst noch einen guten Einfall, oder
einen guten Kommentar.

Wasserstoff wird großtechnisch in der Chemie durch das „Synthesegas“ Verfahren hergestellt. Man leitet über glühenden Koks Wasserdampf. Dabei entsteht Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Dieses Synthesegas dient für sehr sehr viele Prozesse in der Chemie (Kunststoffe) als Grundstoff.
Was in der Energiediskussion aber als Zukunft gesehen wird ist die Herstellung von Wasserstoff aus nachwachsenden Rohstoffen oder über Elektrolyse aus Ökostrom. Prinzipiell lässt sich Synthesegas auch aus Holz, Stroh etc gewinnen. Die Verfahren werden zur Zeit entwickelt bzw optimiert. Dabei wird auch dikutiert, zur Verkokung der Biomasse (Pyrolyse) Kernenergie einzusetzen (Bereitstellung der Prozesswärme). Das wäre aber nur eine Art „Anschubenergie“, die Gesamtbilanz des Prozesses mit Biomasse wäre positiv.
Udo Becker

Hallo Franz,

Aber das ist natürlich nur meine pragmatische Sicht der Dinge,
du wirst bestimmt genug Leute finden, die mich für bekloppt
erklären und genau das Gegenteil vertreten.

Ich glaube, damit hätte ich wirklich kein Problem.
du magst es bestimmt gut gemeint haben, aber ich dachte bei
der Beantwortung nicht an ein reply a la Wilhelm u. Jakob.

Ähm.
Das musst du mir jetzt erklären. Wer sind Wilhelm und Jakob?
Ist ein „ein reply a la Wilhelm u. Jakob“ jetzt positiv oder negativ zu bewerten?

Mein Beitrag war grundsätzlich absolut ernst gemeint.
Aber wie das halt so ist bei allen neueren Technologien: man kann alles aus verschiedenen Richtungen betrachten - und ich wollte mit dem letzten Satz nur zum Ausdruck bringen, das ich nicht von mir glaube, im Besitz der allgemeingültigen Weisheit zu sein.
Ich hab mir halt angewöhnt, Technologie nicht mehr absolut, sondern im wesentlich über Aufwand/Ergebnis (letztlich Kosten/Nutzen) zu bewerten. Aber ich akzeptiere durchaus, das man das auch anders sehen kann.

Okay, vieleicht hätte ich das weniger plakativ formulieren sollen, aber da Diskussionen über neue Technologien in unserer Zeit meist stark durch Emotionen bzw. persönliche Ansichten gefärbt sind, dachte ich mir, ein wenig „Klartext“ mit einer Portion Selbstironie könne nicht schaden.

Ein schönes Wochenende wünsch ich dir ;D
mabuse

Hallo mabuse,

wenn man nichts vom Ballonfahren versteht,
sollte man, wie in deinem Fall doch besser sein Mündchen geschlossen halten,
und keine solchen Schauergeschichten erzählen die nur unnötig Leute beängstigt.

Es hat hunderttausende Gasballonfahrten im Freiballon mit Wasserstoff gegeben
und gibt es immer noch, und es zählt nachweislich auch als zu einer der sichersten Luftsportarten.

Bei „Jakob und Wilhelm“ handelt es sich um die "Gebrüder Grimm"
bekannt als „Märchenerzähler“.

Gruß Franz

Moin Doc!

Mehr als 80% Wirkungsgrad ist mit heutigen Verfahren nicht
drin und in der Zukunft wird weit mehr als nur die Elektrolyse
zur Verfühung stehen (z.B. solarbiologisch, solarchemisch oder
solarthermisch).

Hast du dafür eine Quelle?
Wirkungsgrade deutlich unter 100% bedeutet ja, das Energie anderweitig „verbraten“ wird - üblicherweise in Form von Abwärme. Und ich hab noch nie davon gehört, das Elektrolyse-Anlagen ein Abwärme-Problem hätten, weshalb ich von einem sehr hohen Wirkungsgrad ausgegangen bin

Gerade im Automobilantrieb macht Wasserstoff wenig Sinn. Die
Probleme von Wasserstoff als Energieträger liegen in der
Speicher- und Transportfähigkeit und im Auto braucht man
beides. Wer würde beispielsweise akzeptieren, dass der Tank
leer ist, nachdem das Auto eine Woche in der Garage stand?

Da hast du recht.
Ich hab das auch anders gemeint:
Bei Wasserstoff ist die Energiedichte pro Masse höher.
Bei Fahrzeugen, die recht viel Energie brauchen und vor allem ihren kompletten Treibstoffvorrat aufwändig mit beschleunigen und transportieren müssen, kann das ein interessanter Faktor werden.
Beim PKW dürfte das herzhaft witzlos sein, da geb ich dir völlig recht, aber bei großen LKWs oder im extrem in Flugzeugen könnte das auch anders aussehen. Man müsste halt die höhere Energiedichte gegen die aufwändigere Technologie gegenrechnen. Aber das ist ja simple Ingeniörs-Sache ;D

Wenn wir auf fossile Kohle oder Kohlenwasserstoffe verzichten
müssen oder wollen, dann ist Methanol lediglich eine
Speicherform von Wasserstoff.

