ich arbeite in einer Versicherung und mache mir gerade darüber Gedanken wie die Versicherungsbranche die Web 2.0-Technologien für sich besser nutzen könnte. Habt ihr Ideen, auch aus Kundensicht? Was können Versicherungsunternehmen machen, um bei Kunden, aber auch Bewerbern besser zu punkten?
Es gibt keine Web 2.0-Technologie.
Das ist nur ein Marketingbuzzword dafür, das man „normale“ Webfunktionen mit allerlei aktiven Inhalten und bunten Bildchen soweit aufpeppt, das sie von normalen Prgrammen kaum noch unterscheidbar sind. Meist um den Preis enorm erhöhter Datenmengen, was das Ganze auf langsamen Leitungen leider sehr träge und zähflüssig macht. Webmailer bespielsweise.
Das mag auf manchen Seten Sinn machen (elektronische Kaufhäuser wie Amazon), bei Versicherungen würde ich das eher für Kontraproduktiv halten.
Wer eine Versicherungsseite aufruft, der will zu 90% nicht unterhalten werden, sondern ist auf der Suche nach Informationen, die zügig und übersichtlich aufbereitet sind.
Wenn ihr wirklich euren Webauftritt verbessern wollt, dann würde ich nicht auf graphischen Schnickschnack setzen. Schnappt euch ein paar Rentner (also, nicht mit Waffengewalt von der Strasse holen sondern Oma Müller aus dem Haus nebenan fragen), setzt die vor die Seite und gebt ihr zwei, drei einfache Aufgaben (Welche Versicherung hilft, wenn der Schlauch der Waschmaschine platzt? Was kostet eine Autoversicherung für einen VW Golf Baujahr 1993 mit 90 PS mit und ohne Diebstahlversicherung? Was kostet eine Gebäudeversicherung für ein Einfamilienhaus im Randbereich von Köln mit 120 qm und was ist darin alles versichert und was könnte man dabei besonders versichern lassen? Wo finde ich eine normale Vertretung für ein persönliches Beratungsgespräch?).
Und wenn Oma Müller da herumprobiert, genauso hinschauen und mit Oma reden, was man wie wo einfacher oder übersichtlicher gestalten könnte.
Aus eigener Erfahrung: Wenn ich Informationen suche und auf einer Webseite nicht innerhalb von 30 Sekunden zumindest den Weg dahin gefunden habe - dann geh ich woanders hin.
Solltet ihr wirklich mit Web-2.0-Spielereien arbeiten wollen - dann bietet dem Kunden möglichst beides parallel an. Die schöne bunte und bequeme Web 2.0-Welt und was einfaches, schlichtes, aber schnelles für Leute, die darauf keinen Wert legen (beispielsweise beim Kontaktformular).
Mir ist klar, dass Web 2.0 sehr viel mit Marketing zu tun hat. Aber ich denke, wenn man bestimmte Tools überlegt einsetzt, kann man sich und den Kunden das Leben auch einfacher machen. Ich hatte z.B. schon mal an so etwas wie Online-Banking für Versicherungen gedacht.
Ich nehme den Hinweis auf jeden Fall mit, die Homepage nicht mit zu viel „Schnick-Schnack“ zuüberfrachten.
Manchmal ist weniger eben mehr, wobei ich auch nicht wirklich bereit bin, das „weniger“ zu nennen, wenn sich jemand nicht auf den Web2.0-Hype einlässt.
mabuse hat eigentlich sehr ausführlich das gesagt, was ich ausdrücken wollte. Man muss sich nicht immer auf jeden Zug setzen, bloß weil da andere drauf sitzen.
Nichts ist schlimmer, als wenn man Informationen sucht, und dann mit irgendwelchen Spielereien, Filmen, langsam aufgehenden Menüs und ähnlichem Zeugs vollgeballert wird!