Nur bei Verwendung als Wasserstoffträger in Brennstoffzellen. Bei Verwendung als herkömmlicher Treibstoff ist es im wesentlichen das gleiche wie Benzin. Oder Bioalkohol. Oder Rapsöl als Dieselersatz.
Hat halt nur den Vorteil, das der Kohlenstoffanteil bei der Gewinnung aus der Luft geholt wird (bei biologischer Erzeugung, versteht sich).

Sie ist genauso groß. Was bei der Methanolherstellung verloren
geht, verliert man beim Wasserstoff durch Kompression,
Verflüssigung oder Diffusionsverluste.

Wie gesagt, ich bezog das auf die Energiedichte, auf die Masse, die beispielsweise in einem Fahrzeug mit beschleunigt werden muss.
Die Verluste durch Komprssion, Verflüssigung oder Diffusion werden sich schon noch ändern, auch da wird der Fortschritt uns irgendwann weiter bringen. Aber an der Physik, das die Beschleunigung einer Masse Energie braucht, da wird sich nie was dran ändern (hoffe ich jedenfalls ).

Vor allem wird es nur auf die Energie reduziert - wie
überhaupt die ganze CO2-Diskussion.
Dass die Chemieindustrie fast genausoviel Kohlendioxid in die
Luft bläst, wird gern übersehen. Und ein großer Teil der
CO2-Emission stammt aus der Produktion
von Wasserstoff, der Ausgangsstoff für unzählige Produkte ist.

Da geb ich dir zwar recht - aber wenn wir bei der Industrie anfangen, kann man das Argument auch umkehren.
Irgendwo muss man halt anfangen . . .

Und ich finde allein die Bereitschaft, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, schon einen verdammt guten Anfang.

lg, mabuse

wenn man nichts vom Ballonfahren versteht,
sollte man, wie in deinem Fall doch besser sein Mündchen
geschlossen halten,
und keine solchen Schauergeschichten erzählen die nur unnötig
Leute beängstigt.

Ah, darum ging es.
Wenn du den entsprechenden Teil zitiert hättest, hätte ich auch gewusst, worauf du dich beziehst.

Es hat hunderttausende Gasballonfahrten im Freiballon mit
Wasserstoff gegeben
und gibt es immer noch, und es zählt nachweislich auch als zu
einer der sichersten Luftsportarten.

Das mag sein.
Flugzeuge sind auch nachweislich das sichertste Transportmittel. Dennoch gibt es dort jährlich einige Hundert (Rausend?) Tote.

Ich bin Chemiker und habe während meines Studiums des öfteren das „Vergnügen“ gehabt, mit Wasserstoff arbeiten zu dürfen.
Mich kriegen jedenfalls keine 10 Pferde auch nur in die Nähe eines Wasserstoffballons, egal was die Statistik sagt. Jedenfalls nicht für eine Vergnügungsfahrt. Ist mir persönlich das Risko nicht wert - vor allem nicht, wenn es direkt daneben eine deutlich sichererer Alternativtechnologie gibt (Heissluftballon).

Aber das ist natürlich nur meine pragmatische Sicht der Dinge, du wirst bestimmt . . .
Ach ja, das hatten wir schon. Ist trotzdem gültig :wink:
Ist nicht persönlich gemeint, Hand auf’s Herz.

lg, mabuse

Moin Mabuse,

Wirkungsgrade deutlich unter 100% bedeutet ja, das Energie
anderweitig „verbraten“ wird - üblicherweise in Form von
Abwärme. Und ich hab noch nie davon gehört, das
Elektrolyse-Anlagen ein Abwärme-Problem hätten,

in unserem Konzern wird Chlor und NaOH durch Elektrolyse hergestellt und ich habe nicht wenige Kollegen, deren einzige Aufgabe darin besteht, 0,x % bessere Wirkungsgrade zu realisieren.
Jedes Jota besser bedeutet übers Jahr zigtausende von Euros, die an Stromkosten eingespart werden.
Wie hoch die aktuellen Wirkungsgrade sind, kann ich aus dem Kopf nicht sagen, aber es scheint noch gut Luft nach oben zu sein.

Gandalf

Morgen,

Mehr als 80% Wirkungsgrad ist mit heutigen Verfahren nicht
drin und in der Zukunft wird weit mehr als nur die Elektrolyse
zur Verfühung stehen (z.B. solarbiologisch, solarchemisch oder
solarthermisch).

Hast du dafür eine Quelle?
Wirkungsgrade deutlich unter 100% bedeutet ja, das Energie
anderweitig „verbraten“ wird - üblicherweise in Form von
Abwärme. Und ich hab noch nie davon gehört, das
Elektrolyse-Anlagen ein Abwärme-Problem hätten, weshalb ich
von einem sehr hohen Wirkungsgrad ausgegangen bin

Ich kenne keine reinen Elektrolyse-Anlagen, aber im Labor laufen Gele in starken el. Feldern, wobei an den (Platin-)Elektroden beachtliche Mengen H2 und O2 freiwerden. Die der Puffer wird dabei ganz schön warm, mitunter auch heiß. Es gibt also sicher Wärmeverluste. Man muß dann auch noch berücksichtigen, wieviel Energie die Instandhaltung der Anlagen kostet (Erneuerung korrodierter Teile etc).

LG
Jochen

Mehr als 80% Wirkungsgrad ist mit heutigen Verfahren nicht
drin und in der Zukunft wird weit mehr als nur die Elektrolyse
zur Verfühung stehen (z.B. solarbiologisch, solarchemisch oder
solarthermisch).

Hast du dafür eine Quelle?

Es gibt viele Quellen mit unterschiedlichen Werten. Auf die Schnelle habe ich z.B. das hier gefunden:

http://www.koord.hs-mannheim.de/AK-NEW/Vortrag_Tzeut…

Da ist von 70% die Rede. Irgendwo habe ich gelesen, dass mittlerweile schon Anlagen mit 80% Wirkungsgrad angeboten werden und dass das Maximum heute bei 95% erwartet wird. In wässriger Lösung wird man so hohe Wirkungsgrade aber kaum erreichen können. Dazu braucht man schon die Wasserdampfelektrolyse oder schlimeres.

Wirkungsgrade deutlich unter 100% bedeutet ja, das Energie
anderweitig „verbraten“ wird - üblicherweise in Form von
Abwärme.

So ist es. Wässrige Lösungen sind kein Supraleiter und wenn Strom durch einen elektrischen Widerstand fließt, dann ensteht Wärme. Durch die Überspannung an den Elektroden werden diese Verluste noch verstärkt.

Und ich hab noch nie davon gehört, das
Elektrolyse-Anlagen ein Abwärme-Problem hätten

Das wird daran liegen, dass sie kein Abwärmeproblem haben. Es ensteht zwar jede Menge Abwärme, aber das hat man technisch im Griff.

Wenn wir auf fossile Kohle oder Kohlenwasserstoffe verzichten
müssen oder wollen, dann ist Methanol lediglich eine
Speicherform von Wasserstoff.

Nur bei Verwendung als Wasserstoffträger in Brennstoffzellen.
Bei Verwendung als herkömmlicher Treibstoff ist es im
wesentlichen das gleiche wie Benzin.

Oder das gleiche wie Wasserstoff in einem Wasserstoff-Verbrenungsmotor. Der Unterschied besteht nur darin, dass der Wasserstoff nicht molekular vorliegt, sondern an Kohlenstoff gebunden ist.

Hat halt nur den Vorteil, das der Kohlenstoffanteil bei der
Gewinnung aus der Luft geholt wird (bei biologischer
Erzeugung, versteht sich).

Man kann den Kohlenstoff auch im Kreislauf fahren. Dann muss man nur so viel aus der Luft holen, wie nötig ist, um Verluste auszugleichen.

Die Verluste durch Komprssion, Verflüssigung oder Diffusion
werden sich schon noch ändern, auch da wird der Fortschritt
uns irgendwann weiter bringen. Aber an der Physik, das die
Beschleunigung einer Masse Energie braucht, da wird sich nie
was dran ändern (hoffe ich jedenfalls ).

Kompression, Verflüssigung und Diffusion unterliegen auch Naturgesetzen. Man kann ein Gas beispielsweise nicht komprimieren, ohne dass dabei Wärme entsteht.

Vor allem wird es nur auf die Energie reduziert - wie
überhaupt die ganze CO2-Diskussion.
Dass die Chemieindustrie fast genausoviel Kohlendioxid in die
Luft bläst, wird gern übersehen. Und ein großer Teil der
CO2-Emission stammt aus der Produktion
von Wasserstoff, der Ausgangsstoff für unzählige Produkte ist.

Da geb ich dir zwar recht - aber wenn wir bei der Industrie
anfangen, kann man das Argument auch umkehren.

Die Verwendung von Wasserstoff in der Chemieindustrie ist naheliegender als die in der Energiewirtschaft. Das gilt ganz besonders für Wasserstoff, der durch Elektrolyse hergestellt wird. Wenn man den verbrennt, hat man nichts gewonnen, sondern nur Energie verloren.

Also im kleinen Maßstab kann man auch Wasserstoff aus Zink(evtl. mit kupfer) in 33%iger Chlorwasserstoffsäure(salzsäure)herstllen.

Funktioniert prima.

chemie-freak